„dass Sprache nach Krieg und Gewalt nicht unschuldig ist“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Mario Kuttnig, Schriftsteller _ Klagenfurt 31.3.2026

Ingeborg Bachmann _ Mario Kuttnig

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _  Mario Kuttnig, Schriftsteller, Schauspieler, singer-songwriter sowie Trainer & Coach, Entertainmentmanager, Moderator

Lieber Mario, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Mein Zugang zum Werk von Ingeborg Bachmann ist zunächst ganz buchstäblich ein geografischer. Ich lebe gewissermaßen in der Nähe ihres Geburtshauses in Klagenfurt, und meine täglichen Spaziergänge mit meinem Hund führen regelmäßig daran vorbei. Es ist ein besonderer Moment, jedes Mal wieder – ein stiller, fast beiläufiger Kontakt mit einem Ort, an dem Literaturgeschichte ihren Ausgang genommen hat. Dabei überkommt mich immer wieder ein Gefühl von Glück und Dankbarkeit darüber, dass dieses Haus heute ein Museum ist. Dass dieser Ort nicht einfach verschwunden oder überbaut wurde, sondern als Erinnerung an eine große Schriftstellerin erhalten bleibt. So wird Bachmann für mich nicht nur über ihre Texte gegenwärtig, sondern auch über einen konkreten Ort, über eine kleine tägliche Begegnung im Alltag.

Von dort aus führt der Weg natürlich weiter in ihr Werk. Ein wichtiger Zugang ist für mich ihre besondere Sensibilität für Sprache. Bachmann schreibt aus dem Bewusstsein heraus, dass Sprache nach Krieg, Ideologie und Gewalt nicht unschuldig ist. Sie untersucht, wie Worte Wirklichkeit formen – und wie sie zugleich verschleiern können.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Das Besondere an Bachmanns Schreiben ist die seltene Verbindung von poetischer Schönheit und radikaler Analyse. Ihre Texte sind lyrisch und präzise zugleich, sensibel und schonungslos.

Sie schreibt über persönliche Erfahrungen, aber diese sind immer auch gesellschaftlich geprägt. Beziehungen, Liebe, Macht, Gewalt – all das erscheint bei ihr nicht als rein privates Geschehen, sondern als Ausdruck größerer Strukturen.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Besonders eindrucksvoll finde ich den Roman Malina, der Teil des geplanten „Todesarten“-Projekts war. Dieser Text ist eine radikale Auseinandersetzung mit Gewalt, Identität und dem Verschwinden der weiblichen Stimme.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Bachmann hat sehr früh erkannt, dass Gewalt nicht nur in spektakulären Ereignissen sichtbar wird, sondern auch in alltäglichen Strukturen: in Beziehungen, in Rollenbildern, in Machtverhältnissen.

Ihre Texte zeigen, wie tief patriarchale Muster in Sprache und Denken eingeschrieben sind. Gerade deshalb wirken viele ihrer Beobachtungen heute noch erstaunlich aktuell.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Liebe erscheint bei Bachmann selten als harmonischer Zustand. Sie ist oft ein Ort von Sehnsucht, Hoffnung, aber auch von Verletzlichkeit und Macht.

Nach Bachmann zu lieben, bedeutet vielleicht, sich dieser Ambivalenz bewusst zu sein – und dennoch an der Möglichkeit einer anderen Form von Beziehung festzuhalten.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Ich würde Schreiben nicht ausschließlich als Martyrium verstehen. Es ist ebenso eine Form der Freiheit: die Möglichkeit, Wirklichkeit neu zu denken, Erfahrungen zu teilen und Räume der Vorstellung zu öffnen.

Vielleicht liegt gerade in dieser Spannung zwischen Schmerz und Freiheit die besondere Kraft der Literatur.

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

Ihre Nähe zur Musik ist bemerkenswert. Rhythmus, Klang und Struktur spielen in vielen ihrer Texte eine wichtige Rolle.

Und schließlich sind ihre Werke von einer tiefen utopischen Sehnsucht geprägt – der Hoffnung, dass eine gerechtere und menschlichere Welt möglich sein könnte.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Ich würde sie vermutlich fragen, ob sie heute noch an eine andere Sprache glaubt – an eine Sprache, die nicht von Gewalt oder Ideologie geprägt ist.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Ich bin zur Zeit als Kreuzfahrt Direktor auf den Meeren dieser Welt zuhause.

Diese Zeit erlaubt es mir an literarischen und essayistischen Projekten, die sich mit Fragen unserer Gegenwart beschäftigen – mit gesellschaftlichen Veränderungen, persönlichen Erfahrungen und der Rolle von Sprache in unserer Zeit zu arbeiten.

Dazwischen bin ich mit meinem Programm „Der Tod auf PR-Tour“ unterwegs.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

Ein Satz von Ingeborg Bachmann begleitet mich besonders:

„Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.“

Dieser Satz ist für mich eine Erinnerung daran, dass Literatur nicht nur Schönheit, sondern auch Erkenntnis bedeutet – und dass beides untrennbar miteinander verbunden sein kann.

Herzlichen Dank für das Interview!

 Mario Kuttnig, Schriftsteller, Schauspieler, singer-songwriter sowie Trainer & Coach, Entertainmentmanager, Moderator

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.

Foto: Mario Kuttnig _ privat.

Walter Pobaschnig   16.3.2026

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„Mitten im Satz beginnt der Zweifel“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text&Performance _ Mario Kuttnig/Pia Schiel _ Klagenfurt/Wien 31.3.2026

Pia Schiel, Schauspielerin_Wien _ acting „Malina“ _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Szenische Fotos am Originalschauplatz _
Walter Pobaschnig, 10/23, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text _  Mario Kuttnig, Schriftsteller, Schauspieler, singer-songwriter sowie Trainer & Coach, Entertainmentmanager, Moderator

Performance _  Pia Schiel, Schauspielerin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Pia Schiel, Schauspielerin_Wien _ acting „Malina“ _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Szenische Fotos am Originalschauplatz _
Walter Pobaschnig, 10/23, folgende

MALINA

M

Mitten im Satz beginnt der Zweifel

A

An der Sprache, die zu viel verschweigt

L

Lange hallt noch der Krieg in den Worten

I

Im Dunkel sucht das Gedicht eine andere Wahrheit

N

Niemand spricht unversehrt nach der Geschichte

A

Aber das Wort wagt noch einmal den Anfang

Mario Kuttnig, 16.3.26

Pia Schiel, Schauspielerin_Wien _ acting „Malina“ _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Szenische Fotos am Originalschauplatz _
Walter Pobaschnig, 10/23, folgende
Pia Schiel, Schauspielerin_Wien _ acting „Malina“ _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Szenische Fotos am Originalschauplatz _
Walter Pobaschnig, 10/23, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text _  Mario Kuttnig, Schriftsteller, Schauspieler, singer-songwriter sowie Trainer & Coach, Entertainmentmanager, Moderator

Performance _  Pia Schiel, Schauspielerin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Mario Kuttnig, Schriftsteller, Schauspieler, singer-songwriter sowie Trainer & Coach, Entertainmentmanager, Moderator
Pia Schiel, Schauspielerin _ Wien

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.

Foto: Mario Kuttnig _ privat.

Fotos: Pia Schiel, Schauspielerin_Wien _ acting „Malina“ _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Szenische Fotos am Originalschauplatz _
Walter Pobaschnig, 10/23.

Walter Pobaschnig   16.3.2026

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Kosmo, Isabella Breier. Roman. Septime Verlag.

2048. Satellitenstadt.

„Ich, Chave M., bisherige Angestellte bei…, langjährige Expertin der Temporary Eternal Collection, reiche hiermit meine Kündigung und den versprochenen Bericht ein…“

Und jetzt beginnt der Bericht, eine Reise der Erinnerung über den Menschen in allen Gefühls-, Wahrnehmungswelten…eine Reise, die nach Kosmo, ein griechisches Felsendorf führte…

„Und doch erinnere ich mein Ich in dieser Zeit als eine entgrenzend entgrenzte Existenz in Askese, eine zügellose Versuchsanordnung der Abgeschiedenheit…“

Ein Blick in das Innere, eine Erfahrung des Inneren im Weg, Sturm der Zeit…

„Ich glaubte mich bereit, zugrunde zu gehen, kroch ins Bett und wartete darauf, dass etwas geschehen möge, dass nichts mehr geschehen möge…“

Isabella Breier ist eine der innovativsten und außergewöhnlichsten literarischen Stimmen der Gegenwart. Die in Wien lebende, vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin, legt mit „Kosmo“ einen Roman vor, der in Raffinesse und Spannung thrillergleich von den ersten Sätzen an mitnimmt und nicht loslässt. Es ist ein Eintauchen in Existenz-, Zeit-, Bedeutungsebenen von Mensch und Gesellschaft in großartiger Sprachwelt und Textkonstruktion, die wie Wasser und Wind umgeben, einem fliegenden Teppich gleich tragen und in facettenreichen Stationen von Erfahrung, Wagnis, Selbsterkenntnis und Überraschung ankommen lässt. Eine geniale literarische Reise zum Wunder und Geheimnis Mensch, Welt, Sinn!

Kosmo, Isabella Breier. Septime Verlag. Roman

Gebunden, 336 Seiten

Preis:
25,00 € [D]
25,70 € [A]

ISBN: 978-3-99120-077-2

Walter Pobaschnig 3/26

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„Rom“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Felix Kucher/Ina Solea_ Wien 30.3.2026

Ina Solea, Schauspielerin, Model _ Wien _
Walter Pobaschnig, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

INGEBORG_ Akrostichon

Text _  Felix Kucher, Schriftsteller

Performance_ Ina Solea, Schauspielerin, Model

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig


INGEBORG


I
m

Nachtschwärmerischen

Glitzernden

Elenden

Berückenden

Rom

Gestorben


Felix Kucher, 8.1.2026

Ina Solea, Schauspielerin, Model _ Wien _
Walter Pobaschnig, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

INGEBORG_ Akrostichon

Text _  Felix Kucher, Schriftsteller

Performance_ Ina Solea, Schauspielerin, Model

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Rom war nach ihrem Aufbruch aus Wien 1953 und verschiedenen kürzeren Arbeits- und Lebensstationen der Lebensmittelpunkt der 1926 in Klagenfurt geborenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann. In zahlreichen Texten nimmt sie darauf Bezug. „Da fiel mir Leben zu“, schreibt sie im Gedicht „Das erstgeborene Land“. Freunde berichten von Lebenslust und zahlreichen Unternehmungen in der glitzernden ewigen Stadt.

Am 17.Oktober 1973 stirbt Ingeborg Bachmann an den schweren Verletzungen eines Brandunfalles in ihrer Wohnung in der Via Giulia. Sie ist in Klagenfurt/Friedhof Annabichl beigesetzt.

Felix Kucher, Schriftsteller _
vor den Rosenhügel Filmstudios Wien _
Bezugspunkt zu seinem aktuellen Roman „Von Stufe zu Stufe“, Picus Verlag 2025 _

Aktueller Roman von Felix Kucher: „Von Stufe zu Stufe“, Picus Verlag 2025 _ darin die reiche wie spannende Wiener Filmgeschichte im Mittelpunkt steht. https://literaturoutdoors.com/2025/04/17/von-stufe-zu-stufe-felix-kucher-roman-picus-verlag/

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Foto: Felix Kucher: Walter Pobaschnig 2/25

Fotos: Ina Solea, Schauspielerin, Model _ Wien _
Walter Pobaschnig, folgende

Walter Pobaschnig 1/26

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„ihr begnadetes Können, ihre Klugheit, ihr gesamtes Charisma“ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Anna Friedwagner – Celenca, Schriftstellerin _ Zell am See/Sbg. 30.3.2026

Ingeborg Bachmann _ Anna Friedwagner

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann auf ihrer Terrasse in der Bocca de Leone, Rom um 1970

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Anna Friedwagner – Celenca, Schriftstellerin

Liebe Anna, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Mich zum Beispiel, berührt die Stimme Ingeborg Bachmanns auf eine ganz besondere Art und Weise. Dies zu benennen, dieses subtile Gefühl, welches das Vortragen ihrer Werke, ihr Klang der Sprache, in meinem Herzen auslöst, lässt sich für mich am Besten so beschreiben: Die „Tiefe“ jedes Einzelnen ihrer gesprochenen Worte klingt lange in mir nach, beschäftigt mich zutiefst, macht mich sehr nachdenklich und lässt mich gleichzeitig ganz still werden. Es ist ihre Seele, die mich berührt, der Ausdruck in ihren Gedichten, so leicht und frei, ohne Anstrengung, aber dennoch selbstverständlich ihr begnadetes Können, ihre Klugheit, ihr gesamtes Charisma.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Die Intensität ihrer Sprache, Ihr Auflehnen gegen jegliche Form der Gewalt und Unterdrückung. Die Fragen nach dem „wer bin ich“, was bedeutet das Leben als Solches, was ist die Liebe in ihrer Ganzheit und in ihrer Zerrissenheit. Eine unerschöpfliche Thematik, damals und gerade auch jetzt

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Ganz besonders tief berühren mich ihre Gedichte, denen ich zum Glück schon in meiner Kindheit begegnen durfte.

So viele einzelne Passagen daraus. Ihre Botschaften machen mich immer wieder aufs Neue atemlos und aus tiefstem Herzen dankbar, beinahe fassungslos, ob deren Kraft, Mut und Stärke. Dankbar, ihren Spirit darin fühlen zu dürfen, der ganz lange in mir weiterwirkt, ich wage vorsichtig zu sagen, mich „verbindet“, von Seele zu Seele, von Mensch zu Mensch, von Frau zu Frau.

Besonders hervorheben darf ich an dieser Stelle:

Nebelland

An die Sonne

„Ich“

Die gestundete Zeit

„die Männer sind unheilbar krank…sie sind es, wussten sie das nicht? Alle…“ Ingeborg Bachmann in einem Interview, 1971 _ wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörerischen wie selbst zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Ich denke schon etliche Zeit über einen Satz nach:

„ich schreibe niemals gegen Männer, ich schreibe gegen eine Gewalt, die Nähe schwächt und Zärtlichkeit ins Lächerliche zieht. „

Ein Credo welches niemals enden darf. Ein Ruf gegen die Brutalitäten der Welt.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann Schreiben und Existenz in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises 1971. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Auf jeden Fall, zumindest für mich ganz persönlich.  Schreiben darf und kann einem selbst weh tun. Einmal noch, und noch einmal, und nocheinmal. Vielleicht auch , oder gerade deshalb, um das Leben manchesmal zu ertragen.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Das ist eine unglaublich wundervolle und bedeutsame Frage für mich, dessen Beantwortung in mir ein zutiefst starkes Gefühl von Ehrfurcht hervorbringt. Oder vielleicht zeigt mir diese Frage am Ende meine eigenen, tiefsten Wunden auf? 

Nun, vielleicht würde ich sie fragen, ob Schreiben Erlösung sein kann, für einen selbst, mag sein auch für so manch Andere?

Vielleicht würde ich sie auch fragen, wie sehr das Brennen in der Brust lodern kann, um aufzuschreiben, was so traurig macht und ernst? Vielleicht wäre ihre Antwort auch nur ein Nicken, ein leiser Blick, ein Verstehen, das gar keiner Worte bedarf.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Meine Pläne wären, endlich meine losen, unzähligen Seiten und Gedanken zu binden (zumindest in meinem Herzen)

Herzlichen Dank für das Interview!

Anna Friedwagner – Celenca, Schriftstellerin

Foto: Ingeborg Bachmann: Garibaldi Schwarze.

Fotos: Anna Friedwagner – Celenca: privat.

Walter Pobaschnig   1_26

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„Wild- und Heilkräuter, Beeren und Pilze finden“ Der Blitzkurs für Einsteiger _ Christine Schneider, Rudi Beiser, Maurice Gliem _ Ulmer Verlag.

Ein Spaziergang. Der Garten. Die Wiese. Der Wald. Der See – und rundum das Wunder Natur. Ein Genuss der Sinne. Kraftquelle zu allen Jahreszeiten. Und gerade jetzt im kommenden Frühling.

Doch welche Kräuter, Beeren, Pilze, welches blühende Naturleben ist nicht nur ein visueller Genuss sondern auch in der Küche eine Gaumenfreude mit wohltuender Wirkung auf Leib und Seele? Da ist Vorfreude wie auch Kompetenz und genaue Kenntnis geboten.

Ein wunderbarer Leitfaden auf allen Kräuter/Beeren/Pilzwegen liegt nun in einer kompakten Taschenbuchausgabe des renommierten Ulmer Verlag vor. Und dieser ist ebenso ein Sinnesgenuss, der in einer großartigen visuellen und informativen Aufbereitung die Wunder der Natur beschreibt, erklärt und zum Sammeln, Genießen perfekt anleitet.

In vier großen Überblickskapitel  Wildkräuter/Heilkräuter/Beeren/Pilze erläutern die Diplom-Biologin sowie Naturpädagogin Christine Schneider wie die langjährigen Kräuter- und Pilzprofis Rudi Beiser & Maurice Gliem in sehr ansprechender, kurzgefasster wie kompetenter Weise den Genussraum Natur.

„Eine kompetente wie visuell wunderbar gestaltete Anleitung zum genussvollen wie sicheren Kräuter-, Beeren-, Pilzesammeln und -aufbereiten“

„Wild- und Heilkräuter, Beeren und Pilze finden“ Der Blitzkurs für Einsteiger _ Christine Schneider, Rudi Beiser, Maurice Gliem _ Ulmer Verlag.

3., aktualisierte Auflage

Auflage: 3, aktualisierte Auflage

Erscheinungstermin: 21.03.2024

Seitenzahl: 464

Bilder: 470 Farbfotos, 50 farbige Zeichnungen

Format: 19 x 13 cm

Einbandart: kart.

ISBN Buch: 978-3-8186-1665-6

ISBN PDF: 978-3-8186-2321-0

Buch: 18,00 EUR inkl. MwSt.

E-Book: 14,99 EUR

Walter Pobaschnig   3/26

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„Rastlose“ _ Station bei Romy Schneider _ Text & Performance _ Katrin Arnast/Matea Novak _ Nürnberg/Wien 29.3.2026

Katrin Arnast, Schriftstellerin, Nürnberg
Katrin Arnast
Matea Novak, Schauspielerin _ Wien _
acting Romy Schneider 
_
Romy Schneider, Schauspielerin * 23. September 1938 Wien + 29.Mai Paris _
Fotos _ Wohnung der Familie Albach-Retty in Wien_ Vater/Großmutter von Romy Schneider _
Walter Pobaschnig 1/2024

Station bei Romy Schneider

Text & Performance am Originalschauplatz

Text _ Katrin Arnast, Schriftstellerin _ Nürnberg

Performance _ Matea Novak, Schauspielerin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig  

Matea Novak, Schauspielerin _ Wien _
acting Romy Schneider 
_
Romy Schneider, Schauspielerin * 23. September 1938 Wien + 29.Mai Paris _
Fotos _ Wohnung der Familie Albach-Retty in Wien_ Vater/Großmutter von Romy Schneider _
Walter Pobaschnig 1/2024
Matea Novak, Schauspielerin _ Wien _
acting Romy Schneider 
_
Romy Schneider, Schauspielerin * 23. September 1938 Wien + 29.Mai Paris _
Fotos _ Wohnung der Familie Albach-Retty in Wien_ Vater/Großmutter von Romy Schneider _
Walter Pobaschnig 1/2024

ROMY SCHNEIDER

Rastlose

obsessiv Suchende, Orientierungslose

mal verletzlich, mal Fordernde

Yves Montand


Schutz Suchende, Sissi –Brei Abschüttelnde

Chauvis Verfallene

hinreißend Charmante

Nähe Suchende

ehrgeizig Getriebene

Ikone des  Films

distanzlos Verführende

emotional einsam Gebliebene

Ruhm Gebrochene

Katrin Arnast, 28.3.2026

Matea Novak, Schauspielerin _ Wien _
acting Romy Schneider 
_
Romy Schneider, Schauspielerin * 23. September 1938 Wien + 29.Mai Paris _
Fotos _ Wohnung der Familie Albach-Retty in Wien_ Vater/Großmutter von Romy Schneider _
Walter Pobaschnig 1/2024
Matea Novak, Schauspielerin _ Wien _
acting Romy Schneider 
_
Romy Schneider, Schauspielerin * 23. September 1938 Wien + 29.Mai Paris _
Fotos _ Wohnung der Familie Albach-Retty in Wien_ Vater/Großmutter von Romy Schneider _
Walter Pobaschnig 1/2024
Katrin Arnast, Schriftstellerin _ Nürnberg

Station bei Romy Schneider

Text & Performance am Originalschauplatz

Text _ Katrin Arnast, Schriftstellerin _ Nürnberg

Performance _ Matea Novak, Schauspielerin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig  

Fotos: Katrin Arnast _ privat.

Fotos: Matea Novak, Schauspielerin _ Wien _
acting Romy Schneider 
_
Romy Schneider, Schauspielerin * 23. September 1938 Wien + 29.Mai Paris _
Fotos _ Wohnung der Familie Albach-Retty in Wien_ Vater/Großmutter von Romy Schneider _ Walter Pobaschnig 1/2024

Walter Pobaschnig 28.3.2026

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„Allein im Café der Träume“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Jozej Strutz/Zeynep Alan _ Klagenfurt/Wien 29.3.2026

Station bei Malina_
Zeynep Alan, Schauspielerin_Wienacting Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien _
Walter Pobaschnig 11/23, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text  _ Jozej Strutz, Schriftsteller _ Klagenfurt/Celovec

Performance _ Zeynep Alan, Schauspielerin_Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Station bei Malina_
Zeynep Alan, Schauspielerin_Wienacting Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien _
Walter Pobaschnig 11/23, folgende

MALINA

M
alina ist der Alltag, Ivan das Café

Allein im Café der Träume

Lieber Ivan schreibt sie ihm ungelenk

Inzwischen habe ich ein Gedicht für dich erfunden

Nimm das Schachbrett mit

Allein mit Ivan

Josef Strutz, 9.3.26

Station bei Malina_
Zeynep Alan, Schauspielerin_Wienacting Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien _
Walter Pobaschnig 11/23, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text  _ Jozej Strutz, Schriftsteller _ Klagenfurt/Celovec

Performance _ Zeynep Alan, Schauspielerin_Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Jozej Strutz, Schriftsteller
Zeynep Alan, Schauspielerin_Wien

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.

Foto: Jozej Strutz _ privat.

Fotos: Station bei Malina_
Zeynep Alan, Schauspielerin_Wienacting Malina _
Romanschauplatz „Malina“ Ingeborg Bachmann (1971) Wien _
Walter Pobaschnig 11/23.

Walter Pobaschnig 6.3.2026

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„in jenem jahr als du geboren, da gab es mich noch lange“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text/Performance _  Verena Dolovai, Schriftstellerin _ Klosterneuburg/NÖ 28.3.2026

Verena Dolovai, Schriftstellerin __ Wien _ performing „Malina“ _
Originalschaupltz Wien _

Walter Pobaschnig 1/26, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text und Performance am Originalschauplatz _

Malina _

Text & Performance _ die wunderbare Verena Dolovai, Schriftstellerin __ Wien _
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Literatur outdoors 3/26

INGEBORG

in jenem jahr als du geboren, da gab es mich noch lange

nicht und als dann ich

geboren, da gab es dich nicht mehr

es stimmt mich traurig sehr

bewahrte wörter von schöner wucht

ohne dich wär die literatur minder

reich an sprachkraft wie an leidenschaft

glücklich, dich zu lesen

 Verena Dolovai, 10.1.2026

Verena Dolovai, Schriftstellerin __ Wien _ performing „Malina“ _
Originalschaupltz Wien _

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig


Fotonovel am Originalschauplatz „Malina“ Roman/ Ingeborg Bachmann im III.Wiener Gemeindebezirk „Ungargassenland“_
Walter Pobaschnig f.,

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text und Performance am Originalschauplatz _

Malina _

Text & Performance _ die wunderbare Verena Dolovai, Schriftstellerin __ Wien _
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962
 Verena Dolovai, Schriftstellerin _
Romanschauplatz „Malina“ _ Wien _ 1/26

Aktueller Roman von Verena Dolovai: „Dorf ohne Franz“ Septime Verlag.

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Fotos: Verena Dolovai _ Walter Pobaschnig 1/26

Walter Pobaschnig 1/26

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„Schmerz und Leidenschaft“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Patricia Brooks, Schriftstellerin _ Wien 28.3.2026

Ingeborg Bachmann _ Patricia Brooks 

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Patricia Brooks  _ Schriftstellerin _ Wien

Liebe Patricia, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Ich habe großen Respekt vor Bachmanns literarischem Werk, es ist ein Meilenstein in der weiblichen/feministischen österreichischen Nachkriegsliteratur.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Ihre messerscharfe Analyse politischer und gesellschaftlicher Strukturen, ihre klare, präzise Sprache, in der immer ein Schmerz mitschwingt und eine Leidenschaft glüht.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Ich schätze ihr Gesamtwerk, auch wenn ich nicht zu allen Texten einen Zugang finde. Im Band „Das dreißigste Jahr“ hat mich zum Beispiel „Undine“ als erste feministische Interpretation dieses Sagenstoffes beeindruckt. Sehr schön finde ich auch die Tonaufnahmen, auf denen sie selbst ihre Gedichte liest.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Brandaktuell. Schauen wir uns die politische und gesellschaftliche Lage der Welt 2026 an, beantwortet sich die Frage von selbst: Kriege in der Ukraine, im Nahen Osten, in Afrika, despotische Präsidenten, größenwahnsinnige Tech-Bros, weltweite Femizide, Gender-Pay-Gap, etc.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, , verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann Schreiben und Existenz in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises 1971. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Das sehe ich für mich persönlich nicht so. Aber für manche Künstlerinnen und Künstler ist es vermutlich so. Ich denke, wie man mit den Schwierigkeiten im Schaffensprozess umgeht ist von Person zu Person verschieden und abhängig auch von Faktoren wie Lebenssituation, finanzieller Lage, etc.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Schön und wichtig, dass es ihr umfassendes Werk gibt.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Ich schreibe an einem neuen Roman.

Ich plane einen weiteren Lyrikband.

Ich bereite die Jubiläumsausgabe „Radio rosa 20“ vor – ein von mir vor 20 Jahren initiiertes Performance-Projekt – mit zahlreichen Künstlerinnen und Künstlern, die in diesen Jahren an den verschiedenen Folgen teilgenommen haben.

Herzlichen Dank für das Interview!

Patricia Brooks, Schriftstellerin

Aktueller Gedichtband von Patricia Brooks: „Luna Park“ Gedichte. edition fabrik.transit, 2024

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.

Foto: Patrica Brooks _ Station bei Undine _ Walter Pobaschnig 9/25

Walter Pobaschnig   10.3.2026

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