„Mannigfaltige“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Eva Christina Zeller/Simone Rapp _ Tübingen/Wien 11.9.2026

Simone Rapp, Model, Shiatsu-Praktikerin, KEM Trainerin _ Wien _
performing Malina am Originalschauplatz _ Wien _
Malina, Ingeborg Bachmann, Roman 1971 _
Walter Pobaschnig, 3/20, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance Originalschauplatz „Malina“ Wien.

MALINA _ Akrostichon

Text _ Eva Christina Zeller, Autorin und Germanistin _ Tübingen

Performance _   Simone Rapp, Model, Shiatsu-Praktikerin, KEM Trainerin _ am Romanschauplatz „Malina“_Wien_

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

MALINA

Mannigfaltige

Ausnahmeerscheinung

Liebe

Immer

Nachkriegsgesellschaft/ Narzissmus

Autonomie

Eva Christina Zeller, 21.7.26

Simone Rapp, Model, Shiatsu-Praktikerin, KEM Trainerin _ Wien _
performing Malina am Originalschauplatz _ Wien _
Malina, Ingeborg Bachmann, Roman 1971 _
Walter Pobaschnig, 3/20, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance Originalschauplatz „Malina“ Wien.

MALINA _ Akrostichon

Text _ Eva Christina Zeller, Autorin und Germanistin _ Tübingen

Performance _   Simone Rapp, Model, Shiatsu-Praktikerin, KEM Trainerin _ am Romanschauplatz „Malina“_Wien_

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Eva Christina Zeller, Autorin und Germanistin

Zur Person http://eva-christina-zeller.de/

Simone Rapp, Model, Shiatsu-Praktikerin, KEM Trainerin

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Eva Christina Zeller _ Wolfgang Irg

Fotos: Simone Rapp, Model, Shiatsu-Praktikerin, KEM Trainerin _ Wien _
performing Malina am Originalschauplatz _ Wien _
Malina, Ingeborg Bachmann, Roman 1971 _
Walter Pobaschnig, 3/20.

Walter Pobaschnig, 21.7.26

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„Können wir das Toxische und den Faschismus in unseren Beziehungen heute überwinden?“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Eva Christina Zeller, Schriftstellerin _ Tübingen 11.9.2026

Ingeborg Bachmann _ Eva Christina Zeller

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Eva Christina Zeller, Autorin und Germanistin _ Tübingen

Liebe Eva Christina, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Ich habe im Jahr 1986 eine Magisterarbeit über Ingeborg Bachmanns „Der Fall Franza“ geschrieben, die im Verlag Fritz Lang auch veröffentlicht wurde. Walter Jens, der Ingeborg Bachmann kannte, hat diese Arbeit betreut. Sie uferte fast zu einer Doktorarbeit aus, vom Umfang und auch der Fragestellung her, weil ich als Erste mit den Fragmenten zum „Fall Franza“ gearbeitet habe. Ich habe 18 Monate recherchiert und geschrieben, bin in Archive gegangen und habe dort z.B. herausgefunden, dass I.B. bei Fall Franza zuerst in Ich-Form geschrieben hat und später dann in eine personale Perspektive gewechselt ist. Das wurde für mein eigenes Romanschreiben später wichtig. Ich bin also bei der toten I.B. in die Autorinnen-Schreibschule gegangen, wie zuvor bei Walter Jens in die Tübinger Schreibschule. Über I.Bachmanns Prosa zu schreiben war damals noch neu und Neuland. Walter Jens kannte nur die Dichterin I.Bachmann.

Außerdem habe ich ihr Zitat vom „Umzug im Kopf“ beim Wechsel von der Lyrik zur Prosa auch wörtlich genommen. Nach acht Gedichtbänden habe ich jetzt  drei romanartige Bücher veröffentlicht. Auch, weil ich Liebe und Beziehungen in ihrer gesellschaftliche Realität nicht in der Lyrik ausdrücken konnte.

Zum Wechsel der Perspektiven: Die personale Perspektive (Franza) verschaffte Autorin wie Leserin mehr Abstand zum Geschehen. Mehr Verweisungskraft vielleicht. Viele Autorinnen seit I.Bachmann haben sich genau über die Perspektive und den Abstand Gedanken gemacht. Ich habe in UNTERM TEPPICH verschiedene Perspektiven gemischt. (Ich, Sie, das Mädchen, die Frau etc.) Seit Rimbaud wissen wir: Ich ist ein Anderer. Julia Schoch sagte: Ich habe eine Figur erfunden mit Namen Ich.

Was macht das Besondere ihres Schreibens aus? 

Das Suchende, Tastende, das enorme Formbewusstsein, dass sie wirklich auch in der Vertikalen Neuland betreten hat, nicht nur in der Horizontalen, wie sie selbst schreibt.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben und warum?

Gerne den Todesarten- Zyklus. Neuland eben.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Er fängt nicht an mit den ersten Bomben, die geworfen werden, […] er fängt an in Beziehungen zwischen Menschen. Der Faschismus ist das erste in der Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau.

Liebe Ingeborg, wie siehst du das heute? Würde mich so gerne mit dir darüber austauschen. Ich habe symbolisch gesprochen von dir den Stab übernommen. In ALTE LIEBEN, das gerade erschien, habe ich vier Männer, ehemalige Liebhaber, interviewt. Mir war es wichtig, nicht nur über sie zu schreiben, sondern sie selbst zu Wort kommen lassen. Können wir das Toxische und den Faschismus in unseren Beziehungen heute überwinden? Daran arbeite und liebe ich.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Ich habe gerade eine Art Roman Trilogie veröffentlicht. 2022 kam UNTERM TEPPICH  heraus, 2024 MUTTERSUCHEN und ganz aktuell ALTE LIEBEN (2026, alle Kröner Verlag, Stuttgart) Auch im Todesarten Zyklus gehören die Romane zusammen.

Meine Romane wachsen aus einer gemeinsamen Quelle, beleuchten andere Aspekte eines Themas. Wie soll ich das Thema nennen? Es geht um Scham und Schuld, weibliches Aufwachsen und entsprechende Rollen in der  gesellschaftlichen Realität. Das Verhältnis von Mann und Frau. Liebe und Erinnerung. 

Dieses Projekt wird hoffentlich auch eine Fortsetzung finden, im Moment ist der Horizont noch offen.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

Es gibt in der Kunst keinen Fortschritt in der Horizontale, sondern nur das immer neue Aufreißen einer Vertikale.

(Frankfurter Vorlesungen)

Herzlichen Dank für das Interview!

Eva Christina Zeller, Autorin und Germanistin

Zur Person _ http://eva-christina-zeller.de/

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Eva Christina Zeller _ Wolfgang Irg

Walter Pobaschnig, 21.7.26

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„Sie las augenscheinlich gerne, aber sie hatte keinerlei egozentrischen Zug zur Selbstdarstellung“ _ Erinnerung an +Monika Helfer, Schriftstellerin _ Dominika Meindl, Schriftstellerin _ Linz 10.9.2026

Monika Helfer _ Dominika Meindl
Monika Helfer, Schriftstellerin (*18.10.1947 Vorarlberg +2.8.2026)

Zu Monika Helfer/Monika Helfer-Köhlmeier:

Monika Helfer, Schriftstellerin (*18.10.1947 Vorarlberg +2.8.2026)

Monika Helfer, Schriftstellerin _ hat zahlreiche Romane, Erzählungen und Kinderbücher veröffentlicht. Für ihre Arbeiten wurde sie unter anderem mit dem Österreichischen Würdigungspreis für Literatur, dem Solothurner Literaturpreis und dem Johann-Peter-Hebel-Preis ausgezeichnet. Zuletzt erschienen bei Hanser ihre Romane »Vati« (2021), mit dem sie für den Deutschen Buchpreis nominiert war, »Löwenherz« (2022) und »Die Jungfrau« (2023), »Wie die Welt weiterging« (2024) sowie »Der Bücherfreund« (2025). Monika Helfer-Köhlmeier | Hanser 3.8.2026

Monika Helfer (ganz links) als Nominierte
bei der Verleihung des österreichischen Buchpreises 2025 in den Wiener Praterateliers :_ folgende
Michael Köhlmeier _ Monika Helfer

Im Interview _ Dominika Meindl, Schriftstellerin _ Linz

Liebe Dominika Meindl, welche Erinnerungen gibt es für Dich an Monika Helfer?

Sehr gute und noch sehr frische: Anna Weidenholzer hat mich eingeladen, Monika Helfers Lesung beim Literatur-Picknick zu moderieren (veranstaltet vom Literaturschiff). Sie stellte „Wie die Welt weiterging“ vor.

Ich habe sie an diesem Nachmittag erst kennengelernt und selbstverständlich zuerst gesiezt; sie hat mich dreimal aufgefordert, das Du-Wort anzunehmen. Wir sind langsam durch den Wilheringer Stiftspark geschlendert, es war äußerst angenehm mit ihr.

Sehr bewundert habe ich ihre Haltung: 1985 hat sie die Franz-Michael-Felder-Medaille an die Landesregierung Vorarlberg zurückgegeben, weil damit auch die NS-Autorin Natalie Beer ausgezeichnet wurde.

Dominika Meindl _ Monika Helfer _ Lesung/Gespräch _
20.6.2026 _ Stift Wilhering
Literatur im Stiftspark

Was macht für Dich das Besondere ihres Schreibens aus?

Diese gelungene Reduktion. Da steht nur das Notwendige – und macht so viel her. Mit ein paar Sätzen öffnet sich eine ganze Welt.

Möchtest Du bestimmte Bücher hervorheben und warum?

„Die Bagage“, natürlich, das haben wir endlich alle gelesen und die meisten (ich auf jeden Fall) erkannten, was der Literaturbetrieb (oder ich) da über Jahrzehnte übersehen hat. Und klarerweise auch „Wie die Welt weiterging“, da hat man bei entsprechender Disziplin ein Jahr lang eine tägliche Geschichte und kann dabei an Monika Helfer denken. 365 Beweise, dass wir Menschen eine bemerkenswert seltsame Spezies sind…

Wie hast Du Monika Helfer bei Lesungen, als Kollegin erlebt?

Sehr zugewandt, sie hat mir meine Arbeit beim Gespräch sehr leicht gemacht. Ich musste ihr nur immer wieder das Mikrophon nachrücken, das kam mir bezeichnend vor: Sie las augenscheinlich gerne (war auch ein wunderbarer Nachmittag mit einem lieben Publikum), aber sie hatte keinerlei egozentrischen Zug zur Selbstdarstellung.

Darf ich abschließend um ein Zitat/eine Textstelle aus Monika Helfers Werk bitten?

„Ich glaube nicht an das Schicksal, aber ich bin mit ihm versöhnt.“ (Wie die Welt weiterging)

Herzlichen Dank für das Interview!

Dominika Meindl, Schriftstellerin

Zur Person: https://www.jku.at/kepler-salon/menschen/dominika-meindl/

Foto: Monika Helfer _  Salvatore Vinci/Hanser Verlag

Fotos: Monika Helfer _ Verleihung des österreichischen Buchpreis 2025 _ Walter Pobaschnig

Foto: Dominika Meindl _ Zoe Goldstein

Foto: Dominika Meindl/Monika Helfer _ Peter Kainrath

Walter Pobaschnig, 10.9.2026

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„Sie kamen wie aus einer anderen Welt, einer Welt, die sich ihrer selbst bewusster ist, als der ganz im Kopf wohnende Alltagsmensch, der im Regionalzug maximal durch irgendwelche Internetseiten scrollt und hofft, möglichst bald zu Hause, jedenfalls woanders zu sein“ _ Erinnerung an +Monika Helfer, Schriftstellerin _ Robert Petschar, Schriftsteller _ Feldkirch/Vorarlberg 10.9.2026

Monika Helfer _ Robert Petschar
Monika Helfer, Schriftstellerin (*18.10.1947 Vorarlberg +2.8.2026)

Zu Monika Helfer/Monika Helfer-Köhlmeier:

Monika Helfer, Schriftstellerin (*18.10.1947 Vorarlberg +2.8.2026)

Monika Helfer, Schriftstellerin _ hat zahlreiche Romane, Erzählungen und Kinderbücher veröffentlicht. Für ihre Arbeiten wurde sie unter anderem mit dem Österreichischen Würdigungspreis für Literatur, dem Solothurner Literaturpreis und dem Johann-Peter-Hebel-Preis ausgezeichnet. Zuletzt erschienen bei Hanser ihre Romane »Vati« (2021), mit dem sie für den Deutschen Buchpreis nominiert war, »Löwenherz« (2022) und »Die Jungfrau« (2023), »Wie die Welt weiterging« (2024) sowie »Der Bücherfreund« (2025). Monika Helfer-Köhlmeier | Hanser 3.8.2026

Monika Helfer (ganz links) als Nominierte
bei der Verleihung des österreichischen Buchpreises 2025 in den Wiener Praterateliers :_ folgende
Monika Helfer und ihr Mann Michael Köhlmeier

Im Interview _  Robert Petschar, Schriftsteller _ Feldkirch/Vorarlberg

Lieber Robert Petschar, welche Erinnerungen gibt es für Dich an Monika Helfer?

Früher waren die Regionalzüge im Ländle noch mit Halteschlaufen aus Leder mit Aluminiumgriffen ausgestattet, die während der Fahrt gegeneinanderschlugen und ein monotones Geräusch erzeugten. Die Sitze waren orange-braun bezogen, der ganze Innenbereich war in Orange gehalten, flackernde Neonröhren, die Ansagen vom Schaffner noch persönlich und live gesprochen.

Als regelmäßiger Regionalzug-Fahrer begegnete ich hie- und da dem Ehepaar Köhlmeier-Helfer. Ein bisschen exaltiert, sie mit Häkel-Handschuhen, er im Sakko, sah man sofort – ein Künstler-Paar ist ins Gespräch vertieft. Ein anderes Mal betraten sie den Wagon und nahmen ihre Plätze ein und es schien mir so, dass sie nicht allein des Personentransportes wegen im Zug saßen, sondern dass dies auch dem Menschenstudium dienen könnte, denn damals wie heute gilt: über die zufälligen Begegnungen im öffentlichen Raum könnte man manchmal Bücher schreiben.

Für mich waren diese Begegnungen immer ein kleines Highlight. Sie waren mir sympathisch, weil sie einander so liebevoll zugewandt waren, das war der eine Grund.  Sie kamen wie aus einer anderen Welt, einer Welt, die sich ihrer selbst bewusster ist, als der ganz im Kopf wohnende Alltagsmensch, der im Regionalzug maximal durch irgendwelche Internetseiten scrollt und hofft, möglichst bald zu Hause, jedenfalls woanders zu sein. Das war der andere Grund. Sie hoben den banalen Moment aus dem Alltag und brachten ihn in eine literarische Form und plötzlich wurde daraus die Erzählung, mit der es gelang, das eigene Leben zu reflektieren, zu verstehen.

Ich habe mit Monika Helfer leider nie ein Wort gewechselt und bedauere es sehr, ihr nie direkt begegnet zu sein. Zu einer Lesung im Heimatmuseum in Bezau im letzten Jahr konnte ich leider nicht kommen. Ich schrieb ihr einmal über den Verlag Hanser eine Mail und lobte sie für das Buch „Löwenherz“, das mich ganz besonders berührte. Es war mir ein Bedürfnis ihr das mitzuteilen und ich habe dies noch nie nach dem Lesen eines Buches gemacht. Ich bedauere es heute, dass ich es ihr nicht persönlich sagen konnte, wie schön sie ihren Bruder beschrieb: so ehrlich, schonungslos und behutsam zu gleich. Gemeinsam mit den anderen Büchern, die sie ihrer Herkunftsfamilie widmete, entstand etwas ganz Besonderes. Dafür bin ich ihr sehr dankbar.

Eine ganz außergewöhnliche Frau wird in Zukunft fehlen, ihre Art, sich zu geben, zu schreiben und sprechen. Sie wird mir persönlich fehlen, in ihrer Klarheit und Direktheit zu formulieren, in ihrer Bescheidenheit. Sie war eine ganz Große – große Menschen zeichnet vor allem genau das aus: Bescheidenheit. Danke Monika!

Robert Petschar, 10.9.2026

Robert Petschar, Schriftsteller

Zur Person: Robert Petschar, geboren 1971 in Bludenz, aufgewachsen und wohnhaft in Feldkirch, Mitglied bei der Johann-August-Malin-Gesellschaft, schreibt autobiografische Texte, Prosa, Haikus, Feuilleton und Gebrauchstexte für Zeitungen. Seine Themenschwerpunkte sind Identität und Entwicklung. Literatur Vorarlberg | Petschar Robert 10.9.2026

Foto: Monika Helfer _  Salvatore Vinci/Hanser Verlag

Fotos: Monika Helfer _ Verleihung des österreichischen Buchpreis 2025 _ Walter Pobaschnig

Foto: Robert Petschar _ privat

Walter Pobaschnig, 9_26

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Muttersuchen, Peter Henisch. Roman, Residenzverlag.

„Seit ich an diesem Buch schreibe,

 höre ich ihre Stimme in meinem Kopf.

Oder ist es umgekehrt? Schreibe ich an diesem Buch, seit

ich ihre Stimme in meinem Kopf höre?“

Das Nachgehen eines Weges in ersten überlieferten und eigenen Erinnerungen, Erfahrungen. Das Leben der Mutter und das des Sohnes. Engstens verwoben im Erleben und Erinnern. Jetzt im Perspektivenwechsel in großer Aufmerksamkeit und Achtsamkeit erzählt. Das Leben einer Frau im Netzwerk von Beziehungen, Begegnungen, in denen sich Leben ereignet und verliert. Im Strom der Zeit, der Spuren sehen und verlieren lässt. Doch sich nun mit dem Wort auf den Weg machen. Spur um Spur…

„Meine Mutter hat oft davon erzählt, wie sie damals im Frühjahr 1945, mit mir von Schratten nach Gmünd geflohen ist…“

Die Worte der Mutter darüber bleiben, kehren zurück…

„Ich träume Bäume. Ich träume, wie sich ihre Kronen bewegen. Schwarze Äste und Zweige. Ich höre wie sie rauschen. Ich höre deinen Atem. Ich höre deine Stimme. Manchmal singst du. Manchmal wache ich auf und lausche…“

Peter Henisch, vielfach ausgezeichneter Autor und eine der seit Jahrzehnten kontinuierlichsten Stimmen deutschsprachiger Literatur, begeistert mit einem Buch über den Lebensweg seiner Mutter im Verwobensein der gesellschaftlichen, historischen, existentiellen Entwicklungen der Zeit. Mit ganz großer Aufmerksamkeit für den Kosmos Mensch und gewohnter sprachlicher Virtuosität und Hintergründigkeit gelingt ein weiteres Meisterwerk, das rundum begeistert.

„Ein weiteres Peter Henisch Meisterwerk und eines seiner persönlichsten Bücher und Vermächtnisse!“ 

Muttersuchen, Peter Henisch. Roman, Residenzverlag.

Hardcover, 320 Seiten

Format: 125 x 205

ISBN: 9783701718177

Erscheinungsdatum: 10.08.2026

€ 28,00 inkl. MwSt.

Walter Pobaschnig 9/26

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„Wäre ich bei einer deiner öffentlichen Reden anwesend gewesen, hätte ich dich gefragt, woher dieses Vertrauen in die Kraft und Wirksamkeit von Worten rührt.“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Francisca Ricinski, Schriftstellerin – Bad Neuenahr/Ahrweiler/D 10.9.2026

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _  Francisca Ricinski, Schriftstellerin und Journalistin   _ Bad Neuenahr/Ahrweiler/D

Liebe Francisca, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Es gibt mehrere Zugänge oder, anders gesagt, mehrere Stufen und Phasen meines Zugangs zu ihrem Werk. Aufgrund einer unfreien Kulturpolitik meines Heimatlandes in der langen Zeit als ich dort lebte und schrieb, zeigte sich noch kein Verlag bereit, ein ganzes Buch von Ingeborg Bachmann zu veröffentlichen. Und nicht nur von ihr. Während die Bibliotheken ungehindert über viele Bücher der deutschen Klassiker in rumänischer Übersetzung verfügten, sah sich die moderne Autorschaft – abgesehen von einer etwas liberaleren Phase – mit den ideologischen Zwängen des dortigen politischen Systems konfrontiert. Ingeborg Bachmanns Texte erschienen dort lange Zeit nur in Zeitschriften, Anthologien, Almanachen usw. Also hatte ich damals nicht die Chance einer breit ausgelegten Lektüre ihrer Werke.

Ich schrieb schon seit der Schulzeit Gedichte. Und ich hatte bereits begonnen, sie zu veröffentlichen, als ich in der bedeutenden Zeitschrift für Weltliteratur und Kunst „Secolul 20“, die in Bukarest erschien, Übersetzungen von Lyrik und Kurzprosa dieser einzigartigen österreichischen Autorin entdeckte. Ich wusste damals nicht – und weiß es bis heute nicht –, ob die Übersetzer ihrer Texte irgendwie einen direkten Zugang zu den deutschsprachigen Originalbänden hatten oder lediglich über einzelne Rohübersetzungen verfügten.

Und ein weiterer Zugang, sozusagen, bot sich an, während ich an der Uni im Studiumfach Weltliteratur näheres über sie und ihre Lyrik erfuhr und eine mir vertraut Affinität und Option für surreale Wortbilder feststellte.

Und noch einer, als Paul Celan seine Tätigkeit in Bukarest als Redakteur und Übersetzer beendete und anschließend sich für eine Weile in Wien aufhielt, wo er Ingeborg traf. Sie liebten sich, widmeten sich gegenseitig Gedichte. Aus einer Ferne zur anderen schrieben sich aufhellende Briefe, aber auch über Sehnsucht und verhängnisvolle Wunden der Seele. Und es gab einen krönenden, hoch emotionalen Zugang zu diesen Briefen in Buchform und zu anderen Werken von ihr in der Originalfassung, nachdem ich mein Leben in Deutschland fortsetzte und über entsprechende Deutschsprachkenntnisse verfügte.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Ich las ihre Gedichte weder mit dem Skalpell in der Hand noch mit einer scharfen Lupenbrille. Als wäre ihr wegweisender Aufruf nicht nur an die Worte, sondern auch an Personen gerichtet, folgte ich ihr nach. Ihren nichtlinearen Gedankengängen. So wie sie kamen, geschwind oder schwankend, widersprüchlich. Den daraus entsprungenen Zeilen und Übergängen aus reißenden Lichtfäden. Ihr eigenes Ich – wie bei Rimbaud –  ist ein anderes/ *je est un autre*. Vielleicht schätzen andere einen sich brav abrollenden Faden, ich aber mag die unerwarteten Sprünge, Wendungen, flexible Strukturen, wechselnde Metrik, kühne Metapher, aber auch den Einsatz der Stille. Insbesondere dies spricht mich an.

Mich beeindruckte ihr beharrlicher Wunsch – ungeachtet der Skepsis und der Sprachkrise der Nachkriegszeit –, die Mitte des Seins und ihren rechtmäßigen Platz in Worten aufzuspüren und zu finden: In Worten, frei von Gitterstäben und unbelastet von Silbenblöcken, die ins Leere stürzten; und diesen Worten zu helfen, durch die Kraft der Wahrheit neu geboren zu werden. Erstaunlich, wie ein einziger Satz: „Alles ist eine Frage der Sprache“ (aus „Das dreißigste Jahr“) reichte m. E. aus, um die Verantwortung für das, was man ausdrückt, zu unterstreichen. Ich staunte, wie es ihr gelang, aus ihrem in tempi forti gelebten Leben mit den schicksalhaften Wendungen solche magische Substanz zu filtern. „Jeder Leser ist, wenn er liest, nur ein Leser seiner selbst“. Ja, so glaube ich es auch, denn ich konnte mich gut hineinfühlen, mir selbst mal begegnen.  

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben und warum?

Ja! „Herzenszeit“. Der Briefwechsel von Ingeborg Bachmann und Paul Celan Durch eine intensive Zuneigung vereint und eine Freundschaft, die viele Jahre, auch wenn unstetig, standhielt, führten diese zwei einzigartigen Dichter einen Briefwechsel, dessen Ehrlichkeit und Achtung vor der Wahrheit des Anderen nicht außen vor blieben. Sie begannen sich zu schreiben, um der trennenden Weite die Schärfe zu nehmen. Und vielleicht den unausgesprochen gebliebenen Sätzen und Worten neuen Resonanzraum zu schaffen, damit ihre Lebensbahnen nicht ganz entzweigen. Fast in jedem Zeitabschnitt, der darauf folgte, tauchten neue Inhalte und Hintergründe auf, in unterschiedlichem Tonfall und Schwung oder durch bedrückendes Schweigen. Verwundete Worte und Stille wie eingesetzte Pinselstriche für das einzelne Selbstbildnis, das später zu einer Spiegelung des Einen in den Anderen wurde.

Vielleicht wirken diese Briefe so überzeugend und tiefgreifend, da ihre persönlichen Züge und Lagen des Menschseins nicht ausgeblendet wurden. So viel Weichheit, Inbrunst, Tiefsinn und Funken der Hoffnung lassen sich darin wahrnehmen, aber auch scharfe Kanten, Unsicherheit, Klage, Betrübnis, Verletzung, Verlust, in Wortbildern umgesiedeltes Leid. Fragen mit oder ohne Antwort. Obwohl traumatisiert durch den Massenmord an den Juden in den Vernichtungslagern, blühte seine Liebe für die Tochter eines österreichischen NSDAP-Mitglieds auf. Auf ähnlicher Weise verlief Ingeborg Bachmanns Beziehung zu dem jüdischen Dichter  –  die Sehnsucht, das Streben nach Nähe und der Versuch, ihm eine Stütze zu sein – veranschaulichen, wie entschieden sie Konventionen und Vorurteile, larvierte oder posaunte Ressentiments ablehnte … Nicht nur durch Herkunft und Wesensart unterschieden sich Ingeborg Bachmann und Paul Celan. Das Verhältnis, das jeder von ihnen zu einer Sprache mit neu zugeschriebenen Sinn und Aufgabe des poetischen Wortes   – unterhielt, entsprang ihren jeweiligen existenziellen Erfahrungen und jenen Erinnerungen, die sich weigerten, ausgelöscht zu werden.

Bachmann und Celan waren nicht nur biografisch, sondern auch in ihrem Schreiben verbunden. Literarisch bezogen sich beide auf unterschiedliche Art und Weise aufeinander. Ihr Anteil an der Korrespondenz bot eine Verflechtung von lyrischen Texten, Offenbarungen, Kommentaren, gesellschaftlichen Reflexionen, Kontroversen, Emotionen, Entfesselungen. Celan schien weder Trost noch Frieden in seinem Schreiben zu finden. Für ihn bedeutete die Shoah mehr als ein musealer Knochenberg oder ein in den „Niemandsstein“ gemeißelter Begriff. Von schwarzer Milch und Rauch schrieb er. Als hätte er, statt Luft, Metaphern in den Körper seiner Todesfuge eingehaucht. Denn, anders als Bachmann, glaubte er nicht, dass es möglich sei, nach Auschwitz anders zu schreiben.

Auch dieser Liebe waren keine glatten, sicheren Wege beschieden. Überhaupt erwies sich ihre Beziehung als schwierig und schließlich hörten die Worte, die über lange Jahre zwischen ihnen gewechselt wurden, auf zu flattern, und die Brücke, die ihre geistigen Welten verbunden hatte, stürzte ein. Eine Vorahnung von der Erfüllungsunmöglichkeit durch die Liebe schimmerte durch. Der Herzenszeit folgte eine ähnliche, eilende Tragik. Da meine Äußerungen zum *Briefwechsel* womöglich zu ausführlich sind, werde ich nun zum anderen von mir bevorzugten Werk übergehen: „Undine  geht“. 

Als Kind habe ich mich mehrmals gefragt, warum der Prinz – da er sich in die kleine Meerjungfrau verliebt hatte – nicht statt Beinen einen Fischschwanz erbat, damit sie gemeinsam im Unterwasserschloss leben konnten. In Bachmanns „Undine geht“ bleibt von der Figur lediglich das romantische Symbol erhalten, wie es in verschiedenen früheren Fassungen angelegt war – jene Undine, die versuchte, ihren Geliebten trotz seiner Sünden und Verfehlungen zu retten. Ihre Textform pendelt zwischen Litanei, wiegender Erzählung und einer höchst eindringlichen, dramatischen Anklagerede. Es ist, als holte sie – Stück für Stück – aus den Archiven der Erinnerung Beweise für die herrschende Rolle des Mannes in der bürgerlichen Gesellschaft jener Nachkriegsjahre sowie beispielhafte Gründe ihrer Vorwürfe.  Selten schlägt sie sanftere Töne an – etwa wenn sie jenen Hans erwähnt, den sie nicht vergessen kann. Anders als andere Gestalten dieses Namens weigert sich Bachmanns Undine, sich einer erzwungenen Liebe zu fügen. Sie scheint entschlossen zu sein, zu gehen – nicht als Schaum, der über das Meer verweht, und auch nicht ihrer Erinnerung und Stimme beraubt wie in Jean Giraudoux’ Version. Sondern vielmehr, um mit all den „Ungeheuern“ namens Hans abzurechnen, ehe sie in die blaugrünen Wellen der Freiheit zurückkehrt (oder flieht!), zu den Schiffen und den wilden Pferden, eigentlich zu dem Kern ihres Wesens: „Ich werde nie wiederkommen, nie wieder Ja sagen und Du und Ja.“ Und doch klingt die nüchterne Verkündung weder emotionslos noch gänzlich eindeutig. (Bei Sappho tauchte schon vor 2500 Jahren ein „Ungeheuer“ auf, jedoch mit einem positiven Denkinhalt: „Süß-bitter ist der Liebesgott, dieses kriechende, unbezwingbare Ungeheuer. “)

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Schon 100 Jahre! Eine solch zeitliche Distanz verleitet mich bereits gelesene Werke erneut zur Hand zu nehmen, auch um zu prüfen ob meine Perzeption und Auslegung weiter bestehen oder ein Auffassungswandel vorliegt. Selbst wenn inzwischen einige Exegeten deine Gedichte geringschätzen oder mit Lobeshymnen sparsamer umgehen, bleiben dein Rang und deine Bedeutung für die Sprach- und Literaturgeschichte unbestreitbar. Die Resonanz deines dichterischen, gesellschaftlichen und existentiellen Diskurses hält bis in unsere Tagen an, und dies nicht nur an Jubiläen, Lyrik-Wettbewerben oder an routinierten Gedächtnistagen. Du hast für eine neue lyrische Sprache gekämpft. Frei von Gefühlsüberschwang, ungekünstelt, wahrhaftig, sachlich.  Aber könnten die Worte eines Gedichts in ihrem sachlichen Gewand überzeugen, wenn es z. B. darum ginge, einen Zustand jubelnder Freude oder innerer Trostlosigkeit zu vermitteln? 

Wäre ich bei einer deiner öffentlichen Reden anwesend gewesen, hätte ich dich gefragt, woher dieses Vertrauen in die Kraft und Wirksamkeit von Worten rührt. Schließlich reicht es nicht aus, dass sie ausgesprochen oder niedergeschrieben werden, um Früchte zu tragen; sie dürfen nicht – wie die Saat im Gleichnis – auf dürren, felsigen Boden fallen. Würdest du ihnen noch immer freien Lauf lassen, wenn du wüsstest, dass diejenigen, die sie um sich herum vernehmen, ihnen in den tiefsten Winkeln ihres Wesens keinen Raum gewähren würden?

Ich würde dich auch unbedingt fragen, warum  – obwohl du das Dichten aufgegeben hattest – nicht aufhören konntest. Wurde das Weinen der Erde zu laut, unüberhörbar? 

Und zu guter Letzt: Wenn du noch einmal zur Welt kämst, würdest du dieselben Risiken und Entscheidungen eingehen, dieselbe Lobpreisung, wie Franz von Assisi, von Wärme und Licht und vor allem dasselbe aus Liebe geborene Leid? Aus Leid geborene Sucht? Oder würde ein Refrain  wie „Je ne regrette rien“ alles überschatten?

Was sind deine aktuellen Projektpläne?

Es gibt Entwürfe und schon eine Zahl vollgeschriebener Blätter. Von geduldigen Bäumen. Der Rest schwirrt in dem überhitzten Nebel meines Kopfes. Und immer noch kein Regenmacher …  Irgendwann wird sich schon das Buch, ob ein lyrisches oder ein anderes, schreiben und zeigen. Am liebsten schalte ich hier Ingeborg ein und ergänze die Antwort mit ihren letzten veröffentlichten Versen: „Aber in mir singt noch ein Beginnen/- oder ein Enden – und wehrt meiner Flucht“ …

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

Oh ja. Für dich, lieber Walter, sowohl ein Zitat als auch einen ganzen Text!

Wie soll ich mich nennen

Einmal war ich ein Baum und gebunden,/

entschlüpft ich als Vogel und war frei,/

in einen Graben gefesselt gefunden,/

entließ mich berstend ein schmutziges Ei.//

Wie halt ich mich? Ich habe vergessen,/

woher ich komme und wohin ich geh,/

ich bin von vielen Leibern besessen, /

ein harter Dorn und ein flüchtendes Reh.//

Freund bin ich heute den Ahornzweigen,/

morgen vergehe ich mich an dem Stamm /

. . .Wann begann die Schuld ihren Reigen,/

mit dem ich von Samen zu Samen schwamm?//

Aber in mir singt noch ein Beginnen/

– oder ein Enden – und wehrt meiner Flucht,/

ich will dem Pfeil dieser Schuld entrinnen,/

der mich in Sandkorn und Wildente sucht.//

Vielleicht kann ich mich einmal erkennen, /

eine Taube einen rollenden Stein . . ./

Ein Wort nur fehlt! Wie soll ich mich nennen,/

ohne in anderer Sprache zu sein.//

An die Sonne

Ohne die Sonne nimmt auch die Kunst wieder den Schleier,

Du erscheinst mir nicht mehr, und die See und der Sand,

Von Schatten gepeitscht, fliehen unter mein Lid.

[….]  Nichts Schöneres unter der Sonne als unter der Sonne zu sein…

NICHTS SCHÖNERES UNTER DER SONNE ALS UNTER DER SONNE ZU SEIN!

Herzlichen Dank für das Interview!

Francisca Ricinski, Schriftstellerin und Journalistin 

Zur Person/über mich: Francisca Ricinski geb. in Tupiati/Rumänien, lebt in Rheinland-Pfalz. Studium der Romanistik an der Universität Bukarest.

Gymnasiallehrerin für Französisch. Theologisches Fernstudium in Würzburg. Umschulung zur Industriekauffrau (Köln).

1985-2003 – Angestellte beim Dt. Bundestag, Bonn. Journalistin, Fotografin, Übersetzerin. Zahlreiche Veröffentlichungen in deutschen und ausländischen Zeitschriften, Anthologien und Internetportalen.  Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller und des PEN.  2000-2026 – Mitherausgeberin der Bonner Literaturzeitschrift „Dichtungsring“.  

2004-2020 -leitende Redakteurin der Literatur- und Kunstzeitschrift „Matrix“, Ludwigsburg. Teilnahme an internationalen Poesie-Festivals und Literatur-Events in Ias/!Rumänien, Dijon/Frankreich, Monastir /Tunesien, Rabat & Casablanca/Marokko,  Paris, Trois-Rivières / Kanada.

Schreibt Lyrik, Kurzprosa, Theaterstücke, Kinderliteratur, Trickfilmszenarien, Essais, Interviews, Liedertexte.

Zuletzt: Knie aufs Herz (Theatercollage),  In deinen Schuhen voller Sand (Prosapoeme), Pop Verlag, Ludwigsburg; Car tu étais pluie

(lyrischer Dialog mit Abdel Wahid Souayah), L’Harmattan, Paris); Mémoire sous le vent  (Prosapoeme), französich-arabisch,

khayal éditions, Algerien) ;  Joaca de-a fi, Editura Timpul, Iasi, Rumänien.

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Francisca Ricinski _ privat

Walter Pobaschnig, 20.7.26

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„Masken“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Bild _ Aysel Hofer, Künstlerin _ Thaur/Tirol 10.9.2026

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Bild _ Aysel Hofer, Künstlerin, Illustratorin

MALINA _ UNDINE GEHT _ INGEBORG _ Akrosticha

Idee/Regie _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Aysel Hofer, Künstlerin, Illustratorin

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.

Bild & Text _ Aysel Hofer.

Foto: Aysel Hofer _ Myriam Cibolini.

Walter Pobaschnig   9.3.2026

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„Ich glaube vor allem den Mut, man selbst zu sein. Erni Mangold hat gezeigt, dass man sich als Schauspielerin nicht anpassen muss, um eine starke Wirkung zu haben. Diese Haltung beeindruckt mich sehr!“ _ Erinnerung an +Erni Mangold _ Christina Cervenka, Schauspielerin _ Wien 9.9.2026

+Erni Mangold _ Christina Cervenka
+Erni Mangold, Schauspielerin, Regisseurin _
* 26.1.1927 Großweikersdorf/NÖ +5.9.2026 Wien

Zur Person: Erni Mangold – Wien Geschichte Wiki 5.9.2026

Im Erinnerungsinterview _  Christina Cervenka, Schauspielerin _ Wien

Liebe Christina Cervenka, welche Erinnerungen gibt es für Dich an Erni Mangold?

Persönlich habe ich Erni Mangold leider nicht gekannt. Meine Oma Traute Servi und ihre Schwester Helly Servi kannten sie jedoch und stammen aus derselben Generation von Schauspielerinnen. Deshalb ist ihr Name für mich auch mit den Erzählungen und Erinnerungen an die damalige Zeit am Theater verbunden.

Was macht für Dich das Besondere ihres Schauspiels aus?

Für mich hatte sie eine unglaubliche Präsenz! Sie war sehr direkt und hatte etwas Unangepasstes. Diese eigene Art, die sie unverwechselbar macht, finde ich als Künstlerin besonders inspirierend.

Möchtest Du bestimmte Rollen hervorheben und warum?

Ich möchte gar nicht unbedingt eine einzelne Rolle herausgreifen. Mich beeindruckt vielmehr ihr gesamtes schauspielerisches Schaffen, ihre Vielseitigkeit und die ganz eigene Art, die sie ihren Figuren gegeben hat.

Wie hast Du Erni Mangold als Kollegin erlebt?

Persönlich habe ich leider nicht mit ihr zusammengearbeitet. Was ich aber von ihr als Kollegin und aus Gesprächen über sie mitbekommen habe, vermittelt mir das Bild einer sehr eigenständigen Frau, die sich selbst treu blieb.

Was nimmt die Theater/Filmbühne von ihr in die Zukunft mit?

Ich glaube vor allem den Mut, man selbst zu sein. Erni Mangold hat gezeigt, dass man sich als Schauspielerin nicht anpassen muss, um eine starke Wirkung zu haben. Diese Haltung beeindruckt mich sehr!

Herzlichen Dank für das Interview!

Christina Cervenka, Schauspielerin _ Romy Nominierung 2023 _ 
acting Malina am Originalschauplatz Wien _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien  
50.Todesjahr Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _
Walter Pobaschnig 6/23

Zur Person: Christina Cervenka – Wikipedia

Foto: Erni Mangold _ Österreichisches Filminstitut

Foto: Christina Cervenka, Schauspielerin _ Romy Nominierung 2023 _ 
acting Malina am Originalschauplatz Wien _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien  _ 
50.Todesjahr Ingeborg Bachmann_ Schriftstellerin (25.Juni 1926 Klagenfurt – 17.Oktober 1973 Rom) _ Station bei Malina _ „Ingeborg Bachmann regt dazu an, Geschlechterrollen und -identitäten neu zu denken“ Christina Cervenka, Schauspielerin _Wien  28.6.2023 | Literatur outdoors – Worte sind Wege
Walter Pobaschnig 6/23

Walter Pobaschnig, 9.9.2026

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„Nicht mit uns!“ Die unglaubliche Geschichte der Nonnen von Goldenstein, Edith Meinhart. Kösel Verlag.

Es ist ein besonderer Ort in Salzburg und es sind besondere Menschen, die sich in diesen so traditionsreichen Klostermauern von Goldenstein seit über 150 Jahren im kontemplativen wie aktiven Dasein bewegen, vor allem im Mitgestalten und Mitbegleiten der konfessionellen Privatschule vor Ort.

Und diese hat eine reiche Kulturgeschichte. Hier sammelte die Schauspielerin Romy Schneider (1938 – 1982) erste Bühnenerfahrungen in Spiel und Regie. Zeitlebens blieb der Kontakt aufrecht.

Das Augustiner Chorfrauen Kloster existiert heute allerdings in der traditionellen Form aus unterschiedlichen Gründen, vor allem der geringen Zahl der Nonnen, nicht mehr. Vielmehr wurde es institutionell übergeben.

Und diese Übergabe betraf nun auch den Lebensort der drei langjährigen Nonnen vor Ort, die ihren Wirkungs- und Lebensraum verlassen sollten. Aber damit waren und sind diese nicht einverstanden und sie leben derzeit noch immer vor Ort.

Edith Meinhart begibt sich nun auf eine Spurensuche und sucht im direkten Gespräch mit den drei Nonnen diese zu Wort kommen zu lassen und ihren Lebensweg in Beruf und Berufung wie gegenwärtigen Wünschen, Träumen, Hoffnungen darzustellen. Daraus ergibt sich ein spannendes historisches wie gegenwärtiges Lebens-, Religion- und Kulturpanorama in allen Spannungen und unterschiedlichen Perspektiven.

„Nicht mit uns!“ Die unglaubliche Geschichte der Nonnen von Goldenstein, Edith Meinhart. Kösel Verlag.

Broschürt, 224 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

Erscheinungstermin: 27. Mai 2026

ISBN: 978-3-466-37376-5

18 EUR

Walter Pobaschnig 9/26

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„Manchmal“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text&Performance _ Nora Lachmann/Natalie Campbell _ Berlin/Wien 9.9.2026

 Natalie Campbell, Schriftstellerin, Tänzerin, Künstlerin _ Wien   performing Malina _
 Originalschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 8/23, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz Wien

MALINA _ Akrostichon

Text  _  Nora Lachmann, Schriftstellerin _ Berlin

Performance _   Natalie Campbell, Schriftstellerin, Tänzerin, Choreographin _ Wien.

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

MALINA

M
anchmal

Ahnt die

Liebe

In hellen

Nächten

Alles

Nora Lachmann, 18.7.2026

Natalie Campbell, Schriftstellerin, Tänzerin, Künstlerin _ Wien   performing Malina _
 Originalschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 8/23, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz Wien

MALINA _ Akrostichon

Text  _  Nora Lachmann, Schriftstellerin _ Berlin

Performance _   Natalie Campbell, Schriftstellerin, Tänzerin, Choreographin _ Wien.

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Nora Lachmann, Schriftstellerin

Zur Person_Nora Lachman, geboren in Berlin. Ummauert aufgewachsen — erst Bücher und dann die Ferne entdeckt. Immer zurückgekehrt. 2014 erschien der Roman „Die Quintessenz von Staub”. Seit 2019 im Vorstand des Netzwerks Freie Literaturszene Berlin. Passionierte Fahrtenseglerin und Reisende mit dem Blog Positionsmeldung:
http://www.noralachmann.de

Natalie Campbell, Schriftstellerin, Tänzerin, Choreographin _ Wien.

Zur Person_ Natalie Campbell ist eine in Wien lebende, transdisziplinär arbeitende freischaffende Künstlerin und beschäftigt sich mit der Schnittstelle von Bewegung und Text. Seit über einem Jahrzehnt erforscht, lehrt und praktiziert sie Tanz in seinen vielfältigen Formen und lässt sich dabei maßgeblich vom Axis Syllabus, von Contact Improvisation sowie von somatischen Bewegungsansätzen inspirieren. Parallel dazu ist sie als Autorin tätig und hat zwei eigenständige Publikationen im text/rahmen Verlag veröffentlicht sowie Dramen und Kurzgeschichten in literarischen Zeitschriften publiziert. Sie experimentiert mit unterschiedlichen Formaten der Textperformance auf der Bühne und verbindet dabei häufig Sprache mit Musik und Bewegung.

Neben der Entwicklung von Soloarbeiten arbeitet sie in Kollektiven und ist Teil von hydro_kulturverein, Kollektiv Klaus und KIT Ensemble Vienna. Mit hydro_kulturverein feierte sie Premieren im Dschungel Wien; mit Kollektiv Klaus performt sie vorwiegend im öffentlichen Raum; mit dem KIT Ensemble Vienna unterrichtet sie gemeinsam mit Gregory Chevalier im Bereich Somatik und Contact Improvisation.

Zu ihren aktuellen Projekten zählen DONAUSTADT (Dschungel Wien), bei dem sie als Autorin und Regisseurin tätig ist, Kooperationen mit Tanz*Hotel/Bert Gstettner sowie das Unterrichten im zeitgenössischen Tanz für Erwachsene und Kinder.

Sie hat einen Bachelorabschluss in International Development, absolvierte die Leondinger Literaturakademie, studiert derzeit im Teachers Track von Movement Artisans (Berlin) und ist Artist in Residence bei Schule@imFlieger.

2026 (Biografie _ Impulstanz, 21.7.26)

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Nora Lachmann _ Claudia Haarmann

Fotos: Natalie Campbell, Schriftstellerin, Tänzerin, Künstlerin _ Wien   _ performing Malina _ Originalschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 8/23.

Walter Pobaschnig, 18.7.2026

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