„Bachmann misstraut allem. Sogar der Sprache selbst, die ihr Werkzeug ist“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Robert Eichenauer, Schriftsteller _ Graz 19.10.2026

Ingeborg Bachmann _ Robert Eichenauer

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Robert Eichenauer, Schriftsteller _ Graz

Lieber Robert, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Mein persönlichster Zugang zu Ingeborg Bachmann ist „Das dreißigste Jahr“. Ich habe das Buch tatsächlich gelesen, als ich selbst dreißig wurde. Natürlich nicht ganz zufällig, der Titel hatte mich gerade deshalb neugierig gemacht. Und vermutlich liest man eine solche Erzählung in diesem Alter anders als mit zwanzig oder mit sechzig.

Mich hat damals dieser Moment beschäftigt, in dem ein Mensch beginnt, sein bisheriges Leben grundsätzlich infrage zu stellen. Mit dreißig liegt scheinbar noch fast alles vor einem, gleichzeitig ist aber schon genug Leben vergangen, um sich fragen zu müssen: Bin ich eigentlich der geworden, der ich sein wollte? Wie viel von meinem Leben habe ich selbst bestimmt, wie viel hat sich einfach ergeben?

Diese Fragen sind mir von der Erzählung stärker in Erinnerung geblieben als einzelne Sätze oder literaturwissenschaftliche Deutungen. Das Buch begegnete mir zum richtigen Zeitpunkt meines Lebens. Und einige seiner Fragen beschäftigen mich bis heute.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Für mich ist es vor allem die Verbindung von sprachlicher Präzision und großer innerer Unruhe. Bachmann misstraut allem. Sogar der Sprache selbst, die ihr Werkzeug ist. Ihre Texte lassen einen nie beruhigt zurück. Sie können sperrig sein, manchmal verstörend, aber sie haben eine enorme Intensität. Und sie traut ihren Leserinnen und Lesern etwas zu. Sie erklärt nicht alles.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Natürlich „Malina“, weil sich darin viele ihrer großen Themen auf radikale Weise verdichten. Aber „Das dreißigste Jahr“ bleibt für mich der persönlichere Text.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Erschreckend aktuell. Nach Jahrzehnten, in denen die patriarchale Welt Stück für Stück zurückgedrängt wurde, hat vor einigen Jahren eine gefährliche Gegenbewegung eingesetzt. Politiker wie Trump, Putin oder Orban drehen das Rad der Zeit zurück. Was ich an Bachmann interessant finde, ist, dass Gewalt bei ihr nicht erst dort beginnt, wo jemand zuschlägt. Sie steckt auch in Beziehungen, Abhängigkeiten, Erwartungen und in der Sprache. Menschen können einander zerstören, ohne dass nach außen etwas Spektakuläres geschieht

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Hoffentlich anders. Weniger besitzergreifend vielleicht. Aber die Liebe ist am Ende ein sehr persönliches Gut. Ich hoffe im Übrigen, dass nicht alle Männer unheilbar krank sind.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Das klingt nach einer Romantisierung des Künstlers. Niemand wird gezwungen zu schreiben, dieses „Martyrium“ auf sich zu nehmen. Was sie vielleicht damit gemeint haben könnte: Schreiben bedeutet, den Dingen auf den Grund zu gehen, sie stärker auszuleuchten. Dabei fördert man manchmal auch Unerfreuliches zutage.

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

Ihre Beschäftigung mit Sprache. Bachmann fragt immer wieder danach, ob unsere Sprache überhaupt ausreicht, um das auszudrücken, was in uns vorgeht. Gleichzeitig ist ihr bewusst, dass es für eine Schriftstellerin natürlich kein anderes Werkzeug gibt.

Mich interessiert außerdem ihr Außenseitertum. Viele ihrer Figuren finden keinen selbstverständlichen Platz in der Welt. Sie beobachten, zweifeln, versuchen auszubrechen und scheitern mitunter daran. Das ist ein literarisches Motiv, das mich sehr beschäftigt. Der Außenseiter sieht eine Gesellschaft häufig genauer als derjenige, der vollkommen in ihr aufgeht.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Ob sie auch längere Lebensphasen hatte, in denen sie glücklich war.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Nach „Die Außenseiterin“ arbeite ich an einem neuen Roman, in dem wieder Menschen im Mittelpunkt stehen, die mit gesellschaftlichen Erwartungen und mit ihren eigenen Vorstellungen von Freiheit in Konflikt geraten. Mich interessiert dabei besonders die Frage, was Freiheit eigentlich bedeutet. Und welchen Preis wir bereit sind, für sie zu bezahlen. Das Buch soll im Herbst 2027 erscheinen.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

„Im Widerspiel des Unmöglichen mit dem Möglichen erweitern wir unsere Möglichkeiten.“

Herzlichen Dank für das Interview!

Robert Eichenauer, Schriftsteller

Zu Person/Werk: Eichenauer, Robert – Edition Keiper 16.9.2026

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Robert Eichenauer _ Chris Zenz

Walter Pobaschnig, 15.9.2026

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„Manchmal bleibt nur die Sprache“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Robert Eichenauer/Eva Maria Neubauer _ Wien 19.10.2026

Eva Maria Neubauer, Schauspielerin, Sängerin _ Wien _ performing „Malina“ _
Romanschauplatz – Malina – Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 8/2020, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz _ „Ivans place“

MALINA _ Akrostichon

Text  _  Robert Eichenauer, Schriftsteller _ Graz

Performance _  Eva Maria Neubauer, Schauspielerin, Sängerin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

MALINA

M
anchmal bleibt nur die Sprache,

Als letzte Zuflucht.

Letztlich verblasst auch sie

In den Fängen des Lebens,

Nichts bleibt,

Alles löscht sich selbst.

Robert Eichenauer, 15.9.26

Eva Maria Neubauer, Schauspielerin, Sängerin _ Wien _ performing „Malina“ _
Romanschauplatz – Malina – Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 8/2020, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz _ „Ivans place“

MALINA _ Akrostichon

Text  _  Robert Eichenauer, Schriftsteller _ Graz

Performance _  Eva Maria Neubauer, Schauspielerin, Sängerin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Robert Eichenauer, Schriftsteller

Zu Person/Werk: Eichenauer, Robert – Edition Keiper 16.9.2026

 Eva Maria Neubauer, Schauspielerin, Sängerin

Zu Person/Werk: Vita – EVA MARIA NEUBAUER 16.9.2026

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Robert Eichenauer _ Chris Zenz

Fotos: Eva Maria Neubauer, Schauspielerin, Sängerin _ Wien _ performing „Malina“ _
Romanschauplatz – Malina – Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 8/2020

Walter Pobaschnig, 15.9.2026

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Napoleon. Der Schatten der Revolution. Eine Biografie. Van Loo, Bart. C.H.Beck Verlag.

Napoleon Bonaparte, Kaiser Napoleon I. * 15. August 1769 Ajaccio/Korsika  +5. Mai 1821 St. Helena/Südatlantik. Ein Herrscher und eine Epoche, die Frankreich und Europa tiefgreifend veränderte und deren Folgewirkungen für die gesellschaftspolitische Entwicklung bis heute manifest sind.

Doch wie begann dieser Lebensweg und Aufstieg eines korsischen Offiziers zum Feldherrn und Kaiser, der in Schlachtfeld und gesellschaftlicher Reform Europa verheerte, veränderte und prägte?

Welche Persönlichkeit war Napoleon? Was trieb ihn an und was ließ ihn schließlich endgültig scheitern?

Bart Van Loo, Historiker, Schriftsteller wie renommierter medialer Geschichts-, Kulturvermittler, legt eine umfassende wie profunde 600 Seiten starke Biographie wie Gesellschafts-, Kultur- und Politgeschichte der Zeit Napoleons  vor, welche in ihrer wissenschaftlichen Qualität wie der narrativen Vermittlung in Wort wie Bild (ausführlicher wunderbarer Bildteil) beeindruckt wie begeistert.

In fünf gut gegliederten Kapitel wie einem ausführlichen Anhang (Zeittafel, Quellen, Personenregister, u.m.) entsteht ein Panorama einer Epoche von der französischen Revolution und ihren Folgen in der Herrschaft Napoleons bis zu dessen Scheitern und Tod im Exil, in welches Leserin und Leser in großartiger Zeitreise eintauchen können.

„Eine unvergleichliche Zeitreise zu Aufstieg und Ende einer Epoche!“

Napoleon. Der Schatten der Revolution. Eine Biografie. Van Loo, Bart. C.H.Beck Verlag.

Gebunden, 677 S., mit 35 farbigen Abbildungen und 2 Karten

ISBN 978-3-406-84962-6

38 EUR

Walter Pobaschnig 9/26

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„Müder Alltag lärmt“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Regina Lehrkind/Sandra Schoessler _ Hagen/Wien 18.10.2026

Sandra Schoessler, Schriftstellerin, Performerin _Wien_
performing Malina _
Original-Romanschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann 1971 _ Walter Pobaschnig 8/24

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz Wien

MALINA _ UNDINE  Akrostichon

Text  _  Regina Lehrkind, Autorin, BuchMentorin, Hagen NRW

Performance _ Sandra Schoessler, Schriftstellerin, Performerin _Wien_

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

MALINA

M
üder          

Alltag

Lärmt

In

Neuer

Andersheit



Und

Noch

Denkt

Ihn

Niemand

Episodengleich

Regina Lehrkind, 26.7.26

Sandra Schoessler, Schriftstellerin, Performerin _Wien_
performing Malina _
Original-Romanschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann 1971 _ Walter Pobaschnig 8/24

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz Wien

MALINA _ UNDINE Akrostichon

Text  _  Regina Lehrkind, Autorin, BuchMentorin, Hagen NRW

Performance _ Sandra Schoessler, Schriftstellerin, Performerin _Wien_

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Regina Lehrkind, Autorin, BuchMentorin

Zur Person: Regina V. Lehrkind, geboren in Trepuzzi / Italien, aufgewachsen in Hagen / Westfalen.
Nach dem Abschluss der Lehre zur Rechtsanwalt- und Notarsgehilfin, studierte sie an der ISL Hamburg BWL / Marketing mit dem Schwerpunkt Absatzwirtschaft. Im Folgenden bildete sie sich zur geprüften Personalmanagerin weiter. Regina Lehrkind ist selbstständig in den Bereichen Personalmanagement, Marketing und Officemanagement.

Seit 1986 schreibt Regina Lehrkind Lyrik und Kurzprosa. Sie war Mitglied der Autorengruppe Bleisatz in Hagen, war 1. Vorsitzende der Autorinnenvereinigung e.V. und ist Mitglied der Lyrikgesellschaft e.V.Leipzig, Lesungen u. a. in Flensburg (D), London (GB), Retz (A). Autorin – Regina Lehrkind 27.7.26

Website: Start – Regina Lehrkind

Sandra Schoessler, Schriftstellerin, Performerin

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Regina Lehrkind _Studioline Photography

Fotos: Sandra Schoessler, Schriftstellerin, Performerin _Wien_
performing Malina _ Original-Romanschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann 1971 _ Walter Pobaschnig 8/24

Walter Pobaschnig, 26.7.2026

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„Ihre Werke lassen sich nicht einfach so lesen. Sie wollen bewusst und langsam gelesen werden.“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Regina Lehrkind, Schriftstellerin _ Hagen NRW 18.10.2026

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Regina Lehrkind, Autorin, BuchMentorin, Hagen NRW

Liebe Regina, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Erste Begegnungen mit Ingeborg Bachmann hatte ich während meiner Schulzeit – vorwiegend mit ihren lyrischen Werken. Ich war fasziniert von ihrer Sprache. Für mich Sprachkunst, geboren aus Sensibilität und Sehen. Ein enger Dialog mit den Erlebnissen aus ihrem eigenen Leben (Krieg, Gewalt, Einsamkeit, Liebe).

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Ingeborg Bachmann hat ihr Ziel zu Schreiben konsequent verfolgt. Das zu einer Zeit, in der es wenig publizierende Frauen gab und über die gesprochen wurde. Ihre Werke lassen sich nicht einfach so lesen. Sie wollen bewusst und langsam gelesen werden. Sie hinterlassen Spuren. Es ist eine Entdeckungsreise, die immer wieder Neues zu Tage und einen zum Nachdenken bringt.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Für mich die „Gestundete Zeit“, als erste Begegnung mit den Werken von Ingeborg Bachmann. Malina – ein Werk in einer Form, die für mich ungeformt erscheint. Ich nehme es immer wieder gerne in die Hand und stöbere in den Zeilen.

Ihre Gedichte lassen mich in diesen von Hektik und Schnelllebigkeit gefluteten Zeiten in andere Welten abtauchen. Sie ermöglichen mir in Sprachräumen durchzuatmen. Sie werden mich immer begleiten.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Malina ist für mich ein gutes Beispiel, wie aktuell die Gesellschaftskritik von Ingeborg Bachmann ist. Im Laufe der Jahre scheint es kaum Veränderung gegeben zu haben. Frauen scheinen sich in der patriarchalen Welt anzupassen. Diese Welt ist geprägt von Selbstzerstörung und Zerstörung, Gewalt wird geleitet, statt beendet. Ein kranker Zustand.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

In Punkto Liebe/lieben hatte Ingeborg Bachmann wenig Einfluss auf mich. Liebe ist weit mehr als nur ein romantisches Ideal. Liebe setzt sich aus Respekt, Wertschätzung, Vertrauen, Ehrlichkeitkeit, u.s.w. zusammen. Dazu sollte man sich selbst sehr gut kennen, sich selbst lieben und wissen, was man für sich möchte. Liebe ist ein dauerhafter Prozess aus Loslassen, Anerkennen, Reflexion und bewussten Entscheidungen.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Das ist mir zu allgemein. Kunst ist so viel mehr … Sie vermittelt Freude, Provokation, Leidenschaft, ästhetisches Miteinander. Eine Bereicherung des Lebens mit neuen Perspektiven.

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

Schreiben ist Handwerk. Das ist in ihren Werken spürbar (schleifen, feilen, hämmern…). Es macht Mut und spornt an, immer wieder den Bleistift zu spitzen und sich zu verbessern.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Ich hätte mich für ihr wunderbares Werk bedankt. Hat die Liebe zu Italien, das Lebensgefühl, deine Werke beeinflusst? Hast du dich heimatlos gefühlt?

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Derzeit arbeite ich an meinem dritten Band GenussHappen gemeinsam mit Christine Carus. Erfolgscode: Geniales Business ist gerade erschienen. Ein weiteres Projekt formt sich.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

»Lesen ist ein Laster, das alle anderen Laster ersetzen kann oder zuweilen an ihrer Stelle intensiver allen zum Leben verhilft, es ist eine Ausschweifung, eine verzehrende Sucht. Nein, ich nehme keine Drogen, ich nehme Bücher zu mir, Präferenzen habe ich freilich auch, viele Bücher bekommen mir nicht, einige nehme ich nur am Vormittag ein, andere nur in der Nacht, es gibt Bücher, die ich nicht loslasse, ich ziehe herum in der Wohnung mit ihnen, trage sie vom Wohnzimmer in die Küche, ich lese stehend im Korridor …«

Aus dem Roman Malina

Herzlichen Dank für das Interview!

Regina Lehrkind, Schriftstellerin

Zur Person: Regina V. Lehrkind, geboren in Trepuzzi / Italien, aufgewachsen in Hagen / Westfalen.
Nach dem Abschluss der Lehre zur Rechtsanwalt- und Notarsgehilfin, studierte sie an der ISL Hamburg BWL / Marketing mit dem Schwerpunkt Absatzwirtschaft. Im Folgenden bildete sie sich zur geprüften Personalmanagerin weiter. Regina Lehrkind ist selbstständig in den Bereichen Personalmanagement, Marketing und Officemanagement.

Seit 1986 schreibt Regina Lehrkind Lyrik und Kurzprosa. Sie war Mitglied der Autorengruppe Bleisatz in Hagen, war 1. Vorsitzende der Autorinnenvereinigung e.V. und ist Mitglied der Lyrikgesellschaft e.V.Leipzig, Lesungen u. a. in Flensburg (D), London (GB), Retz (A). Autorin – Regina Lehrkind 27.7.26

Website: Start – Regina Lehrkind

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Regina Lehrkind _Studioline Photography

Walter Pobaschnig, 26.7.2026

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„Danke dafür, dass Sie sich für alles Schwache und Unterdrückte und für die Poesie eingesetzt haben! Ihr Leben war viel zu kurz, aber Sie haben sehr viel getan und viel erreicht“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Klara Hurkova, Schriftstellerin _ Aachen/D 17.10.2026

Ingeborg Bachmann _ Klára Hůrková

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann in Rom, 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

im Interview _ Klára Hůrková, Schriftstellerin  _ Aachen/D.

Liebe Klára, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Bachmann wurde in Prag der 70. und 80. Jahre, als ich zu Schule und zur Uni ging, nicht ein Teil des Curriculums – sie gehörte wohl zu den sogenannten „bourgeoisen Schriftsteller*innen“, die das damalige Regime ablehnte. Deshalb lernte ich ihr Werk erst viel später kennen, durch eine deutsche Freundin, die über „Malina“ ihre Abschlussprüfung gemacht hat. Ich mag vor allem Bachmanns Gedichte und Erzählungen, zum Beispiel „Undine geht“. Schon seit meiner Kindheit war ich von Feen, Rusalkas, kleinen Meerjungfrauen, Nymphen und Undinen fasziniert – Ich glaube, Ingeborg Bachmann war selbst so ein Wesen…

Was macht das Besondere ihres Schreibens aus?

Sie denkt und schreibt in sehr eigenen, wunderschönen Metaphern und Vergleichen. Gleichzeitig ist ihre Sprache musikalisch. Beides – das Bildhafte und das Musikalische – macht die große Poesie aus. Sie will immer die Tiefe berühren, die Wahrheit finden, und obwohl sie über eine umfangreiche Kenntnis der abendländischen Ideenwelt verfügt, geht sie kompromisslos von ihren eigenen subjektiven Wahrnehmungen und Bewertungen aus, die sie artikuliert, strukturiert und durch ihre Kunst auf eine allgemeine Ebene hebt.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben und warum?

Ich bewundere ihre Gedichte aus den beiden Sammlungen „Die gestundete Zeit“ und „Anrufung des Großen Bären“. Mit zwei Freundinnen habe ich im privaten Kreis über das Buch „Der Fall Franza“ diskutiert, in dem sie ihre großen Themen behandelt – die Unterdrückung der Frauen und die männliche Dominanz, die Krankheit und den Tod. Wir fanden das Buch sehr bedrückend. Ich kann sehr gut verstehen, warum Bachmann die Arbeit daran abgebrochen hat. Die Wahrheitsfindung tut manchmal richtig weh. Jetzt muss ich an Franz Kafka denken, dessen Romane auch Fragmente geblieben sind – vielleicht aus demselben Grund. Bei „Malina“ ist es Bachmann immerhin gelungen, das Werk zu vervollständigen.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Ich würde ihr sagen: „Danke dafür, dass Sie sich für alles Schwache und Unterdrückte und für die Poesie im weitesten Sinne eingesetzt haben! Ihr Leben war viel zu kurz, aber Sie haben sehr viel getan und viel erreicht.“

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Ich schreibe wie immer Gedichte über alles, was mich berührt und beschäftigt. Darüber hinaus versuche ich schon seit langem, Prosa zu schreiben über mein Ankommen in Deutschland und die ersten Jahre meiner Emigration. Aber das ist sehr schmerzhaft und ich breche es immer wieder ab…

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

„Deck mir, Nacht, die Augen / mit dem Narrenhut.“ (Heimweg. In: Anrufung des Großen Bären)

Herzlichen Dank für das Interview!

Klára Hůrková, Schriftstellerin 

Zur Person/über mich: – Vita

Website: https://www.hurkovaklara.de/ 24.9.2026

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Klára Hůrková _ privat

Walter Pobaschnig, 24.9.2026

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„rom gibt mir kraft und gleichzeitig löscht es mich aus“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Todestag _ Text & Performance _ Christoph Kleinhubbert/Ingala Fortagne _ Herne/D/Wien 17.10.2026

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance Originalschauplatz „Malina“ Wien.

INGEBORG _ Akrostichon

Text _  Christoph Kleinhubbert, Schriftsteller _ Herne/D

Performance _ Ingala Fortagne _ Sopranistin, Schauspielerin_ Wien 

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Rom _ Lebensmittelpunkt von Ingeborg Bachmann _1965 – 1973
„da fiel mir Leben zu…“
Ingala Fortagne _ Sopranistin, Schauspielerin_ Wien _
acting _ Originalromanschauplatz „Malina“ Wien.
Via Giulia, Rom _
Am Weg zum Wohnhaus/letzte Wohnung Ingeborg Bachmanns Rom _
Palazzo Sacchetti _
letzte Wohnung von Ingeborg Bachmann (1971-73) _ folgende
Innenhof Palazzo Sacchetti _ Ingeborg Bachmann wohnte im 1.Stock. Hier ereignete sich der schwere Brandunfall, an dessen Folgen die Schriftstellerin am 17.Oktober 1973 in Rom verstarb

INGEBORG

in meinen tagträumen ist das leben gefangen im kampf gegen verfall und siechtum

nachts liege ich wach und denke oft ich sei in der falschen stadt geboren

geboren in besetzter zone

einem verlorenen habe ich mich anvertraut … wollte mich auf augenhöhe mit ihm messen

bald ist auch das eine alte geschichte … eine weitere lieblose legende

ordnung … hab meine notizen geordnet … gestern schrieb ich: schreiben ist ein totentanz

rom gibt mir kraft und gleichzeitig löscht es mich aus

gestundet ist die zeit … die sonne kommt ans licht

Christoph Kleinhubbert, 3.5.26

Rom/Ospedale Sant’Eugenio _
Ingeborg Bachmann starb hier am 17.10.1973
_ folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance Originalschauplatz „Malina“ Wien.

INGEBORG _ Akrostichon

Text _  Christoph Kleinhubbert, Schriftsteller _ Herne/D

Performance _ Ingala Fortagne _ Sopranistin, Schauspielerin_ Wien 

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962
Christoph Kleinhubbert, Schriftsteller
Ingala Fortagne _ Sopranistin, Schauspielerin

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Christoph Kleinhubbert _ privat.

Fotos: Ingala Fortagne _ Sopranistin, Schauspielerin_ Wien _
acting Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) _
100.Geburtstag _Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _

Fotos: Ingeborg Bachmann revisited _ Rom _ Via Giulia/Palazzo Sacchetti_ Ospedale _ Walter Pobaschnig 10/21

Walter Pobaschnig, 3.5.26

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„Das ist das Geheimnis großer Literatur: Sie überdauert die Person.“ _ Todestag Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann, Autor _ Oxford/GB 17.10.2026

Festrede _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ 25.6.1926

Klagenfurt _ Henselstraße 26

Dr.Heinz Bachmann, Geologe, Autor _ Oxford/GB

Bruder von Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann
Henselstraße _ Juni 2026

Henselstraße 26, 9020 Klagenfurt _ ehemaliges Wohnhaus der Familie Bachmann, in dem die Geschwister Ingeborg Bachmann wie Heinz Bachmann  und Isolde Moser (geb.Bachmann) aufwuchsen.

Henselstraße/Klagenfurt _ 2020 _
Ingeborg Bachmann und ihre Schwester Isolde Moser (geb.Bachmann _ Vordergrund) _
Familienarchiv Bachmann, folgendes
Heinz Bachmann
Ingeborg Bachmann, Rom 1962 _
Portraitserie von Heinz Bachmann

Rede zum 100.Geburtstag von Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt  +17.10.1973 Rom

25.6.2026 Klagenfurt, Henselstraße 26

Dr.Heinz Bachmann

Dr.Heinz Bachmann, Geologe, Autor

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

liebe Freundinnen und Freunde des Werkes meiner Schwester Ingeborg, als ich vor 53 Jahren in der Henselstraße stand — an jenem schweren Herbsttag des Jahres 1973, als wir Abschied nehmen mussten von Ingeborg, viel zu früh, viel zu plötzlich —,

hätte ich mir nie träumen lassen, dass ich eines Tages hierher zurückkehren würde, um ihren hundertsten Geburtstag zu feiern. Dass ich als ihr Bruder, als der Jüngere, der sie so gut kannte und vielleicht doch nie ganz kannte, vor Ihnen stehen würde —

in dieser Straße, in dieser Stadt.

Klagenfurt, unser Klagenfurt.

Bachmannweg _ Klagenfurt/Kreuzbergl

Was seitdem geschehen ist, übersteigt alles, was wir als Familie je zu hoffen gewagt hätten. Aus dem Haus in der Henselstraße ist das Ingeborg-Bachmann-Haus geworden — ein wunderbarer Ort der Erinnerung, der Forschung, der Begegnung. Wer heute durch diese Räume geht, betritt nicht nur eine Biografie, sondern betritt eine Welt aus Sprache, aus Kindheit, aus der Sehnsucht eines Mädchens, das schon früh wusste:

Die Welt lässt sich nicht hinnehmen, wie sie ist. Sie muss erzählt, befragt ,herausgefordert werden.

Und seit vorgesten steht hier im Garten das Werk Anselm Kiefers „DIE ORDEN DER NACHT“ gewidmet meiner Schwester Ingeborg. Das Werk wurde begleitet von einem bewegenden Brief Anselms übermittelt durch Waltraud Forelli, die wir heute hier begrüßen können.

Wer hätte das gedacht oder gehofft. Diese Würdigung berührt mich sehr, vor allem da sie auf das Gedicht „An die Sonne“ anspielt, das mein Lieblingsgedicht ist. Ich denke da an den Frühling 1945 als Ingeborg schreibt:

(Textauszug „Kriegstagebuch“ Ingeborg Bachmann)

„Aber ich kann nicht mehr in den Bunker gehen, stundenlang wenn das Wasser an den Felswänden herunterrinnt und die Luft so schlecht wird, dass man halb ohnmächtig wird. Es ist zwar Sprechverbot wegen der Luft, aber diese stumpfen, stummen Massen sind auch unerträglich. Der Ge­ danke, dort womöglich mit allen wie in einer Vieh­herde zugrundezugehen, ist mir schauerlich. We­nigstens im Garten. Wenigstens in der Sonne…“

Anja Knafl, Schauspielerin, Schriftstellerin _ Klagenfurt _ performing _
Walter Pobaschnig 5/26, folgende

und 12 Jahre später schreibt Ingeborg:

(Textauszug „An die Sonne“ Ingeborg Bachmann)

Schöner als der beachtliche Mond und sein geadeltes Licht,

Schöner als die Sterne, die berühmten Orden der Nacht,

Viel schöner als der feurige Auftritt eines Kometen

Und zu weit Schönerem berufen als jedes andre Gestirn,

Weil dein und mein Leben jeden Tag an ihr hängt, ist die Sonne.

Schöne Sonne, die aufgeht, ihr Werk nicht vergessen hat

Und beendet, am schönsten im Sommer, wenn ein Tag

An den Küsten verdampft und ohne Kraft gespiegelt die Segel

Über dein Aug ziehn, bis du müde wirst und das letzte verkürzt.

Ohne die Sonne nimmt auch die Kunst wieder den Schleier,

Du erscheinst mir nicht mehr, und die See und der Sand,

Von Schatten gepeitscht, fliehen unter mein Lid.

Schönes Licht, das uns warm hält, bewahrt und wunderbar sorgt,

Dass ich wieder sehe und dass ich dich wiederseh!

Nichts Schönres unter der Sonne als unter der Sonne zu sein …“

Für dieses Doppeljubiläum wurden Biografien geschrieben. Interpretationen verfasst. Ihr Werk wurde in dutzende Sprachen übersetzt, an Universitäten auf allen Kontinenten gelehrt, von Leserinnen und Lesern geliebt, die Ingeborg nie persönlich gekannt haben und sie doch — durch ihre Worte — besser kennen als mancher, der ihr in Persona begegnet ist.

Das ist das Geheimnis großer Literatur: Sie überdauert die Person.

Ingeborg hat sich behauptet. Sie hat — wenn ich so sagen darf — überlebt; …durch die Kraft ihrer Sprache.

IJnd heute, in diesem Jahr des hundertsten Geburstags, in dieser Zeit, spüren wir, wie aktuell sie geblieben ist. Wie erschreckend aktuell.

Sie hat einmal geschrieben, und ich zitiere diese Worte, weil sie mich seit Wochen nicht loslassen und in den Straßen der Stadt überall zu sehen sind:

„Hätten wir das Wort, hätten wir die Sprache, bräuchten wir die Waffen nicht.‘

Hannelore Schmid, Schauspielerin, Regisseurin _ Wien _
Romanjubiläum Malina _

Walter Pobaschnig 6/21

Meine Damen und Herren — wann hätten diese Worte mehr gegolten als heute? In einer Zeit, in der Kriege toben, in der Sprache vergiftet, missbraucht, zur Waffe gemacht wird. Ingeborg hat das geahnt. Sie hat darunter gelitten. und sie hat dagegen geschrieben, mit jeder Zeile, bis zuletzt. Das ist ihr Vermächtnis, das sie uns hinterlassen hat.

Anna Possarnig, Tänzerin, Choreographin _ performing _
Romanschauplatz Malina/Wien _

Walter Pobaschnig 6/2020

Ich spreche heute im Namen der ganzen Familie, wenn ich sage: Wir sind bewegt. Wir sind dankbar. Wir schätzen es außerordentlich, wie liebevoll und ernsthaft Ingeborg hier in Klagenfurt, in Österreich, in der Welt gefeiert und gewürdigt wird.

Familien Bachmann/Moser _
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Sie lebt — in den Lesungen, in der Forschung, in den Gesprächen. Sie lebt in jedem jungen Menschen, der zum ersten Mal ein Gedicht von ihr aufschlägt und merkt: Das trifft mich.

„Station bei Bachmann _ Literatur outdoors_
Constanze Sophie Passin, Schauspielerin_ performing _
Romanschauplatz _ Malina _ Wien _
Walter Pobaschnig 12/2021

Ich danke Ihnen von Herzen, dass sie so zahlreich gekommen sind.

Heinz Bachmann, Oxford/GB, Klagenfurt 25.Juni 2026

Henselstraße 26/Klagenfurt _ Juni 2026

Aktuelles Buch von Heinz Bachmann:

„Ingeborg Bachmann, meine Schwester“, Heinz Bachmann. Erinnerungen und Bilder. Mit 40 Fotos aus dem Privatarchiv. Piper Verlag. | Literatur outdoors – Worte sind Wege

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt  +17.10.1973 Rom
Grab von Ingeborg Bachmann _ Klagenfurt/Annabichl
Isabel Belherdis, Künstlerin _ Graz _ performing _
Walter Pobaschnig 8/23, folgende

Fotos _ Ingeborg Bachmann Portraits/Familienfotos _ Heinz Bachmann/Familienarchiv Bachmann

Alle weiteren Fotos _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig 10/26

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„Immer auf der Suche“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text&Performance _  Anne Mai/Elena Platon _ Saarland//Wien 16.10.2026

Elena Platon, Schauspielerin _Wien _
acting Malina/Ingeborg Bachmann _
Walter Pobaschnig 5/21 folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance Originalschauplatz „Malina“ Wien.

INGEBORG_ Akrostichon

Text _  Anne Mai, Schriftstellerin _ Saarland

Performance _ Elena Platon, Schauspielerin _Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Elena Platon, Schauspielerin _Wien _
acting Malina/Ingeborg Bachmann _
Walter Pobaschnig 5/21 folgende
Elena Platon, Schauspielerin _Wien _
acting Malina/Ingeborg Bachmann _
Walter Pobaschnig 5/21 folgende

INGEBORG


I
mmer auf der Suche

Nach dem großen Gefühl

Gegen alle

Erfahrung, alle Enttäuschung.

Blumen und Bilder hast du der Lyrik geschenkt,

Orte entdeckt und wieder verloren.

Rastlos warst du deiner Kunst ergeben, ihrer

Ganzheit in Worten und Klang.

Anne Mai, 14.4.26

Elena Platon, Schauspielerin _Wien _
acting Malina/Ingeborg Bachmann _
Walter Pobaschnig 5/21 folgende
Elena Platon, Schauspielerin _Wien _
acting Malina/Ingeborg Bachmann _
Walter Pobaschnig 5/21 folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance Originalschauplatz „Malina“ Wien.

INGEBORG_ Akrostichon

Text _  Anne Mai, Schriftstellerin _ Saarland

Performance _ Elena Platon, Schauspielerin _Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Anne Mai, Schriftstellerin
Elena Platon, Schauspielerin _Wien

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Foto: Anne Mai _ privat.

Fotos:  Elena Platon, Schauspielerin _Wien _ acting Malina/Ingeborg Bachmann_
Walter Pobaschnig 5/21

Walter Pobaschnig, 14.4.26

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„Man findet sich berührt vor einem Spiegel der eigenen Umgebungsnatur“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Klaus Oberrauner, Autor _ Wien 16.10.2026

Ingeborg Bachmann _ Klaus Oberrauner

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann in Rom auf der Terrasse in ihrer Wohnung in der Bocca de Leone

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

im Interview _ Klaus Oberrauner, Autor, Kulturvermittler, Textkünstler _ Wien

Lieber Klaus, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?  

Ingeborg Bachmann ist für mich eine jener Autorenpersönlichkeiten, die immer wieder aufs Neue dazu einladen, entdeckt zu werden. Ich persönlich kam ihr relativ spät auf die Spur. Wie einem exotischen Tier, dem man voller Begeisterung, Faszination, Staunen aber auch voller ehrfürchtigem Respekt gegenübersteht. Etwas, das unnahbar scheint und lockt – aber doch so nahe und sogar Teil von einem selbst ist. Und ich bin noch immer dabei, sie zu entdecken und weiter kennen zu lernen.

Was macht das Besondere ihres Schreibens aus? 

Die Zeitlosigkeit und die persönliche Tiefe ihrer „Welten“, wissen gleichermaßen aufzurütteln, zu erschüttern. Man findet sich berührt vor einem Spiegel der eigenen Umgebungsnatur. Ganz besonders schätze ich ihre Poetik – wie sie mit kleinen Wortstrichen klare Empfindungsmosaike und Gesellschaftskaleidoskope

Entwirft. Eine Facette, die ich persönlich auch besonders finde: die textlichen Brücken und Beziehungen hin zu Musik und Theater.  

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben und warum?

Ganz besonders schätze ich ihre Gedichte. Sie lassen nicht nur empfinden. Sie lassen nach-lesen, nach-denken. Buchstäblich in sich kehren – und gar nicht kalt. 

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt? 

Sie schreiben mir aus der Seele. Lassen Sie uns nun auch über Musik sprechen.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne? 

Ich tüftle gerade an neuen Ideen, Wegen und Kooperationen für die neuen Bild Lyrik-Projekte. Je nach Inspirationsstatus spiele ich auch mit Gedanken an dramatische Texte. 

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten? 

„Wir brauchen Musik. Das Gespenst ist die lautlose Welt.“ 

Herzlichen Dank für das Interview!

Klaus Oberrauner _ Autor, Kulturvermittler, Textkünstler

Zur Person/über mich: Klaus Oberrauner _ Wortschöpfer. Geschichtenausdenker. Klangsucher. Ideenvermittler, Projekterzähler. In der medialen Kreativwerkstatt.

Studium der Musik- und Tanzwissenschaft in Salzburg sowie der Kunst- und Kulturvermittlung in Wien. Danach, davor und dazwischen Erfahrungsstationen bei Rundfunk, Zeitung und Theater in Österreich und Deutschland. Sowie Redakteur für eine österreichische Tageszeitung, danach für ein Wirtschafts- und Kulturmagazin.
Umblicke aus dem Kulturleben. Für diverse Print- und Onlinemedien. Regelmäßig Konzerteinführungen.

Seit 2014 Mitgestalter für TV-Dokus (ORF III, arte).

Als Autor Pflege der kleinen literarischen Form. Kurzprosa und Gedichte. Auch
Romaneskes im historischen Kontext.

Immer wieder Brückenschlag zwischen den Disziplinen. Gemeinsam mit
bildenden Künstlern. Mit Sprechern. Mit Schauspielern.

Lebt derzeit in Wien.

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Klaus Oberrauner _ privat

Walter Pobaschnig, 27.7.2026

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