„Ich habe aus einem viel zu umfangreichen Projekt gelesen, das funktionierte nur bei einigen Juroren – Adolf Muschg etwa“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ O. P. Zier, Schriftsteller _ St.Johann/Pongau 22.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview _ O. P. Zier, Schriftsteller _ St.Johann/Pongau

Bachmannpreisnominierter 1978

Lieber Othmar Peter, Du hast 1978 am zweiten Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan Deine erste Erinnerungen?

Mir war das damals nicht bewusst.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Die umgehende Reaktion auf die Texte.

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Ich habe aus einem viel zu umfangreichen Projekt gelesen, das funktionierte nur bei einigen Juroren – Adolf Muschg etwa, soweit ich mich erinnere.

Wie hat sich Deine Teilnahme auf Deinen literarischen Stil wie auf Deine literarische Öffentlichkeit ausgewirkt?

Gar nicht.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Gute Autorinnen und Autoren und gute Jury.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Gelassen bleiben.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

O. P. Zier, Schriftsteller

Zur Person: O. P. Zier, geboren 1954, aufgewachsen in Lend (Salzburg), lebt als Schriftsteller in St. Johann und Eschenau. Zahlreiche Veröffentlichungen in Zeitungen und Zeitschriften, Arbeiten für Hörfunk und Fernsehen. O. P. Zier wurde mehrfach ausgezeichnet und hat zahlreiche Romane veröffentlicht, „Tote Saison“ (2007) und „Mordsonate“ (2010), „Komplizen des Glücks“ (2015). O. P. Zier 22.6.2026

Bachmannpreis _ ORF Studio Klagenfurt

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann auf ihrer Terrasse in Rom, Bocca de Leone, um 1970

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Wörthersee _ Strandbad Klagenfurt

Foto: O. P. Zier _ Lukas Beck

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis_Klagenfurt/Wörthersee _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 22.6.2026

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„„Mein Großvater hieß Franz Kafka““ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Walter Müller, Schriftsteller _ Salzburg 22.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview  _ Walter Müller, Schriftsteller _ Salzburg

Bachmannpreisnominierter 1979

Text „Apokalypso“ _ Gewinn des Stipendiumpreises

Lieber Walter, Du hast 1979 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan Deine erste Erinnerungen?

Ich wurde in letzter Minute nachnominiert, da ein Schriftsteller aus der DDR kein Einreisevisum bekommen hatte und somit einer von insgesamt 27 „Leseplätzen“ zur Verfügung stand. Meinen Text („Apocalypso“) hab ich in der Nacht vor der Abreise von Salzburg nach Klagenfurt ins Reine geschrieben. Die Texte mussten noch nicht vorab von einem Jurymitglied begutachtet werden. Die Auslosung für die Startreihenfolge hab ich in meinem Pensionszimmer buchstäblich verschlafen, kein Mensch wusste, ob ich überhaupt angekommen war. Zum Glück wurde ich „in Abwesenheit“ für einen Termin notiert … falls „Müller aus Salzburg doch noch auftauchen sollte“.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Das schmerzhaft-emotionale Ausgeliefertsein des Autors, der Autorin an famose, redebegabte Beurteiler und Beurteilerinnen (nicht zynisch gemeint!)

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Ich war 29, Journalist und Musiker – und eine leere, weiße Seite im Literaturbetrieb, Juror Rudolf Walter Leonhard schrieb in seinem Bachmann-Preis-Bericht: „…auch emsigen Verfolgern der Gegenwartsliteratur bis dato unbekannt.“

Also setzte ich mich ohne große Aufregung oder gar Erwartung an den Lesetisch. Unmittelbar vor meinen ersten Sätzen protestierten junge Kärntner Kunstschaffende für ein Kulturzentrum und gegen Marcel Reich-Ranitzki. Aber auch das ging vorbei. In meiner Geschichte kommt dieser Satz vor: „Mein Großvater hieß Franz Kafka.“ In der Jurydiskussion meldete sich Reich-Ranitzki vorwurfsvoll: „Man kann doch den Namen Franz Kafka nicht in so einem Text verwenden!!!“ Damals herrschte absolutes Redeverbot für die Wettbewerbs-Teilnehmer während der Beurteilungen durch die Literaturgrößen. Da war eisernes Schweigen angesagt. „Mein Großvater hieß aber wirklich Franz Kafka“, der Satz ist einfach so aus meinem Mund herausgesprungen. Gelächter im Publikum, Mitgefühl und Zuspruch von anderen Juroren – und am nächsten Tag eine Schlagzeile in einer Kärntner Zeitung: „Mein Großvater hieß wirklich Franz Kafka“. Nur soviel: Er war nicht der Schriftsteller sondern ein Lastwagenfahrer, der im Zweiten Weltkrieg vermisst gemeldet worden ist.

Wie hat sich Deine Teilnahme auf Deinen literarischen Stil wie auf Deine literarische Öffentlichkeit ausgewirkt?

Wie gesagt: Ich war ein Newcomer, ich hatte nichts zu verlieren und hätte viel zu gewinnen gehabt. Nach dem Bewerb und dem Stipendien-Gewinn kamen Anfragen von großen namhaften Verlagen aus Österreich und Deutschland. Mein Pech: Ich hatte noch nicht sehr viel geschrieben und ließ mir zu viel Zeit, bis das Interesse verraucht war oder ich „auf die Schnelle“ die Erwartungen nicht erfüllen konnte. Bestärkt hat mich die Anerkennung in meinem Interesse am Geschichten-Recherchieren, den Stil beim Schreiben hab ich mehrmals für mich neu entdeckt. Der Großvater im Text hat mich zum Ergründen der eigenen Familiengeschichte gebracht („Die Häuser meines Vaters“ etc.) – Neben der literarischen Arbeit, neben zwei Dutzend Büchern auch zwei Dutzend Theaterstücke, hat mich die Tätigkeit als Abschiedsredner voll und ganz begeistert – („Wenn es einen Himmel gibt“ z.B.)

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Themenvielfalt, mutige Autorinnen und Autoren, mit überraschenden Einblicken von allen Seiten in und auf diese Welt, zum Bersten neugierige Juroren und Jurorinnen, waches, begeisterungsfähiges Publikum.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

All das, was ich grad formuliert habe, Glück, Segen, Tumult, Aufbegehren, Kühnheit, den Glauben an das Wort, die Sprache, das Schweigen, das Lachen und den vitalisierenden Zauber der Wörthersee-Wellen.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Walter Müller, Schriftsteller

Zur Person: Walter Müller, Schriftsteller, Journalist, Dramaturg, 1950 geboren in Salzburg, Hat bisher 17 Bücher veröffentlicht, zwei Dutzend Theaterstücke, drei CDs mit eigenen Liedern für Kinder; er schreibt Essays und Feuilletons, ist Trauerredner und wurde mit etlichen Preisen und Auszeichnungen bedacht, unter anderem mit dem Ingeborg Bachmann-Förderpreis, dem Rauriser Förderungspreis und dem Georg-Trakl-Stipendium. Die Stadt Salzburg ehrte ihn für seine kulturellen Verdienste mit dem Stadtsiegel in Silber und in Gold. Müller Walter – Edition Tandem – Verlag Salzburg Wien 22.6.26

Bachmannpreisjury _ Vorsitzender Marcel Reich-Ranicki

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Bachmannpreisgründer und langjähriger Juror _ Autor und Journalist Humbert Fink
Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Klagenfurt/Rathaus _ Bachmannpreisankündigung
Wörthersee

Foto: Walter Müller _ Anna Aicher

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/ORF Archiv_Klagenfurt/Wörthersee _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 22.6.2026

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„Die Kritiker haben beim Bachmannpreis mehr zu gewinnen und weniger zu verlieren“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Martin Ahrends, Schriftsteller _ Berlin 22.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview _ Martin Ahrends, Schriftsteller _ Berlin

Bachmannpreisnominierter 1989 und 1992

Lieber Martin, Du hast 1989 und 1992 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan Deine erste Erinnerungen? 

Der unterschwelligen Herablassung seitens der Jury war ich nicht gewachsen, etwas davon wollte ich oberwellig zurückgeben und bin vom Dampfer gehopst. Hab mich von Deck – in voller Montur, vor laufender Kamera – mit Schmackes herabgelassen.  

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Die Kritiker sind und bleiben weit namhafter als die Autoren. Sie haben dort mehr zu gewinnen und weniger zu verlieren.  

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Ich nahm den Wettbewerb schon 1989 viel zu ernst, wusste aber nicht, worauf ich mich einlasse, Herr Karasek fühlte sich „angekitscht“ und ich mich völlig missverstanden.

Wie hat sich der Bachmannpreis auf Deinen weiteren literarischen, künstlerischen Weg ausgewirkt? 

Vor meiner zweiten Teilnahme 1992 hatte mein Verlag (KiWi) eine Lesereise mit meinem Romanerstling geplant, der im Herbst erscheinen sollte, das Plakat war schon gedruckt; es wurde eingestampft, die Reise abgesagt, mein Roman als „Weglasser“ vermarktet, also von den Verlagsvertretern – trotz sehr guter Rezensionen – nicht empfohlen. Ich hab lange gebraucht, bis ich wieder Wind unter die Flügel bekam.  

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung? 

Der Wettbewerb ist jetzt wohl ein anderer.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen? 

Dass man seitens der Kritik eher synthetisch als analytisch vorgehen möge.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Martin Ahrends, Schriftsteller

Zur Person: Martin Ahrends wurde 1951 in (West-)Berlin Zehlendorf geboren, er zog mit den Eltern 1957 nach Kleinmachnow (DDR). Abitur 1970 in Potsdam, Studien der Musik, Philosophie, Theaterregie in Berlin, wo er als Redakteur einer Zeitschrift für ernste Musik und als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Komischen Oper tätig war. Nach einem politisch begründeten Arbeitsverbot stellte er 1982 einen Ausreiseantrag, dem 1984 stattgegeben wurde. In Hamburg war er zwischen 1986 und 94 Redakteur und freier Mitarbeiter der Wochenzeitung DIE ZEIT, seither ist er freier Autor. Neben zahlreichen publizistischen Arbeiten hat er literarische Texte veröffentlicht: Erzählungen, Essays, Romane u. a. bei Kiepenheuer & Witsch in Köln, bei Wallstein in Göttingen und im Aufbau Verlag Berlin. Martin Ahrends – Autorenlexikon 22.6.26

Bachmannpreis _ Publikum _ ORF Studio Klagenfurt

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom um 1970

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Klagenfurt _ Innenstadt
Wörthersee

Foto: Martin Ahrends _ privat

Foto: Ingeborg Bachmann _ Garibaldi Schwarze

Fotos: Bachmannpreis _ Klagenfurt/Wörthersee _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 20.6.2026

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„eine rasche Rückkehr zum Prinzip der Spontan-Kritik“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Gert Ueding, Bachmannpreisjuror von 1981-86/1992 _ Heidelberg 22.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview _ Gert Ueding, Literaturkritiker, Universitätsprofessor, Mitglied zahlreicher Literaturjurys.

Bachmannpreisjuror von 1981-86 und 1992

Lieber Gert, Du warst von 1981 bis 1986, und dann noch einmal 1992 mit Peter Demetz, Juror beim Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan Deine erste Erinnerungen?

Ich habe gerne teilgenommen. Die Atmosphäre war kollegial, Stadt, Landschaft, Wörther See spielten sozusagen mit. Die Mischung aus literarischer Diskussion, entspanntem Beisammensein im Restaurant, bei der gemeinsamen Bootsfahrt usw. war im damaligen literarischen Leben einmalig.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Die Spontankritik war der wichtigste und reizvollste Bestandteil der Veranstaltung. Das hochkonzentrierte Zuhören, die direkte Konzentration mit Autor und Text, die Diskussion mit den Kollegen, das Risiko der spontanen Reaktion, die unverstellte Urteilsbildung, die nicht durch verfremdende Vorbereitung und langatmige, am Schreibtisch angefertigte Referate gestört wurde.

Wie hast Du als Juror die Lesungen, die Jurydiskussionen, die Preisverleihungen und die Begegnungen rundum erlebt?

Eine nicht spannungsarme, aber dadurch kontrastreiche Fülle von Begegnungen, die von freundschaftlicher Nähe bis zu kritischer Distanz eine ganze Skala von Möglichkeiten bot.

Wie gelingt es Objektivität zu bewahren?

Objektivität ist weder Ziel, noch Sinn von Kritik, und sowieso nicht möglich. Gerade die prononcierte Individualität der Urteile machte den Reiz aus und die Vielheit der kritischen Meinungen zeigte den jeweiligen Text und Autor in einem Reichtum an Perspektiven, die von der Zeitungskritik, wenn überhaupt, dann nur sehr selten erreicht werden kann.

Wie hat sich diese Funktion auf Deinen weiteren beruflichen Weg ausgewirkt?

Stärkung meiner literaturkritischen Tätigkeit für Presse, Funk und Fernsehen.

Was braucht der Bachmannpreis für eine zukünftige gute Entwicklung?

Vor allem eine schleunige Rückkehr zum Prinzip der Spontan-Kritik.

Was möchtest Du aktuellen Juroren:innen, Teilnehmer:innen und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Ziel sollte eine lebendige, auch unterhaltsame kritische Diskussion über die ausgewählten/eingereichten, aber erst durch Lesung des Autors der Runde bekannt werdende Texte sein.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Gert Ueding, Literaturkritiker, Universitätsprofessor, Mitglied zahlreicher Literaturjurys.

Zur Person: Gert Ueding, 1942 geboren, lebt bei Heidelberg, bis 2009 Ordinarius für Allgemeine Rhetorik an der Universität Tübingen, bis 2012 Gastprofessor an der Universität St. Gallen. Essayist, Literaturkritiker verschiedener großer Zeitungen, u. a. der FAZ und der Welt. Mitglied zahlreicher literarischer Jurys, u. a. der Jury zum Friedenspreis des Deutschen Buchhandels sowie der Jury der Bücherbestenliste des SWR. Bei Klöpfer & Meyer hat er über viele Jahre die renommierte Essayreihe Promenade herausgegeben. 2016 erschien, hoch gelobt, in drei Auflagen: Wo noch niemand war. Erinnerungen an Ernst BlochGert Ueding – Kröner Verlag 22.6.26

Bachmannpreis _ Jury 1980er Jahre (nicht alle am Bild)

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Bachmannpreis Empfang der Stadt Klagenfurt _ Schloss Loretto/Wörthersee

Foto: Gert Ueding _ Kröner Verlag

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis _ Archiv ORF; Klagenfurt/Wörthersee _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 22.6.2026

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„Mann – Ach“ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Zarah Weiss, Schriftstellerin _Wien 22.6.2026

Station bei Malina_
Zarah Weiss, Schriftstellerin _Wienperforming Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien  
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann_ 
Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 11/23, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text & Performance _ Zarah Weiss, Schriftstellerin _Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Station bei Malina_
Zarah Weiss, Schriftstellerin _Wienperforming Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien  
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann_ 
Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 11/23, folgende

MALINA

M ann –

A ch

L iebes

I ch

N enne damit doch

A uch Dich, die Frau

Zarah Weiss, 11/23

Station bei Malina_
Zarah Weiss, Schriftstellerin _Wienperforming Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien  
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann_ 
Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 11/23, folgende
Station bei Malina_
Zarah Weiss, Schriftstellerin _Wienperforming Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien  
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann_ 
Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 11/23, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text & Performance _ Zarah Weiss, Schriftstellerin _Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Zarah Weiss, Schriftstellerin _Wienperforming Malina

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.

Fotos: Station bei Malina_
Zarah Weiss, Schriftstellerin _Wienperforming Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien  
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann_ 
Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 11/23.

Walter Pobaschnig   11/23

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Im Schatten der Kraniche, Bernadette Németh. Roman, Wieser Verlag.

Die Träume. Der Flug der Vögel. Jetzt hier hilflos im Krankbett. Die große Angst des Stimmverlustes wird bei der Sängerin Ida ganz real. Das Wort fehlt. Sprachlosigkeit, die auch Ausdruck der stillen, erlittenen, verschwiegenen und verleugneten Geschichte am Ort und am Weg eines Landes, einer Familie hier im österreichischen Burgenland sind. Doch Namen, Gesichter, Leid und Verzweiflung kehren zurück und lassen zurückblicken…

Ihre Mutter Anna steht jetzt am Krankbett. Erkundigt sich nach dem Befund und den Perspektiven. Der Blick muss nach vorne gehen. In die Zukunft von Ida und allen rundum. So war es immer. Doch immerfort?

Anna erinnert sich jetzt der Wunden des Krieges, die lange noch nicht verheilt, ja benannt sind. Das Zusammenleben der Menschen, das Schicksal der Volksgruppen, es muss durch diese dunklen Stunden der Erinnerung hindurchgehen in vielen Erinnerungssteinen am Weg der Generationen und im Licht ein neues Bewusstsein finden, erschaffen…die Schrecken hier im Steinbruch, der Mord in den Kriegstagen ist überall unter der nur scheinbaren stillen Erde bedeckt vom Schweigen der Menschen hier. Und es sind Namen, die diese Geschichte in sich tragen, von Generation zu Generation…

Bernadette Németh, sehr facettenreiche und vielfach ausgezeichnete österreichische Schriftstellerin, legt mit „Im Schatten der Kraniche“ ihren zweiten Roman vor. Und das ist ein ganz großer literarischer Wurf, der österreichische Zeit- und Regionalgeschichte in einem sehr innovativen wie gelungenen Erzählkonzept verbindet und Leserin und Leser auf eine erschütternd dramatische wie spannende Spurensuche von Frauenwegen im 20.Jahrhundert mitnimmt.

Die im Burgenland lebende Autorin verwendet Textmontagen, in denen Sie die Erzählperspektiven variiert und damit eine große Lebendigkeit erzeugt wie die Bedeutung von individuellen Erinnerungen als Gesamtkonzept von Identität hervorhebt. Geschichte hat viele Stimmen, die in unterschiedlichen Ton- und Existenzlagen Ereignisse wiedergeben und Erinnerungen verbinden. Das Erzählen ermöglicht eine Zukunft. Und dazu sind die Frauenpersönlichkeiten im Buch bereit und öffnen so die schwere dunkle Erde von Geschichte in der Möglichkeit und Hoffnung eines Weitergehens am Ort und in der Familie.

„Ein Roman, der Geschichte und Generationenfolge einzigartig und literarisch sensationell thematisiert und aufarbeitet. Ein Ereignis!“

Im Schatten der Kraniche, Bernadette Németh. Roman, Wieser Verlag.

Hardcover, 294 Seiten

ISBN: 978-3-99029-699-8

€24.00 inkl. MwSt.

Walter Pobaschnig 6/26

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„eine Achtung vor den Mutigen“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Helga Schubert, Schriftstellerin _ Schwerin/D 22.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Im Interview _ Helga Schubert, Schriftstellerin _ Schwerin/D

Bachmannpreisträgerin 2020

Liebe Helga, Du hast am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan Deine erste Erinnerungen?

Dass wegen Corona meine Teilnahme im Jahr 2020 nur digital war, dass ich meinen Beitrag also vorher in unserem Garten las.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Die sofortige öffentliche Reaktion auf einen literarischen Text durch Fachleute.

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Die Lesung im zeitlichen Vorfeld fand ich als entspannt, denn ich hätte ja Fehler machen können. Die Jurydiskussion war für mich sehr angenehm, weil die ja ebenfalls digital war. Sie hatte etwas Unwirkliches- ich verglich sie mit meiner eigenen Juryarbeit vor 30 Jahren, die ja vor Ort stattfand.

Die Preisverleihung war für mich überraschend, da ich nicht damit gerechnet hatte, tatsächlich den Preis zu bekommen. Außerdem war alles im Studio ohne Publikum- eben wegen Corona.

Wie hat sich Bachmannpreis bzw. Preisgewinn/Teilnahme auf Deinen weiteren literarischen, künstlerischen Weg ausgewirkt?

Fundamental, denn ich hatte als 80-Jährige mit meinem Leben als öffentlich wirkende Schriftstellerin abgeschlossen. Nun kam ich in die Bestsellerliste, veröffentlichte weitere, auch frühere, vergriffene Bücher. Ich wurde zu vielen Lesungen, Diskussionen, auch u Tagungen eingeladen.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

 Auch weiter einen ausreichenden Sendeplatz und das Wohlwollen der Literaturinteressierten.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Ich wünsche den Teilnehmenden Selbstsicherheit im Vergleich  mit den Mitbewerbern und Mitbewerberinnen, der Jury eine Achtung vor den Mutigen und eine respektvolle Beziehung zur literarischen Tradition. Und dem Bachmannpreis-Wettbewerb wünsche ich noch viele ertragreiche Jahre.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Helga Schubert, Schriftstellerin _ Lesung Bachmannpreis 2020 _ Garten der späteren Bachmannpreisträgerin

Zur Person: Helga Schubert, geboren 1940 in Berlin, war Psychotherapeutin und Schriftstellerin in der DDR. Sie zog sich aus der literarischen Öffentlichkeit zurück, bis sie 2020 mit der Geschichte ›Vom Aufstehen‹ den Ingeborg-Bachmann-Preis gewann. Der gleichnamige Erzählband erschien 2021 bei dtv und war für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert. 2023 erschien ›Der heutige Tag. Ein Stundenbuch der Liebe‹, 2024 wurde Helga Schubert mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Landeskulturpreis MV ausgezeichnet. Helga Schubert 15.6.2026

Bachmannpreis 2020 _ Moderator Christian Ankowitsch moderiert pandemiebedingt die online-Jurykritik im leeren ORF Studio
Bachmannpreis-Jury 2020_
Vorsitzender Hubert Winkels (zweite Reihe links)

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Bachmannpreisgründer und langjähriger Juror _ Autor und Journalist Humbert Fink
Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Rizzibrücke _ Lendkanal/Klagenfurt
Abendstimmung _ Wörthersee

Foto: Helga Schubert _ ORF screenshot/Walter Pobaschnig

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/screenshots_Klagenfurt/Wörthersee _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 14.6.2026

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„denn Worte sind Tiere, etwa Hunde mit der Fähigkeit, sich abzukapseln“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Dieter Zwicky, Schriftsteller _ Zürich 21.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview _ Dieter Zwicky, Schriftsteller _ Zürich

Bachmannpreisnominierter 2007 & 2016

Gewinner des Kelag Preis 2016

Lieber Dieter, Du hast am Bachmannpreis in Klagenfurt, dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum, teilgenommen. Was sind spontan Deine ersten Erinnerungen?

Ich habe gleich zwei Mal teilgenommen, 2007 gewissermaßen als Jungspund, 2016 als angehender Silberrücken. Bei jeweils enormer Hitze boten beide Anlässe Grund zu wirklich saftiger sportlicher Herausforderung. 2007 war ich gleichsam euphorisierend-naiv unterwegs, mit nichts als meinem eigentümlichen Text befasst. 2016 hatte ich ein etwas offeneres Kapillarsystem, es erreichten mich selbst während der Lesung Nachrichten aus der unmittelbaren Umgebung. Aber beide Male Momente herrlichen Genusses, auch Dankbarkeit, dass eigene Worte einen nach Klagenfurt tragen können.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Das Setting löst das übliche Problem mangelnder Aufmerksamkeit gegenüber Erschriebenem zu praktisch 100 Prozent ein. Für dieses einzige Mal ist für denkbar alles gesorgt. Wenn der Text im Gepäck nur genug mit mir zu tun hat, so, komme ich mit jedweder Garantie beim Vortrag nicht zu kurz. Mit anderen Worten, es liegt idealerweise allein an der Übereinstimmung, mit der ich und der Text uns auf der Bühne hochschaukeln zu etwas sehr, sehr Befriedigendem.

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Ich vermochte Trotz und Freude aufrechtzuerhalten. Es ist eigenartig froh stimmend, wenn die Jury spricht, als sei bei ihr eine fundamentale Beißhemmung installiert: charmant, leichtfüßig, unverbissen, mit Schalk und nicht ohne wahnwitzige Neugier.

Wie hat sich der Bachmannpreis auf Deinen weiteren literarischen, künstlerischen Weg ausgewirkt?

Die beiden Teilnahmen haben mich nicht verhemmt, natürlich nicht! Ich bin gewiss nicht gelassener, nicht entspannter geworden durch sie. Aber die eigenen Ohren richten sich nach Klagenfurt fraglos vermehrt nach dem Stimmwunder aus, das sich als individuelle Literatur im Hals formiert. Diese perverse Großartigkeit eigener Sätze! Dass man nicht verzweifelt am harten Bandensystem Sprache, sondern Dummheiten und Frühlingsblumen ausheckt!

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Wichtig sind Autorinnen und Autoren ohne Akademie-Schielen. Autoren mit Vorgefasstem im Nacken und Horizont mögen ruhig Angstschweiß entwickeln. Sich selbst überraschen! Sich selbst fremd sein noch in der übernächsten Kommasetzung!

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Dankbarkeit dafür, dass Literatur ein großes, gewaltiges Abenteuer ist; denn Worte sind Tiere, etwa Hunde mit der Fähigkeit, sich abzukapseln.

Dieter Zwicky, Schriftsteller

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Zur Person: Dieter Zwicky, 1957 geboren. Lebt und arbeitet in Uster und Zürich. Dieter Zwicky ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

Weitere Informationen zu Werk/Auszeichnungen: Dieter Zwicky

Aktuelles Buch:

Dieter Zwicky
Phay Phayderkohl und Fred Pyjama

Fadengeheftete Klappenbroschur
144 Seiten, 17.6 x 13.2 cm
Umschlagentwurf: Martina von Schulthess
ISBN 978-3-906061-36-8
28 Franken, 28 Euro
Herbst 2025 Phay Phayderkohl und Fred Pyjama

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Fotos: Dieter Zwicky _ Jenny Rova Edition Pudelundpinscher/privat.

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Wörthersee _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 9.6.2026

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„Möchtest du glücklich sein?“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Lydia Steinbacher, Schriftstellerin _Wien 21.6.2026

Lydia Steinbacher, Schriftstellerin _Wien _ performing Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) 
100.Geburtstag _Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 7/23

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text & Performance _ Lydia Steinbacher, Schriftstellerin _Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Lydia Steinbacher, Schriftstellerin _Wien _ performing Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) 
100.Geburtstag _Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 7/23
Lydia Steinbacher, Schriftstellerin _Wien _ performing Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) 
100.Geburtstag _Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 7/23

MALINA



Möchtest du glücklich sein?

Auch das ist eine Frage

Lamentandosi:

Ich kann nur Vergebliches tun

Nur lass das Grammophon noch laufen

Am Ende langsam herausdenken

Lydia Steinbacher, 7/23

Lydia Steinbacher, Schriftstellerin _Wien _ performing Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) 
100.Geburtstag _Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 7/23

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text & Performance _ Lydia Steinbacher, Schriftstellerin _Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962
Lydia Steinbacher, Schriftstellerin _Wien

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.

Fotos: Lydia Steinbacher, Schriftstellerin _Wien _ performing Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) 
100.Geburtstag _Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _ Walter Pobaschnig 7/23

Walter Pobaschnig   23.6.2026

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„Die Höchstdosis Literatur. Ein Ausnahmezustand.“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Anna Felnhofer, Schriftstellerin _ Wien 21.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Anna Felnhofer _ Bachmannpreisnominierte 2023

Im Interview _  Anna Felnhofer, Schriftstellerin _ Wien

Bachmannpreisnominierte 2023.

Deutschlandfunkpreisträgerin.

Liebe Anna, Du hast 2023 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen und den Deutschlandfunkpreis gewonnen. Was sind spontan Deine erste Erinnerungen?

An den Ausnahmezustand.

An die Höchstdosis Literatur.

An die kuriose Melange aus Anspannung und Ausgelassenheit, aus Arbeit und Amüsement, aus Solo-Auftritt und angeregtem Miteinander.

Und an das Erstaunen darüber, wie klein die physischen Dimensionen des ORF-Studios tatsächlich sind und welch Wunder eine Weitwinkelkamera vollbringen kann.

Ziehung der Lesereihenfolge im ORF Garten _ Ziehung Anna Felnhofer _ Bachmannpreis 2023
Am Lesesessel im ORF Studio

Was macht für Dich das Besondere des Bachmannpreises aus?

Dass sich sieben Kritikerinnen und Kritiker so intensiv mit einem Text auseinandersetzen und hierzu in ein Gespräch treten, diese Konstellation sucht seinesgleichen – ebenso wie die Bühne, der Austausch, die Kontakte, die vielen kleineren und größeren Anstöße für die eigene literarische Weiterentwicklung.

Vor der Lesung

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die sehr spannende Preisverleihung erlebt?

Die Lesung – das war die von allen Lesenden geteilte Erfahrung, dass man sich auf sich verlassen kann, ungeachtet der Angst.

Die Jurydiskussion – das war die Dankbarkeit, dass es ausschließlich um den Text ging, dies mit aller erdenklichen Wertschätzung.

Die Preisverleihung – das war der jähe Abfall der Anspannung gepaart mit einer unermesslichen Freude über das Ergebnis.

Preisträger:innen 2023 _ von links _
Martin Piekar _ KELAG Preis und BKS Publikumspreis; Anna Felnhofer _ Deutschlandfunkpreis; Valeria Gordeev _ Bachmannpreis 2023; Laura Leupi _ 3sat Preis.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Den Rückhalt aus Politik und Öffentlichkeit.

Jurymitglieder, die ihre Liebe zur Literatur pflegen.

Ein hungriges, begeisterungsfähiges Publikum.

Und natürlich, von Jahr zu Jahr, neugierige Lesende, die bereit sind, sich kopfüber in dieses Abenteuer zu stürzen.

Einlass in das ORF Studio _ großes Publikumsinteresse

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern: die Lust am Auftritt, am Miteinander, an dieser so unvergleichlichen Atmosphäre, sowie eine gehörige Portion Gelassenheit und an jeder Fingerspitze ein funkelndes Fitzelchen Zuversicht.

Der Jury: eine ungebrochene Lustbarkeit an den Texten.

Dem Publikum: Unersättlichkeit.

Dem Bachmannpreis: Planungssicherheit für die nächsten Jahre.

Abendstimmung _ Empfang der Stadt Klagenfurt im Schloss Loretto/Wörthersee

Was sind Deine aktuellen Literaturprojekte?

Im März 2026 ist mein neuer Roman „Prosopon“ (Luftschacht) erschienen. Seither verfolge ich seine Entwicklung voller knisternder Freude mit, ganz so, wie Eltern die ersten Schritte ihres Kindes mitverfolgen.

https://www.annafelnhofer.at/schreiben/buecher/prosopon/

https://www.luftschacht.com/produkt/anna-felnhofer-prosopon/

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Anna Felnhofer _ Station bei Malina_
Romanschauplatz Wien _

Alle Fotos: Anna Felnhofer/Bachmannpreis/ORF Studio/Station bei Malina _ Walter Pobaschnig _ 2023

Walter Pobaschnig, 2.6.2026

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