Monika Helfer,Schriftstellerin _ hat zahlreiche Romane, Erzählungen und Kinderbücher veröffentlicht. Für ihre Arbeiten wurde sie unter anderem mit dem Österreichischen Würdigungspreis für Literatur, dem Solothurner Literaturpreis und dem Johann-Peter-Hebel-Preis ausgezeichnet. Zuletzt erschienen bei Hanser ihre Romane »Vati« (2021), mit dem sie für den Deutschen Buchpreis nominiert war, »Löwenherz« (2022) und »Die Jungfrau« (2023), »Wie die Welt weiterging« (2024) sowie »Der Bücherfreund« (2025). Monika Helfer-Köhlmeier | Hanser 3.8.2026
Grab von Monika Helfer in Hohenems _
„am 2. September, genau 1 Monat nach ihrem Tod, war ich mit Michael (Köhlmeier, Mann von Monika Helfer, Schriftsteller, Anm.) an Monikas Grab in Hohenems und habe Blumen niedergelegt wie bereits am 2. August in St. Ives/Cornwall auf Urlaub mit meiner Frau (folgendes Foto)“ Tomas Friedmann
Im Interview _ Tomas Friedmann, Schriftsteller, Leiter und Geschäftsführer des Literaturhauses Salzburg (seit 1993) _ Salzburg
Lieber Tomas, welche Erinnerungen gibt es für Dich an Monika Helfer?
Monika ist für mich über ihre Bücher hinaus vor allem ein Mensch, offen und ehrlich, neugierig und sympathisch, interessiert und kritisch, eine Autorin, mit der man gerne auf der Bühne saß und über Literatur und das Leben sprach, eine schöne Frau mit zärtlichem Glanz von Innen, eine Persönlichkeit mit rauchiger Stimme, mit der man beim Essen über alles ernsthaft reden und mit der man lachen konnte … Ich vermisse sie.
Was macht für Dich das Besondere ihres Schreibens aus?
schnörkellos tiefsinnig lesbar
Möchtest Du bestimmte Bücher hervorheben und warum?
Nein, jedes Buch ist besonders
Wie hast Du Monika Helfer bei Lesungen, als Kollegin erlebt?
Liebenswert, aufregend, cool, herzlich
Monika Helfer _ Buchpräsentation, Lesung und Gespräch _ Literaturhaus Salzburg am 26. Mai 2026.
Darf ich abschließend um ein Zitat/eine Textstelle aus Monika Helfers Werk bitten?
Schick mir drei Worte Damit Ein Gedicht Aus mir herausspringt (aus „Drei Worte“, in „Monika Helfer: Bitte schick mir eine Droge“, Hanser Verlag, 2025)
Herzlichen Dank für das Interview!
Tomas Friedmann, Schriftsteller, Leiter und Geschäftsführer des Literaturhauses Salzburg (seit 1993) _ Salzburg
Lieber Lojze Wieser, welche Erinnerungen gibt es für Dich an Erni Mangold?
Lieber Walter, ich war sozusagen ein über die Jahrzehnte stiller Bewunderer der Erni Mangold und hab es immer bedauert, sie nie persönlich getroffen zu haben.
Sie möge eine gute Reise haben, mit der Bitte, unterwegs jene zu grüßen, die es verdienen und ich rufe ihr leise nach: Du fehlst schon jetzt! Ich verneige mich vor Dir!
Im Interview _ Andrea Beatrix Schramek _ Schauspielerin, Fotografin, Autorin, Historikerin _ Wien
Liebe Andrea Schramek, welche Erinnerungen gibt es für Dich an Erni Mangold?
Ich habe meine Diplomarbeit in Zeitgeschichte über „Das Filmstudio des Theaters in der Josefstadt“ (1946-1953) geschrieben. Erni Mangold hat in einem der, in der Nachkriegszeit von Rudolf Steinböck produzierten, Filme mitgespielt. Ich bat sie um ein Interview.
Da ich auch Regieassistentin in Volkstheater gewesen war, traf ich sie dort in ihrer Künstlergarderobe. Sie würdigte mich während des gesamten Gesprächs keines Blickes. Sie sah in den Spiegel, sie betrachtete also sich selbst, fast bewundernd und zärtlich, während sie sich an ihre Jugend erinnerte. Sie erzählte mir, dass sie im Film „Das andere Leben“ nicht „Heil Hitler“, sondern „Heil Tla“ sagte, dass sie damals viel im Kreis um Helmut Qualtinger gewesen war und ihren Namen von Goldmann auf Mangold änderte. Weiters sagte sie, dass sie nach Frankreich hätte gehen sollen. Sie wäre etwas für den Französischen Film gewesen. Das schien sie zu bedauern.
Unser Gespräch in dieser Garderobe vor dem Spiegel war sehr skurril, aber ich fand das wunderbar. Ich muss noch immer schmunzeln, wenn ich daran denke.
Was macht für Dich das Besondere ihres Schauspiels aus?
Sie war sehr eigenwillig, immer auffällig, stolz und unnahbar – und doch voll Humor und Ironie. Auch in ihren Rollen. Das hat mir immer gefallen.
Möchtest Du bestimmte Rollen hervorheben und warum?
Jetzt natürlich noch berührender ist ihre Rolle in „Der letzte Tanz“ von Houchang Allahyari. Aber ich kann mich an keine Rolle erinnern, in der ich sie nicht wunderbar gefunden hätte.
Wie hast Du Erni Mangold als Kollegin/e erlebt?
Ich bin leider nie mit ihr auf der Bühne gestanden.
Was nimmt die Theater/Filmbühne von ihr in die Zukunft mit?
Ach, machen wir uns nichts vor: Das Theater lebt im Augenblick und ist eine flüchtige Kunst – die Menschen darin sind unverwechselbar und einzigartig, wie jeder Mensch. Aber vergänglich. Manche heben sich natürlich mit ihren Ecken und Kanten von anderen ab, wie Erni Mangold und in den vielen Filmen, in denen sie mitgewirkt hat, werden wir uns noch ein Weilchen an sie erinnern. Die Menschen, deren Wege sie gekreuzt hat, aber, die nehmen bestimmt etwas in ihrem Herzen und für ihren Beruf mit. Ich fand es toll, sich nichts gefallen zu lassen, was nicht passt und dennoch so eine Selbstironie zu haben. Vielleicht gab es durch sie in Österreich ein bisschen mehr Rollen für ältere, starke Frauen… Das könnte man beibehalten.
Sie war ein sehr politischer Mensch und es hat mir gefallen, dass sie den Mund aufgemacht hat, selbst, wenn es unbequem war, zu jenen gehörte, die bereits 1946, rund um Rudolf Steinböck, Dinge angesprochen haben, die man gerne unter den Teppich kehren wollte. Eine andere Meinung zu haben und kritisch zu sein. Das ist vielleicht eine Verpflichtung einer Künstlerin, die sich vielleicht „verwässert“, sobald man abhängig ist… – egal, ob von der „Liebe“ des Publikums, oder von Institutionen, Engagements, oder Förderungen… Erni Mangold war das wahrscheinlich „Wurst“. Das könnte man sich auch für die Zukunft des Theaters mitnehmen. Aber das ist natürlich für eine Einzelperson leichter als für ein ganzes Haus.
Auch, wenn ich nicht sagen kann, dass wir uns kannten, aber ich werde sie vermissen.
Herzlichen Dank für das Interview!
Andrea Beatrix Schramek _ Schauspielerin, Fotografin, Autorin, Historikerin
Im Interview _ Boris von Poser, Regisseur, Schauspieler, Autor, Produzent _ Berlin
Lieber Boris von Poser, welche Erinnerungen gibt es für Dich an Erni Mangold?
Erni war meine Lehrerin. Ich habe Regie am Reinhardt Seminar studiert und sie hatte mich bei der Aufnahmeprüfung kennengelernt. Obwohl Rollenstudium für die Regie-Studierenden gar nicht vorgesehen war, schlug sie mir vor, in ihren Unterricht zu kommen.
Gemeinsam mit Ursula Reiter (momentan am Schauspielhaus Wien) habe ich dann mit ihr die Szenen zwischen John Proctor und Abigail Williams aus der HEXENJAGD von Arthur Miller gearbeitet. Dabei habe ich mehr gelernt, als in allen anderen Fächern.
Und es ist eine Freundschaft entstanden, die bis zu ihrem Tod gehalten hat.
Was macht für Dich das Besondere ihres Schauspiels aus?
Erni hatte etwas Unbestechliches. Sie konnte sehr direkt sein. Sie war bereit und in der Lage auch die negativen Seiten ihrer Figuren zu entdecken und zum Vorschein zu bringen.
Möchtest Du bestimmte Rollen hervorheben und warum?
Im Film berührt mich immer wieder ihre frühe Rolle in HANUSSEN neben O. W. Fischer und Klaus Kinski. Da ist sie sehr verletzlich und bewegend.
Auf der Bühne sind ihre Werner Schwab Rollen – den sie im übrigen entdeckt hat – in den Uraufführungen PRÄSIDENTINNEN und ÜBERGEWICHT UNWICHTIG UNFORM für mich unvergessen.
Auch ihre Horvath Großmutter in GESCHICHTEN AUS DEM WIENER WALD, die sie in drei Inszenierungen gespielt hat, war sehr beeindruckend.
Und in ihrer letzten Rolle, als Maude in HAROLD UND MAUDE hat sie noch einmal eine ganz große Differenzierungsfähigkeit gezeigt.
Wie hast Du Erni Mangold als Kollegin/e erlebt?
Sie konnte zwar sehr einschüchternd sein, aber in ihrer Gegenwart konnte man dennoch Mut entwickeln, auch wenn das gerade etwas paradox klingt. Durch die klare Forderung, die sie in den Raum gestellt hat, konnte man selbst Klarheit gewinnen. Und Mut.
Was nimmt die Theater/Filmbühne von ihr in die Zukunft mit?
Ihre Unbedingtheit, auch ihre klare politische Haltung und ihr klarer furchtloser Zugriff in der Arbeit – das bleiben Qualitäten, an die sich alle erinnern werden, die sie gekannt haben.
Und werden diese Qualitäten hoffentlich versuchen weiterzuleben und weiterzugeben.
Herzlichen Dank für das Interview!
Boris von Poser, Regisseur, Schauspieler, Autor, Produzent
Im Interview _Georg Biron _ Schriftsteller, Reporter, Drehbuchautor, Schauspieler, Regisseur und Kulturproduzent _ Wien.
Lieber Georg Biron, welche Erinnerungen gibt es für Dich an Erni Mangold?
Puh, das sind so viele, dafür haben wir hier und jetzt zu wenig Zeit. Ich könnte ein Buch schreiben, aber keine Angst, das mache ich nicht. Ich bin ihr immer wieder begegnet, anfangs in den 1970ern bei Peter-Patzak-Dreharbeiten, später auch im „Gutruf“. Unser letztes Zusammentreffen war vor circa zwei Jahren, als ich sie dazu überreden wollte, gemeinsam mit mir und dem Felix-Salten-Text „Josefine Mutzenbacher – oder: Die Geschichte einer Wienerischen Dirne, von ihr selbst erzählt“ auf Lesereise zu gehen. Leider fand sie es nicht gut, „die Mutzenbacher mit einem Mann zu machen“ …
Was macht für Dich das Besondere ihres Schauspiels aus?
Die Erni Mangold war eine Schauspielerin von internationalem Format. Wenn sie sprach, verstand man jedes Wort. Sie war nie überdreht und in ihrem Spiel eher zurückhaltend, ohne große übertriebene Gesten. Sie reduzierte ihre Rollen bis aufs Maximum und beherrschte das Timing aus dem Eff-Eff. Manchmal spielte sie fast nur mit Blicken. Wenn Du dir zum Beispiel den zweiten „Kottan“ aus dem Jahr 1977 anschaust („Der Geburtstag“), dann weißt Du, was ich meine.
Möchtest Du bestimmte Rollen hervorheben und warum?
Sie war in jeder Rolle authentisch und glaubhaft – und das ging so weit, dass bei ihr immer auch die Vorgeschichte und die politisch-soziale Haltung einer Figur zu spüren war.
Wie hast Du Erni Mangold als Kollegin/e erlebt?
Wir waren leider nie Kollegin und Kollege. Wir waren gemeinsame Freizeit-Designer.
Was nimmt die Theater/Filmbühne von ihr in die Zukunft mit?
Gar nix. In ein paar Tagen wäre sie 100 geworden. Ihre Schauspielkunst stammt aus dem vorigen Jahrhundert. Theater und Film haben heute völlig andere Strukturen. Was ich von ihr in der Erinnerung in meine Zukunft mitnehme, das sind ihre einprägsame Stimme, die unbeugsame Haltung in wichtigen gesellschaftspolitischen Belangen und – vor allem – auch ihr Witz und ihre Herzlichkeit.
Herzlichen Dank für das Interview!
Georg Biron _ Schriftsteller, Reporter, Drehbuchautor, Schauspieler, Regisseur und Kulturproduzent.
Zum Glück besteht mein Alltag inzwischen nicht mehr nur aus Deutschkursen – obwohl ich sie eigentlich sehr gerne mag. Ich stehe oft viel zu früh auf, um vier, schlafe dann aber noch bis acht. Danach ist jeder Tag anders: Proben, Dreharbeiten, Tanz, Arbeit im Schönheitssalon oder Castings.
Manchmal freue ich mich, dass in meinem Leben so viel passiert. Und manchmal möchte ich einfach nur im Bett liegen, niemanden sehen und niemanden hören. In letzter Zeit genieße ich diese Ruhe besonders: Ich fahre mit dem Fahrrad durch den Park, lese, backe oder nähe einfach in aller Stille.
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Frieden
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Ich glaube, für einen Neubeginn braucht es Leichtigkeit im Abschied und in der Veränderung – die Fähigkeit, loszulassen und das Neue anzunehmen. Die Kunst kann uns dabei einen Raum geben, in dem wir Veränderungen nicht erklären müssen, sondern sie einfach erleben und vielleicht anders verstehen können.
Was liest Du derzeit?
Elementarteilchen (Michel Houellebecq)
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
In Charkiw ist es am Morgen sonnig und menschenleer. Gerade wurde Luftalarm ausgelöst. Der Frühling ist schmerzlich und zugleich ganz unmittelbar zu spüren.“
Serhij Zhadan, 15. März 2022
Vielen Dank!
Dana Anofrenkova, Schauspielerin
Zur Person/über mich: Mein Name ist Dana Anofrenkova. Ich bin Schauspielerin aus der Ukraine und lebe seit vier Jahren in Deutschland.
Von 2020 bis 2024 habe ich an der Kharkiv State Academy of Culture im Bereich Performing Arts mit der Spezialisierung auf Drama- und Filmschauspiel studiert und dort meinen Bachelorabschluss gemacht.
In den letzten Jahren habe ich an verschiedenen Theaterprojekten in Deutschland mitgewirkt. 2024 und 2025 war ich Teil verschiedener Produktionen am Deutschen SchauSpielHaus Hamburg, darunter Um acht ist es hier schon hell, Chronik des eigenen Atems, Wasterland und St. Georgologie To Go. Außerdem habe ich an Projekten des Lichthof Theaters, der Hamburg Kammerspiele und des KulturCentrums Blankenese mitgewirkt. 2024 war ich auch beim Internationalen Theaterfestival „Kultur On Tour“ in Bremen dabei.
Aktuelle Produktion _ Gastspiel in Wien:
Artjom retten!?Ein dokumentarisches Theaterprojekt von Julia Solovieva und Evgeni Mestetschkin Gastspiel in Wien: 11. und 12. September 2026 im DAS Margareten
Dana Anofrenkova und Paul Smollich in „Artjom retten?“, folgende
Artjom retten? Mich retten? Die Menschlichkeit retten? Im September 2022, mitten in Moskau, rezitiert der russische Dichter Artjom Kamardin Gedichte gegen den Krieg in der Ukraine. Unmittelbar danach wird er brutal festgenommen und später zu sieben Jahren Haft verurteilt. Vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine nimmt „Artjom retten!?“ die Geschichte Kamardins zum Ausgangspunkt für eine persönliche und politische Auseinandersetzung: Was bedeutet Menschlichkeit in Zeiten des Krieges? Und wo liegen die Grenzen unseres Verständnisses für andere?
Auf der Bühne begegnen sich die Ukrainerin Dana und der Deutsche Paul. Sie sprechen über Krieg, Verantwortung, Angst, Loyalität und die Schwierigkeit, widersprüchliche Positionen auszuhalten. Bin ich bereit, meinen Freund zu verstehen, der nicht an die Front ziehen möchte? Und bin ich dann auch bereit, den russischen Dichter Artjom zu verstehen, der vor seiner Verhaftung für das Militär gearbeitet hat?
Das Stück fragt nicht nach einfachen Antworten. Es untersucht die Grauzonen zwischen Empathie und Abgrenzung, zwischen persönlicher Haltung und gesellschaftlicher Funktion: Wo bleibe ich Mensch – mit meinen Gefühlen, Widersprüchen und möglichen Fehlern? Und wo werde ich zu einer Funktion? Dabei wird auch das Publikum Teil der Auseinandersetzung. Fragen, Emotionen, Reflexionen und persönliche Erfahrungen dürfen in den Theaterabend einfließen. Dokumentarisches Theater zwischen persönlicher Perspektive und politischer Realität.
Evgeni Mestetschkin und Julia Solovieva sind ein in Hamburg tätiges Autoren-, Regie- und Theaterduo, das sich in seinen dokumentarischen und dramatischen Projekten intensiv mit gesellschaftlichen und politischen Themen auseinandersetzt. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen reale Geschichten und Schicksale, die sie mit persönlichen Perspektiven und aktuellen politischen Fragestellungen verbinden.
„Artjom retten!?“ beleuchtet das Schicksal politischer Gefangener und die Frage nach individueller Verantwortung in Zeiten politischer Repression und Krieg. Die Produktion wurde 2025 in Hamburg entwickelt und unter anderem an den Hamburger Kammerspielen gezeigt. Nun kommt das dokumentarische Theaterprojekt nach Wien ins
„Artjom retten!?“DAS Margareten – Raum für lebendiges Theater. Mit: Dana Anofrenkova und Paul Smollich Regie & Autorenschaft: Julia Solovieva und Evgeni Mestetschkin Ton: Sandra Berkefeld
Undine geht _ Barbara Deissenberger, Schriftstellerin _ Wien _ performing _ Thematisch-szenisches Fotoshooting _ Wien/10_23 _ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ Walter Pobaschnig, folgende
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance
MALINA _ Akrostichon
Text&Performance _ Barbara Deissenberger, Schriftstellerin _ Wien
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig
MALINA
Mitnichten
Allein
Lieben
Im
Nichts
Aufgehen
Barbara Deissenberger, 29.1.2026
Undine geht _ Barbara Deissenberger, Schriftstellerin _ Wien _ performing _ Thematisch-szenisches Fotoshooting _ Wien/10_23 _ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ Walter Pobaschnig
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance
MALINA _ Akrostichon
Text&Performance _ Barbara Deissenberger, Schriftstellerin _ Wien
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig
Ingeborg Bachmann, Rom 1962
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.
Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.
Station bei Malina_ Zeynep Alan, Schauspielerin_Wien_ acting Malina _ Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien _ Walter Pobaschnig 11/23, folgende
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance am Originalschauplatz
AUSFAHRT _ Akrostichon
Text _ Jozej Strutz, Schriftsteller _ Klagenfurt/Celovec
Performance _ Zeynep Alan, Schauspielerin_Wien
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig
Station bei Malina_ Zeynep Alan, Schauspielerin_Wien_ acting Malina _ Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien _ Walter Pobaschnig 11/23, folgende
AUSFAHRT
Aus dem kleinen Hafen ins Meer
Unwiederbringlich das Ufer
Sirenengesang lockt
Feen in einem Dorf
Anders und sinnlich
Hier ist es schön
Randvolles Glas
Taufrischer Morgen
Josef Strutz, 9.3.26
„Ausfahrt“ ist eines der frühen Gedichte der österreichischen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (1926–1973). Es erschien 1953 in ihrem ersten Lyrikband „Die gestundete Zeit“.
Station bei Malina_ Zeynep Alan, Schauspielerin_Wien_ acting Malina _ Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien _ Walter Pobaschnig 11/23.
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance am Originalschauplatz
AUSFAHRT _ Akrostichon
Text _ Jozej Strutz, Schriftsteller _ Klagenfurt/Celovec
Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.
Jozej Strutz, Schriftsteller
Zeynep Alan, Schauspielerin_Wien
Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.
Foto: Jozej Strutz _ privat.
Fotos: Station bei Malina_ Zeynep Alan, Schauspielerin_Wien_ acting Malina _ Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien _ Walter Pobaschnig 11/23.
im Interview _ Ute-Christine Krupp, Schriftstellerin _ Berlin
Liebe Ute-Christine, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?
Als ich mein erstes Buch („Greenwichprosa“) schrieb, las ich viel von Ingeborg Bachmann. Vor allem die Hörspieltexte und Erzählungen. Mich hat sehr interessiert, wie Bachmann Gewalterfahrungen in Sprache übersetzt.
Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?
Die Verbindung von Poesie und harter Realität.
Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?
„Ein Geschäft mit Träumen“ – „Undine geht“
Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?
Da hat sich zum Glück viel verändert. Bachmann ist für mich eher historisch einzuordnen.
Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?
Nach Bachmann ist alles viel unkomplizierter.
„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?
Nein, das finde ich nicht. Es gibt sicher schwierige Phasen, die sehr anstrengend sind. Aber das Wort Martyrium würde ich dafür nicht verwenden.
Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?
Die poetische Sprache. Die Verbindung von Gefühlen mit gesellschaftlichen Gegebenheiten. Die interessanten Bearbeitungen historischer Stoffe.
Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?
Ob es eine glückliche Liebe in ihrem Leben gab?
Was sind Deine aktuellen Projektpläne?
Ich habe gerade ein Manuskript mit zehn Erzählungen fertig. Und der Titel, den ich nicht verrate, ist Bachmann entliehen.
Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?
„Im Widerspiel des Unmöglichen mit dem Möglichen erweitern wir unsere Möglichkeiten:“
Herzlichen Dank für das Interview!
Ute-Christine Krupp, Schriftstellerin
Zur Person:Ute-Christine Krupp wurde in Börsborn/Pfalz geboren. Sie ist in einer Arbeiterfamilie mit vier jüngeren Geschwistern aufgewachsen. Zweiter Bildungsweg. Abitur in Kaiserslautern. Philosophie-Studium in Erlangen und Köln.
Sie schreibt Erzählungen, Romane und Hörspiele.
Veröffentlichungen/Auswahl:
Schritte für Kellner, Hörspiel, Saarländischer Rundfunk, Saarbrücken 1993. Strom/Strömung, Hörspiel, SR/BR, Saarbrücken 1994. Muttersprache, Vaterland, Hörspiel, Deutschlandradio Kultur und Bulgarischer Nationalsender, Berlin 2010. Übersetzt im Auftrag des Goethe-Instituts Sofia. Von Maja Stefano. Greenwichprosa, Erzählung, Suhrkamp Verlag, Frankfurt 1997. Alle reden davon, Roman, Suhrkamp Verlag, Frankfurt 2001. Membercard Europa, Essay, in der Reihe: „Deutsche Reise nach Plovdiv“, Pygmalion Verlag, Sofia – und Wunderhorn Verlag, Heidelberg 2005. Übersetzt von Mirela Ivanova. Punktlandung, Roman, Wallstein Verlag, Göttingen 2021.