Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.
Liebe Barbara, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ich habe gerade ein Buch über KI fertiggestellt, und der Alltag, den ich darin beschreibe, ist auch meiner. Tatsächlich starte ich mit KI in den Tag, und zwar in meiner Mailbox, wo sie dankenswerterweise Spam-Mails für mich aussortiert. Nach dem ersten Kaffee arbeite ich dann weiter Seite an Seite mit großen Sprachmodellen, bereite Workshops vor und halte mich auf dem Laufenden, was das Thema KI betrifft – die Entwicklung will und will einfach nicht stehenbleiben 😊
Barbara Oberrauter-Zabransky, Autorin
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Fragen stellen. Und zwar die unbequemen. Nicht: Was kann die KI alles? Sondern: Was wollen wir eigentlich? Wofür brauchen wir Werkzeuge, und wofür brauchen wir Menschen? Ich glaube, wir leben in einem Moment, in dem Technik sehr schnell sehr viel kann – aber die Gesellschaft noch gar nicht entschieden hat, was sie damit anfangen will. Diese Entscheidung sollten wir nicht den Ingenieuren überlassen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Wissenschaft, der Kunst an sich zu?
Wissenschaft erklärt uns, was möglich ist. Kunst fragt, ob wir es wollen. Beides brauchen wir gerade dringender denn je. Denn die Veränderungen durch KI sind nicht nur technischer Natur – sie berühren, wie wir arbeiten, lernen, kommunizieren, uns selbst verstehen. Literatur und Kunst haben die Aufgabe, diese Erfahrung in Sprache und Bild zu übersetzen, bevor die PR-Abteilungen der Tech-Konzerne es tun. Das ist kein kleiner Auftrag.
Was liest Du derzeit?
Neben Fachliteratur zum Thema KI hauptsächlich spezifische Blogs und Publikationen zum Thema KI. Das Thema ist gekommen, um zu bleiben – und als Teil meiner Aufgabe verstehe ich es, aktuelle Entwicklungen einzuordnen und so aufzubereiten, dass ganz normale Nutzerinnen und Nutzer hierzulande auch verstehen, worum es geht. Mein Ansatz dabei ist es, das Rauschen zu durchforsten, auszusortieren und herauszufiltern, was wirklich relevant ist – für ganz normale Menschen, nicht für Ingenieur:innen oder IT-Fachleute.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
In AI Snake Oil nehmen Arvind Narayanan und Sayash Kapoor, zwei Informatiker aus Princeton, sehr präzise auseinander, welche KI-Versprechen funktionieren und welche schlicht Scharlatanerie sind. Sinngemäß schreiben sie, dass das Wort „KI“ inzwischen so vage ist wie das Wort „Fahrzeug“ – man könnte damit ein Fahrrad meinen oder eine Rakete, und die Debatte wird dadurch völlig sinnlos. Ich denke an diesen Satz, wenn ich wieder eine Schlagzeile lese, die behauptet, KI werde entweder die Welt retten oder vernichten. Vielleicht sollten wir zuerst mal fragen: Welche KI? Für wen? Unter welchen Bedingungen? Die unbequemen Fragen sind fast immer die richtigen.
Vielen Dank für das Interview, liebe Barbara,viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Buchprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:Barbara Oberrauter-Zabransky, Autorin
Zur Person/über mich: Barbara Oberrauter-Zabransky bringt KI dahin, wo sie hingehört: mitten ins Leben. Als Journalistin, Trainerin und Gründerin der KI Academy in Wien übersetzt sie Technik in Menschensprache und macht ChatGPT, Midjourney & Co. für alle zugänglich. In ihren Workshops zeigt sie, wie man der KI mit Köpfchen begegnet, statt sich von ihr einschüchtern zu lassen. Ihr Motto: Wer neugierig ist, braucht kein Informatikstudium. Nur einen Laptop – und vielleicht eine Prise Humor. (Pressetext/Verlag)
Das perfekte Buch für alle, die sich um die Auswirkungen von künstlicher Intelligenz sorgen oder noch nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Barbara Oberrauter-Zabransky räumt auf mit KI-Mythen, Technik-Hype und diffusen Ängsten – und erklärt lebensnah und mit journalistischer Neugier, was KI-Tools wie ChatGPT wirklich können, wo ihre Grenzen liegen und wie wir sie sinnvoll nutzen.
Ob im Büro, im Klassenzimmer oder zu Hause: Wer verstehen will, wie künstliche Intelligenz funktioniert und wie sie unseren Alltag bereits verändert, findet hier Orientierung. Statt Schwarz-Weiß-Malerei gibt es fundiertes Wissen, konkrete Beispiele und eine Einladung zum Mitdenken. Ein Wegweiser für alle, die KI nicht den Konzernen oder Maschinen überlassen wollen, sondern selbst gestalten möchten, was kommt. (Pressetext/Verlag)
Barbara Oberrauter-Zabransky _ Die KI kann mich mal_ Kremayr & Scheriau
Julia Gradl, Sängerin, Musikerin, Model _ Wien _ Thematisch-szenisches Fotoshooting am Originalschauplatz _ Wien _ „Malina“ , Roman, Ingeborg Bachmann (1971) _ Walter Pobaschnig 3/23, folgende
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance am Originalschauplatz
MALINA _ Akrostichon
Text _ Daniela Flickentanz, Singer-Songwriter, Künstlerin
Performance _ Julia Gradl, Sängerin, Musikerin, Model
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig
Julia Gradl, Sängerin, Musikerin, Model _ Wien _ Thematisch-szenisches Fotoshooting am Originalschauplatz _ Wien _ „Malina“ , Roman, Ingeborg Bachmann (1971) _ Walter Pobaschnig 3/23, folgende
MALINA
Meine Stimme finden
Alltägliches beschreiben
Lieben, Lesen, Schreiben, Singen
Innenschau betreiben
Nach Außen meine Wahrheit tragen
Altlasten aufarbeiten und zum Mistplatz tragen
Daniela Flickentanz, 10.2.2026
Julia Gradl, Sängerin, Musikerin, Model _ Wien _ Thematisch-szenisches Fotoshooting am Originalschauplatz _ Wien _ „Malina“ , Roman, Ingeborg Bachmann (1971) _ Walter Pobaschnig 3/23, folgende
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance am Originalschauplatz
MALINA _ Akrostichon
Text _ Daniela Flickentanz, Singer-Songwriter, Künstlerin
Performance _ Julia Gradl, Sängerin, Musikerin, Model
Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.
Julia Gradl, Sängerin, Musikerin, Model _ Wien _ Thematisch-szenisches Fotoshooting am Originalschauplatz _ Wien _ „Malina“ , Roman, Ingeborg Bachmann (1971) _ Walter Pobaschnig 3/23.
Fotos: Julia Gradl, Sängerin, Musikerin, Model _ Wien _ Thematisch-szenisches Fotoshooting am Originalschauplatz _ Wien _ „Malina“ , Roman, Ingeborg Bachmann (1971) _ Walter Pobaschnig 3/23.
Im Interview _Daniela Flickentanz, Singer-Songwriter, Künstlerin
Liebe Daniela, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?
Singen, Schreiben und Sprechen sind sehr machtvolle Instrumente. Die eigene Wahrheit auszudrücken kostet sehr viel Mut, Kraft, Einsicht, Ehrlichkeit und Bewusstheit. Es bedeutet in vielen Situationen auch, einer Gefahr ausgesetzt zu sein. Für manche Menschen (meist Männer) ist es eine Provokation, wenn man sich als Frau eigenständig äussert und auch Raum mit der Sprache und Stimme einnimmt. Da war Ingeborg Bachmann bestimmt eine Vorreitern. Sie hat ihrer eigenen Wahrnehmung vertraut und ihre Wahrheit ausgedrückt. Dadurch erscheint ihr Werk ehrlich und eigenständig, was für mich die Kraft darin ausmacht.
Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?
Ihr Schreiben berührt tief, es ist einfach aber nicht banal und es ist für mich zeitlos. Und das hat eine sanfte Kraft, die sehr viel bewegt hat und auch immer noch bewegt. Und damit den Tod der Autorin überdauert.
Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?
Nein. Jede Veröffentlichung steht für sich.
„die Männer sind unheilbar krank…sie sind es, wussten sie das nicht? Alle…“ Ingeborg Bachmann in einem Interview, 1971 _ wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörerenden wie selbstzerstörerischen patriarchalen Welt heute?
Ich denke, wir müssen die Errungenschaften der feministischen Bewegung erhalten. Dafür weiterarbeiten und verteidigen, dass alle Frauen auf der Welt in Sicherheit, Freude, Selbstbestimmtheit und Friede leben können. Gemeinschaft und Frauenfreundschaften können hilfreich sein. Und ich stelle mir vor (und wünsche mir), dass diese Gemeinschaft irgendwann so groß und stark ist, dass die unheilbar kranken Männer keine Macht mehr erhalten und daher auch keinen Schaden mehr anrichten können.
In „Malina“, Ingeborg Bachmanns großen und einzigen Roman (1971), stehen Hell und Dunkel der Existenz, die Liebe „es ist immer Krieg“, wie die Traumata eines Landes in Erinnerung von Shoa, Weltkrieg im thematischen Vordergrund. Wie siehst Du ihren literarischen Zugang hier und wie müssen wir heute in Literatur und Existenz mit Geschichte umgehen?
Ihr Zugang hält uns unweigerlich den Spiegel vors Gesicht: Sie behandelt die Unfähigkeit zu nährenden Beziehungen, Krieg, die Suche nach dem Frau sein und den Tod. Dem Unausgeschöpftsein in unserer Emotionalität. NS-Zeit gleichend einem Fiebertraum, bzw. die Krankheit der jeweiligen Abschnitte. So wie zeitweise die aktuellen Nachrichten sich wie ein Fiebertraum anfühlen. „Das darf doch nicht wahr sein.“ Doch. Ist es leider. Die Welt ist immer noch krank und es ist unsere Aufgabe, sie zu heilen und eine andere Richtung einzuschlagen.
Wir müssen schreiben, um die Wahrheit zu erhalten und auszudrücken. Die aktuellsten Methoden der Propaganda bzw. Zensur finden ja auch viel im digitalen Raum statt.
Eine Freundin sagte letztens „die KI kann dann ja später auch die Geschichte verändern. Was ist, wenn es dann auf einmal keinen zweiten Weltkrieg mehr gab. Und alles in Vergessenheit geraten ist.“ Deswegen müssen wir schreiben. Auf Papier, in Bücher. In Briefe. Und wir müssen lesen, was geschrieben wurde.
Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?
Ein gemeinsamer Tag am Weissensee in den stillen, heissen Tagen im August. Den würde ich gerne mit ihr verbringen. Gemeinsam am Steg sitzen und aufs Wasser schauen, gemeinsam reflektieren. Ich würde gerne etwas entstehen lassen und gemeinsam einen Tag erleben.
Ich würde Ingeborg Bachmann einfach gerne DANKE sagen. Dass sie ein Vorbild ist. Eine Frau, die sich in einer patriarchal geprägten Welt geäussert hat und so viel bewegt hat mit ihrer Stimme. Ich würde viel zuhören und schauen, was von ihr kommt. Und würde wohl auch fragen, wie sie es geschafft hat, ihre eigene Stimme so zu kultivieren und aus sich herauszubringen.
Was sind Deine aktuellen Projektpläne?
Am 08.03.2026 erscheint eine neue Single. Es geht darum, der eigenen Wahrnehmung zu vertrauen und das Lied ist eine Befreiung von Autoritäten, sowie toxischen und ungesunden Mustern. Mehr dazu gibt es bald.
Derzeit spiele ich so oft es geht live, damit immer mehr Menschen Flickentanz kennenlernen und Freude an meiner Musik haben können und ich mir meine Fanbase weiter erarbeiten kann. Ich spiele sowohl herkömmliche Konzerte, als auch auch in Pflegezentren und bei den Wiener Linien U-Bahn-Stars. Des Weiteren habe ich ein Special mit dem Speaker Markus Warscher, wo wir das Tabu rund um psychische Erkrankungen aufbrechen. Es sind mittlerweile 100 Auftritte die ich im Jahr spiele, ich manage und promote mich selbst. Daher gehe ich auch das Thema körperliche Fitness und mentale Balance intensiv an, um weiterhin gesund mein 15-30kg schweres Tourgepäck transportieren zu können und in meiner Kraft zu bleiben. Meine Reisen bewältige ich ja alle öffentlich und die Branche ist nicht einfach.
Ich wünsche mir, dass es so weiter geht und die Radio-Einsätze meiner Lieder sich vermehren, damit mehr Menschen Zugang zu meiner Musik finden können. Außerdem sind Radioeinsätze in den Radios neben live spielen noch eine der wenigen Möglichkeiten, mit Musik machen Geld zu verdienen.
Und für meine Malerei möchte ich mir 2026 auch wieder mehr Zeit nehmen an den spielfreien Tagen.
Darf ich abschließend zu einem persönlichen Bachmann Zitat/Text bitten?
Auch auf die Gefahr hin, dass es abgedroschen ist: „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.“
Denn erst, wenn wir die Wahrheit anerkennen, wissen wir, was zu tun ist.
Buchneuerscheinung:Die Gärtnerin von Venedig, Jana Revedin. Roman. Braumüller Verlag, 2026.
„Eri tauscht den Bergbauernhof gegen die schillernde Lagunenstadt Venedig – und gerät schnell in ein Netz aus Misstrauen, Rivalität und gut gehüteten Geheimnissen. Doch statt sich einschüchtern zu lassen, findet sie unerwartete Verbündete, wächst über sich hinaus und entdeckt Schritt für Schritt ihre wahre Berufung. Ein atmosphärischer Entwicklungsroman über Mut, Herkunft und die leise, aber kraftvolle Kunst des Neuanfangs – voller Intrigen, Hoffnung und venezianischem Zauber.„
Liebe Jana, Dein aktueller Roman spielt in Venedig, wo Du, neben Deinem geliebten Hof in Wernberg in Kärnten, auch lebst. Wie gestaltet sich ein Schreiben über einen Lebensort? Fällt das schwerer oder leichter als an einem fiktiven Ort?
Ich habe noch nie über einen fiktiven Ort geschrieben, genauso wenig wie über fiktive Charaktere. Die Protagonisten meiner Romane finden mich, nicht ich sie, und dann machen sie mit mir, was sie wollen.
Seit „Jeder hier nennt mich Frau Bauhaus“, meinem Debutroman, der mich nach Berlin und Dessau, in die zweite Heimat meiner hugenottischen Familie zog – wir wurden vor Jahrhunderten aus Frankreich vertrieben – führten mich die folgenden Hauptfiguren in ihre Heimaten: Paris, Buenos Aires, New York, Konstanz, Venedig. Es fiel mir immer leicht, weil ich an jenen Orten meine Jugend und meine Ausbildungsjahre verbracht habe, Goethe spräche von „Entwicklungsorten“. Eine gewisse Magie liegt über jenen Schauplätzen, sie haben sich in Jahrzehnten kaum verändert und wir gehen meinen Protagonisten immer auf lebendigen Bühnen nach!
Venedig hat mich seit vierzig Jahren, seit ich bei Aldo Rossi in seinem Mailänder Büro und an seinem Lehrstuhl an der Universität Venedig meinen Platz fand, als Wahlheimat aufgenommen. Ich konnte das Venedig der 1920er Jahre in „Margherita“ beschreiben, und das war eine pure Freude, hat sich doch die Stadt und ihre pulsierenden Kunst- und Lebens-Zentren seither – dank des UNESCO Weltkulturerbe-Ensembleschutzes – nicht gewandelt. Meine Leser spazieren mit dem Buch in der Hand direkt auf Margheritas Spuren… In den vergangenen Jahrzehnten veränderte sich die gesellschaftliche und soziale Mischung der Stadt jedoch enorm. Und genau das hat mich gereizt: das Venedig von heute, das keineswegs ein untergehender oder ausgestorbener Ort ist, auf den Spuren der jungen Gärtnerin Eri, die von weither kommt, zu entdecken.
Wie entwickelte sich der Schreibprozess in dieser sich wandelnden Zeit- und Gesellschaftssituation – was waren besondere Herausforderungen? Gab es Überraschungen, Fügungen?
Die Geschichte der Eri ist eine wahre Geschichte, ihr Großtante hat sie mir erzählt. Wie diese mich entdeckte? Eine Fügung, ja! Sie las „Der Frühling ist in den Bäumen“, meinen letzten Roman, die unglaubliche Geschichte meiner Mutter, die sie mir am letzten Tag ihres Lebens aufgetragen hat. Ich brauchte gute zehn Jahre, um diese brutale Begebenheit, die stark an die aktuelle Geschichte der Giselle Pelicot erinnert, zu Papier zu bringen. Doch meine Mutter hatte von mir gefordert: „Schreib das eines Tages auf, Kind. Für Frauen, die ähnliches erleiden und die sich doch wehren können.“ Eri Jung, die Großtante unserer Protagonistin, eröffnete mir in unserer Korrespondenz, dass sie die allererste Sekretärin meiner Mutter gewesen sei, „…nach jenem unsäglichen Skandal und ihrem Mut, ihren Mann anzuzeigen und sich scheiden zu lassen. Im Jahr 1953!“ Ihre eigene Bewerbung bei meiner Mutter, erzählte sie mir, habe in den frühen Fünfzigerjahren in Venedig stattgefunden und sie müsse mir so viele Geschichten dazu erzählen, die bis in die Gegenwart reichen. Ich hörte natürlich zu. Und da jene Tante Eri bis zum heutigen Tag regelmäßig Venedig besucht, konnte ich ihre Eindrücke und Erfahrungen mit meinen mischen.
Sie erinnerte sich an Dich, als kleines Mädchen?
Natürlich! Sie erzählte mir, wie oft ich mit meiner Mutter, Philosophin und Journalistin, die in den frühen Fünfzigerjahren einen Verlag gegründet und die erste emanzipierte Frauenzeitschrift Deutschlands herausgegeben hatte, in den Verlag kam – das letzte Kind, zuhause alleingelassen und unterfordert. Ich bat, mich an Eris Schreibtisch setzen zu dürfen, und um weiße Blätter. Ich muss tagaus tagein gesagt haben: „Ich spiele Schreiben.“
Im Roman sucht ihre Großnichte, die junge Gärtnerin Eri, ihren Lebens- und Berufsweg zwischen gesellschaftlichen Herausforderungen, beruflichen Widerständen und weiblicher Solidarität. Welche Inspirationen führten zu dieser so mutigen Frauenfigur?
Das wahre Leben. Ich bin in meiner Lehre und Forschung von jungen beharrlichen, selbstkritischen und doch humorvollen Eris umgeben! Sie setzen, wie Hilde Domin so schön sagte, tagtäglich ihren Fuß in die Luft. Und sie trägt! Mein Lebensgeschenk, das literarische Schreiben, und die Rückmeldungen meiner Leserinnen und Leser bestätigen mir ebenso, dass Bewusstsein und Selbstbewusstsein nur durch Wagnis entstehen, durch Neugier, durch Wachsenwollen und nicht durch in behaglicher Wiederholung erstarren. Auch wenn wir Frauen in den ersten Emanzipationswellen der 1920er und der 1960er Jahre viel mutiger und motivierter waren, sind wir doch weit gekommen. Gleichbezahlung, Gleichbewertung, das Durchbrechen gläserner Decken steht jetzt an, und das aktive Engagement für Frauen in patriarchalen Gesellschaften, deren Rechte mit Füßen getreten werden.
In ihrer neuen Heimat Venedig findet die junge Eri auch die Liebe, die begeistert, stärkt, trägt. „Es ist immer Wahnsinn in der Liebe aber auch immer etwas Vernunft im Wahnsinn“, sagte der Philosoph Nietzsche, wie siehst Du dieses Zitat im Zusammenhang von Eri und Todd?
Einverstanden, Herr Nietzsche! Doch auch Heinrich Tessenow hat recht, wenn er zu jeder Art der Gestaltung und Kreativität sagt: „Das Einfache ist nicht immer das Beste, doch das Beste ist immer einfach.“ Ist eine beginnende Liebesgeschichte, Nietzsches Wahnsinn des gewagten Unbekannten, nicht der Mut, alte Einsamkeiten und Verletzungen abzulegen und eine neue, gemeinsame Wirklichkeit zu entwerfen? Eri und Todd wagen diesen Neuanfang, und, zu ihrer eigenen Überraschung, ist er einfach und leicht.
Was braucht es, um Lebensträume zu verwirklichen und daran festzuhalten?
Liebe. Demut. Und Dankbarkeit.
Herzlichen Dank für das Interview!
Zur Autorin: Jana Revedin ist Architektin, Architekturtheoretikerin und Schriftstellerin. Mit der Veröffentlichung ihres Debutromans Jeder hier nennt mich Frau Bauhaus (Dumont 2018), der ein literarisches Ereignis und Spiegel- und La Repubblica-Bestseller war, hat die Architekturprofessorin und Bauhaus-Expertin die Schriftstellerei zu ihrem Lebensauftrag gemacht. Es folgten drei weitere Romane zu großen Protagonistinnen in Architektur, Kunst und Kultur, die die Geschichte ausgelöscht hat: Margherita (Aufbau 2020, Spiegel-Bestseller), Flucht nach Patagonien (Aufbau 2021) und Der Frühling ist in den Bäumen (Aufbau 2023, Presse-Bestseller). In Die Gärtnerin von Venedig erzählt Jana Revedin, die in Wernberg und Venedig lebt, eine wahre Geschichte aus ihrer geliebten Wahlheimat. (Pressetext _ Braumüller Verlag)
Ingeborg Bachmann – Maria LehnerIngeborg Bachmann, Rom 1962 _ Heinz Bachmann
100. Geburtstag Ingeborg Bachmann –
im Interview_ Maria Lehner, Schriftstellerin_Wien
Liebe Maria, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?
Mein persönlicher Zugang kommt zunächst über ihre Lyrik. In den Frankfurter Vorlesungen stellt sie literarisches Schaffen nicht als Last dar, sondern als Akt der Befreiung: „Das Gedicht ist eine Entfesselung.“ Von dort aus habe ich Schreibakte insgesamt als Befreiungsakte verstanden – Befreiung von etwas und zugleich Befreiung für etwas. Die Erkenntnis, dass Sprache gleichzeitig verletzlich und kraftvoll sein kann, wirkt dabei wie ein Tor, durch das man hindurchmuss.
Was macht das Besondere ihres Schreibens aus?
Zum einen die Verbindung von poetischer Intensität und radikaler Sprachkritik, zum anderen eine Art kritischer Wachsamkeit: Sie misstraut der scheinbar selbstverständlichen Oberfläche alltäglicher Sprache. Schaut man genauer hin, entdeckt man dahinter Gewalt und Ideologie. Insofern sind ihre Texte politisch hellhörig und philosophisch tief. Und als ein Kind meiner Zeit, der 68er, beeindruckt mich, wie stark bei ihr das Private und das Politische ineinandergreifen: Verletzlichkeit als Erkenntnisform. Hinter Sprache schauen, ihre Magie auch entzaubern, wach und offen bleiben — das macht ihr Schreiben für mich einzigartig.
Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?
Ein Beispiel aus jeder Gattung würde ich gerne bringen: Die zuvor genannten Besonderheiten zeigen sich für mich am stärksten in Malina als experimentellem Roman und in den hybriden Prosaformen der Todesarten‑Texte. In den Erzählungen aus Das dreißigste Jahr beeindruckt mich ihre analytische Schärfe, in den Gedichten (etwa Anrufung des großen Bären) ihre Musikalität und poetische Verdichtung. Und an den Frankfurter Vorlesungen schätze ich die poetologischen, essayistischen Reflexionen über Sprache, Wahrheit und Verantwortung.
Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden patriarchalen Welt heute?
Mir scheint diese Kritik bedrückend aktuell: Mechanismen psychischer und struktureller Gewalt, die wir heute unter Begriffen wie toxische Männlichkeit oder Femizid diskutieren, sind in Sprache eingeschrieben – sowohl präskriptiv (Sprache, die Gewalt hervorbringt) als auch deskriptiv (Gewalt, die durch ihr Erzählen sichtbar und wirksam wird). Autoritäre Muster in Beziehungen bestehen fort. Bachmanns Texte sind deshalb nicht nur historische Dokumente, sondern ein beunruhigend präziser Spiegel unserer Gegenwart.
Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Bachmanns. „Die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971). Wie lieben wir nach/mit Bachmann?
Nach oder mit Bachmann zu lieben bedeutet wohl, Macht zu verlernen – also zunächst auf sie zu verzichten –, Verletzlichkeit zuzulassen und eine Sprache ohne Brachialgewalt zu finden. Liebe wird dort scheitern und in Sprachlosigkeit münden, wo Rollen und Dominanz im Vordergrund stehen. Wenn man Machtstrukturen analysiert und Liebe als einen Ort der Wahrheit begreift, bleibt nichts anderes, als auch die eigene Schutzlosigkeit zu akzeptieren. Und dann eine neue Sprache zu finden – eine der Gleichheit und Wahrhaftigkeit.
„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas Verdammtes daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton-Wildgans-Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, ist Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?
Zunächst klingt das nach romantischem Künstlerleid, nach Märtyrertum und Selbstgeißelung. Auf den zweiten Blick aber wird die existentielle Spannung sichtbar, der Wahrheit verpflichtet zu sein: Ja, es verlangt eine radikale Haltung, die Welt schonungslos anzusehen — und das kann einen von manchen Menschen entfernen. Doch das ist weniger ein Martyrium als eine mutige Entscheidung für eine kompromisslose Form der Wahrhaftigkeit. Zugleich öffnet sich ein Ort der Rettung, ein Stück Freiheit, die Möglichkeit jener „anderen Sprache“.
Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?
Viel bedeutet mir ihre Musikalität, ihre poetische Bildkraft und ihre philosophische Tiefe. Ihre Texte arbeiten mit Traumlogik, mit dem Unbewussten. Insofern verbindet sie Innenwelt und Weltgeschichte auf einzigartige Weise und macht Vulnerabilität zu einer Form des Wissens.
Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?
Als Literatin meiner Generation hätte ich Bachmann gesagt, dass sie mir Mut gemacht hat, nach jener hier mehrfach erwähnten eigenen, wahrhaftigen Sprache zu suchen. Ich würde wissen wollen, wie sie die heutige Sprachlandschaft sähe, wie sie über Liebe schreiben würde. Und: ob ihr die Utopie einer „anderen Sprache“ heute näher oder ferner läge. Vielleicht aber hätte ich ihr einfach gedankt — für die Hinweise auf die nötige Radikalität, das Wahrnehmen der Dünnhäutigkeit und das Postulieren jener Freiheit, die sie in die Literatur gebracht hat.
Was sind Deine aktuellen Projektpläne?
Seit einiger Zeit hält mich die Recherche für und die Arbeit an einem polyphonen Roman gefangen. Das Kernthema „transgenerationale Traumata“ — mit regionalem Fokus auf eine kleinräumige österreichische Landschaft — verbindet Individualschicksale mit kollektiver Erinnerungskultur. Die Zeitspanne zwischen 1950 und 1970 markiert das Aufeinandertreffen von Nachkriegsstille und gesellschaftlichem Aufbruch. In diesem Spannungsfeld interessiert mich, wie Verschweigen und Anderssein Räume prägen, die es gibt oder nicht gibt — auch im Sinne jener von Bachmann beschriebenen Zonen des Unsagbaren. Wo und wie entsteht Identität zwischen Erinnerung, Zuschreibung und dem, was unausgesprochen bleibt?
Darf ich abschließend um ein Bachmann-Zitat bitten?
„Im Widerspiel des Unmöglichen mit dem Möglichen erweitern wir unsere Möglichkeiten.“
(Quelle: Rede anlässlich der Verleihung des Hörspielpreises der Kriegsblinden für Der gute Gott von Manhattan, 17. März 1959, Bundeshaus Bonn. Die Rede ist heute meist unter dem Titel „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“ bekannt.)
Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.
Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin _ acting „Malina“ _ Romanschauplatz Malina _ Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _ Walter Pobaschnig 2/26, folgende
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance
UNDINE GEHT _ Akrostichon
Text & Performance _ Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig
Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin _ acting „Malina“ _ Romanschauplatz Malina _ Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _ Walter Pobaschnig 2/26, folgende
Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin _ acting „Malina“ _ Romanschauplatz Malina _ Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _ Walter Pobaschnig 2/26, folgende
UNDINE GEHT
Undine erhebt ihre Stimme gegen die männliche Ordnung.
Nicht mehr bereit, sich anzupassen.
Das Schweigen wird durchbrochen.
In der Anklage liegt ihre Stärke.
Nach Jahren der Unterordnung geht sie.
Emanzipiert verlässt sie die Menschenwelt.
Gehen bedeutet Loslösung.
Entzug von Erwartung und Unterdrückung.
Hinter sich lässt Undine die verletzende Welt.
Trennend, aber befreiend.
Lisa Carolin Nemec, 2.3.2026
Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin _ acting „Malina“ _ Romanschauplatz Malina _ Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _ Walter Pobaschnig 2/26, folgende
Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin _ acting „Malina“ _ Romanschauplatz Malina _ Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _ Walter Pobaschnig 2/26, folgende
100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _
Text & Performance
UNDINE GEHT _ Akrostichon
Text & Performance _ Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin
Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig
Ingeborg Bachmann, Rom 1962
Undine geht, Erzählung, Ingeborg Bachmann, 1961.
„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse in Macht und Zerstörung. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.
Liebe Lisa, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns?
Mein Zugang ist ein existenzieller und politischer zugleich: Bachmanns Texte lese ich als schonungslose Analysen innerer wie gesellschaftlicher Gewalt.
Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin _ acting „Malina“ _ Romanschauplatz Malina _ Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _ Walter Pobaschnig 2/26, folgende
Was macht das Besondere ihres Schreibens aus?
Die Verbindung von poetischer Sprache mit philosophischer Schärfe und moralischem Ernst macht ihr Schreiben einzigartig.
Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?
Besonders Malina, die Todesarten-Texte und die Gedichte der Anrufung des Großen Bären stehen für die Radikalität ihres Denkens.
Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?
Ihre Kritik an patriarchalen Machtstrukturen ist erschreckend aktuell, weil sie psychische, sprachliche und politische Gewalt zusammendenkt.
Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?
Lieben heißt bei Bachmann, sich der Gewaltverhältnisse bewusst zu werden, die Beziehungen durchziehen – ohne die Hoffnung auf ein anderes, wahrhaftiges Lieben ganz aufzugeben.
„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?
Für Bachmann ist Schreiben ein existenzielles Risiko: notwendig, aber schmerzhaft, weil es Wahrheit gegen Selbstschutz stellt.
Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?
Neben der Gesellschaftskritik ist mir ihr Sprachdenken wichtig – die Frage, wie Sprache Wahrheit ermöglichen oder zerstören kann.
Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?
Ich hätte sie gefragt, ob sie trotz allem an eine Zukunft der Sprache geglaubt hat, die weniger zerstörerisch ist.
Was sind Deine aktuellen Projektpläne?
„Im Schatten der Maulwurfshügel“ von Friedrich Ch. Zauner wird bei den Rainbacher Festspielen unter der Regie von Babett Arens aufgeführt.
Ich darf die junge Theres verkörpern, die weibliche Hauptrolle des Stücks. Die Proben beginnen im Mai, Premiere ist am 18. Juni, gespielt wird bis einschließlich 5. Juli.
Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?
„Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.“
Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin _ acting „Malina“ _ Romanschauplatz Malina _ Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _ Walter Pobaschnig 2/26.
Herzlichen Dank für das Interview!
Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin
Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann
Fotos: Lisa Carolin Nemec, Schauspielerin _ acting „Malina“ _ Romanschauplatz Malina _ Wien _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _ Walter Pobaschnig 2/26.
„Undine geht“ ist einer der zentralen Texte in Ingeborg Bachmanns Werk. Dieser erschien im ersten Prosaband „Das dreißigste Jahr“ und nimmt das Motiv des Undine Mythos _ Liebe, weibliche Menschwerdung, Verrat und Rache – auf und transformiert dies in die Struktur gegenwärtiger patriarchal geprägter Gesellschaftsverhältnisse. „Undine geht“ ist einer der meist rezipierten Texte Bachmanns und erfährt zahlreiche künstlerische Zugänge und Dialoge.
Julia Kulewatz,Schriftstellerin, Verlegerin, Literaturwissenschaftlerin, Dozentin
Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model
Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann
Fotos: Portrait_Julia Kulewatz _ privat.
Fotos: Kerstin Ablasser, Schauspielerin, Model _ performing „Undine geht“ _ Donau/Wien _ Walter Pobaschnig, 6/24