„die harte Jury-Diskussion war bei laufender Kamera schwer auszuhalten“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Ute-Christine Krupp, Schriftstellerin, Berlin 13.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview _ Ute-Christine Krupp, Schriftstellerin _ Berlin 

Bachmannpreisnominierte 2001 _

Eingeladen von Burkhard Spinnen und Elisabeth Bronfen (Juror/in)

Liebe Ute-Christine Krupp, Du hast am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan Deine erste Erinnerungen?

Lesung vor laufender Kamera. Die Möglichkeit, von einem großen Publikum wahrgenommen zu werden. Gutes Hotel. Schöne Stunden am Wörther See. Interessante Gespräche in den Pausen.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Die Übertragung im Fernsehen. Die große Jury. Man kann Kontakte knüpfen.

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Freude darüber, dass es mir gelungen war, den Text gut vorzutragen. Große Irritation über die harte Diskussion. Das war bei laufender Kamera schwer auszuhalten.

Wie hat sich der Bachmannpreis auf Deinen weiteren literarischen, künstlerischen Weg ausgewirkt?

Gar nicht. Ich habe mir viele Jahre später noch einmal die Diskussion der Jury angeschaut und empfand sie dann nicht mehr so schlimm, wie ich sie bei der Veranstaltung empfunden hatte. Ich habe die Teilnahme am Bachmann-Wettbewerb nie mehr erwähnt, in der Hoffnung, dass sich keiner diesen Auftritt von mir anschaut.

Allerdings fällt mir gerade ein, ich bekam anschließend eine Einladung nach Wiepersdorf, ein Stipendium für drei Monate dort.

Mein Text erschien im Herbst 2001 im Suhrkamp Verlag. Die Diskussion wurde in einer Doktorarbeit beschrieben und analysiert, wie ich zufällig herausfand. 

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Eine Jury, die häufiger neu besetzt wird.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Den Autor*innen rate ich, vorher Sprechunterricht zu nehmen. Das macht dann den Auftritt professioneller und das Lampenfieber ist geringer.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Ute-Christine Krupp, Schriftstellerin

Zur Person: Ute-Christine Krupp wurde in Börsborn/Pfalz geboren. Sie ist in einer Arbeiterfamilie mit vier jüngeren Geschwistern aufgewachsen. Zweiter Bildungsweg. Abitur in Kaiserslautern. Philosophie-Studium in Erlangen und Köln. Heute lebt sie in Berlin. In ihren Texten beschäftigt sie sich mit Terrorismus und Klassismus.

Veröffentlichungen/Auswahl:

Schritte für Kellner, Hörspiel, Saarländischer Rundfunk, Saarbrücken 1993. Strom/Strömung, Hörspiel, SR/BR, Saarbrücken 1994. Muttersprache, Vaterland, Hörspiel, Deutschlandradio Kultur und Bulgarischer Nationalsender, Berlin 2010. Übersetzt im Auftrag des Goethe-Instituts Sofia. Von Maja Stefano. Greenwichprosa, Erzählung, Suhrkamp Verlag, Frankfurt 1997. Alle reden davon, Roman, Suhrkamp Verlag, Frankfurt 2001. Membercard Europa, Essay, in der Reihe: „Deutsche Reise nach Plovdiv“, Pygmalion Verlag, Sofia – und Wunderhorn Verlag, Heidelberg 2005. Übersetzt von Mirela Ivanova. Punktlandung, Roman, Wallstein Verlag, Göttingen 2021.

Bachmannpreis _ ORF Studio Klagenfurt

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Wörthersee _ Blick vom Schloss Loretto/Klagenfurt

Foto: Ute-Christine Krupp _ Johanna Rübel

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Wörthersee_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 11.6.26

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„Weniger Literatur-Kabarett, mehr Tiefe“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Georg Bydlinski, Schriftsteller _ Mödling/NÖ 13.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Im Interview _  Georg Bydlinski, Schriftsteller _ Mödling/NÖ

Bachmannpreisnominierter 1990

Lieber Georg, Du hast 1990 am Bachmannpreis in Klagenfurt, dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum, teilgenommen. Was sind spontan Deine ersten Erinnerungen?

Positiv: Dass wir als Autoren-und-Literaturbetriebsteam bei einem Fußballmatch die Mannschaft des ORF Kärnten klar mit 3:1 besiegt haben.

Negativ: Dass bei den Lesungen die Jury nicht alle Teilnehmenden gleich fair behandelt hat.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Man steht in der literarischen Auslage, mit allen Vor- und Nachteilen.

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Ich habe viel über den Literaturmarkt gelernt – über die Hierarchien der Verlage und innerhalb der Jury.

Wie hat sich der Bachmannpreis auf Deinen weiteren literarischen, künstlerischen Weg ausgewirkt?

Ich konnte die Aufmerksamkeit der Edition S (die leider schon lange nicht mehr besteht) für meinen Text erwecken, der dann im Folgejahr 1991 unter dem Titel „Wurfparabel“ dort erschienen ist und in Österreich viel rezensiert wurde.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Weniger Literatur-Kabarett, mehr Tiefe.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Dass sich jede/r die guten Seiten dieser für mich doch sehr ambivalenten Veranstaltung herauspicken kann und (nur) diese in Erinnerung behält!

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Bachmannpreis 2015 _ vor der Preisverleihung/ORF Studio
Bachmannpreisträger:innen _ ORF Studio

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann in Klagenfurt an der Tür ihrer ehemaligen Schule _ Ursulinengymnasium Klagenfurt _ Foto 1968

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Wörthersee _ Morgenstimmung

Foto: Georg Bydlinski _ Birgit Bydlinski

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/ORF Studio Klagenfurt  Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 12.6.2026

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„Desaster“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Petra Morsbach, Schriftstellerin _ München 13.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Im Interview _ Petra Morsbach, Schriftstellerin _ München

Bachmannpreisnominierte 1995 Text: „Plötzlich es es Abend“ (Romanauszug)

Liebe Petra, Du hast 1995 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan erste Erinnerungen?

Desaster

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Schöne, großzügige Festivalatmosphäre

Wie hast Du deine Lesung und die Jurydiskussion erlebt?

Lesung: schlecht (Anfängerin). Jurydiskussion: vernichtend

Wie hat sich Deine Teilnahme auf Deine literarische Öffentlichkeit wie Deinen weiteren persönlichen literarischen Weg, Deinen Schreibstil, ausgewirkt?

Künstlerisch: kein Einfluss. Gesellschaftlich: eine Laufbahn als Geheimtipp

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Zukunft?

Weniger Show, mehr literarische Kompetenz (im Vergleich zu damals. Seitdem habe ich die Veranstaltung nicht mehr verfolgt)

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Mut zu künstlerischen Diskussion. Weniger artistische Aspekte.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Danke meinerseits

Petra Morsbach, Schriftstellerin

Zur Person: Petra Morsbach, geboren 1956, studierte in München und St. Petersburg. Danach arbeitete sie zehn Jahre als Dramaturgin und Regisseurin. Seit 1993 lebt sie als freie Schriftstellerin in der Nähe von München. Bisher schrieb sie mehrere von der Kritik hoch gelobte Romane, u.a. »Opernroman«, »Gottesdiener« und »Justizpalast«. Zuletzt erschien bei Penguin der Essayband »Der Elefant im Zimmer«. Ihr Werk wurde mit zahlreichen Stipendien und Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Jean-Paul-Preis. 2017 erhielt sie den Roswitha-Literaturpreis der Stadt Bad Gandersheim und den Wilhelm-Raabe-Preis.  Petra Morsbach (Autorin): alle Bücher + Steckbrief bei Penguin

Bachmannpreis _ ORF Studio Klagenfurt

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Autor und Journalist_Humbert Fink _
Bachmannpreisgründer und langjähriger Juror

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Rathaus Klagenfurt _ Bachmannpreisankündigung
Kärnten _ Ossiacher See

Foto: Petra Morsbach _ privat

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt/Ossiacher See_ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 11.6.2026

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„reich ranicki: habe kein wort verstanden, aber bin dafür“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Ginka Steinwachs, Schriftstellerin _ Berlin 13.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Im Interview _ Ginka Steinwachs, Schriftstellerin _ Berlin

Bachmannpreisnominierte 1985 und 1992

Preis der Industriellenvereinigung 1985 Text: „Das postbarocke Temperament in seinem Barceloneser Element“

Liebe Ginka, Du hast am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind Deine Erinnerungen?

erstens: ich war zweimal da. einmal 85 und einmal 92. hoffentlich stimmen die jahreszahlen.

an meinen ersten aufenthalt erinnere ich mich gerne. habe damals etwas über barcelona gelesen. hatte etwas mit der schwitterssäule zu tun. einer stadt, die nach oben wächst, weil unten kein platz ist.

der gefürchtete reich radetzky (Marcel Reich-Ranicki, Literaturkritiker, langjähriger Juror/Juryvorsitzender Bachmannpreis, Anm.) in der jury. und was sagt der mann zustimmend nach der lesung: habe kein wort verstanden, aber bin dafür. ergebnis::: dritter preis. hätte auch den zweiten bekommen, wenn ihm ein buch von mir, das in plastik gebunden war, gefallen hätte. tut es nicht. macht nichts. beide parteien zufrieden.

beim zweiten mal läuft alles anders. und eher schief. hätte ich auf ihn gehört und meinen flug annuliert, weil der koffer zwischen aussen ( treppe ) und innen ( check-in  ) aufspringt, weshalb verschiedene dinge aus dem flieger herausfallen, die lieber in berlin geblieben sind.

verena auffermann hatte mich verspätet eingeladen, weil herta müller kurzfristig abgesagt hatte, im klaren vorgefühl, daß es gegen eine martin walsertochter keinen grossen gewinn für sie gibt. mir aber nun fehlte es an dieser voraussicht. und ich gebe es auch ehrlich zu: mein text war zu lang. er war auch zum lesen und nicht zum hören und insofern fehl am platz.

ob ich noch ein drittes mal hingehen würde.

da erbitte ich beratung IHRER leser.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Ginka Steinwachs, Schriftstellerin

Über mich: habe zum glück viel zu tun und viele junge freunde, die schreiben, von denen ich und die von mir lernen ( siehe die zeitschrift edit aus leipzig ).

Website von Ginka Steinwachs: Ginka Steinwachs – Biographie

Bachmannpreis _ ORF Studio Klagenfurt

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Blick von der Gerlitzen
Gerlitzen _ Blick auf den Wörthersee

Foto: Ginka Steinwachs _ privat.

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Gerlitzen/Wörthersee _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 10.6.26

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„dass mich der von vielen gefürchtete Marcel Reich-Ranicki nicht vom vermeintlichen Sockel gestoßen hat“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Dominik Brun, Schriftsteller _ Engelberg/CHE 13.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Im Interview _ Dominik Brun, Schriftsteller _ Engelberg/CHE

Bachmannpreisnominierter 1981

Lieber Dominik, Du hast 1981 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan erste Erinnerungen?

Dass eine grosse Delegation von Schweizer Autorinnen und Autoren nach Klagenfurt flog, fast so viele wie heute insgesamt aus dem ganzen deutschsprachigen Raum eingeladen werden.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Das Spontane und doch meist Hochstehende. Dass man in kurzer Zeit öffentlich erleben kann, wie vermutlich in Bibliotheken und Lesergruppen über ein Werk geurteilt und gesprochen wird.

Wie hast Du deine Lesung und die Jurydiskussion erlebt?

Fast in Trance und glücklich, dass mich der von vielen gefürchtete Marcel Reich-Ranicki (den ich als „Landei“ bisher noch kaum zur Kenntnis genommen hatte) nicht vom vermeintlichen Sockel gestoßen hat.

Wie hat sich Dein Preisgewinn für Dein weiteres Schreiben ausgewirkt?

Zweifellos fand ich durch diesen „ausländischen“ Preis leichter Zugang zu allem, was mit Literatur zu tun hatte.

Was braucht der Bachmannpreis an Weiterentwicklung für eine gute Zukunft?

Weiterhin eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Gegenwartsliteratur und keine Jurorinnen und Juroren, die sich selbst gerne reden hören, also sich hauptsächlich selber profilieren möchten.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Sich unverkrampft einem Publikum stellen und das auch als Chance sehen können. Auf viele weitere konstante Jahre in einer ständig sich verändernden Medienwelt.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Dominik Brun, Schriftsteller

Zur Person: Dominik Brun, geboren 1948, aufgewachsen in Entlebuch im Kanton Luzern.
Studium der Germanistik. 1977–2010 Lehrer an der Stiftsschule Engelberg. Zahlreiche Publikationen (Auswahl): Notlandung im Entlebuch (1982), Die Nacht, da mein Vater starb (2003), Gegenzüge (2012).

Für sein literarisches Werk erhielt er verschiedene Auszeichnungen, u.a. Literaturförderungspreis von Stadt und Kanton Luzern 1979, Werkhalbjahr Zuger Kulturstiftung Landis & Gyr 2002, Stipendium des Kulturministeriums Rheinland-Pfalz 2010. Lebt in Engelberg.

dominikbrun.ch | Schriftsteller

gespannte Erwartung von den Lesungen beim Publikum _ ORF Studio

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Foto: Dominik Brun _ privat

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Studio/Kärntner See _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 8.6.26

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„ein dickes Fell und oder ein volles Bankkonto“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Michael Stauffer, Schriftsteller _ Biel/CH 13.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview _ Michael Stauffer, Schriftsteller _ Biel/CH

Bachmannpreisnominierter 2003

Lieber Michael, Du hast 2003 am Bachmannpreis in Klagenfurt, dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum, teilgenommen. Was sind spontan deine ersten Erinnerungen?

Gutes Essen, nette Leute, auch ein paar doofe Leute, viel Publikum. Ich saß mit Jörg Haider im selben Flugzeug, ging baden, aß noch mehr, hatte ein Hotelzimmer und führte mit ein paar Mitbewerbern gute Gespräche.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Er hat einen gewissen Einfluss auf das Verlagsmarketing und ein bisschen auch auf das Verhalten von Presse und Buchhandel.

Wie hast du deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Ehrlicherweise habe ich nicht so genau zugehört. Ein Mann aus der Jury hat sich darüber echauffiert, dass ich als Autor einen Text aus der Sicht einer Frau geschrieben hatte, über diverse Ex-Partner … haha. Ich habe das Buch dann zweimal veröffentlicht: einmal als Michael Stauffer und einmal als Michaela Stauffer.

Nach der Jurydiskussion bekam ich von einer ORF-Produzentin ein Telefon gereicht; am anderen Ende war ein Verleger eines großen Verlages, der mir zur Lesung gratulierte und sagte: „Machen Sie einfach weiter, hören Sie nicht auf die Jury.“

Wie hat sich der Bachmannpreis auf deinen weiteren literarischen und künstlerischen Weg ausgewirkt?

Gut. Wobei ich natürlich nicht weiß, wie es ohne die Teilnahme gewesen wäre.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Willige Autorinnen und Autoren, die sich dieser Form stellen wollen, und fähige, wohlwollende Kritikerinnen und Kritiker, die nicht ihre eigene Befindlichkeiten und Hobbies zum Maßstab ihrer Diskussionen machen. Sicher bräuchte es auch einmal eine Grundsatzdiskussion über den Sinn solcher hierarchischen Vehikel.

Was möchtest du den aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben, und was wünschst du dem Bachmannpreis zum 50. Geburtstag?

Für alle: Viel Spaß. Für die Autoren auch viel Spaß und – je nachdem – ein dickes Fell und oder ein volles Bankkonto. Für die Jury: Lest – und redet über das Gelesene.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Michael Stauffer, Schriftsteller

Zur Person: Michael Stauffer, geboren 1972 in Winterthur (CH), schreibt Prosa, Theaterstücke, Lyrik und macht Hörspiele fürs Radio und Spoken-Word-Performances. Er unterrichtet am Schweizerischen Literaturinstitut der Hochschule der Künste Bern. Für sein Werk wurde er vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Open-Mike-Preis der Literaturwerkstatt Berlin, dem Förderpreis Komische Literatur zum Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor und dem Literaturpreis des Kanton Bern. Lebt und arbeitet in der Schweiz und Europa. Michael Stauffer | Voland & Quist

Bücher (Auswahl)

2025 Wühl! ISBN 978-3-03853-209-5, Der gesunde Menschenversand, Luzern

2023 Glückspilzbank, ISBN 978-3-71525-029-8, Atlantis Literatur, Zürich

2018 Un demi-hiver à Saint-Nazaire, mit Noëlle Revaz, ISBN 979-1095145134, Verdier, Meet, Saint Nazaire

2017 Jeden Tag das Universum begrüssen, ISBN 978-3-86391-186-7, Voland & Quist, Dresden

Original-Hörspiele (Auswahl)

2025 Ihr habt echt keine Ahnung, in der Schweiz gab es nie Sowjetunion, eine Annäherung an das Unfassbare, Hörspiel, Produktion SRF 2024/25

2024 Wer soll’s machen. Wer soll’s richten, literarische Science Communication für das Nationalfonds (SNF) Projekt Science-art-performances: Making co-benefits of climatemitigation measures visible and tangible.

2022 Immer volles Feuer, SRF 2

2021 Klimastreit, WDR 1 und 3

Website: Dichter Stauffer

Bachmannpreis _ ORF Studio

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann _ Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Klagenfurt/Neuer Platz
Wörthersee

Foto: Michael Stauffer _ Tobias Bohm

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt/Wörthersee _  Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 11.6.26

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„Nichts ist ganz verloren“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Anja Knafl, Schauspielerin _ Klagenfurt 13.6.2026

Ingeborg Bachmann _ Anja Knafl

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz _

„Jugend in einer österreichischen Stadt“ Ingeborg Bachmann, 1961

ERINNERUNGEN _ Akrostichon

Text & Performance  Anja Knafl, Schauspielerin, Schriftstellerin Klagenfurt.

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Anja Knafl, Schauspielerin, Schriftstellerin _ Klagenfurt _
performing „Jugend in einer österreichischen Stadt“ Ingeborg Bachmann, 1961 _
Originalschauplatz Klagenfurt _
Fotos: Walter Pobaschnig 3/26, folgende

Anja Knafl im Schubertpark/Klagenfurt _ dem Schulweg von Ingeborg in Klagenfurt zwischen Henselstraße und Ursulinegasse

„Die Jugendjahre sind, ohne dass ein Schriftsteller es anfangs weiß, sein wirkliches Kapital. Die ersten Begegnungen mit Menschen, einer Umwelt. Was später dazukommt, was man für viel interessanter hält, bringt seltsamerweise fast nichts ein. Nur dass man erst in späteren Jahren überhaupt zu begreifen anfängt, was man mit dem ersten Blick gesehen hat, den man vielleicht niemals oder nur manchmal wieder geschenkt bekommt…“ Ingeborg Bachmann, G.u.I. Koschel, Christine/ von Weidenbaum, Inge (Hrsg.): Wir müssen wahre Sätze finden. Gespräche und Interviews. Piper, München 1991.

Ingeborg Bachmann, um 1970
Anja Knafl vor der Schule Ingeborg Bachmanns in Klagengfurt/Ursulinengasse
Ingeborg Bachmann/Henselstraße

Erinnerungen

Erinnerungen tauchen oft unerwartet auf.

Rückblicke führen in Momente, die längst vergangen sind.

In Gedanken werden Bilder wieder lebendig.

Nichts davon ist ganz verloren.

Narben und schöne Augenblicke bleiben bestehen.

Es ist Teil der eigenen Geschichte.

Ruhe entsteht nicht immer durch Vergessen.

Und auch nicht durch Festhalten.

Nur das Verstehen bringt Abstand.

Gegenwart und Vergangenheit greifen ineinander.

Anja Knafl, 29.4.26

Blick zurück in Richtung der Schule…
Anja Knafl, Schauspielerin, Schriftstellerin _ Klagenfurt _
performing „Jugend in einer österreichischen Stadt“ Ingeborg Bachmann, 1961 _
Originalschauplatz Klagenfurt _
Fotos: Walter Pobaschnig 3/26,

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz _

„Jugend in einer österreichischen Stadt“ Ingeborg Bachmann, 1961

ERINNERUNGEN _ Akrostichon

Text & Performance  Anja Knafl, Schauspielerin, Schriftstellerin Klagenfurt.

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Anja Knafl und Walter Pobaschnig vor der Schule Ingeborg Bachmanns in Klagenfurt

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Die in Klagenfurt geborene Schriftstellerin und Büchnerpreisträgerin nimmt in ihren Werken immer wieder auf konkrete Topographien ihrer Kindheit/Jugend Bezug („Jugend in einer österreichischen Stadt“ 1961; „Malina“ 1971) und bearbeitet diese literarisch.

Klagenfurt/Alter Platz
„Der Blick zurück….“
Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Fotos: Ingeborg Bachmann_ Familienarchiv Bachmann.

Fotos: Anja Knafl, Schauspielerin, Schriftstellerin _ Klagenfurt _
performing „Jugend in einer österreichischen Stadt“ Ingeborg Bachmann, 1961 _
Originalschauplatz Klagenfurt _

Walter Pobaschnig 4/26

Walter Pobaschnig 29.4.2026

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„dass es mediale Aufmerksamkeit nur für Sieger gibt“ 50 Jahre Bachmannpreis _ Annette Pehnt, Schriftstellerin _ Freiburg/Breisgau/D 13.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview _ Annette Pehnt, Schriftstellerin _ Freiburg/Breisgau/D

Bachmannpreisnominierte 2002

Gewinnerin des Preises der Jury

Liebe Annette, Du hast 2002 am Bachmannpreis in Klagenfurt, dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum, teilgenommen. Was sind spontan erste Erinnerungen?

Der verbundene Finger von Raphael Urweider; die gnadenlosen Wetten der Journalist°innen; allgemein Pferderennbahn-Vibes.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Mitzuerleben, wie sich Literaturkritik über viele Stunden hinweg life darstellt, welche Dramaturgie die Besprechungen entwickeln, mit welchen Kriterien argumentiert wird. Junge und/oder frische Literatur im TV, das ist nach wie vor großartig.

Wie hast Du deine Lesung und die Jurydiskussion erlebt?

Ich war noch sehr unerfahren und absolut befremdet vom ganzen Spektakel. Die Jury fand ich erstaunlich textbezogen und sachlich. Leider war aber damals, anders als jetzt, die Solidarität unter den Autor°innen noch nicht sehr ausgeprägt, jede°r saß allein für sich – ich würde das heute ganz anders angehen.

Wie hat sich Dein Preisgewinn für Dein weiteres Schreiben ausgewirkt?

Es war ja ‚nur‘ der zweite Preis – ich musste damals lernen, dass es mediale Aufmerksamkeit nur für Sieger gibt. Ich habe danach beschlossen, kompetitive Situationen anders zu überstehen. Seit mehreren Jahren arbeite ich in einem Kollektiv, solche gemeinsamen Formen sind mir seitdem wichtig. Trotzdem war natürlich die Preissumme enorm hilfreich für mich als junge Freiberuflerin, und die Unterstützung meines Mentors Burkhard Spinnen werde ich ihm nie vergessen.

Was braucht der Bachmannpreis an Weiterentwicklung für eine gute Zukunft?

Ich würde ihm wünschen, dass er an der klassischen Form der langen Textgespräche festhalten kann, das gibt es sonst nirgends in den Medien – die Jury sollte aber so divers wie möglich aufgestellt sein, und die gesamte mediale Umgebung könnte weniger wettbewerbsorientiert sein.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Ich wünsche den Teilnehmer°innen, dass sie sich nicht als Konkurrent°innen verstehen, sondern sich unterstützen und austauschen, dann hält man es besser aus. Der Jury wünsche ich die Geduld, Texte sorgfältig durchzuarbeiten, aber das machen sie eh meistens recht gut! Dem Publikum möchte ich mitgeben, dass es beharrlich bleiben und sich die Neugier auch auf formal wildere Texte erhalten möge.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Annette Pehnt, Schriftstellerin

Zur Person: Annette Pehnt, geboren 1967 in Köln, lebt mit ihrer Familie in Freiburg i.Br. und in Hildesheim. Nach einem Jahr Freiwilligenarbeit in Belfast verbrachte sie mehrere Jahre in Irland, Schottland und den USA. Nach einem Studium der Anglistik, Keltologie und Germanistik in Köln, Galway, Berkeley/California und Freiburg promovierte sie über irische Literatur. Freie Mitarbeit bei der FAZ und der Badischen Zeitung, Schreibwerkstätten, Lehraufträge. Seit 2007 Dozentur an der PH Freiburg. Seit 2018 leitet sie als Professorin für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus das Literaturinstitut an der Universität Hildesheim. 

Annette Pehnt | Autorin | Autorin

gespannte Aufmerksamkeit bei der Preisverleihung _ ORF Studio

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Gedenktafel _ Schule von Ingeborg Bachmann/Klagenfurt

Foto: Annette Pehnt _ Peter von Felbert

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Studio/Klagenfurt/Ursulinengymnasium _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 8.6.2026

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„ich war sehr aufgeregt, weil mich das Ganze an eine Prüfungssituation erinnerte“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Claudia Erdheim, Schriftstellerin _ Wien 12.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview _ Claudia Erdheim, Schriftstellerin _ Wien

Bachmannpreisnominierte 1987

Liebe Claudia, Du hast 1987 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan erste Erinnerungen?

Meine ersten Erinnerungen sind nicht die besten. Mein Juror, Manfred Diercks, stimmte nicht für mich, obwohl ich zu jener Gruppe zählte, über die am Schluss abgestimmt werden sollte. Abgesehen davon, war ich sehr aufgeregt, weil mich das Ganze an eine Prüfungssituation erinnerte.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Das Besondere am Bachmannpreises ist die große Aufmerksamkeit, die er im deutschsprachigen Raum genießt.

Wie hast Du deine Lesung und die Jurydiskussion erlebt?

Die Juroren schienen mir kompetent, aber nicht gerecht. Damals gab es noch die DDR und es war von Vornherein klar, dass der Autor aus der DDR den Preis bekommen würde.

Wie hat sich Deine Teilnahme auf Deine literarische Öffentlichkeit wie Deinen weiteren persönlichen literarischen Weg, Deinen Schreibstil, ausgewirkt?

Die Auswirkungen auf meinen weiteren literarischen Weg waren gering. Eine Lektorin des Diogenesverlages forderte mich auf, ihr mein Manuskript zu schicken, wenn es fertig wäre. Leider wurde aber der Lektorin das ihr von mir geschickte Manuskript nicht ausgehändigt. Auf meinen Schreibstil gab es keinen Einfluss.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Für die weitere Entwicklung des Bachmannpreises braucht es unabhängigere und in ihrer Entscheidung freiere Juroren, was im Lauf der Jahre nicht immer der Fall war.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Alle Beteiligten, vor allem aber die Jury, sollten sich nicht so wichtig nehmen.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Claudia Erdheim, Schriftstellerin

Zur Person: Claudia Erdheim, Schriftstellerin, 1945 in Wien geboren. Studium der Philosophie und Logik in Wien, München und Kiel. Von 1985 bis 2005 Universitätslektorin in Wien. 1996 bis 1998 Russlandaufenthalt. Von 2000 bis 2003 zu Recherchezwecken immer wieder längere Aufenthalte in Lemberg. 2008 fünf Monate Israelaufenthalt. 1984 erschien mein erster Roman „Bist du wahnsinnig geworden?“ Es folgten zahlreiche Romane und Erzählungen. U.a. 2006 „Längst nicht mehr koscher“. Zahlreiche Stipendien.

2019 Theodor Kramer Preis.

Autorin – Claudia Erdheim

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Klagenfurt/Rathaus _ Ankündigung Bachmannpreis
Blick auf den Wörthersee vom Schloss Loretto/Klagenfurt _
Bachmannpreis- Empfang der Stadt Klagenfurt

Foto: Claudia Erdheim _ privat

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt/Wörthersee _  Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 11.6.26

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„Es ist wie ein sportlicher Wettkampf, nur ohne Regeln“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Tim Staffel, Schriftsteller _ Berlin 12.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview _ Tim Staffel, Schriftsteller _ Berlin

Bachmannpreisnominierter: 1998   Text: „Hüttenkäse“

Einladender Juror: Robert Schindel

Lieber Tim, Du hast 1998 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan erste Erinnerungen?

Raul Zelik ist mit mir und meinem Gipsarm im Gepäck auf dem Rad zum Wörthersee gefahren, Pfifferlinge, Sonne und Fußballspiele

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Es ist wie ein sportlicher Wettkampf, nur ohne Regeln, man kann seinen Text so präsentieren, wie man in selbst versteht, also dem Text eine hörbare Stimme verleihen.

Wie hast Du deine Lesung und die Jurydiskussion erlebt?

Die Lesung hatte Sound, Beat, Rhythmus, ich habe es so hinbekommen, wie ich es mir vorgestellt hatte. Die Jury warf mit teils vor, ich wolle sie provozieren und ließ mich wissen, dass sie sich nicht provozieren lasse, das war lustig. Robert Schindel, der mich eingeladen hatte, kämpfte wie ein Löwe, vergeblich

Wie hat sich Deine Teilnahme auf Deine literarische Öffentlichkeit wie Deinen weiteren persönlichen literarischen Weg, Deinen Schreibstil, ausgewirkt?

Es schöner Stempel war das: Ich war beim Bachmannpreis, letztlich fühlte ich mich bestätigt und habe trotz der Kritik Selbstvertrauen gewonnen

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Aufregende Texte und Menschen, die sich selbst nicht zu wichtig nehmen

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Ich hatte 1998 eine tolle Zeit und sehr viel Spaß – das wünsche ich auch allen für dieses Jahr

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Tim Staffel, Schriftsteller

Zur Person: Tim Staffel hat vier Romane veröffentlicht. Sein Debüt „Terrordrom“ wurde 1998 von Frank Castorf für die Volksbühne dramatisiert. Daneben schrieb Staffel zahlreiche Hörspiele. Er wurde u. a. mit dem Alfred-Döblin-Stipendium und mehrmals mit dem Literatur-Stipendium des Deutschen Literaturfonds ausgezeichnet. Sein Roman „Südstern“ stand 2023 auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis. 2024 erhielt er das London-Stipendium des Deutschen Literaturfonds.

Bachmannpreis _ Publikum/ORF-Studio

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Foto: Tim Staffel _ Ken Yamamoto

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis ORF Studio/Wald/Lendkanal _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 10.6.2026

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