„Radikale Ehrlichkeit. Große Durchlässigkeit und auch körperliche Beweglichkeit bis ins hohe Alter. Dazu gehört unglaubliche Kraft und Disziplin.“ _ Erinnerung an +Erni Mangold _ Bruno Max, Regisseur _ Wien 14.9.2026

+Erni Mangold _ Bruno Max
+Erni Mangold, Schauspielerin, Regisseurin _
* 26.1.1927 Großweikersdorf/NÖ +5.9.2026 Wien

Im Interview _  Bruno Max, Theaterintendant, Regisseur, Schauspieler _ Wien

Lieber Bruno Max, welche Erinnerungen gibt es für Dich an Erni Mangold?

Ich habe Erni von meinem ersten Tag am Reinhardtseminar an als meine wichtigste Schauspiellehrerin kennengelernt. Wir haben auch außerhalb des Seminars einiges an Zeit mit ihr verbracht. Danach hat sie immer meinen Weg begleitet und einiges von meinen Arbeiten gesehen und dann immer  -eben die Erni- auf die ihr eigene schonungslos ehrliche Weise kommentiert. Wenn sie etwas lustig fand, war ihr spezifischer Lacher aus einem ganzen Zuschauerraum heraus zu hören. Ich erinnere mich an ihren -gefühlt hundertjährigen- Papagei, das Mistviech, und dass sie mir einmal -noch bei ihr im Neunten- wirklich schöne Jugendbilder von ihr gezeigt hat, eine echte Illustriertenschönheit! Ich habe so viel von ihr gelernt. Mit der „späten“ Erni gab es immer ein Ritual: Die ersten fünf Minuten musste sie Grobheiten loswerden, bis sie sich aufgemacht hat und man ein gutes Gespräch führen konnte.

Was macht für Dich das Besondere ihres Schauspiels aus?

Radikale Ehrlichkeit. Große Durchlässigkeit und auch körperliche Beweglichkeit bis ins hohe Alter. Sie muss ja um die 90 gewesen sein, als sie die Maude in Harold und Maude gespielt hat, und gar nicht als nette Oma. Dazu gehört unglaubliche Kraft und Disziplin.

Möchtest Du bestimmte Rollen hervorheben und warum?

Liebe Güte! Sie war bei Gründgens! Und Jahrzehnte an der Josefstadt! Was soll man da extra hervorheben!

Wie hast Du Erni Mangold als Kollegin erlebt?

Leider haben wir nie miteinander gespielt, aber sie war als Lehrerin am Reinhardtseminar Anfang der 80er mit ihrem persönlichen, sensiblen Zugang zu den Schülern eine große Ausnahme.

Was nimmt die Theater/Filmbühne von ihr in die Zukunft mit?

Bei meiner Arbeit – und ich bin wohl nicht der Einzige – denke ich mir oft: „Was würde die Erni dazu sagen“.

Herzlichen Dank für das Interview!

Bruno Max, Theaterintendant, Regisseur, Schauspieler

Zur Person/über mich: Prof. Bruno Max

geboren in Salzburg, absolvierte er das Regiestudium am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Er war vier Jahre Assistent und Schauspieler am Burgtheater in Wien, hatte Gastregien u. a. am Volkstheater, Landestheater Linz, Theater der Jugend und Renaissancetheater. Bruno Max ist Gründer von Theater zum Fürchten, der Festspiele Schloß Liechtenstein und des Theaters im Bunker in Mödling. Er ist künstlerischer Leiter der Wiener Scala sowie des Stadttheaters Mödling. Etwa einmal pro Spielzeit treibt es ihn auch wieder selbst auf die Bühne.

Er hat zahlreiche eigene Bearbeitungen und Bühnenfassungen geschaffen, darunter „Clockwork Orange“ und „Delicatessen!“ und mehr als 100 Inszenierungen sowie Raumlösungen. Zu seinen letzten Arbeiten zählen „Umsonst!“, „Die drei Musketiere“, „Die Kunst der Komödie“, „Aventura“, „Cyrano de Bergerac“, „Good. Ein guter Mensch“, „Network“, „Burke & Hare“ und „Frankenstein“.

Auszeichnungen: 1995 und 2003 Preisträger für „Darstellende Kunst des Landes Niederösterreich“, Goldene Ehrennadel der Stadt Mödling 2013, Professorentitel 2015, Goldenes Ehrenkreuz für Verdienste um das Land NÖ 2022, Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 2025.

Intendanz – Theater zum Fürchten  13.9.26

Foto/Portait: Erni Mangold _ Österreichischen Nationalbibliothek/ÖNB_Photo Simonis; um 1950; Bildarchiv Austria

Foto: Bruno Max _ Bettina Frenzel

Walter Pobaschnig, 13.9.2026

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„I Have a Dream“ 250 Jahre Vereinigte Staaten von Amerika – Ein Roadtrip in Storys, Gedichten, Songs, Essays, Reden, Briefen und Reportagen. Manesse Verlag

I Have a Dream

250 Jahre Vereinigte Staaten von Amerika – Ein Roadtrip in Storys, Gedichten, Songs, Essays, Reden, Briefen und Reportagen. Manesse Verlag

Herausgegeben von: Renate Haen , Marion Kraft , Klaus Modick , Andrea Ott , Bernhard Robben, Thomas Überhoff , Horst Lauinger , Stefan Wagner

250 Jahre USA. Eine reiche wechselvolle Geschichte in allen Licht und Schattenseiten

„What thoughts I have of you tonight, Walt Whitman, for I walked down the sidestreets under the trees with a headache self-conscious looking at the full moon.

         In my hungry fatigue, and shopping for images, I went into the neon fruit supermarket, dreaming of your enumerations!

         What peaches and what penumbras! Whole families shopping at night! Aisles full of husbands! Wives in the avocados, babies in the tomatoes!—and you, Garcia Lorca, what were you doing down by the watermelons?…“

Allen Ginsberg, A Supermarket in California, Berkeley 1955

USA _ eine Geschichte von Mensch, Gesellschaft, Politik, Kultur, Natur im Wort. Ein Buch, das auf knapp 900 Seiten unterschiedlichste literarische Stimmen wie Textformen zu Wort kommen lässt und damit „I have a dream“ als Utopie, Hoffnung, Kritik begeisternd anschaulich werden lässt.

Der Band versammelt neben klassischen literarischen Formen _ Prosa, Lyrik, Songs, Briefen, nature writing _ ebenso Proklamationen, Reden, Essays, Trinksprüche.

Es sind strahlende Texte, Worte, die das Menschsein in allen Visionen, Möglichkeiten wie Enttäuschungen, Scheitern in die Freiheit des Wortes bringen und so eine Nation immer wieder an den Ausgangspunkt des Strebens nach Glück rückbinden.

Billie Holiday, John Irving, Bonnie Parker, Jack London, Siri Hustvedt, Hermann Melville…und viele, viele weitere US-amerikanische Stimmen sind hier versammelt und laden einzigartig zum literarischen Eintauchen in Land, Geschichte und Gegenwart ein.

„Die USA als famoser literarischer roadtrip von Allen Ginsberg bis Bonnie Parker. Ein Ereignis.“

I Have a Dream

250 Jahre Vereinigte Staaten von Amerika – Ein Roadtrip in Storys, Gedichten, Songs, Essays, Reden, Briefen und Reportagen

Herausgegeben von: Renate Haen , Marion Kraft , Klaus Modick , Andrea Ott , Bernhard Robben, Thomas Überhoff , Horst Lauinger , Stefan Wagner

Manesse Verlag

Hardcover, 960 Seiten, 15,0×22,7cm

Erschienen am: 16.04.2026

ISBN: 978-3-7175-2591-2

Auflage/Ausgabe: Originalausgabe

Walter Pobaschnig 9/26

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„in den Häuserschluchten taumeln die Sirenen der Nachrichten“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Clemens Schittko/Marcela Selinger _ Berlin/Wien 14.9.2026

Marcela Selinger, Sängerin _ Wien _
 performing Malina _ Originalschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann,.1971 _
Walter Pobaschnig 9/21, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz Wien

INGEBORG _ Akrostichon

Text  _  Clemens Schittko, Schriftsteller _ Berlin

Performance _ Marcela Selinger, Sängerin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Marcela Selinger, Sängerin _ Wien _
 performing Malina _ Originalschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann,.1971 _
Walter Pobaschnig 9/21, folgende
Marcela Selinger, Sängerin _ Wien _
 performing Malina _ Originalschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann,.1971 _
Walter Pobaschnig 9/21, folgende

INGEBORG

in den Häuserschluchten taumeln die Sirenen der Nachrichten

nachts zählen die Computer das Elend der Welt

gegen die Wörter steht nur ein weiterer verwundeter Satz

Europa riecht nach kaltem Rauch und Sitzungszimmern

bleiche Engel sitzen in Bars und trinken auf den Untergang

ohne Liebe versteinern selbst die Münder der Dichter

Rom flimmert wie ein beschädigter Film im August

Großer Bär, leuchte noch einmal über den Ruinen der Sprache

Clemens Schittko, 13.5.26

Marcela Selinger, Sängerin _ Wien _
 performing Malina _ Originalschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann,.1971 _
Walter Pobaschnig 9/21, folgende
Marcela Selinger, Sängerin _ Wien _
 performing Malina _ Originalschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann,.1971 _
Walter Pobaschnig 9/21, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz Wien

INGEBORG _ Akrostichon

Text  _  Clemens Schittko, Schriftsteller _ Berlin

Performance _ Marcela Selinger, Sängerin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

 Clemens Schittko, Schriftsteller
 Marcela Selinger, Sängerin

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Clemens Schittko _ privat

Fotos:  Marcela Selinger, Sängerin _ Wien _
performing Malina _ Originalschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann,.1971 _
Walter Pobaschnig 9/21.

Walter Pobaschnig, 13.5.26

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„Niemals mehr, niemals!“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Heike Suzanne Hartmann-Heesch/Annkathrin Dehn _ Hamburg/Wien 13.9.2026

Annkathrin Dehn_Tänzerin, Choreografin _ Wien _ performing _
Romanschauplatz Malina_Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann _

Walter Pobaschnig 8/21 folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz „Malina“ Wien.

UNDINE GEHT _ Akrostichon

Text Heike Suzanne Hartmann-Heesch, Autorin _ Hamburg

Performance _ Annkathrin Dehn, Tänzerin, Performerin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Annkathrin Dehn_Tänzerin, Choreografin _ Wien _ performing _
Romanschauplatz Malina_Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann _

Walter Pobaschnig 8/21 folgende
Annkathrin Dehn_Tänzerin, Choreografin _ Wien _ performing _
Romanschauplatz Malina_Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann _

Walter Pobaschnig 8/21 folgende

UNDINE GEHT

Ungeheuer, du! Werwas du auch bist.

Niemals mehr, niemals! möchte ich, dass

Du meine Liebe verraten kannst.

Ich möchte aufrecht – und aufrichtig –

Neben dir stehen. Niemals mehr

Enttäuscht oder, schlimmer,


Getäuscht werden. Niemals mehr in

Einsamkeit verzweifeln: niemals mehr unter deiner

Herrschaft verkümmern. Nie mehr

Tatenlos.

Heike Suzanne Hartmann-Heesch, 22.4.26

Annkathrin Dehn_Tänzerin, Choreografin _ Wien _ performing _
Romanschauplatz Malina_Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann _

Walter Pobaschnig 8/21 folgende
Annkathrin Dehn_Tänzerin, Choreografin _ Wien _ performing _
Romanschauplatz Malina_Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann _

Walter Pobaschnig 8/21 folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz „Malina“ Wien.

UNDINE GEHT _ Akrostichon

Text Heike Suzanne Hartmann-Heesch, Autorin _ Hamburg

Performance _ Annkathrin Dehn, Tänzerin, Performerin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961.

„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.

Heike Suzanne Hartmann-Heesch, Autorin 
 Annkathrin Dehn, Tänzerin, Performerin

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann.

Foto:  Heike Suzanne Hartmann-Heesch _ privat.

Fotos: Annkathrin Dehn_Tänzerin, Choreografin _ Wien _ performing _
Romanschauplatz Malina_Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann _

Walter Pobaschnig 8/21

Walter Pobaschnig, 21.4.26

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„Wallendes Haar, beiger Leinenanzug, rote, hochhackige Pumps – und ich dachte mir: Wow! Was für eine Erscheinung! Und dann hat sich diese Frauengestalt umgedreht: Erni!“ _ Erinnerung an +Erni Mangold _ Alexandra Maria Timmel, Schauspielerin _ Wien 13.9.2026

+Erni Mangold _  Alexandra Maria Timmel
+Erni Mangold, Schauspielerin, Regisseurin _
* 26.1.1927 Großweikersdorf/NÖ +5.9.2026 Wien

Im Interview _  Alexandra Maria Timmel, Schauspielerin _ Wien

Liebe Alexandra, welche Erinnerungen gibt es für Dich an Erni Mangold?

Ich hatte das große Vergnügen, 2015 in zwei Produktionen mit Erni Mangold auf der Bühne des Volkstheaters zu stehen. Irgendwie hat es sich ergeben, dass ich ihr zu den Vorstellungen immer ein frisch gebackenes Brot mit Thymian (den sie sehr liebte) mitgebracht habe und sie mich im Gegenzug mit Mohn – Mehlspeisen aus dem Waldviertel verwöhnte. Da ich meine Garderobe mit zwei Kolleginnen teilte, wurden diese beiden auch immer mitverwöhnt. Wir haben wunderbare Gespräche geführt und ich habe emanzipatorische Tipps von Erni bekommen.

Ich kann mich auch noch gut erinnern, dass ich nach einer Vorstellung aus meiner Garderobe kam und im Gang eine Frauengestalt von hinten sah: Wallendes Haar, beiger Leinenanzug, rote, hochhackige Pumps – und ich mir dachte: Wow! Was für eine Erscheinung!

Und dann hat sich diese Frauengestalt umgedreht: Erni!

Was macht für Dich das Besondere ihres Schauspiels aus?

Ihre unbeugsame geradlinige Präsenz und etwas Schelmisches in ihren Augen

Möchtest Du bestimmte Rollen hervorheben und warum?

Den Puck im Sommernachtstraum, den sie mit 88 Jahren verkörperte. Als verschmitzter, quirliger, bisschen bösartiger, energiegeladener Kobold.

Erni Mangold (r.) als Puck, hier mit Patrick O. Beck als Oberon _ Probe zu „Ein Sommernachtstraum“ _ Premiere 24. April 2015 am Volkstheater in Wien.

Oder ihre großartige, so bösartige, unberechenbare Großmutter in „Geschichten aus dem Wienerwald“…

Wie hast Du Erni Mangold als Kollegin erlebt?

Sehr geradeheraus. Für manche KollegInnen war das eine Herausforderung. Ich mochte das. Sehr!

Was nimmt die Theater/Filmbühne von ihr in die Zukunft mit?

Ich kann nicht für Theater/ Filmbühne im Ganzen sprechen. Was ich als Schauspielerin und Mensch für mich von ihr mitnehme ist: Es ist nie zu spät, über sich hinauszuwachsen. Es ist nicht in erster Linie nur ein Glück, bis ins hohe Alter fit zu sein: Man muss auch etwas dafür tun! Und: Gegen Unrecht  aufstehen: Das ist eine Pflicht!

Herzlichen Dank für das Interview!

Alexandra Maria Timmel, Schauspielerin_ acting_Undine geht.
Undine geht, Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961 _
Walter Pobaschnig 9/23

Zur Person/über mich/Website: Alexandra Maria Timmel :: Vita 12.9.2026

Foto/Portait: Erni Mangold _ Österreichischen Nationalbibliothek/ÖNB_Photo Simonis; um 1950; Bildarchiv Austria

Foto: Erni Mangold als Puck mit Patrick O. Beck als Oberon _ Probe zu „Ein Sommernachtstraum“ _ Premiere 24. April 2015 am Volkstheater in Wien _ Roland Schlager/APA

Foto: Alexandra Maria Timmel, Schauspielerin_ acting_Undine geht.
Undine geht, Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961 _
Walter Pobaschnig 9/23

Walter Pobaschnig 12.9.2026

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„Menschsein“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Andreas Lukas/Natalie Campbell _ Wiesbaden/Wien _ 12.9.2026

Natalie Campbell, Schriftstellerin, Tänzerin, Künstlerin _ Wien   _  performing Malina _
 Originalschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 8/23, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text _  Andreas Lukas, Schriftsteller _ Wiesbaden/D

Performance _ Natalie Campbell, Tänzerin, Choreographin, Schriftstellerin, Künstlerin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

MALINA



M
enschsein

A n vielen Orten

L eise oder laut

I n Bedrängnis

N ormales weit in die Ferne entrückt

A lltag nicht mehr der Gleiche

Andreas Lukas, 23.7.2026

Natalie Campbell, Schriftstellerin, Tänzerin, Künstlerin _ Wien   _  performing Malina _
 Originalschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 8/23, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text _  Andreas Lukas, Schriftsteller _ Wiesbaden/D

Performance _ Natalie Campbell, Tänzerin, Choreographin, Schriftstellerin, Künstlerin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Andreas Lukas, Schriftsteller
Natalie Campbell, Tänzerin, Choreographin, Schriftstellerin, Künstlerin

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Andreas Lukas _ privat

Fotos: Natalie Campbell, Schriftstellerin, Tänzerin, Künstlerin _ Wien   _  performing Malina _ Originalschauplatz Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 8/23.

Walter Pobaschnig, 23.7.26

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„Das Hinterfragen und Erzählen sind in einem gewaltigen Sprachschatz formuliert“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Andreas Lukas, Schriftsteller _ Wiesbaden/D 12.9.1926

Ingeborg Bachmann _ Andreas Lukas

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100. Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Andreas Lukas, Schriftsteller _ Wiesbaden/D

Lieber Andreas, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Während meines Schreibens bin ich in den zurückliegenden Jahren auf eine Aussage von Ingeborg Bachmann gestoßen, die mich nicht nur berührt hat, sondern auch in meinem Tun und meinen Beobachtungen bestärkt und begleitet. Die Aussage: „ … und dann kam der Krieg und schob vor die traumverhangene Welt die wirkliche, in der man nicht zu träumen, sondern sich zu entscheiden hat.“ Fast wie Schuppen fiel es mir von den Augen, dass meine Texte, die im Hier und Heute spielen, sowohl Lyrik als auch Prosa mit den Beobachtungen und Befindlichkeiten die vielfach anzutreffenden ‚traumverhangenen‘ Sichten thematisieren. Erschreckend ist dabei, dass die Aussage von Ingeborg Bachmann aktueller denn je für die bisherigen Jahre unserer 20er-Dekade ist. „Und dann kam … und schob vor die traumverhangene Welt die wirkliche …“. Jeder kann für sich hier einiges finden und einsetzen.

Mich verbindet mit ihr auch die Gruppe 47, in der sie den Preis für den Lyrikband „Die gestundete Zeit“ erhielt. Ich bin Mitglied und Juror in der Nachfolge Gruppe 48 e.V.. Genauso verbindet mich die Grenzlanderfahrung mit ihr, da ich nahe der französischen Grenze im Saarland aufgewachsen bin.

Was macht das Besondere ihres Schreibens aus?

Ein Hinterfragen und Erzählen von Dingen/Ereignissen und die Verbindungen von persönlichen Erfahrungen und gesellschaftlichen Befindlichkeiten und dies in einem gewaltigen Sprachschatz formuliert. Gekonnt verknüpft sie die literarische Behandlung mit den damaligen Ereignissen und ihrer eigenen Situation. Auf das Leben zu vertrauen fällt ihr immer wieder schwer. Verletzungen und Betroffenheit wabern durch ihre Zeilen und Texte.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben und warum?

Das ist nicht ganz leicht. Da ich aber gerade mehr im Lyrikfeld unterwegs bin, möchte ich hier ihren ersten und preisgekrönten Lyrikband „Die gestundete Zeit“ nennen, besonders auch wegen der reichen bildhaften Lyriksprache. Ich würde aber auch den Band „Anrufung des Großen Bären“ nennen. Neben den vielen Fragen und zeitkritischen Aussagen scheint an vielen Stellen immer wieder die Hoffnung auf bessere Zeiten durch. Sie verknüpft persönliche Erlebnisse und Schwierigkeiten gekonnt mit dem politischen und gesellschaftlichen Umfeld ihrer Zeit.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Ich wäre gerne mit ihr ins Gespräch gekommen und hätte die Entwicklungen in unseren gegenwärtig verbogenen Zeiten mit ihr diskutiert und ihre Sicht dazu erfahren. Ihre Aussagen zu den 30er Jahren sind ja so erschreckend aktuell in unserer jetzigen Dekade. So viele ihrer erlebten Situationen finden auch heute statt. Ich hätte gerne mit ihr diskutiert, was Freiheit wirklich bedeutet.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Mein Roman „Mit … oder Ohne …“ ist in der Endphase und wird in diesem Jahr erscheinen. In der Lyrik bin ich mit dem 3. Band „Auf Suche“ fast fertig. In diesem lasse ich wieder ‚Lyrische Gedankenwolken‘ über unsere aktuellen Lebenssituationen wandern. Die Frage „Warum – Wohin – Weshalb?“ begleitet uns jeden Tag auf allen Wegen und bei all unserm Tun auf der Suche nach ….

Dieser ereignisreiche Sommer hat mir auch ein neues Genre eröffnet, die Vertonung ausgewählter Lyrik-Texte in Poesie-Songs. Sie sollen als Video eine Bereicherung und Ergänzung des Gedruckten und bei Lesungen werden.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

„Kalter Rauch aus dem Krater haucht unsere Wimpern an;

es hielt die schreckliche Leere nur einmal den Atem an.“

Aus „Die gestundete Zeit – Reigen“.

Herzlichen Dank für das Interview!

Andreas Lukas (rechts) mit Heinz Bachmann (Bruder von Ingeborg Bachmann) und seiner Frau Sheila Bachmann beim 50.Bachmannpreis in Klagenfurt, 2026

Zur Person_ Andres Lukas aufgewachsen im Saarland, lebt in Wiesbaden. Studium BWL und Promotion in Politikwissenschaft. Er ist Mitglied im PEN Deutschland, Mitglied/Juror der Gruppe 48 e.V., hat den Publikumspreis 2022 beim Hildesheimer Literaturwettbewerb gewonnen und erreichte mit seinen Texten 2026 die Top-10 beim Hildesheimer Literaturwettbewerb. In Deutschland und Österreich ist er mit seinen Beiträgen in mehreren Literaturzeitschriften präsent.

Andreas Lukas, Schriftsteller

Autorenseite: http://www.andreas-lukas.eu

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann.

Fotos: Andreas Lukas/Fam.Bachmann _ privat

Walter Pobaschnig, 23.7.26

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„Ein Stück des Weges mit meinem Freund Peter Handke“ Erlebnisse und Erinnerungen aus fünf Jahrzehnten _ Valentin Hauser, Autor _ Hermagoras Verlag.

Peter Handke _ Valentin Hauser

Ein Stück des Weges mit meinem Freund Peter Handke. Erlebnisse und Erinnerungen aus fünf Jahrzehnten. Valentin Hauser. Hermagoras Verlag.

Peter Handke beim „Schwammerlputzen“

Es ist eines der ganz besonderen Highlights des so reichen literarischen Jahres 2026 – ein sehr persönliches Buch über die jahrzehntelange Freundschaft von Valentin Hauser, Musiker, Autor mit dem Literaturnobelpreisträger Peter Handke. Beide aus Griffen in Kärnten gebürtig.

Ein Buch, das in vielerlei Hinsicht sehr bemerkenswert, spannend und außergewöhnlich ist.

Valentin Hauser, langjähriger Gemeindebeamter und Amtsleiter in Griffen, stellte schon in mehreren Büchern seine profunde Kenntnis der Kultur- , Natur-, und Gesellschaftsgeschichte Kärnten wie der unmittelbaren Herkunftsgemeinde und deren näherer Umgebung unter Beweis.

Dieses unmittelbare Wissen über Mensch, Ort, Zeit ist nun eine einmalige Grundlage, um zunächst das Aufwachsen von Peter Handke in Ort, Schule, Kirche, Gesellschaft zu beschreiben und in zahlreichen Interviews anschaulich zu machen.

Von diesem persönlichen Weg Handkes geht es dann zu den ersten Begegnungen der beiden in verschiedenen Stationen des Gemeindelebens vor Ort zur sich entwickelnden Freundschaft, gemeinsamen Interessen und Besuchen bis heute. Eine Freundschaft, die sich in den zahlreichen geschilderten gemeinsamen Wegen, Gesprächen, Nachrichten wie Fotos im Buch von Frankreich bis Kärnten als sehr kontinuierlich wie herzlich zeigt. Der private Peter Handke kommt dabei einzigartig ins Licht von Wort und Bild.

Peter Handke und seine Frau Sophie Semin, französische Schauspielerin

„Valentin Hauser stellt seinen langjährigen Freund Peter Handke sehr persönlich in  Gesprächen, Nachrichten, Fotos von Kärnten bis Frankreich vor – eine literarisch-biographische Sensation!“

Ein Stück des Weges mit meinem Freund Peter Handke. Erlebnisse und Erinnerungen aus fünf Jahrzehnten. Valentin Hauser. Hermagoras Verlag.

ISBN: 978-3-7086-1412-0

Verlag: Hermagoras

Format: Hardcover, ca.176 Seiten

Sprache: Deutsch

Erscheinungsdatum: 2. Oktober 2026

Walter Pobaschnig 9_26

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„Mannigfaltige“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Eva Christina Zeller/Simone Rapp _ Tübingen/Wien 11.9.2026

Simone Rapp, Model, Shiatsu-Praktikerin, KEM Trainerin _ Wien _
performing Malina am Originalschauplatz _ Wien _
Malina, Ingeborg Bachmann, Roman 1971 _
Walter Pobaschnig, 3/20, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance Originalschauplatz „Malina“ Wien.

MALINA _ Akrostichon

Text _ Eva Christina Zeller, Autorin und Germanistin _ Tübingen

Performance _   Simone Rapp, Model, Shiatsu-Praktikerin, KEM Trainerin _ am Romanschauplatz „Malina“_Wien_

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

MALINA

Mannigfaltige

Ausnahmeerscheinung

Liebe

Immer

Nachkriegsgesellschaft/ Narzissmus

Autonomie

Eva Christina Zeller, 21.7.26

Simone Rapp, Model, Shiatsu-Praktikerin, KEM Trainerin _ Wien _
performing Malina am Originalschauplatz _ Wien _
Malina, Ingeborg Bachmann, Roman 1971 _
Walter Pobaschnig, 3/20, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance Originalschauplatz „Malina“ Wien.

MALINA _ Akrostichon

Text _ Eva Christina Zeller, Autorin und Germanistin _ Tübingen

Performance _   Simone Rapp, Model, Shiatsu-Praktikerin, KEM Trainerin _ am Romanschauplatz „Malina“_Wien_

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Eva Christina Zeller, Autorin und Germanistin

Zur Person http://eva-christina-zeller.de/

Simone Rapp, Model, Shiatsu-Praktikerin, KEM Trainerin

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Eva Christina Zeller _ Wolfgang Irg

Fotos: Simone Rapp, Model, Shiatsu-Praktikerin, KEM Trainerin _ Wien _
performing Malina am Originalschauplatz _ Wien _
Malina, Ingeborg Bachmann, Roman 1971 _
Walter Pobaschnig, 3/20.

Walter Pobaschnig, 21.7.26

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„Können wir das Toxische und den Faschismus in unseren Beziehungen heute überwinden?“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Eva Christina Zeller, Schriftstellerin _ Tübingen 11.9.2026

Ingeborg Bachmann _ Eva Christina Zeller

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Eva Christina Zeller, Autorin und Germanistin _ Tübingen

Liebe Eva Christina, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Ich habe im Jahr 1986 eine Magisterarbeit über Ingeborg Bachmanns „Der Fall Franza“ geschrieben, die im Verlag Fritz Lang auch veröffentlicht wurde. Walter Jens, der Ingeborg Bachmann kannte, hat diese Arbeit betreut. Sie uferte fast zu einer Doktorarbeit aus, vom Umfang und auch der Fragestellung her, weil ich als Erste mit den Fragmenten zum „Fall Franza“ gearbeitet habe. Ich habe 18 Monate recherchiert und geschrieben, bin in Archive gegangen und habe dort z.B. herausgefunden, dass I.B. bei Fall Franza zuerst in Ich-Form geschrieben hat und später dann in eine personale Perspektive gewechselt ist. Das wurde für mein eigenes Romanschreiben später wichtig. Ich bin also bei der toten I.B. in die Autorinnen-Schreibschule gegangen, wie zuvor bei Walter Jens in die Tübinger Schreibschule. Über I.Bachmanns Prosa zu schreiben war damals noch neu und Neuland. Walter Jens kannte nur die Dichterin I.Bachmann.

Außerdem habe ich ihr Zitat vom „Umzug im Kopf“ beim Wechsel von der Lyrik zur Prosa auch wörtlich genommen. Nach acht Gedichtbänden habe ich jetzt  drei romanartige Bücher veröffentlicht. Auch, weil ich Liebe und Beziehungen in ihrer gesellschaftliche Realität nicht in der Lyrik ausdrücken konnte.

Zum Wechsel der Perspektiven: Die personale Perspektive (Franza) verschaffte Autorin wie Leserin mehr Abstand zum Geschehen. Mehr Verweisungskraft vielleicht. Viele Autorinnen seit I.Bachmann haben sich genau über die Perspektive und den Abstand Gedanken gemacht. Ich habe in UNTERM TEPPICH verschiedene Perspektiven gemischt. (Ich, Sie, das Mädchen, die Frau etc.) Seit Rimbaud wissen wir: Ich ist ein Anderer. Julia Schoch sagte: Ich habe eine Figur erfunden mit Namen Ich.

Was macht das Besondere ihres Schreibens aus? 

Das Suchende, Tastende, das enorme Formbewusstsein, dass sie wirklich auch in der Vertikalen Neuland betreten hat, nicht nur in der Horizontalen, wie sie selbst schreibt.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben und warum?

Gerne den Todesarten- Zyklus. Neuland eben.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Er fängt nicht an mit den ersten Bomben, die geworfen werden, […] er fängt an in Beziehungen zwischen Menschen. Der Faschismus ist das erste in der Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau.

Liebe Ingeborg, wie siehst du das heute? Würde mich so gerne mit dir darüber austauschen. Ich habe symbolisch gesprochen von dir den Stab übernommen. In ALTE LIEBEN, das gerade erschien, habe ich vier Männer, ehemalige Liebhaber, interviewt. Mir war es wichtig, nicht nur über sie zu schreiben, sondern sie selbst zu Wort kommen lassen. Können wir das Toxische und den Faschismus in unseren Beziehungen heute überwinden? Daran arbeite und liebe ich.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Ich habe gerade eine Art Roman Trilogie veröffentlicht. 2022 kam UNTERM TEPPICH  heraus, 2024 MUTTERSUCHEN und ganz aktuell ALTE LIEBEN (2026, alle Kröner Verlag, Stuttgart) Auch im Todesarten Zyklus gehören die Romane zusammen.

Meine Romane wachsen aus einer gemeinsamen Quelle, beleuchten andere Aspekte eines Themas. Wie soll ich das Thema nennen? Es geht um Scham und Schuld, weibliches Aufwachsen und entsprechende Rollen in der  gesellschaftlichen Realität. Das Verhältnis von Mann und Frau. Liebe und Erinnerung. 

Dieses Projekt wird hoffentlich auch eine Fortsetzung finden, im Moment ist der Horizont noch offen.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

Es gibt in der Kunst keinen Fortschritt in der Horizontale, sondern nur das immer neue Aufreißen einer Vertikale.

(Frankfurter Vorlesungen)

Herzlichen Dank für das Interview!

Eva Christina Zeller, Autorin und Germanistin

Zur Person _ http://eva-christina-zeller.de/

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Eva Christina Zeller _ Wolfgang Irg

Walter Pobaschnig, 21.7.26

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