„Ich bin ein Bewohner des Alltäglichen“ _ 5 Fragen _ Karl Johann Müller, Schriftsteller _ Vorarlberg 19.9.2026

5 Fragen an Künstler:innen

Karl Johann Müller, Schriftsteller

Lieber Karl Johann, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich bin ein Bewohner des Alltäglichen. Diese Struktur fesselt mich mehr als sie mir Freiheit gibt. Schon am Morgen begegnen mir Belanglosigkeiten, wie lauwarmes Wasser in der Dusche, Zahnbürste und Rasierapparat. Ich rieche Gewohnheit und Hygiene. Die Kleidung von gestern hat sich nicht von der Stelle bewegt. Für dieses Heute ist sie mir noch frisch genug.

Der Kühlschrank wirft ein kaltes Frühstück auf den ungedeckten Tisch. Manchmal denke ich darüber nach, ob ein warmes Porridge für meinen Magen nicht erträglicher wäre. Und manchmal, wenn mir meine Frau eines aufkocht, esse ich es auch brav und denke dabei an frische Brötchen, Marillenmarmelade und Butter. Erst der brühwarme Kaffee erinnert mich daran, dass die Nacht vorbei ist, meine Träume auf die nächste Schlafenszeit warten dürfen und mir die wachen Stunden, die vor mir liegen, Chancen offenbaren, die ich zu selten in der Lage bin, auch zu nutzen.

Ich hätte doch so viel zu sagen, soviel zu schreiben, aber die Trägheit meiner Gedanken und meines Körpers verharren stümperhaft in den leicht zu bewältigenden Gewohnheiten, die keine Mühe erfordern. Seit meine berufliche Tätigkeit ihre Notwendigkeit verloren hat, ist mein Tagesablauf zwanglos geworden. Ich unterliege nur noch der selbstverschuldeten Aufgabe, Texte für das Theater zu lernen, Regiekonzepte auszudenken, den Rasen zu mähen und auf die Mülltrennung nicht zu vergessen.

Aber es gibt sie noch diese Minuten und Stunden, wenn auch nicht täglich, an denen sich Ideen in geschriebene Worte verwandeln. Dann halte ich die Gedanken fest, binde sie an Papier und möchte sie nicht mehr loslassen, bis die Filter, die da heißen Form, Logik und Gemüt, nur wenig davon übriglassen.

Das sind die schönen Tage, an denen der Abend sich mit ein paar Sätzen schließt, die mir wert scheinen, sie zu bewahren.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Für mich ist jetzt besonders wichtig, dass die Menschen es endlich schaffen, ihr Handeln und Denken nach Immanuel Kants kategorischem Imperativ auszurichten: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Heruntergebrochen auf unser tägliches Leben formuliert es die Goldene Regel als universeller ethischer Grundsatz folgendermaßen: „Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu.“ Wir sollten als Menschheit endlich lernen, was auch in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union verankert ist: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Es scheint aber, dass es nicht in unserer Natur liegt, sich an solche Grundwerte zu halten, weil sonst würden wir mit mehr Respekt miteinander umgehen. Der Mensch ist eben ein Mängelwesen und diese Mängel sind die Ursache für viele kleine und große Probleme, mit denen wir seit jeher zu tun haben und wahrscheinlich, solange die Menschheit existiert, zu kämpfen haben werden. „Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen“, singen die Engel in Goethes Faust. Mir geht es nicht um die Erlösung, sondern um das Bestreben, die eigene Freiheit dort enden zu lassen, wo die Freiheit des anderen beginnt. Mehr können wir nicht tun, als uns darum zu bemühen, in jedem den Menschen zu sehen, den Menschen in seiner Unzulänglichkeit und Unverlässlichkeit. Und die Mängel, die wir für uns selbst in Anspruch nehmen, auch jenen zuzugestehen, über die wir uns so gerne erheben. Wenn es möglich wäre, uns Menschen dieses Streben als naturgegeben einzupflanzen, könnte es sein, dass viele Konflikte nicht mehr existent wären.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater, der Literatur, der Kunst an sich zu?

Was für einen gesellschaftlichen Neubeginn und Aufbruch soll es denn geben? Ich sehe keinen. Ich wünschte mir so sehr, es gäbe ihn. Und „alle“ suggeriert die Illusion von einer Gemeinschaft, in der jede und jeder zumindest annähernd die gleichen Ansichten teilt. In diesem Sinne gibt es kein Alle. Jeder hat die Freiheit, mit dem, was er wahrnimmt, was er liest und lernt, was die alten und neuen Medien ihm bieten, nach seinem Dafürhalten umzugehen. Jeder nach seinen Möglichkeiten. Noch dürfen wir individuelle Entscheidungen über unser Denken, unsere Einstellung zur Gesellschaft, der Welt und zu unserem Tischnachbarn selbst treffen. Das, finde ich, ist erhaltenswert. Über bestehende Gefahren, die diese Freiheit bedrohen, nachzudenken, zu diskutieren, ist ebenfalls wichtig. Die Welt wächst zusammen. Leider nicht als Gemeinschaft, sondern als Konvolut, innerhalb dessen die einzelnen Teile darum streiten, wer von wem mehr abhängig gemacht werden kann.

Genauso werden die sogenannten „westlichen Gesellschaften“ zunehmend vom Streit der Ideologien beherrscht. Die einen sind auf der Suche nach dem Verbindenden, die anderen nach dem Trennenden, während wir alle unausweichlich in die Abhängigkeit von Digitalriesen und Geldbaronen schlittern und die sogenannte „Mittelschicht“ langsam ausgedünnt wird. Der Schutz der Freiheit des Individuums innerhalb der Regeln, die für ein Zusammenleben unabdingbar sind, ist derzeit nach meinem Dafürhalten die größte Herausforderung. Der Streit innerhalb unserer Gesellschaft um die Vorherrschaft einer Ideologie ist in vollem Gange. Dabei scheinen jene im Vorteil zu sein, die auf unsere emotionalen Reflexe setzen. Insoweit muss es enorm befriedigend und erhebend sein, Schuld zuzuweisen, Feindbilder zu schaffen, ohne dabei genau hinsehen und recherchieren zu müssen.

Genau Hinsehen – das ist die Aufgabe, die der Kunst im Allgemeinen und dem Theater und der Literatur im Besonderen zukommen sollte und im Großen und Ganzen auch zukommt. Sie können, zumindest solange sie diese erhaltenswerte Freiheit noch haben, gesellschaftliche Herausforderungen auf die individuelle Ebene herunterbrechen, Sprachrohr für Einzelschicksale sein und Verallgemeinerungen desmaskieren. Genauso können Sie Utopien und Dystopien entwickeln, ohne den Anspruch auf Realität zu erheben. Real ist nur die Kunst selbst. Ihre Interpretation bleibt individuell. Aber nicht nur ihre Interpretation, auch ihre Wirkung ist es. Wenn vor etwa 250 Jahren Friedrich Schiller von der Schaubühne als moralische Anstalt, als einem Ort der Aufklärung und sittlichen Bildung sprach, mag das damals auf jene Teile der Oberschicht, die sich Theateraufführungen angesehen haben, in eingeschränktem Maße zugetroffen haben. Für alle anderen war es damals schon unbedeutend. Kunst ist vielschichtig, greift nach allen Richtungen. Wenn das nicht so wäre, hätte sie ihre Freiheit verloren. Da sich damals wie auch heute bei Weitem nicht alle Menschen mit Kunst beschäftigten bzw. beschäftigen, sind ihre Themen, Provokationen, leisen Andeutungen, rührenden und umrührenden Performances nur in sehr beschränktem Ausmaß dazu geeignet, gesellschaftlichen Einfluss auszuüben, Denkweisen zu ändern oder zu lenken. Zumal diejenigen, die sich intensiv und bewusst mit Kunst auseinandersetzen, das zum größten Teil nur tun, weil ihnen der ideologische Unterbau, auf dem ein Kunstwerkt ruht, auf den ein Theaterstück Bezug nimmt oder den ein literarischer Text vertieft, schon vorher vertraut waren. Und doch braucht die Gesellschaft alle diese Formen der künstlerischen Auseinandersetzung mit sich selbst, sowohl zur Identifikation, zur Selbstbestätigung, als emotionale Ergänzung als auch als Feindbild, Reibebaum oder kognitive Herausforderung. Ohne die Kunst in ihren vielfältigen Ausdrucksformen wäre die Gesellschaft wie eine Landschaft ohne Farben.

Was liest Du derzeit?

Zuletzt gelesen habe ich „Das Café ohne Namen“ von Robert Seethaler und „Der Abituriententag. Die Geschichte einer Jugendschuld“ von Franz Werfel. Jetzt habe ich eine Ausgabe von Ingeborg Bachmanns sämtlichen Erzählungen zum Wiederlesen zur Hand genommen.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Freiheit herrscht nicht“ von Erich Fried

Vielen Dank!

Karl Johann Müller, Schriftsteller

Zur Person: Karl Johann Müller, geb. 1960 in Bludenz, lebt in Vorarlberg, schreibt Kurzgeschichten und Lyrik seit 2013, Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien, Hauptpreisträger Hildesheim 2017 und Lyrik Preis International 2024, 2. Preis Lyrik beim Landschreiber Wettbewerb 2025, Einzelveröffentlichung: „Da war doch noch. Prosa trifft Lyrik – Edition ArtScience 2024

Foto: Karl Johann Müller _ privat

Motiv: Walter Pobaschnig.

19.7.2026_ Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com

19.7.2026_ Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com

„Lautlos erklingt diese Stimme“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Elfriede Schüsseleder, Schauspielerin _ Wien 19.9.2026

Undine geht _
Elfriede Schüsseleder, Schauspielerin, Autorin _ Wien
performing Undine geht/Donau Wien _
_ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ Wien _
Walter Pobaschnig 7/26, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance  _ Donau/Wien

LIEBE _ Akrostichon

Text & Performance _ Elfriede Schüsseleder, Schauspielerin, Autorin _ Wien.

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

LIEBE

L
autlos erklingt diese Stimme.

I nneres Beben und staunendes

E rkennen.

B ündnis der Seelen in

E wigkeit.

Elfriede Schüsseleder, 5.8.26

Undine geht _
Elfriede Schüsseleder, Schauspielerin, Autorin _ Wien
performing Undine geht/Donau Wien _
_ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ Wien _
Walter Pobaschnig 7/26

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance  _ Donau/Wien

LIEBE_ Akrostichon

Text & Performance _ Elfriede Schüsseleder, Schauspielerin, Autorin _ Wien.

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961.

„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.

Elfriede Schüsseleder, Schauspielerin, Autorin

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann.

Fotos: Elfriede Schüsseleder, Schauspielerin, Autorin _ Wien_ 
performing Undine geht/Donau Wien _
_ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ Wien _
Walter Pobaschnig 7/26.

Walter Pobaschnig, 5.8.2026

https://literaturoutdoors.com

„Allein, immer allein, selbst zu zweit“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _   Ioana Miron/Lara Bumbacher _ Bukarest/Wien _ 18.9.2026

Lara Bumbacher, Schauspielerin _ Wien  _  acting Malina _
Originalschauplatz _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 12/21, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance Originalschauplatz „Malina“ _ Wien.

MALINA_ Akrostichon

Text  Ioana Miron, Schriftstellerin _ Bukarest

Performance _ Lara Bumbacher, Schauspielerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

MALINA

M
anche Leute wissen nicht ganz genau

Alles, was ich in Momenten der Einsamkeit über sie sagen kann

Laut, oder still, die Rippen das Herz wie ein Korsett einengen –  Schweigen

Insgesamt, sind wir die Summe all dessen, was unausgesprochen bleibt

Nachts, wenn die Stille wie ein zu früh aufgesetzter Grabstein lastet

Allein, immer allein, selbst zu zweit.

Ioana Miron, 29.7.26

Lara Bumbacher, Schauspielerin _ Wien  _  acting Malina _
Originalschauplatz _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 12/21

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance Originalschauplatz „Malina“ _ Wien.

MALINA_ Akrostichon

Text  Ioana Miron, Schriftstellerin _ Bukarest

Performance _ Lara Bumbacher, Schauspielerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

 Ioana Miron, Schriftstellerin

Lara Bumbacher, Schauspielerin

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann.

Foto: Ioana Miron_ privat

Fotos: Lara Bumbacher, Schauspielerin _ Wien  _  acting Malina _
Originalschauplatz _ Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 12/21

Walter Pobaschnig, 29.7.26

https://literaturoutdoors.com

„eine Mischung aus Autorität und lyrischer Klarheit“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Ioana Miron, Schriftstellerin _ Bukarest 18.9.2026

Ingeborg Bachmann _ Ioana Miron

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

im Interview _ Ioana Miron, Schriftstellerin _ Bukarest

Liebe Ioana, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Lieber Walter, ich glaube, dass es der lebendige, grüne, kantige Stil ist, das mich an Ingeborg Bachmann schikt. Ich glaube, wir beide verstehen es, in die Tiefe des Seins zu blicken, wir verstehen es, jedes Gefühl zu analysieren, wie tief es auch sein mag, wir verstehen es, jeden Faden aufzunehmen und ihn zu einem Knäuel zu verwickeln, nämlich jenem des geschriebenen Bewusstseins, der Literatur, die wir als Lebensstil angenommen haben.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Sie nutzt die Sprache und ihre Kraft in hohem Maße. Es ist eine Mischung aus Autorität und lyrischer Klarheit, ein spielerisches Gleichgewicht zwischen Intellekt, Emotion und existenziellen Spannungen. All dies wird einzeln betrachtet, verschmilzt aber letztendlich auf künstlerische Weise mit einer einzigartigen Präzision, die immer wieder fasziniert. Ihr Stil besitzt eine zeitlose Lebendigkeit.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben und warum?

Die gestundete Zeit und Der Fall Franza diese beiden Werke sind meiner Meinung nach Meilensteine, sowohl was ihre Schriften betrifft als auch meine spätere Entwicklung als Schriftstellerin. Wenn man Texte findet, mit denen man sich identifizieren kann, wird der Weg des schriftstellerischen Schicksals immer klarer.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Ich hätte sie gefragt, wie sie dasselbe Bild, dieselbe Silhouette oder dieselbe Figuren wahrnehmen kann, wenn sie von unterschiedlichen Gemütszuständen beherrscht wird. Wie sie den Regen betrachtet, wenn sie traurig oder glücklich ist, wie sie sich in einem Museum verirrt und was sie dann erzählt. Wie sie die Zustände, die sie in den Gesichtern der Menschen ablesen kann, interpretiert.

Ich würde ihr auch sagen, dass ich mich in ihr wiederfinde, als hätten wir als Kinder zusammen gespielt und unsere Wege hätten sich irgendwann unwiderruflich getrennt. Doch ihr Eindruck, das, was in unserer gemeinsamen Erinnerung geblieben ist, würde mich immer leiten.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Meine Hauptprojekte sind meine Kinder. Es ist mir sehr wichtig, dass sie zu Menschen mit einem ausgeprägten Charakter heranwachsen. Daher schreibe ich still, übersetze viel, entdecke Welten durch die Verse und epischen Passagen von Schriftstellern. Ich möchte nicht so sehr poetische oder epische Stile kennenlernen, sondern auch Fragmente von Leben, die darin geschildert werden. Meine Projekte scheinen sich von selbst zu entwickeln, ich gebe ihnen nur die Richtung vor, und wenn die Zeit reif ist, werden sie sich von selbst bemerkbar machen. So finde ich zu mir selbst zurück, erschaffe mich neu, stelle mich wieder zusammen: durch Schreiben.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

»Lesen ist ein Laster, das alle anderen Laster ersetzen kann oder zuweilen an ihrer Stelle intensiver allen zum Leben verhilft, es ist eine Ausschweifung, eine verzehrende Sucht. Nein, ich nehme keine Drogen, ich nehme Bücher zu mir, Präferenzen habe ich freilich auch, viele Bücher bekommen mir nicht, einige nehme ich nur am Vormittag ein, andere nur in der Nacht, es gibt Bücher, die ich nicht loslasse, ich ziehe herum in der Wohnung mit ihnen, trage sie vom Wohnzimmer in die Küche, ich lese stehend im Korridor …«

Aus dem Roman Malina

Weil ich selbst büchersüchtig bin. Und neben meinem Bett liegen immer Bücher. Edvard Munchs Tagebuch, Thomas Manns Doktor Faustus, Die stumme Patientin von Alex Michaelides, Being a man von Siri Hustvedt, Michael A. Singers Die Seele wird frei sein… Und viele andere, die wiederkehren oder umherirren wie die Träume.

Herzlichen Dank für das Interview!

Ioana Miron, Schriftstellerin

Zur Person/über mich Ioana Miron, geboren 1989 in Botoşani, Rumänien, schreibt Gedichte und hat vor kurzem Zeit begonnen, mit Prosa zu jonglieren, um ihre eigene Realität zu überdenken und zu polieren. Sie übersetzt Gedichte und Prosa aus dem deutschen und nordischen Raum. Sie ist auch Illustrator und Grafiker und Mitglied für Pen Rumänien. Sie lebt derzeit in Bukarest. (Iona Miron, 11/2022)

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann.

Foto: Ioana Miron_ privat

Walter Pobaschnig, 29.7.26

https://literaturoutdoors.com

„Männlichkeit“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Petra Mickl/Lisa Kröll _ Klagenfurt/Wien 17.9.2026

Lisa Kröll, Schauspielerin _ Wien _ acting Malina _
Ungargasse/Romanschauplatz Malina _ Wien
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 1/22

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz Wien

MALINA _ Akrostichon

Text  _   Petra Mickl, Schriftstellerin _ Klagenfurt

Performance _ Lisa Kröll, Schauspielerin_Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

MALINA

M
ännlichkeit

A bhängigkeit

L iebe und Hass

I nnere Abgründe

N utzloses Unglück von Mann und Frau

A llgegenwärtig

Petra Mickl, 2.6.26

Lisa Kröll, Schauspielerin _ Wien _ acting Malina _
Ungargasse/Romanschauplatz Malina _ Wien
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 1/22

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz Wien

MALINA _ Akrostichon

Text  _   Petra Mickl, Schriftstellerin _ Klagenfurt

Performance _ Lisa Kröll, Schauspielerin_Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Petra Mickl, Schriftstellerin
 Lisa Kröll, Schauspielerin

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Petra Mickl _ privat.

Fotos: Lisa Kröll, Schauspielerin _ Wien _ acting Malina _
Ungargasse/Romanschauplatz Malina _ Wien
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 1/22

Walter Pobaschnig, 2.6.26

https://literaturoutdoors.com

„So unprätentiös, angstfrei und kompromisslos sie persönlich war, so war auch ihr Spiel!“ _ Erinnerung an +Erni Mangold _  Martina Stilp, Schauspielerin _ Wien 17.9.2026

+Erni Mangold _ Martina Stilp
+Erni Mangold, Schauspielerin, Regisseurin _
* 26.1.1927 Großweikersdorf/NÖ +5.9.2026 Wien

Im Interview _ Martina Stilp, Schauspielerin  _ Wien

Liebe Martina, welche Erinnerungen gibt es für Dich an Erni Mangold?

Mit Erni´s Eintreten ins Theater kam immer auch ein Hauch von Kraft mit ihr mit. Naturkraft, Lebenskraft. Erzählkraft.

In der Kammerspiele-der-Josefstadt Produktion „Harold und Maude“ ( Premiere war genau an ihrem 90.Geburtstag, am 26.1.2017) hat sie sich so pudelwohl gefühlt, dass sie uns alle in ein Wirtshaus in ihrem Waldviertler Wohnort einlud und uns danach noch ihren Garten und ihr Haus zeigte. Barfuß sind wir über ihre Teppiche und Holzböden marschiert und sie hat uns geduldig und leidenschaftlich jedes Bildchen an der Wand, alles was wir wissen wollten, erklärt.

Sie konnte in der Seele des Gegenübers das Wahre entdecken. Zum Beispiel Ängste, Unsicherheiten oder Komplexe… Ihr blieb nichts verborgen…

Was macht für Dich das Besondere ihres Schauspiels aus?

So unprätentiös, angstfrei und kompromisslos sie persönlich war, so war auch ihr Spiel! Eine herrliche Purheit, Klarheit und Unverstelltheit, Tiefe und Authentizität war in ihr und um sie!

Möchtest Du bestimmte Rollen hervorheben und warum?

Den frechen Kobold Puck im „Sommernachtstraum“ (Premiere am 24.4.2015 im Volkstheater Wien). Sie war zu diesem Zeitpunkt 88 Jahre alt, aber auf der Bühne war sie ein freches Elfenkind mit nackten Beinen und einer Wollmütze auf dem Kopf…8tinazu Erni Mangold

Erni Mangold (r.) als Puck, hier mit Patrick O. Beck als Oberon _ Probe zu „Ein Sommernachtstraum“ _ Premiere 24. April 2015 am Volkstheater in Wien _ folgendes

Wie hast Du Erni Mangold als Kollegin erlebt?

Rauschend, ohne körperliche Scham. War sie zum Beispiel grad beim Umziehen in ihrer Garderobe und ihr fiel plötzlich ein, was sie uns unbedingt erzählen wollte, dann lief sie halt so bekleidet oder nicht bekleidet wie sie gerade war auf den Gang und verkündete uns ihre meist sehr unterhaltsamen Geschichten.

Auch hat sie uns großzügig mit Waldviertler Mohnzelten und anderen kulinarischen Leckerbissen versorgt.

Auf der Bühne beim Spielen war sie absolut pur, klar, direkt. Ich hab mit ihr vergessen, dass wir spielen…einfach einander zuhören, aufeinander reagieren. Der Sinn der Szene war eh klar.

Was nimmt die Theater/Filmbühne von ihr in die Zukunft mit?

Ich hoffe, alles!

Herzlichen Dank für das Interview!

Martina Stilp, Schauspielerin _ performing _ „Undine geht“ Donau/Wien _
_ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ 

Walter Pobaschnig 7/26

Zur Person/über mich/Website: About me • Martina Stilp • Theater, Film & Schauspiel 15.9.2026

Foto/Portait: Erni Mangold _ Österreichischen Nationalbibliothek/ÖNB_Photo Simonis; um 1950; Bildarchiv Austria

Foto: Erni Mangold als Puck mit Patrick O. Beck als Oberon _ Probe zu „Ein Sommernachtstraum“ _ Premiere 24. April 2015 am Volkstheater in Wien _ Roland Schlager/APA

Foto: Martina Stilp, Schauspielerin  _ Wien._ performing _ „Undine geht“ Donau/Wien _
_ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ 
Walter Pobaschnig 7/26

Walter Pobaschnig, 15.9.2026

https://literaturoutdoors.com

„Dass Sie sich voller Mut und Vertrauen in alle möglichen Figuren fallen gelassen hat“ _ Erinnerung an +Erni Mangold _ Florian-Raphael Schwarz, Schauspieler _ Wien 16.9.2026

+Erni Mangold _ Florian-Raphael Schwarz
+Erni Mangold, Schauspielerin, Regisseurin _
* 26.1.1927 Großweikersdorf/NÖ +5.9.2026 Wien

Im Interview _ Florian-Raphael Schwarz, Schauspieler _ Wien

Lieber Florian-Raphael, welche Erinnerungen gibt es für Dich an +Erni Mangold?

Wenige bewusste und umso mehr überraschende und unterhaltende wenn ich Sie heute in Filmen und Serien entdecke, die ich früher gesehen habe, ohne zu wissen, wer Sie war.

Was macht für Dich das Besondere ihres Schauspiels aus?

Dass Sie sich voller Mut und Vertrauen in alle möglichen Figuren fallen gelassen hat und so auch mit Ihnen verschmelzen konnte.

Möchtest Du bestimmte Rollen hervorheben und warum?

Ihre Rolle als Handleserin in „Before Sunrise“ war die erste Rolle, in der ich Sie bewusst erkannt hatte und in der sie mysteriös, verspielt und ernst zu gleich erschien, was für ein wunderbarer Auftritt.

Wie hast Du Erni Mangold als Kollegin erlebt?

Leider nie persönlich und doch in ihren Interviews wirkte Sie wie eine fürs Leben brennende, weltoffene Frau, die sich kein Blatt vor den Mund nimmt und auch vor schwierigen Themen nicht zurückschreckte, diese ansprach.

Was nimmt die Theater/Filmbühne von ihr in die Zukunft mit?

Ich hoffe ihren Mut, das Vertrauen, ihr Feuer und ihre Direktheit dort hinzuschauen und zugehen wo es nicht einfach, dafür wichtig und spannend ist.

Herzlichen Dank für das Interview!

 Florian-Raphael Schwarz, Schauspieler

Foto/Portait: Erni Mangold _ Österreichischen Nationalbibliothek/ÖNB_Photo Simonis; um 1950; Bildarchiv Austria

Foto:  Florian-Raphael Schwarz _ Station bei Malina _ Walter Pobaschnig 1/21.

Walter Pobaschnig, 15.9.2026

https://literaturoutdoors.com

 „Bettet sich frech ins Herz“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Martina Stilp, Schauspielerin  _ Wien 16.9.2026

Undine geht _
Martina Stilp, Schauspielerin  _ Wien.performing _
_ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ Donau/Wien _
Walter Pobaschnig 7/26, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance _ Donau/Wien

LIEBE _ Akrostichon

Text & Performance _ Martina Stilp, Schauspielerin  _ Wien.

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

LIEBE

L ernen sollt man immer 

I m kühlen Lauf der Zeit

E in erheblich Maß an Trübsinn

B ettet sich frech ins Herz

E in Platzerl aus Gold sollt‘s sein, die Reife in dir. 

Martina Stilp, 21.7.26  

Undine geht _
Martina Stilp, Schauspielerin  _ Wien.performing _
_ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ Donau/Wien _
Walter Pobaschnig 7/26,

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance _ Donau/Wien

LIEBE _ Akrostichon

Text & Performance _ Martina Stilp, Schauspielerin  _ Wien.

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961.

„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.

 Martina Stilp, Schauspielerin 

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann.

Fotos: Undine geht _
Martina Stilp, Schauspielerin  _ Wien._ performing _
_ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _ Donau/Wien _
Walter Pobaschnig 7/26

Walter Pobaschnig, 21.7.2026

https://literaturoutdoors.com

„mutig wollte ich sein“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Barbara Peveling/Lisa-Marie Lealahabumrung _ Paris/Wien 15.9.2026

Lisa-Marie Lealahabumrung, Sängerin, singer- songwriter _ Wien _
performing Malina _ Originalschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 8/26 f.

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz _ „Ivans place“

MALINA _ Akrostichon

Text  _ Barbara Peveling, Schriftstellerin _ Paris

Performance _  Lisa-Marie Lealahabumrung, Sängerin, singer- songwriter _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

MALINA

m
utig wollte ich sein

als ich von dir ging

laut war ich auch zu laut

in all der dunkelheit dieser

nacht kein atem mehr nur

amen brüllte uns der heilige hirte hinterher

Barbara Peveling, 10.8.26

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz _ „Ivans place“

MALINA _ Akrostichon

Text  _ Barbara Peveling, Schriftstellerin _ Paris

Performance _  Lisa-Marie Lealahabumrung, Sängerin, singer- songwriter _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Barbara Peveling, Schriftstellerin 
Lisa-Marie Lealahabumrung, Sängerin, singer- songwriter

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Barbara Peveling _ privat

Fotos: Lisa-Marie Lealahabumrung, Sängerin, singer- songwriter _ Wien _
performing Malina _ Originalschauplatz Wien _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Walter Pobaschnig 8/26 f.

Walter Pobaschnig, 10.8.2026

https://literaturoutdoors.com

„Eine Sprache zu finden in einer Zeit, in der noch viele geschwiegen haben“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Barbara Peveling, Schriftstellerin _ Paris 15.9.2026

Ingeborg Bachmann _ Barbara Peveling

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Barbara Peveling, Schriftstellerin _ Paris

Liebe Barbara, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?  Was macht das Besondere ihres Schreibens aus?

Eine Sprache zu finden in einer Zeit, in der noch viele geschwiegen haben.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben und warum?

„Undine geht“, ist für mich einer der stärksten feministischen Texte überhaupt.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Ich hätte gerne mehr über Ihre Abgründe erfahren, weil ich finde, wir kennen diese nur aus den Texten, vielleicht hätte es ihr geholfen, wenn diese direkter gehört worden wäre. Also, hätte sie beispielsweise die Form des erzählerischen Essays mehr gewählt?

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Aktuell beschäftige ich mich mit Teilhabe im Kontext von Integration und Inklusion, in Deutschland gibt es hier für mich eine stark im kollektiven Gedächtnis verankerte Barriere, die über das Diktum der Meritokratie verschleiert wird.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

„Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar“, unschlagbar wahr.

Herzlichen Dank für das Interview!

Barbara Peveling, Schriftstellerin

Zur Person _ Barbara Peveling: Vita – Barbara Peveling 18.8.26

Website: Barbara Peveling – Autorin | Ecrivaine

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Barbara Peveling _ privat

Walter Pobaschnig, 10.8.2026

https://literaturoutdoors.com