Ingeborg Bachmann am Schreibtisch in ihrer Wohnung in Rom, Bocca de Leone, um 1970
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
im Interview _Heike Fiedler, Schriftstellerin_sound and visual artist _ Genf
Liebe Heike, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?
Den ersten Zugang hatte ich über ihr Buch Malina, das mich damals, als Studentin, sehr beeindruckt hat in seiner Radikalität, der Darlegung, des Sichtbarmachens von Machtstrukturen in sozusagen alltäglichen (Beziehungs)Gefilden. Ich las Malina ungefähr parallel zu Romanen von Christa Wolf, Birgit Vanderbeke.
Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?
Alles schreibend v_erinnern, von innen heraus im Ton der Melancholie, der Distanz, anKlage-gesang vielleicht, auf ihre Lyrik bezogen. In der Prosa die beobachtende Einfühlsambarkeit, mit der wir ihre literarischen Figuren erfahren, die Einbettung von Gegenwart und ihre Kunst, sich mit oft sprachlich syntaktischer Knappheit von der Gegenwart zu distanzieren, sie zu entblössen, sozusagen. Die Übertreibung des Evidenten, die Verarbeitung von Erinnerung…
Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?
Malina, Undinegeht und andere Erzählungen, zum Beispiel Simultan oder Probleme Probleme, natürlich auch ihre Gedichte: An die Sonne, Früher Mittag, Psalm…
Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?
Das Thema ist nach wie vor relevant, das Spektrum etwas breiter, das zeigt ein Blick auf die Statistiken zu Femiziden, auf die Weltpolitik, die Kriege, Genozide, die Unfreiheit der Frauen in vielen Ländern, auf den Maskulinismus, bis hin zu Uncel, auf Sexismus, Rassismus, Transgenderfeindlichkeit.
Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?
Lieben. Einfach. Wie wir lieben, ist letztendlich nicht kollektiv zu beantworten. Kollektiv ist jedoch das Wissen um. Um Unterdrückungsmechanismen, Ungleichheiten, um patriarchalisch geprägte Strukturen. Diesen Satz, sie sagt ihn ja mit diesem – ihrem – lachenden Blick und der Frage: „Wissen sie das nicht?“ Es ist eine Evidenz. Und eine immer wieder zu wiederholende Frage.
„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte IngeborgBachmann in ihrer Rede zur Verleihung des AntonWildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?
Meine Beobachtung, vielleicht auch ein Teil meiner literarischen Praxis, ist verbunden mit dem Aspekt des Teilens, auch des kollektiven Schreibens. Die vielen Formen literarisch-poetischer Performances, des Zusammenseins im Hier und Jetzt, zeigen, dass es neben der von Ingeborg Bachmann auf ihre Situation bezogene und zu respektierende Erfahrung heute auch Arten von Schreiben oder Kunst gibt, die nicht der Existenz eines persönlichen Martyriums entsprechen.
Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?
Ich ziele an der Frage vorbei, denn hervorheben möchte ich ihren Humor, den ich in, nicht neben, den genannten Grundpositionen entdecke, die sie vor allem in ihren Erzählungen mit Blick auf Gesellschaft, Ehe, Familie, heteronormatives Rollenverhalten reflektiert. Frauen bleiben keineswegs verschont. Und dann ist da auch, vor allem, ihr sprachkritischer Ansatz.
Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?
« Danke », nehme ich an.
Was sind Deine aktuellen Projektpläne?
Die Fortsetzung meiner Zusammenarbeit mit der iranischen Lyrikerin Maryam, initiiert durch Ecrire Encore Suisse Schweiz; das Ko-Projekt The kitchen and the self mit der Performerin Manmeet Devgun aus Indien, auch arbeite ich (noch) an der Lyrik-Übersetzung eines Buches von Augusta Laar und an eigenen Schreibprojekten. Das naheliegendste ist eine Präsentation am Ende meiner Schreibresidenz Artist in Residence @Villa Waldberta. In drei Wochen nehme ich an dem von der Literaturzeitschrift Orte im Vorfeld des Jazzfestivals Willisau veranstalteten Abend poesie und Jazz teil. Die beiden letzten sind im Moment der Veröffentlichung des Interviews schon gar nicht mehr aktuell, beziehen sich aber gerade auf die Frage.
Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?
« …die Bewusstseinslage in einer Zeit, das heisst doch nicht, dass man die Sätze nachspricht, die diese Gesellschaft spricht, sondern sie [die Bewusstseinslage] muss sich anders zeigen und sie muss sich radikal anders zeigen, denn sonst wird man nie wissen, was unsere Zeit war… »
Ingeborg Bachmann
Herzlichen Dank für das Interview!
Heike Fiedler, Schriftstellerin_sound and visual artist
Im Erinnerungsinterview _Peter Nitsche, Schauspieler _ Wien
Lieber Peter Nitsche, welche Erinnerungen gibt es für Dich an Erni Mangold?
Erni Mangold lebt in unseren Herzen. Ihre authentische Gesamtheit, nie als Star im LICHT, um andere Kollegen in den Schatten zu stellen, war einer ihrer wertvollen Schätze.
Was macht für Dich das Besondere ihres Schauspiels aus?
Flexibel, situativ variabel. Immer präzise. Erni spielte die Rolle nicht einfach, sie LEBTE die Figuren, in die sie schlüpfte.
Möchtest Du bestimmte Rollen hervorheben und warum?
Kaisermühlenblues. Pure Authentizität als Prostituierte Minka .
Einerseits arbeitete ich auch in der Folge als „Kabelhund“ der Technik zu, wurde dann kurzfristig als ein potschada Freier gecastet und war kurz in actio.. Es war genial.
Wie hast Du Erni Mangold als Kollegin/e erlebt?
Erni war und blieb IMMER MENSCH, in der Szene, vor der Kamera, wie auch in Pausen. Hilfsbereit, freundlich, verbindend.
Was nimmt die Theater/Filmbühne von ihr in die Zukunft mit?
Ehrlichkeit, Können, Verlässlichkeit, Witz, MENSCH SEIN.
Danke, Erni,🙏🙏🙏
Herzlichen Dank für das Interview!
Peter Nitsche, Schauspieler _ Station bei Georg Danzer _ performing „Vorstadtcasanova“ _ 80.Geburtstag Georg Danzer _ Walter Pobaschnig 5/26
Im Erinnerungsinterview _Felix Kucher, Schriftsteller _Wien
Lieber Felix Kucher, welche Erinnerungen gibt es für Dich an Erni Mangold?
Vorwiegend sind es Filme aus ihrer frühen und späten Zeit: Einerseits die ziemlich seichten Komödien aus den 1950ern, die in meiner Kindheit noch im ORF am Sonntagnachmittag liefen, andererseits die vielen Charakterrollen in den 2000er Jahren. Von dazwischen kenne ich eigentlich fast nichts.
Was macht für Dich das Besondere ihres Schauspiels aus?
Ihre unglaubliche Wandlungsfähigkeit.
Möchtest Du bestimmte Rollen hervorheben und warum?
Es gibt so viele. Als erstes fallen mir aber Rollen ein, in denen sie eher fiese Gestalten verkörpert hat, wie die Vera Dorfmeister in Xaver Schwarzenbergers Film „Edelweiß“ (2001) oder der legendäre Tatort „Nie wieder Oper“ (1999) ein, in der sie an der Seite von Marta Eggerth und Walter Berry als Mörderin entlarvt wird.
Was nimmt die Theater/Filmbühne von ihr in die Zukunft mit?
Ich denke, dass man sich kein Blatt vor den Mund nehmen muss.
Herzlichen Dank für das Interview!
Felix Kucher, Schriftsteller _vor den Rosenhügel Filmstudios Wien _ Bezugspunkt zu seinem aktuellen Roman „Von Stufe zu Stufe“, Picus Verlag 2025 _ Walter Pobaschnig 2/25.
Im Erinnerungsinterview _Michael Schottenberg _ Schauspieler, Regisseur, Autor _ Wien
Lieber Schotti, welche Erinnerungen gibt es für Dich an Erni Mangold?
Mein Gott, sie war ein Bilderbuch an Schrulligkeit, Wahrhaftigkeit und Mut – gesegnet mit einem riesigen Haufen Talent.
Was macht für Dich das Besondere ihres Schauspiels aus?
Erni war nicht verführbar zur Aufschneiderei, zu Täuschung, Anmaßung, Prahlerei oder Hoffart. Sie tat nicht so als ob, sie war so wie sie war.
Möchtest Du bestimmte Rollen hervorheben und warum?
Sie spielte Sarah Bernhardt und die Großmutter in „Geschichten aus dem Wiener Wald“ – eine auf ihrem Talent Schwebende, ein Monstrum an Bösartigkeit. Es machte ihr Freude, ihr Publikum mit sich selbst zu überraschen.
Im Erinnerungsinterview _Alexander Jagsch, Schauspieler, Regisseur _ Wien
Lieber Alexander Jagsch, welche Erinnerungen gibt es für Dich an Erni Mangold?
Ich habe mit Erni Mangold „Arsen und Spitzenhäubchen“ in den Kammerspielen der Josefstadt gespielt (2004!) und war jedes Mal von Neuem von Ihrer Agilität und Jugendlichkeit fasziniert.
Was macht für Dich das Besondere ihres Schauspiels aus?
Ihr Schauspiel war genau so ehrlich und direkt, wie ihr privater Umgang. Sie hatte immer den natürlichen Ton, der zu 100% stimmte.
Möchtest Du bestimmte Rollen hervorheben und warum?
Ich würde keine einzelne Rolle hervorheben. Sie war ein Gesamtkunstwerk.
Wie hast Du Erni Mangold als Kollegin erlebt?
Immer ein Spaß, hart und gerecht und gerne mit den jüngeren Kollegen zusammen.
Was nimmt die Theater/Filmbühne von ihr in die Zukunft mit?
Im Erinnerungsinterview _Elfriede Schüsseleder, Schauspielerin, Autorin _ Wien
LiebeElfriede Schüsseleder, welche Erinnerungen gibt es für Dich an Erni Mangold?
Lieber Walter,
drei Erinnerungen an Erni Mangold:
Ein Raimund-Abend, den wir gemeinsam mit Fritz Muliar und Christian Futterknecht für die Raimundgesellschaft gestaltet haben – für die Sträußelsäle der Josefstadt und für Gutenstein. Erni Mangold war „das alte Weib“ aus dem Verschwender: umwerfend verschmitzt und klug, wenn sie sagte: “ … I sags halt, wenn man einmal recht schön war und man wird noch so alt – es bleibt doch allweil noch a bissl was übrig!“ Das passte auf niemand besser, als auf sie.
Sie war damals weit über 80 Jahre alt – und nach dem Auftritt, stöckelte sie mit roten, hohen Stöckelschuhen und wallenden Haaren ins Wirtshaus.
Jahre später habe ich, in der Josefstadt in „Geschichten aus dem Wienerwald“, innerhalb von 48 Stunden für sie die Rolle der „Großmutter“ übernommen, für zwei Vorstellungen, dann war sie wieder gesund. Es war mir eine Ehre in „ihrem“ Rollstuhl zu sitzen – so war die Rolle von der Regie angelegt -, denn diese Großmutter war eine ihrer Paraderollen.
Und als Schauspielstudentin besuchte ich den Workshop, den sie in „meiner“ Schule, der Schauspielschule Krauss, gab – unvergesslich ihre Kraft, mit der sie uns antrieb, und ermutigte, uns auf der Bühne selbst zu entdecken.
Später, als ich dort selbst unterrichtete, hatte ich ihre unbedingte Authentizität – als Lehrerin und als Mensch – immer im Hinterkopf. Wie sie selbst von sich sagte: „Ein Bühnenviech“, ja, das war sie.
Und ein beeindruckend starker Mensch. Sie hatte ein langes, erfülltes Leben – schön, wenn einem das gelingt.
Elfriede Schüsseleder, Schauspielerin, Autorin _ Wien 7.9.2026
Im Erinnerungsinterview _ Marion Mitterhammer, Schauspielerin _ Wien
LiebeMarion Mitterhammer, welche Erinnerungen gibt es für Dich an Erni Mangold?
Lieber Walter, ich würde dir diese Fragen (Anm: Erinnerungsinterviewfragen _ Literatur outdoors +Erni Mangold) gerne beantworten. Aber ich bin dieser großen wunderbaren Schauspielerin leider nur zweimal ganz kurz begegnet. Wir haben in den selben Filmen gespielt, aber leider keine gemeinsamen Szenen gedreht. So blieb mir nichts anderes, als sie zu verehren und zu bewundern. Für mich ist sie absolut ZEITLOS und EINMALIG. Ein Vorbild. Ich verbeuge mich. Herzlichen Gruß
Lieber Paul, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Mein Tagesablauf richtet sich danach aus, ob ich gerade in einer Probenphase für eine Produktion bin oder in der Vorbereitung für meine Bewerbungsphase bin. Grundsätzlich versuche ich eine Balance zwischen physischer und geistiger Bewegung zu finden.
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Dass wir Empathie und Mitgefühl nicht verlernen oder als Schwäche ansehen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Tanz/Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Dass wir weitermachen mit dem, was wir lieben und nicht aufhören uns für unsere Leidenschaft zu verausgaben.
Was liest Du derzeit?
Die Reiterarmee von Isaak Babel
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Aus großer Macht, wächst große Verantwortung.
Ben Parker aus Spider-Man
Vielen Dank!
Paul Smollich, Schauspieler
Zur Person: Paul Smollich, Schauspieler _ absolvierte seine Ausbildung zum Schauspieler an der iact Schauspielschule für Film und Theater. Bereits während der Ausbildung stand er auf unterschiedlichen Bühnen, wie unter anderem in den Stücken das „Zofen Lamento“ im Mut Theater und „Bros“ im Thalia Theater. Nach der Ausbildung folgte ein erstes Engagement beim Tournee Theater Hamburg. Für seine Leistung in der Produktion „Artjom Retten?!“, eine Kooperation der iact und dem Ensemble von Drama Syndesi, wurde er 2025 mit dem Michael Bogdanov Preis für den besten Nachwuchsschaupieler ausgezeichnet.
In der Spielzeit 26/27 gastiert er am jungen Schauspiel Lübeck und am Zimmertheater Tübingen.
Aktuelle Produktion Paul Smollich _ Gastspiel in Wien:
Artjom retten!?Ein dokumentarisches Theaterprojekt von Julia Solovieva und Evgeni Mestetschkin Gastspiel in Wien: 11. und 12. September 2026 im DAS Margareten
Artjom retten? Mich retten? Die Menschlichkeit retten? Im September 2022, mitten in Moskau, rezitiert der russische Dichter Artjom Kamardin Gedichte gegen den Krieg in der Ukraine. Unmittelbar danach wird er brutal festgenommen und später zu sieben Jahren Haft verurteilt. Vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine nimmt „Artjom retten!?“ die Geschichte Kamardins zum Ausgangspunkt für eine persönliche und politische Auseinandersetzung: Was bedeutet Menschlichkeit in Zeiten des Krieges? Und wo liegen die Grenzen unseres Verständnisses für andere?
Auf der Bühne begegnen sich die Ukrainerin Dana und der Deutsche Paul. Sie sprechen über Krieg, Verantwortung, Angst, Loyalität und die Schwierigkeit, widersprüchliche Positionen auszuhalten. Bin ich bereit, meinen Freund zu verstehen, der nicht an die Front ziehen möchte? Und bin ich dann auch bereit, den russischen Dichter Artjom zu verstehen, der vor seiner Verhaftung für das Militär gearbeitet hat?
Das Stück fragt nicht nach einfachen Antworten. Es untersucht die Grauzonen zwischen Empathie und Abgrenzung, zwischen persönlicher Haltung und gesellschaftlicher Funktion: Wo bleibe ich Mensch – mit meinen Gefühlen, Widersprüchen und möglichen Fehlern? Und wo werde ich zu einer Funktion? Dabei wird auch das Publikum Teil der Auseinandersetzung. Fragen, Emotionen, Reflexionen und persönliche Erfahrungen dürfen in den Theaterabend einfließen. Dokumentarisches Theater zwischen persönlicher Perspektive und politischer Realität.
Evgeni Mestetschkin und Julia Solovieva sind ein in Hamburg tätiges Autoren-, Regie- und Theaterduo, das sich in seinen dokumentarischen und dramatischen Projekten intensiv mit gesellschaftlichen und politischen Themen auseinandersetzt. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen reale Geschichten und Schicksale, die sie mit persönlichen Perspektiven und aktuellen politischen Fragestellungen verbinden.
„Artjom retten!?“ beleuchtet das Schicksal politischer Gefangener und die Frage nach individueller Verantwortung in Zeiten politischer Repression und Krieg. Die Produktion wurde 2025 in Hamburg entwickelt und unter anderem an den Hamburger Kammerspielen gezeigt. Nun kommt das dokumentarische Theaterprojekt nach Wien ins
„Artjom retten!?“DAS Margareten – Raum für lebendiges Theater. Mit: Dana Anofrenkova und Paul Smollich Regie & Autorenschaft: Julia Solovieva und Evgeni Mestetschkin Ton: Sandra Berkefeld
„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.