„„Was lese ich da?“ schreit sie“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Lioba Happel, Schriftstellerin _ Lausanne/CH 20.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _ 

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt 

im Interview _Lioba Happel, Schriftstellerin _ Lausanne/CH

Bachmannpreisnominierte 1992

Liebe Lioba, Du hast 1992 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan Deine ersten Erinnerungen? 

Zunächst, vor der Lesung, viel freundliche Heiterkeit allüberall, dann … im Boden versunken. Diese Frau in der Jury da… ich habe ihren Namen vergessen, sie schreit los…sie schreit immer wieder ein Wort aus meinem Text… „Was lese ich da?“ schreit sie… – welches Wort nur war es… es war ein sehr zerbrechliches Wort, ein altes, ein im Text zitathaft gesetztes Wort…In meiner Erinnerung schreit sie es noch immer und sie hört einfach nicht auf damit und sie gestikuliert dabei, als schwinge sie Schwerter …

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Entweder sie demütigen in der Jury oder sie plätschern.  Es gibt leuchtende Ausnahmen – die machen das Besondere aus. 

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Verena Auffermann, ebenfalls Jury, sagte nach dieser plärrenden Schreierei einen Satz: „Ich denke, die Frau Happel lacht über uns.“ Das war sehr, sehr nett, ich habe ihn heute noch im Ohr. Es hat leider lange gedauert, bis es soweit war, dass ich darüber lachen konnte. Trotzdem an dieser Stelle so viele  Jahre später: danke!

Wie hat sich Deine Teilnahme auf Deinen literarischen Stil wie auf Deine literarische Öffentlichkeit ausgewirkt? 

Seitdem die grundsätzliche Überzeugung: wenn du schreibst und veröffentlichst, kann jederzeit etwas Furchtbares über dich hereinbrechen.  Eine einzige Stimme, wie viel oder wenig berufen sie auch sei, kann alles zerstören. Damals kam auch noch ein brutaler Rausschmiss aus meinem Verlag auf mich zu, mein bereits positiv diskutiertes, drittes Manuskript – für das ich übrigens später einen großen Preis bekommen habe- wurde zurückgewiesen. Warum? Weil mein Verleger im Gespräch auf der Buchmesse von mir den Arbeitgeber meines damaligen Partners erfuhr, mitten in unserer Plauderei aufstand und grußlos davonging. Anruf des Verlags später: „Ja, haben Sie denn nicht gewusst, dass…“… Nein, habe ich nicht gewusst. Ich bin jetzt mehr als bereit, meiner äußerst demütigenden Erinnerung an den Bachmannwettbewerb diese Erinnerung hinzuzufügen.

Ich nutze bewusst diese Möglichkeit, nachdem ich jahrelang über beides geschwiegen habe. Und nein, ich habe mich nicht zu beklagen. Ich habe Preise, Stipendien, bekommen. Aber was den Literaturbetrieb betrifft, ist etwas in mir tief „gestört“; ich weiß schon lange nicht mehr, „wie es geht“.  Veritable Angstzustände – es gibt noch weitere gnadenlose „Betriebs Momente“, ich könnte ein Buch darüber schreiben. Und ja, ich werde es vielleicht tun.

Wer sich bei mir zur Mitarbeit melden möchte, Autor:innen, Verlage…?? Gern! Arbeitstitel:

„Der Germanist als Polizist und Wie Verleger Autoren ver-legen“: Fall/Beispiele (der erste Titel Teil stammt von ebenjenem Partner aus früheren Zeiten, werde bei Gelegenheit seine Erlaubnis einholen); die Titelei wird natürlich noch deutlich gegendert.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung? 

Mehr Dichtung.  Ingeborg Bachmann ist eine Dichterin. Mehr Mut, neues Text Bewusstsein zu schaffen – gegen das Gängige. Literatur ist auch Neuschöpfung, ist auch Kunst, verfertigt nicht nur das Bekannte, allgemein Anerkannte, das „Markt Bedienende“ – so schwierig es ist, auch sowas zu schreiben.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen? 

Mehr scharfe – äußerst respektvolle – Debatten und Schluss mit dem altbackenen Schweigegebot für die Lesenden.  

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Lioba Happel, Schriftstellerin

Zur Person: Happel, Lioba, 1957, Aschaffenburg, geboren und aufgewachsen in Franken, studierte in Berlin Sozialarbeit, Pädagogik, Ältere und Neuere deutsche und spanischsprachige Literatur. Für ihre Veröffentlichungen, Lyrik und Prosa, erhielt sie zahlreiche Preise und Stipendien. Um immer schreiben zu können, arbeitete sie in Brotberufen an verschiedensten Stellen, v.a. in Schulen. Sie lebt in Lausanne und Berlin. Happel, Lioba | Rimbaud Verlag 20.6.26

Bachmannpreis/ORF Studio Klagenfurt

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Wörthersee

Foto: Lioba Happel _ Rimbaud Verlag

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt-Wörthersee_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 20.6.2026

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„Eine experimentierfreudige Jury, die auch offen gegenüber „abseitigen“ Texten ist“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Cornelia Manikowsky, Schriftstellerin _ Hamburg 20.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview _ Cornelia Manikowsky, Schriftstellerin _ Hamburg

Bachmannpreisnominierte 1990

Text: „Eine Frau und ein Junge“

Preisträgerin _ Stipendium der Kärntner Industrie

Liebe Cornelia, Du hast 1990 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan erste Erinnerungen?

Ohje. Kopfschmerzen? Merkwürdige Aufgeregtheiten? Es war irrsinnig heiß, nicht nur draußen, sondern auch im Sendesaal, parallel lief die Fußballweltmeisterschaft und von Klagefurt habe ich eigentlich nur den Lindwurm in Erinnerung. (Der war aber ganz friedlich.)

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Die vielen Begegnungen.

Wie hast Du Deine Lesung und die Jurydiskussion erlebt?

Das ist jetzt 36 (!) Jahre her … „bizarr“ ist das Wort, das mir auf diese Frage als Erstes einfällt: Man sitzt also da vorne und hört die Jury über den eigenen Text sprechen, den sie gerade zum ersten Mal gelesen bzw. gehört haben (damals bekam die Jury die Texte erst unmittelbar vor der Lesung). Ein eigenartiges Gemisch aus persönlichen Leseeindrücken und spontanen Einfällen. Asche auf mein Haupt, ich kann mich nicht einmal erinnern, etwas davon mitgenommen zu haben.

Wie hat sich Dein Preisgewinn für Dein weiteres Schreiben ausgewirkt?

Kurz nach dem Preisgewinn ist mein erstes Buch erschienen, in dem auch die Erzählung enthalten war, aus der ich in Klagenfurt gelesen habe. Das Buch ist sehr oft besprochen worden, das wäre ohne die Bachmann-Preis-PR vermutlich anders gewesen. Und das Preisgeld: Klasse, natürlich!

Was braucht der Bachmannpreis an Weiterentwicklung für eine gute Zukunft?

Neue Ufer? Mehr Vielfalt? Eine experimentierfreudige Jury, die auch offen gegenüber „abseitigen“ Texten ist?

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Keine Kopfschmerzen (o. äh.)! Den Wörthersee genießen! Und viel Literatur natürlich. Lyrik! 

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Cornelia Manikowsky, Schriftstellerin

Zur Person: Über | Schriftstellerin Hamburg

Website der Autorin: Cornelia Manikowsky | Schriftstellerin, Hamburg

gespannte Aufmerksamkeit im Publikum _
Bachmannpreis/ORF Studio Klagenfurt

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Wörthersee

Fotos: Cornelia Manikowsky _ privat

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt-Wörthersee_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 20.6.2026

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„In der Sprache wohnen Wunden“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Rotraut Schöberl/Maxi Blaha _ Wien 20.6.2026

Maxi Blaha, Schauspielerin _Station bei Ingeborg Bachmann_ Wien_Romanschauplatz „Malina“ _ 3/21 _
Walter Pobaschnig, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

INGEBORG

Text _ Rotraut Schöberl, Schriftstellerin, Buchhändlerin _ Wien

Performance _ Maxi Blaha, Schauspielerin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

INGEBORG

In der Sprache wohnen Wunden

Niemals nur privat

Gegen die Zumutungen der Welt

Existieren heißt widerstehen

Begehren und Angst

Ohne Schonung geschrieben

Radikal ehrlich

Gegen das Vergessen

Rotraut Schöberl10.1.2026

Maxi Blaha, Schauspielerin _Station bei Ingeborg Bachmann_ Wien_Romanschauplatz „Malina“ _ 3/21 _
Walter Pobaschnig, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Ingeborg Bachmann ist 1946 in Wien angekommen und lebte hier bis 1953. In dieser Lebensphase kommt es zu wesentlichen Begegnungen, Inspirationen ihrer Texte. Ebenso ist es die Zeit erster Anerkennung als Schriftstellerin. Mit Wien bleibt die später in Rom lebende Schriftstellerin zeitlebens verbunden. Ihr einziger Roman Malina, den sie in Rom abschließt, spielt in Wien. Das „Ungargassenland“ im III.Wiener Gemeindebezirk ist dabei topographischer Bezugs- und Mittelpunkt. Ebenso nehmen viele Gedichte auf Wien Bezug.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

INGEBORG

Text _ Rotraut Schöberl, Schriftstellerin, Buchhändlerin _ Wien

Performance _ Maxi Blaha, Schauspielerin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Rotraut Schöberl, Schriftstellerin, Buchhändlerin _ Wien
Maxi Blaha, Schauspielerin _Station bei Ingeborg Bachmann_ Wien_Romanschauplatz „Malina“ _ 3/21 _
Walter Pobaschnig.

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann, Rom, 1962.

Foto: Rotraut Schöberl _  im Hof der evangelischen A.B. Lutherkirche _ Wien/Währing _ Sommer 2022_ Walter Pobaschnig.

Fotos: Maxi Blaha, Schauspielerin _Station bei Ingeborg Bachmann_ Wien_Romanschauplatz „Malina“ _ 3/21 _ Walter Pobaschnig.

Walter Pobaschnig   10.1.2026

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„Was willst du eigentlich noch hier?“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Gabriele Kögl, Schriftstellerin _ Wien 20.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Im Interview _ Gabriele Kögl, Schriftstellerin _ Wien

Bachmannpreisnominierte 1993

Liebe Gabriele, Du hast 1993 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan Deine ersten Erinnerungen?

Ich erinnere mich an eine Männerriege alter weißer Herren, denen ich nicht gewachsen war. Ich hatte noch keine Ahnung vom Literaturbetrieb, keinen Verlag und keine Vorstellung davon, was es vor dreißig Jahren mit älteren Herren machen würde, wenn eine junge Frau über Kindesmissbrauch aus der Sicht des Kindes schreibt. Sie ließen mich deutlich spüren, dass es ein absolutes „No Go“ war.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Die große Aufmerksamkeit, die man für ein bisschen mehr als fünfzehn Minuten im Rampenlicht bekommt. Und mindestens zweimal fünfzehn Minuten, wenn man zu den Gewinnern gehört.

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Schrecklich demütigend. Es gab damals noch elf Juroren. Davon drei Jurorinnen. Ich wurde eingeladen, weil ich einen Auszug aus meinem Roman „Das Mensch“ an die Juroren und Jurorinnen geschickt hatte. Ich hatte nicht damit gerechnet, wie herablassend manche der Männer über den Text sprechen würden. Nachher hat mir Angela Present, ein Jurymitglied, gesagt, ihr hätte der Text gut gefallen. Aber sie hätte es nicht gewagt, ihn einzuladen, weil sie wusste, bei diesen selbstgefälligen Männern hätte er keine Chance. Bei der Preisverleihung waren die Nichtgewinner so gut wie nicht mehr vorhanden. Man wurde völlig ignoriert. So als wäre die Frage im Raum gestanden: Was willst du eigentlich noch hier?

Wie hat sich der Bachmannpreis auf Deinen weiteren literarischen, künstlerischen Weg ausgewirkt?

Ich vermute, nicht wirklich negativ. Nach der schrecklichen Veranstaltung und nach einigen Tagen des Wundenleckens habe ich den Roman an zehn Verlage geschickt. Drei haben mir in kurzer Zeit geantwortet und wollten ihn machen.  Ich habe mich für den Wallstein-Verlag entschieden und dann den Clemens-von-Brentano-Preis für das beste Debüt bekommen.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Ich schau kaum in die Sendung hinein. Ich weiß, dass er wichtig ist, weil die Literatur in diesen Tagen Aufmerksamkeit bekommt, die sie sonst nicht hätte. Der Preis hat sich auch schon weiterentwickelt. Texte werden nicht mehr so grausam verrissen und soweit ich weiß, werden Nichtgewinner nach der Veranstaltung auch nicht mehr ignoriert, sondern dürfen am gemeinsamen Abschlussessen teilnehmen. Das ist schon ein Fortschritt. Auch dass man über das Wesen der Literatur viel mehr streitet als früher und der Kriterienkanon immer wieder in Frage gestellt wird.   

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Den Teilnehmenden: Das immerwährende Bewusstsein, dass Literatur keiner absoluten Bewertung unterliegt und ein Text von anderen Kritikern ganz anders beurteilt werden kann. Der Jury: dass gegenseitige Animositäten möglichst nicht auf Kosten der teilnehmenden Schreibenden ausgetragen werden. Dem Publikum: spannende Texte, die sich etwas Neues trauen und eine Jury, die lieber zweifelt als vernichtet. 

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Gabriele Kögl, Schriftstellerin

Zur Person: Gabriele Kögl, geboren in Graz, Lehramtsstudium in Graz, sowie „Buch und Dramaturgie“ an der Filmakademie Wien. Bezeichnet sich selber als Wortklauberin und Satzbäuerin. Zahlreiche Preise, darunter: „Clemens-von-Brentano-Preis für das Debüt “Das Mensch”, dreimal „Volksstückepreis Baden-Württemberg“,  und  „Prix Europa“ für das beste europäische Hörspiel „Höllenkinder“.  

Website der Autorin: Gabriele Kögl – Schriftstellerin

gespannte Aufmerksamkeit im Publikum _
Bachmannpreis/ORF Studio Klagenfurt

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Klagenfurt Rathaus _ Ankündigung Bachmannpreis/2015
Wörthersee

Foto: Gabriele Kögl _ G.Ankenbrand

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt-Wörthersee_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 19.6.26

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„Grissemann bot mir am Ende der Lesung eine Zigarette an“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Margit Schreiner, Schriftstellerin _ Gmünd/NÖ 20.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview _ Margit Schreiner, Schriftstellerin _ Gmünd/NÖ

Bachmannpreisnominierte 1990 und 1998

Liebe Margit, Du hast 1990 und 1998 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan erste Erinnerungen?

Ich habe zwei erste Erinnerungen.

Die erste Lesung („Mein erster Neger“) beim Bachmann Wettbewerb war bis zu meiner Disqualifizierung großartig. Grissemann bot mir am Ende der Lesung eine Zigarette an. 

Die zweite Lesung („Die Tasche“) über den Krankenhausaufenthalt meiner Mutter war heldenhaft, weil ich vor der Lesung erfuhr, dass sie gerade gestorben war.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Die Breitenwirkung

Wie hast Du deine Lesung und die Jurydiskussion erlebt?

Vor der ersten Teilnahme war ich total aufgeregt. Das hat sich dann schon während der Lesung gelegt und die Jurydiskussion war euphorisch. Beim wohl verdienten Prosecco nachher an der Bar erfuhr ich allerdings, dass derjenige, der den Text, nachdem ich bei einem Literaturwettbewerb mitgemacht und nicht gewonnen hatte, mit falscher Überschrift und auf die Hälfte gekürzt ohne mein Wissen irgendwo vorher abgedruckt hatte, worüber er die Jury sofort verständigte. Ich wurde disqualifiziert.

Die Härte nach der zweiten Lesung, bei der es unter anderem darum ging, eine Tasche mit stark verschmutzter Kleidung der Mutter aus dem Krankenhaus irgendwo unauffällig loszuwerden, war die Diskussion der Jury darüber, dass die Tasche mit den verschmutzten Kleidern, die entsorgt werden musste, zwar grauslig, aber nicht grauslig genug war.

Wie hat sich Deine Teilnahme auf Deine literarische Öffentlichkeit wie Deinen weiteren persönlichen literarischen Weg, Deinen Schreibstil, ausgewirkt?

Nach der Disqualifikation bei der ersten Teilnahme, haben sämtliche Rundfunkanstalten beschlossen, meinen Text zu senden. Das hat sich auf meine Geldtasche ausgewirkt, auf meinen Schreibstil nicht. Beim zweiten Mal hat es sich weder finanziell noch meinen Schreibstil betreffend ausgewirkt.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Am Anfang des Bachmann Wettbewerbes kannten die Juroren vorher die Texte nicht, die vorgelesen wurden. Jetzt bereiten sie sich vor, während die Autoren schweigen. Das ist zwar verständlich, aber demütigend.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Den Teilnehmer:innen rate ich zu mehr Lockerheit (es handelt sich ja um keinen Schönheitswettbewerb), der Jury rate ich zu weniger Effekthascherei und mehr Respekt den Texten gegenüber, dem Publikum zu keiner Autoritätsgläubigkeit.

Den Teilnehmer:innen wünsche ich gute Nerven, der Jury Selbstreflexion und dem Publikum viel Vergnügen!

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Margit Schreiner, Schriftstellerin

Zur Person: Zur Person: Margit Schreiner wurde 1953 in Linz geboren. Nach längeren Aufenthalten in Tokio, Paris, Berlin, Italien und dann wieder in Linz lebt sie derzeit in Gmünd, Niederösterreich. Sie erhielt für ihre Bücher zahlreiche Stipendien und Preise, u. a. den Oberösterreichischen Landeskulturpreis und den Österreichischen Würdigungspreis für Literatur. 2015 wurde sie mit dem Johann-Beer-Literaturpreis und dem Heinrich-Gleißner-Preis ausgezeichnet, 2016 erhielt sie den Anton-Wildgans-Preis. Mit Kein Platz mehr war sie 2018 für den Österreichischen Buchpreis nominiert. Margit Schreiner – Schöffling Verlag

Website: www.margitschreiner.com

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Elternhaus Ingeborg Bachmann/Klagenfurt _
hier wuchs Ingeborg Bachmann auf und kehrte auch immer wieder zu Besuchen zurück _
„Drei Wege zum See“
„Drei Wege zum See“ Ingeborg Bachmann outdoors/Klagenfurt _
szenische Wanderung _
Walter Pobaschnig/Alina Nedwed 2015-2020

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Margit Schreiner _ Patricia Marchart

Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt/Kreuzbergl_  Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 9.6.2026

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„dass wieder öfter bereits etablierte Autoren eingeladen werden und diese Einladung auch annehmen“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Inka Parei, Schriftstellerin _ Berlin 20.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Im Interview _ Inka Parei, Schriftstellerin _ Berlin

Bachmannpreisträgerin 2003

Liebe Inka, Du hast 2003 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen und den Ingeborg Bachmann Hauptpreis gewonnen. Was sind spontan erste Erinnerungen?

Es war außergewöhnlich heiß und dadurch ein besonderer Sommer, an den ich mich später, Ende der Zehnerjahre, als die erste große Reihe  klimawandelbedingter Hitze-Sommer kam, wieder erinnert habe. Die ganze Stadt Klagenfurt war in eine gleißende Wärme getaucht, die alles, was passierte, manchmal unwirklich und dadurch auch etwas unwichtig erscheinen ließ.

Ich weiß auch noch, dass ich mit meinen damaligen Verleger, Klaus Schöffling, an einem der ersten Tage zu Fuß eine Kreuzung überquert habe, auf dem Weg ins Studio. Wir blickten auf ein hässlichen 70er Jahre- Hochhaus, es war frühmorgens, und in dem Moment regnete es. Wir blieben auf der Mittelinsel des Überwegs stehen, unter einem gemeinsamen Regenschirm, kurz bevor die Ampel auf Grün sprang, gab es ein paar Sekunden Stille, und plötzlich meinte Klaus zu mir: „Ist doch egal, ob du da jetzt gewinnst oder nicht.“ Darüber haben wir später gelacht.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Es ist eine mehrfache Live-Situation, die allen Beteiligten einiges abverlangt. Was normalerweise getrennt und zeitversetzt abläuft, Schreibprozess, Veröffentlichung, Lesung und Kritik, kommt zusammen, und man spürt direkt und gemeinsam die Stimmungen, die dabei entstehen und manchmal auch aufeinander prallen.

Wie hast Du deine Lesung und die Jurydiskussion erlebt?

Ich hatte ganz simple Gedanken, das weiß ich noch. Ich habe mich komplett auf das Lesen konzentriert. Da ist der Stuhl, da deine Blätter. Du setzt dich jetzt hin und liest, dafür bist du gekommen. Sonst musst du nichts machen, alles andere hast du schon vorher getan. Und was danach kommt, dafür bist du nicht verantwortlich, das machen dann andere. Wer einen Moment großer Selbstübereinstimmung erleben möchte, ohne jede Mehrdeutigkeiten, der gehe nach Klagenfurt und lese dort vor, es ist schon etwas Besonderes.

Anschließend gab es lobende Worte und auch eine Kontroverse. Das damalige Jurymitglied Thomas Steinfeld mochte meinen Text nicht, er war ihm zu trocken. Er meinte, was ich da mache, sei so, als würde ich eine 1:1 Karte der Wirklichkeit erstellen. Er erwähnte dazu Frankreich während der Zeit der Französischen Revolution. Offenbar gibt es eine in dieser Zeit verankerte Anekdote über das Anfertigen einer solchen Karte. Mein Sohn, der damals elf war und zu Hause vorm Fernseher saß, war gar nicht einverstanden, dass ich kritisiert wurde, aber gleichzeitig auch begeistert von diesem Vergleich. Er hat mich später noch oft daran erinnert.

Wie hat sich Dein Preisgewinn für Dein weiteres Schreiben ausgewirkt?

Ich war eine Zeit lang sehr bekannt. Wobei mein erstes Buch auch schon ein Erfolg gewesen war mit vielen Übersetzungen, sodass es mich nicht ganz so überraschend getroffen hat wie vielleicht andere. Ich erinnere mich deutlich an einen Moment, in dem eine Traube von Fotografen vor mir stand und mich ablichtete, ein seltsames Gefühl, dass ich nicht mochte.

Was braucht der Bachmannpreis an Weiterentwicklung für eine gute Zukunft?

Ich finde das Format an und für sich wirklich gut. Es ist so transparent. Kritik äußert sich öffentlich und legt so gleichzeitig ihre eigenen Kriterien zur Bewertung für andere frei. Das Ganze ist ja auch ein Kritikerwettbewerb. Der direkte Vergleich, also die Aufnahme eines Textes und das sofortige Erleben von Reaktionen darauf, kann, wenn das im Gespräch gut gemacht wird, sehr horizonterweiternd sein.

Was mir nicht so gefällt ist die Aura von „unbekannte Autoren reisen an und verlassen dann als mit Preisen ausgezeichnete Stars das Gelände“, die diesen Tagen in Klagenfurt anhaftet. Das hatte schon immer etwas Anmaßendes und Schmälerndes.  Ich würde mir wünschen, dass wieder öfter bereits etablierte Autoren eingeladen werden und diese Einladung auch annehmen. Kritik, die den Literaturbegriff schärft, ist sehr wichtig, und die Veranstaltung würde davon profitieren, denn je besser die Texte, um so herausgeforderter ist ja auch die Kritik. Wir brauchen gute Texte und einen kritischen Blick darauf.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Ich möchte ihnen zurufen: Seid politisch! So gut ihr es nur irgendwie könnt. Das ist nicht einfach, ganz klar. Aber wir brauchen es.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Inka Parei, Schriftstellerin

Zur Person: Inka Parei, 1967 in Frankfurt am Main geboren, lebt seit 1987 in Berlin.  Sie veröffentlichte  neben Erzählungen die Romane „Die Schattenboxerin“ (1999), „Was Dunkelheit war“ (2005), „Die Kältezentrale“ (2011), „Humboldthain“ (2024). Ihre Arbeiten wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Hans Erich Nossack Förderpreis, dem Ingeborg Bachmann Preis und einem Stipendium an der New York University. Darüber hinaus arbeitete sie in Texwerkstätten, u. a. als Gastprofessorin am Deutschen Literatur Institut in Leipzig.

Bachmannpreis/ORF Studio Klagenfurt

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Abendstimmung am Wörthersee

Foto: Inka Parei _ privat

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt-Wörthersee_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 19.6.26

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„dass Autorinnen und Autoren für kurze Zeit eine Öffentlichkeit erreichen – wie später vielleicht nie mehr“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Christoph W. Bauer, Schriftsteller _ Innsbruck 19.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt

im Interview _ Christoph W. Bauer, Schriftsteller _ Innsbruck

Bachmannpreisnominierter 2002

erster Publikumspreisträger des 2002 neueingeführtem Preises

Lieber Christoph, Du hast am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan Deine erste Erinnerungen?

Dass ich mich nicht sehr wohl gefühlt habe in meiner Haut, nix wie weg, hatte ich mir gedacht. Angespannt war ich und auch überfordert vom Interesse an meiner Person, das beginnt ja alles schon Wochen zuvor mit Video-Drehs etc.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Zunächst einmal der Name Ingeborg Bachmann, und dass Autorinnen und Autoren für kurze Zeit eine Öffentlichkeit erreichen – wie später vielleicht nie mehr.

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Die Lesung war der entspannteste Teil, da konnte ich ganz bei mir bleiben, mich auch ein wenig hinter dem Text verstecken. An die Jurydiskussion habe ich kaum Erinnerungen, vielleicht verdränge ich sie auch aus meinem Gedächtnis. Aber das ist alles lange her, ich habe 2002 dort gelesen, damals wurde zum ersten Mal ein Publikumspreis vergeben, ich hatte das Glück, ihn zu bekommen, eine schöne Erinnerung.

Wie hat sich der Bachmannpreis auf Deinen weiteren literarischen, künstlerischen Weg ausgewirkt?

Ich habe damals in Klagenfurt Freundschaften geschlossen, Wegbegleiter gefunden wie Mirko Bonné oder Raphael Urweider.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Gute Literatur und eine Jury, die diese erkennt.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Alles Gute, seid unerschrocken, bleibt heiter!

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Christoph W. Bauer, Schriftsteller

Zur Person: Christoph W. Bauer, geb. 1968 in Kolbnitz/Kärnten, lebt als Schriftsteller und Herausgeber in Innsbruck. Zahlreiche Publikationen, zuletzt Lärm. Novelle (Haymon 2026), Trotta und Ich. Pariser Depeschen, Reportagen, Porträts (Haymon 2024), an den hunden erkennst du die zeiten. Gedichte (Haymon 2022) und Niemandskinder. Roman (Haymon 2019); diverse Auszeichnungen und Stipendien u.a. Tiroler Landespreis für Kunst (2015), Outstanding Artist Award (2015), Preis für künstlerisches Schaffen der Stadt Innsbruck (2021), Anton-Wildgans-Preis (2023) und Robert-Musil-Stipendium (2023)

Christoph W. Bauer – Haymon Verlag

gespannte Aufmerksamkeit im Publikum _
Bachmannpreis/ORF Studio Klagenfurt

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Wörthersee-Abendstimmung _ Blick vom Schloss Loretto

Foto: Christoph W. Bauer _ Fotowerk Aichner

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt-Wörthersee_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 19.6.2026

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„Ich fürchte, der Bachmann-Preis hat sich totgelaufen“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Monika Helfer, Schriftstellerin _ Hohenems/Vbg 19.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Im Interview _ Monika Helfer, Schriftstellerin _ Hohenems/Vbg

Bachmannpreisnominierte 1999

Liebe Monika, Du hast am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan Deine erste Erinnerung und was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Die Öffentlichkeit, das zur Schau stellen, extra für den Bachmann-Preis verfasste Texte, die publikumswirksamen Auftritte. Rainald Götz hat sich in die Stirn geschnitten. Das ist bis heute noch bekannt.

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Ich war zum Glück die Zweite, und das machte, dass ich nur kurz nervös war, und dann nur mehr zuhörte. Über jeden schlechten Text war ich froh, denn der vergrößerte meine Chance. Wurde ich dann in der Endrunde genannt, hat es mir trotzdem nichts gebracht. Es gab Schriftsteller, die besser waren als ich.

Wie hat sich Deine Teilnahme auf Deinen literarischen Stil wie auf Deine literarische Öffentlichkeit ausgewirkt?

Ein paar Verlage haben sich für meinen Text interessiert, der Piper Verlag schließlich hat das Buch veröffentlicht.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Ich fürchte, der Bachmann-Preis hat sich totgelaufen.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Ich wünsche den Teilnehmerinnen Gelassenheit und auch den Juroren. Stars sind schließlich die Schriftsteller.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Monika Helfer, Schriftstellerin

Zur Person: Monika Helfer, geboren 1947 in Au/Bregenzerwald, lebt in Vorarlberg. Sie hat zahlreiche Romane, Erzählungen und Kinderbücher veröffentlicht. Für ihre Arbeiten wurde sie unter anderem mit dem Österreichischen Würdigungspreis für Literatur, dem Solothurner Literaturpreis und dem Johann-Peter-Hebel-Preis ausgezeichnet. Zuletzt erschienen bei Hanser ihre Romane »Vati« (2021), mit dem sie für den Deutschen Buchpreis nominiert war, »Löwenherz« (2022) und »Die Jungfrau« (2023), »Wie die Welt weiterging« (2024) sowie »Der Bücherfreund« (2025). Monika Helfer | Hanser 16.6.26

Bachmannpreis _ ORF Studio Klagenfurt

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann auf ihrer Terrasse in Rom, Bocca de Leone, um 1970

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Ossiacher See

Fotos: Monika Helfer _ 1 ORF/Bachmannpreis 2 Fotowerk Aichner.

Foto: Ingeborg Bachmann _ Garibaldi Schwarze

Fotos: Bachmannpreis/Ossiacher See _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 16.6.2026

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„MAH“ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Birgit Radeschnig, Kabarettistin _ Wien 19.6.2026

Station bei Bachmann_
Birgit Radeschnig, Kabarettistin, Musikerin, Schauspielerin_Wienperforming _
Romanschauplatz/Lebensort Ingeborg Bachmanns in Wien 
100.Geburtstag
Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin
(25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 10/23, folgende
Station bei Bachmann_
Birgit Radeschnig, Kabarettistin, Musikerin, Schauspielerin_Wienperforming _
Romanschauplatz/Lebensort Ingeborg Bachmanns in Wien 
100.Geburtstag
Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin
(25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 10/23, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text & Performance _  Birgit Radeschnig, Kabarettistin, Musikerin, Schauspielerin_Wien_

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Station bei Bachmann_
Birgit Radeschnig, Kabarettistin, Musikerin, Schauspielerin_Wienperforming _
Romanschauplatz/Lebensort Ingeborg Bachmanns in Wien 
100.Geburtstag
Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin
(25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 10/23, folgende

MALINA

M AH,

A CH

L IEBE, TU DIR

I VAN

N ICHT

A N!

Birgit Radeschnig, 23.3.2026

Station bei Bachmann_
Birgit Radeschnig, Kabarettistin, Musikerin, Schauspielerin_Wienperforming _
Romanschauplatz/Lebensort Ingeborg Bachmanns in Wien 
100.Geburtstag
Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin
(25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 10/23, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text & Performance _  Birgit Radeschnig, Kabarettistin, Musikerin, Schauspielerin_Wien_

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Lebens- und Liebeswegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Gegenwart, Vergangenheit und patriarchaler Gewalt in unterschiedlichsten Formen steht.

Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien, der Stadt, in welcher ihr selbstbewusster Weg in Leben, Liebe, Literatur begann „die Nummer 26, die lange meine Glücksnummer war“, an, dazu kam es aber nicht mehr.

Die so vielseitig erfolgreiche Kabarettistin, Musikerin, Schauspielerin, Birgit Radeschnig ist wie Ingeborg Bachmann in Kärnten geboren und lebt in Wien in unmittelbarer Nähe des Wohnortes/der Wohnorte von Ingeborg Bachmann.

Birgit Radeschnig, Kabarettistin, Musikerin, Schauspielerin_Wien

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Fotos: Station bei Bachmann_
Birgit Radeschnig, Kabarettistin, Musikerin, Schauspielerin_Wienperforming _
Romanschauplatz/Lebensort Ingeborg Bachmanns in Wien 
100.Geburtstag
Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin
(25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 10/23.

Walter Pobaschnig, 23.3.2026

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„Dass Literatur gefeiert wird wie ein Sport-Großevent“ _  50 Jahre Bachmannpreis _ Johanna Sebauer, Schriftstellerin _ Hamburg 19.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Johanna Sebauer, Schriftstellerin (Mitte) _ Gewinnerin 3sat-Preis mit Juror Klaus Kastberger (Einladender der Autorin)
Frau Dir. BKS Bank Herta Stockbauer überreicht den BKS Publikumspreis an Johanna Sebauer

Im Interview Johanna Sebauer _ Bachmannpreisnominierte 2024 _ Gewinnerin 3sat-Preis und BKS-Bank-Publikumspreis

Johanna Sebauer _
Lesung am dritten Tag, Text „Das Gurkerl“ mit legendärem Gurkenglas am Lesetisch

Liebe Johanna, Du hast 2024 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan erste Erinnerungen?

Nervosität, Sommerhitze, Wörthersee-Wasser, großes Literatur-Klassentreffen.

Erster Tag _ Ankommen der Lesenden, Johanna Sebauer (Zweite von links)
Vor der Eröffnung _ Jury und Moderation
meet and greet _ Eröffnungsfest im ORF Garten

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Dass Literatur drei Tage lang gefeiert wird wie ein Sport-Großevent.

Das Publikum ist gespannt im vollen ORF Theater indoors und…
outdoors im ORF Garten
Johanna Sebauer vor der Lesung

Wie hast Du Deine Lesung und die Jurydiskussion erlebt?

Ich war ziemlich unter Strom und habe keine intensiven Erinnerungen mehr daran. Nach der Lesung musste sich das ganze Adrenalin erst einmal aus meinem Körper arbeiten, sodass ich auch der Jurydiskussion nicht besonders konzentriert folgen konnte. Ich weiß aber noch, dass Mithu Sanyal als erste die Hand hob, um etwas zu sagen, und ich mir dachte mir „Oje“. Denn aus irgendeinem Grund war ich davon ausgegangen, sie würde meinen Text nicht mögen. Das Gegenteil war zum Glück der Fall. Das hat mich dann etwas entspannt.

Johanna Sebauer, nach der Lesung

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Erstmal eine stabile Finanzierung.

Im Lesecockpit _ Lesesetting Bachmannpreis

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Toi, toi, toi und Happy Birthday!

meet und greet _ Empfang der Stadt Klagenfurt im Schloss Loretto

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Alle Fotos _ Bachmannpreis 2024 _Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig   22.3.2026

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