„Natürlich liegt Böhmen am Meer. Wie könnte es anders sein?“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Stefan Heyer, Schriftsteller _ Augsburg 21.10.2026

Ingeborg Bachmann _ Stefan Heyer

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann auf der Terrasse ihrer Wohnung in Rom, Bocca de Leone, um 1970

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

im Interview _ Stefan Heyer, Schriftsteller _ Augsburg

Lieber Stefan, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Nachdem ich mich durch die Trümmerliteratur von Böll, Lenz und Co. gelesen hatte, bin ich 1982 als jugendlicher Leser auf Bachmann gestoßen. Der Band „Simultan“, Erzählungen, in der Ausgabe bei dtv. Weitere Erzählungen und die wunderbaren Gedichte folgten. Kurz vor dem Abitur gab es  dann die Werkausgabe. Für das Abitur war das nicht nötig, aber es hat dann die Studienwahl mit beeinflusst.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Ihr Schreiben und Leben war das Suchen. Das Suchen nach der wahren Sprache, den wahren Sätzen und dem wahren Leben. Nach dem Massaker des Zweiten Weltkrieges, nach dem Holocaust eine Sprache, einen Weg im Leben zu finden, eine Hoffnung und Utopie, dies ist die Grundlage ihrer Literatur.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Wichtiger als zum Beispiel der Briefwechsel mit Max Frisch sind mir die Frankfurter Poetikvorlesungen. Bachmann war die erste Dozentin der damals neuen Reihe. Über die „Probleme zeitgenössischer Dichtung“ sprach sie in fünf Vorträgen. Sie beschäftigte sich darin mit Lyrik (Eich, Enzensberger), mit dem schreibenden Ich und dem Umgang mit der Utopie. Bachmann, die Autorin, die immer auch Philosophin war, sich immer an Heidegger und Wittgenstein abarbeitete, ebenso sich aber Heidegger auch immer wieder annäherte. Literatur als Plage als auch Literatur als Utopie.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Im Roman „Malina“ geht Bachmann im zweiten Kapitel auf den Nationalsozialismus und die Shoa ein. Die Welt erscheint als eine einzige, riesige Gaskammer, ein unendlicher Albtraum, der hauptsächlich durch Männer herbeigeführt wird. Die Ich-Erzählerin erschreibt sich den eigenen Tod. Die toxische Männerwelt richtet sie zu Grunde. Für Hoffnung ist da wenig Platz. Diese Ausweglosigkeit ist verstörend.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Die Liebe ist ein schwieriges Feld, doch was wären wir ohne die Liebe? Ohne Liebe ist das Leben nicht vorstellbar. Das Glück und das Unglück der Liebe ist dem Menschen beigegeben.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Schreiben hat viel mit Verlassen des Gewohnten, des sichern Bodens zu tun. Immer wieder muss man sich die Sprache abwringen, das Schreiben erkämpfen. Dies muss aber nicht im Leid geschehen. Schreiben ist auch Utopie, Schreiben ist auch Hoffnung. Es muss kein einsamer Kampf sein. Wir können auch gemeinsam kämpfen. Man darf sich einen Schriftsteller als glücklichen Menschen vorstellen.

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

Natürlich liegt Böhmen am Meer. Wie könnte es anders sein? Nur so finden wir das Lachen wieder, nur so die Liebe. Wir alle müssen Böhmer sein. An das Meer glauben. Nicht weniger. Nicht mehr.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Macht das Leben in Rom glücklich?

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Neben einer Sammlung von kleinen Prosastücken über das Glück arbeite ich vor allem an einen größeren Prosatext, der in München spielt. Eine Art polyphones Nachtstück.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

„Die Wahrheit nämlich ist dem Menschen zumutbar.“

Rede zur Verleihung des Hörspielpreises der Kriegsblinden (1959)

Herzlichen Dank für das Interview!

Stefan Heyer, Schriftsteller

Zur Person: Stefan Heyer wuchs am linken Niederrhein auf. Nach dem Abitur und dem Zivildienst studierte er Germanistik und Philosophie in München. 1994 erwarb er den akademischen Grad des Magister Artium an der Ludwig-Maximilians-Universität München. An der Universität Essen wurde er 2000 bei Manfred Schneider mit einer Arbeit über das Kunstkonzept von Gilles Deleuze und Felix Guattari promoviert. Zweitbetreuer war Joseph Vogl. Die Dissertation „Gilles Deleuze und Felix Guattaris Kunstkonzept. Ein Wegweiser durch Tausend Plateaus“ erschien 2001 im Passagen Verlag, Wien.

Zusammen mit der Buchhandlung Amalienstraße 71 veranstaltete und kuratierte er in München verschiedene Vortragsreihen, u.a. zu den Themen Postmoderne, Gedächtnis, Körper, Liebe.

Heyer verfasst Kurzprosa und Lyrik. Zahlreiche Texte sind in Literaturzeitschriften und Literaturportalen erschien, z.B. in „Mosaik“, „Poesiealbum neu“, „Fixpoetry“, „Podium“, „Signaturen-Magazin“, „neolith“, „Die Rampe“, „Ausreißer – Grazer Wandzeitung“, „Sylste“, „entwürfe“, „Prolog – Zeichnungen und Texte“ u. a. Das Gedicht „Lob der Faulheit“ wurde 2017 von Joachim Hofmann verfilmt.

2019 erschien sein Lyrikdebut „Resonanzen/Korrespondenzen“  beim Passagen Verlag, Wien. Beim Epubli Verlag erschien 2021 die Gedichtssammlung „Schwarzer Kaffee auf der müden Zunge“. 2023 erschien „Form und Struktur“ im Passagen Verlag. Der Lyrikband „Das Alphabet von Deleuze & Guattari“ erschien 2025 ebenfalls im Passagen Verlag erscheinen.

Im Frühjahr 2027 erscheint ein Prosaband zum Thema Glück im Passagen Verlag.

Stefan Heyer lebt mit seiner Familie in Augsburg. (Stefan Heyer, 2.8.26)

Website: Autor Lyrik Gedichte Schriftsteller | Stefan Heyer | Augsburg

Foto: Ingeborg Bachmann _  Garibaldi Schwarze

Fotos: Stefan Heyer _ privat

Walter Pobaschnig, 2.8.26

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Im Schatten der Engel. Leonard Cohen – eine Biografie, Christophe Lebold. Reclam Verlag.

Leonard Norman Cohen *21. September 1934 Westmount/Québec/Canada + 7. November 2016 Los Angeles/Kalifornien/USA _Singer-Songwriter, Schriftsteller, Dichter und Maler.

Eine unvergleichliche Karriere, welche Generationen von Musik-, Kunstbegeisterten seit den 1960er Jahren bis in die Gegenwart begeistert und inspiriert. Eine unverwechselbare Poesie, Stimme, Melodie, die an innerste Seelenschichten gelangt und gleichsam in den unverwechselbaren Cohen Sound magnetisch hineinzieht.

Ein sehr erfolgreicher singer-sonwriter, der viele spannende künstlerische Facetten wie auch persönliche Lebensgrundsätze und Engagements vereinigt.

Wer war nun Leonard Cohen? Was waren Stationen in Leben und Kunst? Was sind Charakteristika seiner Musik?

Kaum jemand könnte berufener sein eine Biographie dieses Ausnahmemusikers, -künstlers zu schreiben als Christophe Lebold, langjähriger Freund Cohens und Professor für amerikanische Literatur und Rockkultur an der Universität Straßburg. Ein ganz besonderer Cohen-Experte, der auf gut 600 Seiten (mit ausführlichen Anhang) den Cohen Kosmos in Wort&Bild wie auf einer Leinwand faszinierend zusammenhängend und strahlend entstehen lässt. Da ist für jede und jeden, Fans wie Interessierte, etwas dabei.

„Eine unvergleichliche Reise in die Cohen Welt zwischen Leben und Kunst!“

Im Schatten der Engel. Leonard Cohen – eine Biografie, Christophe Lebold. Reclam Verlag.

Die große Biografie über den Poeten, Songwriter und Sänger

Gebunden, 704 Seiten, farbige Abbildungen, schwarz-weiß Abbildungen

ISBN: 978-3-15-011587-9

40 EUR

Walter Pobaschnig 10/26

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„Meer suchend und weinen“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _  Stefan Heyer/Nahoko Fort _ Augsburg/Wien 21.10.2026

 Nahoko Fort, Schauspielerin _ Wien _ performing _
Walter Pobaschnig 7/26, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance _ Donau/Wien

MALINA _ Akrostichon

Text _  Stefan Heyer, Schriftsteller _ Augsburg

Performance_  Nahoko Fort, Schauspielerin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

MALINA

M
Meer suchend und weinen

A Ausfahrt, dunkel, als, nichts als Ungeheuer

L Landnahme verweigere ich

I Ihre Worte über den Tod schweigen

N Nebelland liegt über den Winter

A Apulien läuft über die Olivenbäume

Stefan Heyer, 2.8.26

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance _ Donau/Wien

MALINA _ Akrostichon

Text _  Stefan Heyer, Schriftsteller _ Augsburg

Performance_  Nahoko Fort, Schauspielerin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Stefan Heyer, Schriftsteller
 Nahoko Fort, Schauspielerin

Foto: Ingeborg Bachmann _  Heinz Bachmann

Foto: Stefan Heyer _ privat

Fotos:  Nahoko Fort, Schauspielerin _ Wien _ performing _
Walter Pobaschnig 7/26.

Walter Pobaschnig, 2.8.26

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Die Schokobusserl von Tante Andula. Wenn Rezepte Geschichten erzählen. Marie-Theres Arnbom. Amalthea Verlag.

Die Schokobusserl von Tante Andula. Wenn Rezepte Geschichten erzählen. Marie-Theres Arnbom. Amalthea Verlag.

Die Geschichte dieses Buches beginnt mit einem Verlagsbesuch und der Übergabe von drei historischen Familienkochbüchern. Ein Erbe, das jetzt einen guten Platz der Erinnerung, Aufarbeitung in seiner so weitrechenden Geschichte von Teller, Gesellschaft, Kultur, Politik, Verfolgung, Leben und Tod finden sollte. Drei kleine Bücher zu Küche und Tisch, in denen so viel steckt…

Jetzt braucht es noch jemanden, die diesen Küchenschatz heben und in seiner weitreichenden, verzweigten Gesellschafts-, Kulturgeschichte ins Licht setzen kann.

Und das ist die so versierte Wiener Autorin Marie-Theres Arnbom, die sich mitten hinein in Küche und Leben stellt und in einmalig kompetenter Weise recherchiert, verbindet, erläutert und so ein unvergleichliches Familienepos entstehen lässt, das in seinen hergestellten Verbindungslinien begeisternd wie in Ereignis und Dramatik erschütternd staunen lässt.

Das „große Backen“ ist hier also eines von Zeitgeschichte, Familie (in vielen beeindruckenden historischen Fotos/Dokumenten) und Küchengeheimnissen, die dunkelste Zeiten überdauerten und die hier in einfacher Anleitung wunderbar selbst auf den Tisch gezaubert werden können.

„Ein süßes wie dramatisches Geschichtsbuch der Sonderklasse!“

Die Schokobusserl von Tante Andula. Wenn Rezepte Geschichten erzählen. Marie-Theres Arnbom. Amalthea Verlag.

Gebunden, 240 Seiten

ISBN-13: 978-3-99050-306-5

1. Auflage, mit zahlreichen Abbildungen durchgehend vierfarbig,

Erscheinungsdatum: 30.09.2026

Walter Pobaschnig 10/26

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„Gegenwind“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Jozej Strutz/Zeynep Alan _ Klagenfurt/Wien 20.10.2026

Station bei Malina_
Zeynep Alan, Schauspielerin_Wien_ acting Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien _
Walter Pobaschnig 11/23, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text  _ Jozej Strutz, Schriftsteller _ Klagenfurt/Celovec

Performance _ Zeynep Alan, Schauspielerin_Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Station bei Malina_
Zeynep Alan, Schauspielerin_Wien_ acting Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien _
Walter Pobaschnig 11/23, folgende

INGEBORG



Innehalten heißt hinaushören

Neue Tonarten erfinden

Geigenspiel malen

Eine Wortmusik tanzen

Betörendes Singen in der Beatrixgasse

Odysseus‘ Ohr an meiner Türe

Regenstimmung und Heimkehr

Gegenwind

Josef Strutz, 9.3.26

Station bei Malina_
Zeynep Alan, Schauspielerin_Wien_ acting Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien _
Walter Pobaschnig 11/23

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text  _ Jozej Strutz, Schriftsteller _ Klagenfurt/Celovec

Performance _ Zeynep Alan, Schauspielerin_Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Jozej Strutz, Schriftsteller
 Zeynep Alan, Schauspielerin_Wien

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.

Foto: Jozej Strutz _ privat.

Fotos: Station bei Malina_
Zeynep Alan, Schauspielerin_Wien_ acting Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien _
Walter Pobaschnig 11/23.

Walter Pobaschnig 6.3.2026

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„Sprache, die wehtut, tröstet und brilliert, Grenzen überschreitet“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Gabriela Kasperski, Schriftstellerin _ Zürich 20.10.2026

Ingeborg Bachmann _ Gabriela Kasperski

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

in Akrostichon-Erinnerung _ Gabriela Kasperski, Schriftstellerin _ Zürich

Als Kind hatte ich Sehnsucht nach dem Meer, immer. Wo ich nie war. Dafür hatte ich einen Atem für Bücher.  Freiheit und Liebe, haben mich interessiert, vor allem aber die Frauen, Frauen und Freiheit. Ich fand sie bei Agatha (Christie), François (Sagan), Silvia (Plath), bei Patricia (Highsmith), bei Marguerite (Duras) und bei Simone (de Beauvoir), Ikonen. 

Nur eine habe ich ausgelassen. Fiel mir nicht leicht, aber….sie war ja mal mit dem Max (Frisch) liiert, und ich, aus der Schweiz, genauer gesagt, aus Zürich, mit Wurzeln im Tessin, junge Literaturstudentin und Schauspielerin, ich war mit dem Max dauernd auf Kriegsfuß, konfrontiert.

Aber dann, endlich, die gestundete Zeit, und das Ich-Gedicht. Da war ich angefixt und wollte NIEMALS mehr aufhören zu lesen,  mich an Malina gewagt. Weil mir der Name so gefiel. Nur als ich merkte, dass damit (vordergründig, beim flüchtigen Lesen) ein Mann gemeint war, erfolgte das Weglegen des Buches, und schließlich (zum Glück) das wieder Vorholen, das Verschlingen, nicht verstehen, erahnen, erfühlen. Nochmal verschlungen. Ausgelesen. Und jetzt wieder vorgeholt, die politische Dimension gelesen und die Zärtlichkeit gespürt, die Einsamkeit.  Das Einschlafen, das Zucken, das Verdunkeln, die Tränen, die zu weinen gewesen wären, und die Kreuzung, die weder bezaubert, noch sprachlos macht. Bilder, die bis heute geblieben sind, und an jeder Kreuzung auftauchen. (wie kürzlich in Chartres, in der Anfahrtsstraße, weit entfernt von der Kathedrale.)
Wahrnehmungsschärfe, die brüchige Welt, das Unausgesprochene, Sprache, die wehtut und tröstet und brilliert, Grenzen überschreitet und  einen mitunter auch einfach von A nach Z bringt… aber vor allem: Figuren, in ihrer Erschütterung, Sehnsucht, Verletzlichkeit und Schönheit.
Alle, nicht nur die Frauen.   

Meer

Atem

leicht

Ich-Gedicht

NIEMALS

Alle

Herzlichen Dank für diesen Beitrag in MALINA_Akrostichon/Erinnerung!

Gabriela Kasperski, Schriftstellerin

Zur Person _ Gabriela Kasperski, Autorin von Kriminal-bis Kinderroman.
Gabriela Kasperski ist studierte Anglistin, war als Moderatorin im Radio- und TV-Bereich tätig und stand als Theaterschauspielerin auf vielen Bühnen. Heute lebt sie als Schriftstellerin mit ihrer Familie in Zürich, London und der Bretagne und arbeitet als Dozentin für Synchronisation, Figurenentwicklung und Kreatives Schreiben. 

Sie arbeitet mit verschiedenen Verlagen zusammen. Ihre Bücher wurden mehrfach nominiert und ausgezeichnet. 2020 erhielt sie das KIMI-SIEGEL für Diversity und die Lesefieber-Feder für ihre YESHI-Reihe. 2024 erhielt sie den Zürcher Krimipreis für ZÜRCHER VERSTRICKUNGEN – Ein Krimi über die kolonialen Spuren der Stadt Zürich

Website: www.gabrielakasperski.ch

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Gabriela Kasperski _ privat

Walter Pobaschnig, 16.8.2026

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Sylvester Stallone, The Steps. Die Geschichte meines Lebens. C.Bertelsmann Verlag

Sylvester Stallone *6.Juli 1946 New York City, Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor, Produzent – ein Name, der für eine unvergleichliche Erfolgsgeschichte an den Kinokassen der 1970/80er Jahre (Rocky, Rambo) und darüber hinaus bis in die Gegenwart steht wie auch für eine unglaubliche Lebensgeschichte von Wille, Mut, Ausdauer und Konsequenz. Ein Weg eines der größten Filmstars Hollywoods, der in unverwechselbaren selbstbewussten Rollencharakteren and actingskills Generationen begeistert.

Doch wo hatte dieses Leben seinen Ausgangspunkt? Wie war der Weg zum Schauspiel und wie gelang der große oscargekrönte Durchbruch? Was waren und sind persönliche Grundsätze und Leitlinien eines der größten Hollywoodstars?

In einer über dreihundert Seiten starken Autobiographie legt Sylvester Stallone Lebensschritte wie Licht und Schatten eines Künstlerlebens dar und bietet nie gewährte Einblicke vor und hinter der Kamera.

Sylvester Stallone, The Steps. Die Geschichte meines Lebens. C.Bertelsmann Verlag

Hardcover, mit Schutzumschlag, 352 Seiten.

ISBN: 978-3-570-10589-4

28 EUR

Walter Pobaschnig 10/26

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„Bachmann misstraut allem. Sogar der Sprache selbst, die ihr Werkzeug ist“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Robert Eichenauer, Schriftsteller _ Graz 19.10.2026

Ingeborg Bachmann _ Robert Eichenauer

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Robert Eichenauer, Schriftsteller _ Graz

Lieber Robert, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Mein persönlichster Zugang zu Ingeborg Bachmann ist „Das dreißigste Jahr“. Ich habe das Buch tatsächlich gelesen, als ich selbst dreißig wurde. Natürlich nicht ganz zufällig, der Titel hatte mich gerade deshalb neugierig gemacht. Und vermutlich liest man eine solche Erzählung in diesem Alter anders als mit zwanzig oder mit sechzig.

Mich hat damals dieser Moment beschäftigt, in dem ein Mensch beginnt, sein bisheriges Leben grundsätzlich infrage zu stellen. Mit dreißig liegt scheinbar noch fast alles vor einem, gleichzeitig ist aber schon genug Leben vergangen, um sich fragen zu müssen: Bin ich eigentlich der geworden, der ich sein wollte? Wie viel von meinem Leben habe ich selbst bestimmt, wie viel hat sich einfach ergeben?

Diese Fragen sind mir von der Erzählung stärker in Erinnerung geblieben als einzelne Sätze oder literaturwissenschaftliche Deutungen. Das Buch begegnete mir zum richtigen Zeitpunkt meines Lebens. Und einige seiner Fragen beschäftigen mich bis heute.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Für mich ist es vor allem die Verbindung von sprachlicher Präzision und großer innerer Unruhe. Bachmann misstraut allem. Sogar der Sprache selbst, die ihr Werkzeug ist. Ihre Texte lassen einen nie beruhigt zurück. Sie können sperrig sein, manchmal verstörend, aber sie haben eine enorme Intensität. Und sie traut ihren Leserinnen und Lesern etwas zu. Sie erklärt nicht alles.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Natürlich „Malina“, weil sich darin viele ihrer großen Themen auf radikale Weise verdichten. Aber „Das dreißigste Jahr“ bleibt für mich der persönlichere Text.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Erschreckend aktuell. Nach Jahrzehnten, in denen die patriarchale Welt Stück für Stück zurückgedrängt wurde, hat vor einigen Jahren eine gefährliche Gegenbewegung eingesetzt. Politiker wie Trump, Putin oder Orban drehen das Rad der Zeit zurück. Was ich an Bachmann interessant finde, ist, dass Gewalt bei ihr nicht erst dort beginnt, wo jemand zuschlägt. Sie steckt auch in Beziehungen, Abhängigkeiten, Erwartungen und in der Sprache. Menschen können einander zerstören, ohne dass nach außen etwas Spektakuläres geschieht

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Hoffentlich anders. Weniger besitzergreifend vielleicht. Aber die Liebe ist am Ende ein sehr persönliches Gut. Ich hoffe im Übrigen, dass nicht alle Männer unheilbar krank sind.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Das klingt nach einer Romantisierung des Künstlers. Niemand wird gezwungen zu schreiben, dieses „Martyrium“ auf sich zu nehmen. Was sie vielleicht damit gemeint haben könnte: Schreiben bedeutet, den Dingen auf den Grund zu gehen, sie stärker auszuleuchten. Dabei fördert man manchmal auch Unerfreuliches zutage.

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

Ihre Beschäftigung mit Sprache. Bachmann fragt immer wieder danach, ob unsere Sprache überhaupt ausreicht, um das auszudrücken, was in uns vorgeht. Gleichzeitig ist ihr bewusst, dass es für eine Schriftstellerin natürlich kein anderes Werkzeug gibt.

Mich interessiert außerdem ihr Außenseitertum. Viele ihrer Figuren finden keinen selbstverständlichen Platz in der Welt. Sie beobachten, zweifeln, versuchen auszubrechen und scheitern mitunter daran. Das ist ein literarisches Motiv, das mich sehr beschäftigt. Der Außenseiter sieht eine Gesellschaft häufig genauer als derjenige, der vollkommen in ihr aufgeht.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Ob sie auch längere Lebensphasen hatte, in denen sie glücklich war.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Nach „Die Außenseiterin“ arbeite ich an einem neuen Roman, in dem wieder Menschen im Mittelpunkt stehen, die mit gesellschaftlichen Erwartungen und mit ihren eigenen Vorstellungen von Freiheit in Konflikt geraten. Mich interessiert dabei besonders die Frage, was Freiheit eigentlich bedeutet. Und welchen Preis wir bereit sind, für sie zu bezahlen. Das Buch soll im Herbst 2027 erscheinen.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

„Im Widerspiel des Unmöglichen mit dem Möglichen erweitern wir unsere Möglichkeiten.“

Herzlichen Dank für das Interview!

Robert Eichenauer, Schriftsteller

Zu Person/Werk: Eichenauer, Robert – Edition Keiper 16.9.2026

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Robert Eichenauer _ Chris Zenz

Walter Pobaschnig, 15.9.2026

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„Manchmal bleibt nur die Sprache“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Robert Eichenauer/Eva Maria Neubauer _ Wien 19.10.2026

Eva Maria Neubauer, Schauspielerin, Sängerin _ Wien _ performing „Malina“ _
Romanschauplatz – Malina – Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 8/2020, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz _ „Ivans place“

MALINA _ Akrostichon

Text  _  Robert Eichenauer, Schriftsteller _ Graz

Performance _  Eva Maria Neubauer, Schauspielerin, Sängerin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

MALINA

M
anchmal bleibt nur die Sprache,

Als letzte Zuflucht.

Letztlich verblasst auch sie

In den Fängen des Lebens,

Nichts bleibt,

Alles löscht sich selbst.

Robert Eichenauer, 15.9.26

Eva Maria Neubauer, Schauspielerin, Sängerin _ Wien _ performing „Malina“ _
Romanschauplatz – Malina – Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 8/2020, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz _ „Ivans place“

MALINA _ Akrostichon

Text  _  Robert Eichenauer, Schriftsteller _ Graz

Performance _  Eva Maria Neubauer, Schauspielerin, Sängerin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Robert Eichenauer, Schriftsteller

Zu Person/Werk: Eichenauer, Robert – Edition Keiper 16.9.2026

 Eva Maria Neubauer, Schauspielerin, Sängerin

Zu Person/Werk: Vita – EVA MARIA NEUBAUER 16.9.2026

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Robert Eichenauer _ Chris Zenz

Fotos: Eva Maria Neubauer, Schauspielerin, Sängerin _ Wien _ performing „Malina“ _
Romanschauplatz – Malina – Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 8/2020

Walter Pobaschnig, 15.9.2026

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Napoleon. Der Schatten der Revolution. Eine Biografie. Van Loo, Bart. C.H.Beck Verlag.

Napoleon Bonaparte, Kaiser Napoleon I. * 15. August 1769 Ajaccio/Korsika  +5. Mai 1821 St. Helena/Südatlantik. Ein Herrscher und eine Epoche, die Frankreich und Europa tiefgreifend veränderte und deren Folgewirkungen für die gesellschaftspolitische Entwicklung bis heute manifest sind.

Doch wie begann dieser Lebensweg und Aufstieg eines korsischen Offiziers zum Feldherrn und Kaiser, der in Schlachtfeld und gesellschaftlicher Reform Europa verheerte, veränderte und prägte?

Welche Persönlichkeit war Napoleon? Was trieb ihn an und was ließ ihn schließlich endgültig scheitern?

Bart Van Loo, Historiker, Schriftsteller wie renommierter medialer Geschichts-, Kulturvermittler, legt eine umfassende wie profunde 600 Seiten starke Biographie wie Gesellschafts-, Kultur- und Politgeschichte der Zeit Napoleons  vor, welche in ihrer wissenschaftlichen Qualität wie der narrativen Vermittlung in Wort wie Bild (ausführlicher wunderbarer Bildteil) beeindruckt wie begeistert.

In fünf gut gegliederten Kapitel wie einem ausführlichen Anhang (Zeittafel, Quellen, Personenregister, u.m.) entsteht ein Panorama einer Epoche von der französischen Revolution und ihren Folgen in der Herrschaft Napoleons bis zu dessen Scheitern und Tod im Exil, in welches Leserin und Leser in großartiger Zeitreise eintauchen können.

„Eine unvergleichliche Zeitreise zu Aufstieg und Ende einer Epoche!“

Napoleon. Der Schatten der Revolution. Eine Biografie. Van Loo, Bart. C.H.Beck Verlag.

Gebunden, 677 S., mit 35 farbigen Abbildungen und 2 Karten

ISBN 978-3-406-84962-6

38 EUR

Walter Pobaschnig 9/26

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