Zwei Leichen zum Prosecco. Eva Reichl. Oberösterreich-Krimi. Gmeiner Verlag.

„Martin betrügt mich“, stieß sie aus, nahm das Glas wieder in die Hand und leerte es in einem Zug.“

Jetzt braucht es Trost. Prosecco. Und Freundinnen.

„Ihr könnt ihn für mich umbringen“ Elke lachte. Zeitgleich füllten sich ihre Augen mit Tränen.

Der Nachmittag im Restaurant „Stadtliebe“ in Linz endet – „bedrücktes Schweigen lastete auf den vier Freundinnen…“

Chefinspektorin Lotta Meinich besucht ihren Vater. Sein Beruf, sein Spürsinn, seine Leidenschaft hatte sie denselben Weg gehen lassen. Dem Tod, dem Verbrechen hinterher, immer weiter, bis zum Ziel…auch wenn sie gerade eine Auszeit hat. Da tut ein Spaziergang mit Vater und Hund gut.

Und dann – unter den Blättern im Wald eine Leiche. Martin Froschberger. Juwelier. Ja, jener Martin…Lotta Meinich ist plötzlich wieder mittendrin. In Grund und Abgrund.

Die Reise beginnt, Station um Station, Spur um Spur, Rätsel um Rätsel, dem Tod, dem Mord hinterher…

Eva Reichl, Krimi-Bestsellerautorin, legt einen neuen Lotta Meinich Fall vor und begeistert dabei einmal mehr mit mitreißender Spannung, sprachlicher Raffinesse auf Wegen zwischen Land und Menschen in allen abgründigen Jahreszeiten des Lebens.

„Eva Reichl verbindet einmalig Sprachkunst mit Krimispannung, ein Ereignis!“

Zwei Leichen zum Prosecco. Eva Reichl. Oberösterreich-Krimi. Gmeiner Verlag.

320 Seiten, 12,5 x 20,5 cm, Paperback

Print 15,50 € / E-Book 11,99 €

ISBN 978-3-8392-8059-1

Walter Pobaschnig 3/26

https://literaturoutdoors.com

„Mein Allein“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Jovana Nastasijevic/Julia Gradl _ Novi Sad/Wien 23.3.2026

Julia Gradl, Sängerin, Musikerin, Model  _ Wien _
Thematisch-szenisches Fotoshooting am Originalschauplatz _ Wien _
„Malina“ , Roman, Ingeborg Bachmann (1971) _
Walter Pobaschnig 3/23, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text _ Jovana Nastasijević, Schriftstellerin

Performance _  Julia Gradl, Sängerin, Musikerin, Model

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig


Julia Gradl, Sängerin, Musikerin, Model  _ Wien _
Thematisch-szenisches Fotoshooting am Originalschauplatz _ Wien _
„Malina“ , Roman, Ingeborg Bachmann (1971) _
Walter Pobaschnig 3/23, folgende

MALINA


Mein

Allein

Lechzt

Inbrünstig

Nach deinem

Allein

Jovana Nastasijević, 15.2.2026

Julia Gradl, Sängerin, Musikerin, Model  _ Wien _
Thematisch-szenisches Fotoshooting am Originalschauplatz _ Wien _
„Malina“ , Roman, Ingeborg Bachmann (1971) _
Walter Pobaschnig 3/23, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text _ Jovana Nastasijević, Schriftstellerin

Performance _  Julia Gradl, Sängerin, Musikerin, Model

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Jovana Nastasijević, Schriftstellerin
Julia Gradl, Sängerin, Musikerin, Model  

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Foto: Jovana Nastasijevic _ privat

Fotos: Julia Gradl, Sängerin, Musikerin, Model  _ Wien _
Thematisch-szenisches Fotoshooting am Originalschauplatz _ Wien _
„Malina“ , Roman, Ingeborg Bachmann (1971) _
Walter Pobaschnig 3/23.

Walter Pobaschnig, 15.2.2026

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„Liebe zum Leben in einer Welt, die das Leben verachtet“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Jovana Nastasijevic, Schriftstellerin _ Novi Sad 23.3.2026

Jovana Nastasijević _ Ingeborg Bachmann

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann auf ihrer Terrasse in Rom,
Bocca de Leone, Rom um 1970

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Jovana Nastasijević, Schriftstellerin

Liebe Jovana, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Es gibt mehrere Wege, die mich zu Ingeborg Bachmann geführt haben. Vor allem, mein Germanistikstudium und der Wunsch, das Werk der Frauen durch die Literaturgeschichte besser zu erforschen. Dann, auch mein eigenes Schreiben – das ist ein Handwerk, das am besten durch das Lesen erlernt wird.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Die Wucht ihrer Sprache und die Unverblümtheit der Bilder. Der „endlose“ Satz. Das Urweibliche durchschimmert jede Kulisse, unabhängig davon, ob ihre lyrische bzw. epische Heldin die Position einer Indifferenten, Leidenden oder Liebenden einnimmt. Das ist jene lebensspendende Kraft, die so zuversichtlich ist, dass das Leben weitergehen wird – auch wenn sie sich dabei selbst zugrunde richtet. Es ist Liebe zum Leben in einer Welt, die das Leben verachtet und die Liebe verschmäht.  

„Ein Tag wird kommen, an dem die Frauen rotgoldene Augen haben, rotgoldenes Haar, und die Poesie ihres Geschlechts wird wiedererschaffen werden…“ („Malina“)

Bachmanns Heldin ist zerrissen zwischen ihren eigenen Sehnsüchten – die sie kaum je vollständig äußert und die in die Bereiche psychischer Instabilität abgeschoben werden – und dem, was die Gesellschaft von ihr erwartet.

„Ich bin in ein kleines Grab gefallen.“

Für mich ist dieses Bild („Malina”) vielleicht das stärkste Motiv überhaupt. Wie böse kann ein Mensch zu einem anderen sein? Der Krieg – das Männergebrüll ohne Inhalt, dem wir auch heute Zeugen sind – endet nie, weil er in der menschlichen Seele weitergedeiht. Besitzen, kontrollieren, erobern. Sich rächen, abstumpfen. In diesem Inferno der Selbstleugnung, im Gefüge aus Macht und Gewalt, ist das Frauenwesen der Vernichtung geweiht. Doch sie macht immer weiter – und genau das macht Bachmanns Werk so besonders.

Viele Figuren in ihren Werken resignieren – aber sie tun es so wundervoll. Am Ende ist es immer die Welt im Ich, mitsamt ihren Schwächen und scharfen Kanten, die uns zu Menschen macht – nicht das Ich in der Welt.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

„Simultan“, weil es das erste Werk von Ingeborg Bachmann war, das ich gelesen habe. Meine bachmannsche Feuertaufe.

„die Männer sind unheilbar krank…sie sind es, wussten sie das nicht? Alle…“ Ingeborg Bachmann in einem Interview, 1971 _ wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörerischen wie selbst zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Wenn sich die patriarchale Welt von heute selbst zerstören würde, wäre das für mich ok. 😊 Und es läuft offensichtlich darauf hinaus, so wie die Dinge heute aussehen; die Frage ist nur, wie lange es dauern wird. Patriarchat, Kapitalismus und Faschismus gingen immer schon Hand in Hand. Dieses Besitz- und Eroberungsdenken ist die Ursache allen Übels. Aus ihm resultierten sämtliche Imperial- und Kolonialpolitiken, Unterdrückungsstrategien, die normalisiert wurden, sowie die Überzeugung, dass das Leben eines Menschen mehr wert ist als das eines anderen. Seit dem Neolithikum, als der Mensch sesshaft wurde und den Begriff „Besitz“ für sich instrumentalisierte (laut Fromm war es der Mann), um andere Wesen zu unterwerfen, gibt es dieses Konzept. Davor waren Menschen nomadisch und Frauen hatten die Dominanz: Sie sorgten für eine gleichmäßige Verteilung der Güter.

Dieses System zermürbt Frauen, indem es all ihre distinktiven Eigenschaften pathologisiert. Oft sind es jedoch – auch bei Bachmann – die männlichen Figuren, die wirklich „erkrankt“ sind: an den Eigenschaften, die die Gesellschaft wiederum ihnen zuschreibt und denen sie nicht gerecht werden können, sowie an ihren eigenen Emotionen, die sie leugnen müssen.

Seit Bachmanns Lebens- und Schaffenszeit hat sich bis heute wenig verändert. Die gleichen Anomalien nehmen nur andere, monströsere Formen an.

Wir schauen im Live-Modus zu, wie Lebensverachtung funktioniert. Am schlimmsten ist die unermessliche Gleichgültigkeit gegenüber dem menschlichen Leben, sogar dem von Kindern. Regierungen reagieren lasch auf einen nachgewiesenen Völkermord. Staatsoberhäupter spielen Kindermissbrauch herunter. Es herrscht ein „kill-the-messenger“-Modus, in dem es lebensgefährlich geworden ist, die Wahrheit zu sagen. Viele lenken sich lieber ab, als hinzuschauen und Empathie zu zeigen. Was ist mit unseren Werten passiert? Gab es sie überhaupt, oder dienten sie von Anfang an nur als Tarnung für die Gräueltaten, die nie aufgehört haben? Anders als im Zweiten Weltkrieg, kann heute niemand sagen: „Ich habe es nicht gewusst.”

Bachmann wurde auch teilweise scharf kritisiert und ihre Werke abgewertet, vor allem durch die konservativen Vertreter der damaligen Literaturwelt. Ihre eigene Kraft und die Fähigkeit, Dinge zu sehen und zu verstehen, die Wahrheit beim Namen zu benennen, wurden abgelehnt.

In ihrem Werk wird deutlich, wie sehr sie weiß, dass das Gute im Menschen, nicht zuletzt auch das Urweibliche, in Ketten gelegt wurden. Mir fällt Miranda aus der Erzählung „Ihr glücklichen Augen“ ein. Trotz ihrer Kurzsichtigkeit und ihres scheinbaren Verlorenseins in der Außenwelt weiß sie ganz genau, warum sie ihre Brille ständig liegen lässt und Laternenmasten statt Menschen grüßt. Ihre innere Welt ist in Ordnung. Vielleicht ist es auch Eskapismus. Ich glaube aber lieber daran, dass sie die Dinge kristallklar sieht, mit ihrem geistigen Auge.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann Schreiben und Existenz in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises 1971. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Hätte es keine „Verdammung“ gegeben, hätten wir wahrscheinlich nichts geschrieben. Kunst entsteht nicht, weil man „zu viel“ davon hat, sondern aus der Unzulänglichkeit heraus.

Einerseits sind persönliche Martyrien Symptome der Gesellschaftskrankheiten – Ausgrenzung, Diskriminierung, Manipulation, Machtspiele, Unterdrückung; Eigenschaften wie Egoismus, Arroganz, Empathielosigkeit – bestimmen die menschliche Existenz. Hier und da gab es in der Geschichte eine Revolution, die die Dinge wieder einigermaßen in Ordnung brachte; danach fing alles wieder von vorne an. Das bekommt jede denkende, fühlende Person mit – und das nicht ohne Spuren. Künslter:innen sind jedoch dafür „gebaut“, das Ungestüm der Zeit wie eine Art Stromleiter zu absorbieren und weiterzuleiten. „Viver ardendo e non sentire il male“, schrieb Gaspara Stampa. Das ist wiederum – die Liebe für das Leben.

Andererseits: Künstler:innen sind dafür da, um als unangenehmes Korrektiv in der Gesellschaft zu wirken. Kunst muss unbequem sein, ansonsten ist es nur Entertainment (und lenkt vom eigentlichen Problem ab). Die Wahrheit ist immer unangenehm. Die Kunst ist da, um wachzurütteln, zum Denken und Fühlen zu bewegen.

Literatur ermöglicht es uns, in andere Welten einzutauchen, um unsere eigene besser zu verstehen. Bachmanns Werk ist in diesem Sinne von unschätzbarem Wert, gerade weil es sämtliche Syndrome einer unheilbar kranken Gesellschaft durch die Perspektive des Individuums dekonstruiert. Das Persönlichste ist das Universellste.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Wie geht es dir?

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Eine Gedichtsammlung zum Thema verlorene Kinder. Kriegskinder, tote und verschwundene Kinder. Mit diesem Thema befasse ich mich schon seit vielen Jahren. Unter all den Opfern – ob in Kriegen oder außerhalb – sind Kinder die Unschuldigsten. Vielleicht ist diese Sammlung nur ein Teil eines größeren Ganzen, denn ich glaube nicht, dass ich mit nur einer Veröffentlichung mit diesem Thema fertig sein werde. Mit toten Kindern wird man nicht fertig.

Zudem möchte ich einige meiner Gedichte in Fremdsprachen übersetzen und meinen ersten deutschsprachigen Gedichtband fertigstellen.

Herzlichen Dank für das Interview!

Ich habe zu danken.

Jovana Nastasijević, Schriftstellerin

Foto: Ingeborg Bachmann: Garibaldi Schwarze.

Foto: Jovana Nastasijevic _ privat

Walter Pobaschnig, 15.2.2026

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Station bei Falco _ „provokant und direkt, mit einer Portion Zynismus“ Christina Cervenka, Schauspielerin _ Wien 22.3.2026

Station bei Falco _

Falco, Sänger, Musiker *19.2.1957 Wien 6.2.1998 Dominikanische Republik.

Christina Cervenka _ Falco

Im Interview _

Christina Cervenka, Schauspielerin _ Wien

Christina Cervenka, Schauspielerin _ Wien _
performing Falco/80thies _
Walter Pobaschnig 3/26, folgende

Liebe Christina, was ist Dein Falco Lieblingssong?

Einer der Songs, der mir sofort zu Falco einfällt, ist „Egoist“. Heute empfinde ich ihn als besonders aktuell, da wir uns immer mehr voneinander entfremden. Vor allem natürlich in Großstädten, wo wir uns sehr anonym fühlen.

Singst Du auch? 

Manchmal beim Snowboard fahren! Ich kann gar nicht begründen warum, aber da fühle ich mich vielleicht unbeobachtet… 

Während meines Studiums an der Kunstuni in Graz hatte ich auch Gesangsunterricht und habe im Musical „Cabaret“ am Schauspielhaus Graz „Kit Kat Girl Helga“ gespielt. Sehr viel zu tanzen und zu singen hat mir großen Spaß gemacht!

Ich würde mich schon als musikalisch bezeichnen – ich singe, soweit es als Schauspielerin gebraucht wird, spiele Instrumente und kann Notenlesen. Aber ich bin keine professionelle Sängerin. Also Solo-Auftritte wird es vorerst keine geben. 

Welche Zugänge gibt es von Dir zu Falco? 

Seine Musik hat mich immer schon fasziniert! Auch die „Figur Falco“ als Künstler – er spielt in seinen Songs immer wieder andere Rollen. Als Schauspielerin finde ich das natürlich besonders interessant! Er ist für mich ein ganz spezieller Musiker, seinen Sound und seine Stimme erkennt man sofort. In meinen Augen hat er auch etwas von einer tragischen Figur.

Was macht für Dich das Besondere seiner Musik aus? 

Seine Texte sind extrem dicht, darin kann man meist mehr entdecken, als man im ersten Moment meint. Er ist provokant und direkt, aber immer mit einer Portion Zynismus – gleichzeitig spüre ich diese Tragik dahinter durch. Das macht ihn für mich einzigartig als Künstler und Musiker! Er konnte viele begeistern, ohne dabei aber an Qualität einzubüßen und sich einfach nur dem „Mainstream“ hinzugeben.

Das ist zumindest mein Eindruck von ihm, ich habe ihn ja leider nicht mehr live erleben dürfen.

Gab es bisher Berührungspunkte zu Falco in Deinen Film/Theaterprojekten? 

Bis jetzt noch nicht, aber das wäre ein großer Wunsch! Sehr spannend fand ich den Film „Falco – Verdammt, wir leben noch“ mit Manuel Rubey. Zum ersten Mal bekam ich dabei einen Einblick in den Mensch Falco, nicht nur in seine Musik. Da hätte ich natürlich sehr gerne mitgespielt – aber 2008 habe ich noch die Schulbank gedrückt… 

In Falco steckt Wien in ganz unterschiedlichen Facetten, wie siehst Du da seine Zugänge?

Für mich präsentiert er Wien als Ort der Gegensätze: einerseits die Klassik, Hochkultur und Tradition, andererseits Drogen, Nachtleben und auch den Hang zur Melancholie. Man spürt in Wien einen gewissen Weltschmerz – das empfinde ich als „Nicht-gebürtige-Wienerin“ sehr stark, wenn ich hier bin.

Die 80thies sind heute wieder sehr präsent, wie siehst Du diese Epoche und ihr Revival? 

Wenn man die Bereiche Kunst, Musik und Mode betrachtet, waren die 80s schon eine spannende Zeit! Mein Eindruck ist, dass sie wild, bunt und ausgelassen waren. Aber da ich sie selbst ja nicht erlebt habe, ist das natürlich sehr oberflächlich beschrieben. Sicherlich gab es große Unsicherheiten und Spannungen, die unter dem Glanz lagen. Falco bringt das in seiner Musik ja sehr gut zum Ausdruck!

Dennoch finde ich es toll, sich „die Perlen“ aus allen Epochen herauszupicken und sie mit der Gegenwart zu verbinden. Viele Trends kommen ja in anderer Form immer wieder zurück.

Was hättest Du Falco gerne gefragt und gesagt? 

Wie hast du diese extremen Höhen und Tiefen und den Druck des Star-Seins über so lange Zeit ausgehalten? Was hat dir Kraft gegeben, weiterzumachen – und was hat dich gleichzeitig so verzweifeln lassen? Und hast du im Innersten immer an dich selbst geglaubt?

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Letzten Sommer haben wir das Projekt „Herzklang – Zurück zu mir“ mit Melissa Naschenweng in der Hauptrolle in Kärnten gedreht (Koproduktion JewelLabs Pictures & Graf Filmproduktion, ORF). Der Film wird voraussichtlich auch noch dieses Jahr im ORF ausgestrahlt. Sonst kommen 2026 auch neue Filmprojekte auf mich zu – da ist aber leider noch nichts, was ich verraten darf. J Wird aber sicher spannend!

Zusätzlich möchte ich probieren, beruflich etwas über den Tellerrand von Österreich hinauszublicken: Deutschland, Europa, … – die Welt ist kleiner als man denkt und wächst auch in der Branche immer mehr zusammen. Mich würde es sehr interessieren, mehr in historischen Filmen und Serien zu spielen – dann könnte ich vielleicht endlich mal meine Leidenschaft für das Bogenschießen, Reiten und Fechten vor der Kamera einbringen! Ob sich meine kürzlich erworbenen Schmiedekünste auch beruflich einsetzen lassen, wird sich zeigen… 

Christina Cervenka, Schauspielerin _ Wien _
performing Falco/80thies _
Walter Pobaschnig 3/26, folgende

Herzlichen Dank für das Interview!

Station bei Falco _

Falco, Sänger, Musiker *19.2.1957 Wien 6.2.1998 Dominikanische Republik.

Christina Cervenka, Schauspielerin _ Wien

Foto _ Falco: privat.

Fotos_ Christina Cervenka, Schauspielerin _ Wien _
performing Falco/80thies _
Walter Pobaschnig 3/26.

Walter Pobaschnig 3/26

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„Faszination Abgrund“ Station bei Falco _ Text&Performance _ Christina Cervenka, Schauspielerin _ Wien 22.3.2026

Christina Cervenka, Schauspielerin _ Wien

Station bei Falco _

Falco, Sänger, Musiker *19.2.1957 Wien 6.2.1998 Dominikanische Republik.

Christina Cervenka _ Falco

Christina Cervenka, Schauspielerin _ Wien _
performing Falco/80thies _
Walter Pobaschnig 3/26, folgende

FALCO

Faszination

Abgrund.

Liebe

Chaotische

Ohnmacht.

Christina Cervenka, 19.2.26

Christina Cervenka, Schauspielerin _ Wien _
performing Falco/80thies _
Walter Pobaschnig 3/26, folgende
Christina Cervenka, Schauspielerin _ Wien _
performing Falco/80thies _
Walter Pobaschnig 3/26, folgende

Station bei Falco _

Falco, Sänger, Musiker *19.2.1957 Wien 6.2.1998 Dominikanische Republik.

Christina Cervenka, Schauspielerin _ Wien 

Foto _ Falco: privat.

Fotos_ Christina Cervenka, Schauspielerin _ Wien _
performing Falco/80thies _
Walter Pobaschnig 3/26.

Walter Pobaschnig 3/26

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„Glaube an die Zukunft, tu das“ Günther Pfeifer, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Weinviertel/Nö 21.3.2026

GIVE PEACE A CHANCE


Glaube an die Zukunft, tu das

Immer wieder

Versuch` zu fliegen, und wenn’s schiefgeht

Einmal klappt es wieder


Pflege Freundschaft und Beziehung – denn

Einem zarten Pflänzchen gleich

Ausgerissen sind sie schnell, blüh’n dann nie wie früh’r so reich 

Chorgesang verbindet mehr als Solos – und man lerntgeschwind

Es sind nicht immer die Lauten stark, auch wenn sie lautstark sind


Alle Menschen brauchen Liebe, alter Spruch und dennoch wahr


Charakterstärke zahlt sich aus – ach wenn’s dauert etlich‘ Jahr

Hör allen zu, es könnte sein, dass eine

Andre Meinung als die deine

Noch niemals in den Sinn dir kam – und trotzdem mehr Sinn macht als deine

Chancen gibt es jederzeit, drum lerne sie zu lieben

Ergänze diese schöne Reihe doch bitte nach Belieben…

[„Es sind nicht immer die Lauten stark, auch wenn sie lautstark sind“ ist eine Textzeile von Konstantin Wecker]

Günther Pfeifer, 19.3.26

Günther Pfeifer, Schriftsteller

GIVE PEACE A CHANCE

Günther Pfeifer, Schriftsteller

Zur Person/über mich: Günther Pfeifer, geboren 1967 in Hollabrunn, einer niederösterreichischen Kleinstadt, erlernte ein Handwerk und war jahrelang Berufssoldat. Später in der Privatwirtschaft im Ein- und Verkauf tätig, entdeckte er seine Liebe zum Theater. Er veröffentlichte Beiträge in Programmzeitungen und Magazinen, schrieb Theaterstücke, Kindermusicals, Reiseführer und Kriminalromane. Günther Pfeifer lebt in einem kleinen Dorf im Weinviertel.

Aktuelles Buch von Günther Pfeifer:

„Für einen aufgeweckten Fünfjährigen und seinen Fantasiefreund kann sogar eine österreichische Kleinstadt in den Siebzigerjahren spannend sein. Noch spannender jedoch ist Italien, ein Land, in dem alle Menschen singen, Eis verkaufen und in Gondeln fahren. Ein tolles Land, da muss er hin! Äußert man als Fünfjähriger jedoch Reisewünsche, stößt man leicht auf taube Ohren. Die Großmutter, allmächtige Matriarchin, verweigert schlicht den Ausreiseantrag. Und dann sind da noch ganz andere Hindernisse, wie die Angst vorm Rawuzer, die nervenkrankte Mutter und eine Abneigung gegen Wasser, was das Schwimmenlernen nicht unbedingt vereinfacht. Schwimmen allerdings ist Pflicht in einem Land am Meer und einer Stadt, in der alle Straßen unter Wasser sind. Der kleine Rabauke fühlt sich hilflos, sein Fantasiefreund ist ratlos und die Lage aussichtslos. Als letzter Ausweg bleibt eigentlich nur noch ein Brief an Don Renzo, der im gelobten Land residiert und schon einmal ein kleines Familienwunder zuwege gebracht hat.“ Pressetext Verlag

Günther Pfeifer. Als ich an Don Renzo schrieb. Roman. Kremayr&Scheriau Verlag.

Hardcover mit Lesebändchen

gebunden

192 Seiten, Format 12,0 x 20,0

1 Auflage, Kremayr & Scheriau 2026

25,00 € inkl. MwSt.

ISBN: 978-3-218-01501-1

Kommende Lesungstermine: 16.04.2026 , Wien _ 18:30 in der Buchhandlung Leporello 

und am 

25.04.2026 19:30im Theater Westliches Weinviertel

Fotos: Portrait _ privat; Cover _ Verlag.

Walter Pobaschnig 19.3.2026

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„nicht anstecken lassen – wer der lauteste Rüpel ist“ Günther Pfeifer, Schriftsteller _ Weinviertel/NÖ 21.3.2026

Lieber Günther, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich habe einen erfüllenden Full-Time Job als Einkäufer in einer IT-Firma. Also stehe ich um 6 Uhr auf, steige um 7 in einen Pendlerzug und schreibe dann am jeweils aktuellen Buch. Anderthalb Stunden später bin ich in der Firma, arbeite bis nach 5, steige um 6 in den Pendlerzug, schreibe am aktuellen Buch weiter und komme kurz nach 7 heim. Dann verbringe ich Zeit mit meiner Frau, erledige diverse Kleinigkeiten und lese bis zum Einschlafen. An den Wochenenden bin ich im Theater Westliches Weinviertel (www.tww.at) aktiv, treffe Freunde und gehe Laufen.  Und natürlich wieder lesen, lesen…

Günther Pfeifer, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Uns nicht von dem Gedanken anstecken lassen, dass es am weitesten bringt, wer der lauteste Rüpel ist. Außerdem nicht in die bequeme Einstellung zu verfallen, dass wir ohnehin nichts tun können. Schon allein durch unser Konsumverhalten können wir etwas bewegen. Wir müssen nur konsequent sein, darüber reden, diskutieren, ohne uns einer Gegenmeinung von vornherein zu verschließen, wählen gehen und vor allem: Uns selbst an der Nase nehmen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Wissenschaft, der Kunst an sich zu?

Was auch immer auf uns zukommt, wesentlich werden die Sachen sein, die uns schon immer gegen Widrigkeiten geholfen haben: Liebe, Zusammenhalt, Anständigkeit. Um uns als (lebenswerte) Gesellschaft zu behaupten, ist die Wissenschaft Pflicht und die Kunst ist Kür. Wir brauchen beides, um uns gemeinsam weiterzuentwickeln. Für den Einzelnen ist die Kunst Seelennahrung und zur persönlichen Entfaltung unabdingbar.

Was liest Du derzeit?

Vea Kaiser: Fabula Rasa und Richard Russo: Mohawk.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Waunnsd wüsst dass si wos ändert
faung amoi bei dir aun
bessa di, daunn bessat si di Wöd

Georg Danzer „Loch amoi“

Vielen Dank für das Interview, lieber Günther, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Buchprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen: Günther Pfeifer, Schriftsteller

Zur Person/über mich: Günther Pfeifer, geboren 1967 in Hollabrunn, einer niederösterreichischen Kleinstadt, erlernte ein Handwerk und war jahrelang Berufssoldat. Später in der Privatwirtschaft im Ein- und Verkauf tätig, entdeckte er seine Liebe zum Theater. Er veröffentlichte Beiträge in Programmzeitungen und Magazinen, schrieb Theaterstücke, Kindermusicals, Reiseführer und Kriminalromane. Günther Pfeifer lebt in einem kleinen Dorf im Weinviertel.

Aktuelles Buch von Günther Pfeifer:

„Für einen aufgeweckten Fünfjährigen und seinen Fantasiefreund kann sogar eine österreichische Kleinstadt in den Siebzigerjahren spannend sein. Noch spannender jedoch ist Italien, ein Land, in dem alle Menschen singen, Eis verkaufen und in Gondeln fahren. Ein tolles Land, da muss er hin! Äußert man als Fünfjähriger jedoch Reisewünsche, stößt man leicht auf taube Ohren. Die Großmutter, allmächtige Matriarchin, verweigert schlicht den Ausreiseantrag. Und dann sind da noch ganz andere Hindernisse, wie die Angst vorm Rawuzer, die nervenkrankte Mutter und eine Abneigung gegen Wasser, was das Schwimmenlernen nicht unbedingt vereinfacht. Schwimmen allerdings ist Pflicht in einem Land am Meer und einer Stadt, in der alle Straßen unter Wasser sind. Der kleine Rabauke fühlt sich hilflos, sein Fantasiefreund ist ratlos und die Lage aussichtslos. Als letzter Ausweg bleibt eigentlich nur noch ein Brief an Don Renzo, der im gelobten Land residiert und schon einmal ein kleines Familienwunder zuwege gebracht hat.“ Pressetext Verlag

Günther Pfeifer. Als ich an Don Renzo schrieb. Roman. Kremayr&Scheriau Verlag.

Hardcover mit Lesebändchen

gebunden

192 Seiten, Format 12,0 x 20,0

1 Auflage, Kremayr & Scheriau 2026

25,00 € inkl. MwSt.

ISBN: 978-3-218-01501-1

Kommende Lesungstermine: 16.04.2026 , Wien _ 18:30 in der Buchhandlung Leporello 

und am 

25.04.2026 19:30im Theater Westliches Weinviertel

Fotos: Portrait _ privat; Cover _ Verlag.

Walter Pobaschnig 19.3.2026

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„Mord“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Linda Treiber/ Kerstin Ablasser _ Wien 20.3.2026

Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model  _
 performing „Undine geht“
 _ Donau/Wien _
Walter Pobaschnig, 6/24, folgende

„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

MALINA _ Akrostichon

Text _ Linda Treiber, Schriftstellerin 

Performance _ Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model  _
 performing „Undine geht“
 _ Donau/Wien _
Walter Pobaschnig, 6/24, folgende

„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.



MALINA

Mord, der nicht im Außen, sondern im Schweigen geschieht.

Anrufung eines Ichs, das in den Spalten der Wand verschwindet.

Labyrinth der Gefühle zwischen Ivan und der Rationalität.

Immer ist es der Krieg, der in den Sätzen weitertobt.

Nachtwachen voller Angst vor der namenlosen Gewalt.

Alles endet in ihm – „Es war Mord“

Linda Treiber, 10.1.2026

Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model  _
 performing „Undine geht“
 _ Donau/Wien _
Walter Pobaschnig, 6/24, folgende

„Undine geht“ Ingeborg Bachmann. Erzählung 1961.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

MALINA _ Akrostichon

Text _ Linda Treiber, Schriftstellerin 

Performance _ Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Linda Treiber, Schriftstellerin _ Wien
Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model _ Wien

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Fotos: Linda Treiber_ privat.

Fotos: Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model  _ performing „Undine geht“ _ Donau/Wien _ Walter Pobaschnig, 6/24.

Walter Pobaschnig, 10.1.2026

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„Authentizität in allem“ Heidi Niederhauser, Schriftstellerin _ Bern 20.3.2026

Liebe Heidi, wie sieht jetzt dein Tagesablauf aus?

Meinen Tagesablauf kann ich weitgehend selbst einteilen. Grundsätzlich bin ich eher der Morgenmensch, also eine Lerche. Diese sind in den frühen Morgenstunden am produktivsten. Die ideale Zeit zum Schreiben ist immer dann, wenn sie dazu genutzt wird. Die Zeiten gestalten sich mitunter recht unterschiedlich. Ich entwickle den besten Schreibflow, wenn ich in aufgeräumter Stimmung bin, innerlich und äußerlich.

Der Morgen ist in seiner Pracht unschuldig und noch nicht mit dem Blütenstaub der unerledigten Besorgungen überlagert.

Es kommt aber vor, dass Gedankenfragmente mitten in der Nacht ausbrechen und diese müssen unmittelbar festgehalten werden, weil sie sich in den frühen Stunden bereits verflüchtigt haben könnten.

Nach jahrzehntelanger Berufstätigkeit ist es belebend, sich die Tage nach freiem Ermessen gestalten zu können.

Heidi Niederhauser, Schriftstellerin

Was ist für uns alle besonders wichtig?

Ich mag mich dahingehend äußern, dass für mich die Authentizität in allem, was ich tue, wichtig ist. Das ist es, was die Lesenden sofort spüren und schätzen. Sei es im Umgang mit den sozialen Medien oder bei den Lesungen.

Wichtig ist, was uns gut tut und uns bestärkt, das Leben mit einer offenen und positiven Art und Weise umzusetzen. Den Fokus auf das Aufbauende richten und nicht dauernd das Weltgeschehen lamentieren. Zu viel Weltenschmerz frisst die Kreativität. Meine Meinung.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Wir stehen, ungeachtet der aktuellen Weltlage, immer in der einen oder anderen Form vor einem Aufbruch und Neubeginn. Im Moment dürfen wir das Mischen der Karten einer neuen Weltordnung miterleben. Ob wir wollen oder nicht.

Ob in Krisenzeiten oder in existentiellen Daseinsformen jeglicher Couleur, bringt die Kunst in Leidenszeiten oft die größten Würfe hervor.

Ich muss jedoch nicht stets vor dem persönlichen Weltuntergang stehen, um ergreifende Literatur zu erschaffen oder aufzunehmen. Literatur und Kunst sind unabdingbar und existenziell. Kunstschaffende werden oft als nicht relevant eingestuft, was äußerst fatale Folgen zeigen kann. Wie der Mensch nicht vom Brot allein lebt, ist ein genährter Geist ein kontemplatives Lebenselixier. Es haben nicht alle den gleichen Zugang dazu und dies ist völlig legitim. Doch Literatur und Kunst sind als solches nicht in Frage zu stellen, mit gekürzten Budgets und Sendezeiten, die kein Mensch mehr erduldet. Vielmehr dienen sie als Grundlage einer philosophischen Gesellschaft und zeigen in verschiedenen Formen eine Werthaltung auf. Kunstschaffende werden gerne klein gehalten, was sich jahrelang im Wort “Kleinkunst” manifestiert hat.

Autoren kämpfen um ihre Daseinsberechtigung. Ein schneller und übersättigter Markt ruft nach immer schnelleren und günstigeren Produktionen. Nicht selten auf Kosten der Qualität.

Geben wir der Kunst und Literatur die Rolle, die sie verdient: eine Lebensnotwendige. Mag das Fressen auch vor der Moral kommen, so ist es für die Schreibenden von zentraler Bedeutung, sich ihren Platz in der Literatur zu wahren.

Was liest du derzeit?

Wer selbst schreibend ist, wenigstens in meinem Fall, hat nicht mehr große freie Kapazität, um nebenbei noch viel zu lesen. Ich gehöre zudem zu einer sehr langsamen Sorte.

“Lázár” von Nelio Biedermann habe ich kürzlich mit größten Genuss gelesen und “25 letzte Sommer” von Stephan Schäfer.

Dort gefiel mir das Cover so gut und es stand monatelang in meinem Bücherkoffer. Jetzt habe ich es fast in einem Zug gelesen, da ich keine 25 Sommer mehr haben werde. Daraus erwächst die Erkenntnis, dass unsere Zeit endlich ist und wir diese nicht mit Schund und Hetze füllen dürfen.

Raus in die Natur und ab und zu ein gutes Buch. Mein Tipp gegen viele Unpässlichkeiten jeglicher Art.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest du uns mitgeben?

Die Freiheit offenbart sich in Welten, die ich schreibend erschaffe.

Dieses Zitat hier ist für Sie. Text und Gedanken fern von jeglicher KI.

In meinem Debütkrimi „Dahlienknollen, Lüdi ermittelt“ finden sich einige poetische Sätze. Mein Herz gehört den Lyrikern, was mich allerdings nicht davon abhält, eine Krimi-Trilogie zu schreiben.

Vielen Dank für das Interview, liebe Heidi, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen: Heidi Niederhauser, Schriftstellerin

Zur Person/über mich: Heidi Niederhauser lebt seit Jahrzehnten im Berner Oberland. Aufgewachsen ist sie im Emmental, welches Schriftsteller wie Jeremias Gotthelf, Simon Gfeller und Friedrich Dürrenmatt hervorbrachte.

Die Inspiration zum aktuellen Krimi lieferte einen Ausflug ins Emmental, das die Autorin jahrelang gemieden hatte. Als ehemalige Direktionsassistentin und verschiedenen administrativen Tätigkeiten im Planungswesen wurde sie vor ihrer Pensionierung mit der Frage konfrontiert, was noch zu ihrer Berufung werden könnte. Sie musste das Rad nicht neu erfinden, einzig ein Krimi fehlte ihr dazu. Diesen darf sie nun im Rahmen des Reihentitels „Die Blumenmorde“ als erster Teil der „Dahlienknollen“ präsentieren.

Dahlienknollen. Ein veritabler Lesegenuss, auch wenn du kein Blumenfreak bist.

„Lüdi, frisch getrennter, vom Dienst suspendierter Ermittler aus dem Schweizer Emmental,
sehnt sich nach der nächsten großen Herausforderung in seinem Leben. Als die Tochter des
Gärtners eines Tages leblos im Dahlienfeld gefunden wird, wittert Lüdi seine Chance, frischen Wind in seine berufliche Laufbahn zu bringen.
In Eigenregie versucht er, den Mord zu lösen, doch da stellt sich ihm bereits die nächste Hürde in den Weg: Das internationale Unternehmen Energie Van Windparken plant eine große Windkraftanlage in der Region und bringt dadurch das Dorf gegen sich auf. Während sich aus der Bevölkerung verhaltener Widerstand regt, ereignen sich mehrere Todesfälle und Ermittler Lüdi gerät in den Strudel düsterer Ereignisse.

Mit feinem Humor und einer Prise Sarkasmus erzählt die Autorin von den absurden
Geschehnissen, die in der Dorfgemeinschaft zwischen Lästereien und Schweigen stattfinden.

Die Dahlien blühen in voller Pracht, bis sich alles wieder wendet.
„Dahlienknollen“ bildet den Auftakt der „Blumenmorde“-Trilogie und fesselt Lesende mit
Spannung und Witz. Für Fans von Cosy Crime die perfekte Lektüre!“ (Pressetext _ Neptun Verlag)

Heidi Niederhauser
Dahlienknollen

Lüdi ermittelt
Neptun Verlag
ET: 06. Februar 2026
ca. 170 Seiten, Klappenbroschur
€ 22,00 (D) / CHF 22,00 / € 22,60 (A)
ISBN: 978-3-85820-311-3

Fotos: Portrait _ © Foto Wanzenried, Daniela Arbenz; Cover _ Verlag.

Walter Pobaschnig 18.3.2026

https://literaturoutdoors.com

„Ungeheuer gibt es mit namen hans die heut“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text&Performance _ Monika Vasik _ Wien 19.3.2026

Monika Vasik, Schriftstellerin _ Wien

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Wort & Bild

UNDINE GEHT _ Akrostichon

Text & Bild _  Monika Vasik, Schriftstellerin

UNDINE GEHT

ngeheuer gibt es mit namen hans die heut

N och immer all den gretchen die welt erklären

D ie sie zutexten kleinreden sie mundtot machen

I n ihrem eindimensionalen deutungsreich das

N ur das treten kennt und macht zelebriert auch

E in hans der züchtigt der vergewaltigt der tötet

G ewalt gibt jedem schöpferhans haltung denn

E r liebt sich zündet wertungen in die welt und

ält dominanz für sein geburtsrecht mit dem als

T riebwerk er das eigene mythologisch gewichtet

Monika Vasik, 18.1.2026

Monika Vasik, Schriftstellerin _ Wien

Fotos: Monika Vasik _ Hermann Vasik

Walter Pobaschnig   18.1.2026

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