„Gibt es einen Ort jenseits der beschädigten Worte?“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Valerie Springer, Schriftstellerin _ Wien 2.4.2026

Ingeborg Bachmann _ Valerie Springer

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Valerie Springer, Schriftstellerin 

Liebe Valerie, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Bachmann schreibt nicht über Zerstörung, sie schreibt aus ihr heraus. Ihre Texte sind Versuchsanordnungen: Was geschieht mit einem Ich, wenn Sprache, Liebe, Geschichte beschädigt sind? Ich lese sie existenziell als Autorin, die zeigt, dass Denken und Sprechen gefährlich sein können und immer mit Verantwortung verbunden sind. Mein Zugang ist primär strukturell und intertextuell. Das Besondere ist ihre Präzision im Ungefähren. Sie nutzt die Sprache, um deren Versagen vorzuführen. Ihr Schreiben ist eine permanente Grenzverschiebung zwischen dem Sagbaren und dem Unsagbaren.

Valerie Springer, Schriftstellerin _ Romanschauplatz „Malina _ Wien _
Walter Pobaschnig 10/21, folgende

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Die Radikalität ihrer Sprachkritik. Sie misstraut jeder Formulierung. Sie weiß, dass Gewalt schon mit dem Reden beginnt. Ihre Texte legen frei, wie Ideologien in Metaphern wohnen und wie Machtverhältnisse in „Liebes“bekenntnissen fortleben. Gleichzeitig bewundere ich die poetische Schönheit. Ihre Sätze sind von einer kristallinen Klarheit, selbst wenn sie vom Zerfall sprechen.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Ihr Gedicht „Alle Tage“ – von immerwährender beklemmender Aktualität.

Bachmann beschreibt keinen Ausnahmezustand, sondern eine permanente, diffuse Gewalt als Zustand, in dem Bedrohung normalisiert wird. Der Ausnahmezustand wird Alltag. „Alle Tage“ beschreibt für mich, wie Krieg auch in Begriffen, in Denkmustern, in ideologischen Gewöhnungen geführt wird. Es ist ein Gedicht über die Erosion der Wachsamkeit gegenüber Schlagzeilen, Bilderfluten und schnellen Urteilen … da wirken ihre Gedichte wie Counterparts.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Die patriarchale Struktur hat ihre Form verändert, nicht ihr Prinzip. Besitzdenken in Beziehungen, Diskursmacht in öffentlichen Räumen, subtile Entwertung weiblicher Erfahrung … das ist alles nicht verschwunden. Gewalt muss nicht spektakulär sein, sie ist oft genug unhörbar, kulturell legitimiert, sprachlich getarnt.

Bachmann interpretiere ich so, dass sie das Patriarchat nicht nur als politische Struktur sah, sondern als psychologisches Gift, das die Sprache und die Intimität korrumpiert. Ich lese ihre Texte als Kritik an einer Verwertungslogik, in der das Andere, das Weiche und das Nicht-Funktionale (oft dem Weiblichen zugeschrieben) systematisch vernichtet wird. Der Faschismus in der Beziehung, den sie beschrieb, ist die Wurzel jeder gesellschaftlichen Gewalt.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Macht, Angst und Projektion greifen in Beziehungen ein … wenn man nicht bewusst liebt. Nach Bachmann zu lieben heißt, sich der eigenen Besitzansprüche bewusst zu werden. Es heißt, Sprache zu prüfen: Spreche ich oder wiederhole ich ein Rollenbild? Und es heißt, das Risiko der Gleichheit zu wagen, durchaus auch das Verhängnis mitzudenken. Wenn sie sagt, die Männer seien „unheilbar krank“, könnte sie die Unfähigkeit zur radikalen Empathie meinen … und die Flucht in Machtstrukturen. Nach Bachmann lieben … die Aufgabe des Selbstschutzes … akzeptieren, dass Liebe ein „Utopikum“ ist, etwas, das es (noch) nicht gibt, nach dem man aber streben will.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Nicht zwingend, aber es ist eine Form der Exponiertheit. Wer schreibt, setzt sich ganz bewusst Missverständnissen, Ablehnung aus … und selbstverständlich Selbstzweifeln. Ich würde es nicht Martyrium nennen, eher Konsequenz.

Eine Verweigerung der gesellschaftlichen Übereinkunft, das „Martyrium“ könnte darin liegen, dass die Schreibende sich der totalen Wahrheit aussetzt, während die Welt um sie herum in der bequemen Lüge lebt. Wer schreibt, verlässt den Schutzraum der Normalität.

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

Bachmanns philosophische Tiefe, sie ist durchdrungen von Sprachskepsis, und von metaphysischer Unruhe. Und ihre Musikalität: Viele Texte sind rhythmisch und kompositorisch gebaut, mit einem inneren Atemmaß.

Und ihre geografische Metaphorik: „Böhmen liegt am Meer“.

Ihre Sehnsucht nach einer Ausdrucksform, die jenseits der starren Semantik der Worte liegt.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Eine dieser Fragen:

„Gibt es einen Ort jenseits der beschädigten Worte?“

„Müssen wir einfach nur in der defekten Sprache präziser werden?“

„Ist Utopie ein erreichbarer Ort? Oder eine notwendige Fiktion, ohne die man nicht leben kann?“

„Wenn die Sprache das Gefängnis ist, kann man in der Stille jemals den Ausgang erahnen?“

„Ist Schweigen nur eine andere Form einer Mauer?“

Wenn ich ihr eine dieser Fragen stellen könnte, dann würde ich mir wünschen, dass sie mir sagt, dass Wachsamkeit nicht Verzweiflung bedeutet. Dass man die Mechanismen der Gewalt erkennen kann, ohne den Glauben an das Menschliche zu verlieren. Dass Liebe nicht nur ein Schauplatz von Macht ist  sondern auch ein möglicher Ort von Freiheit. Dass Sprache beschädigt sein mag, aber nicht verloren. Und dass es sich lohnt zu schreiben, trotz allem.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Im Moment bin ich vor allem glücklich, dass mein neuer Roman „Eine Ziege, ein Dorf und kein Internet“ gerade im schönen Wiener Milena Verlag erschienen ist.

Zum aktuellen Roman: Valerie SpringerEine Ziege, ein Dorf und kein Internet

Ein kaputtes Auto, ein Koffer voller Plüschtiere, eine Ziege und ein abgelegenes Dorf irgendwo am Balkan: So beginnt Elsies unfreiwilliger Aufenthalt in Borovo, einem Ort, der im Dauerkrisenmodus zwischen Gegenwart und Vergangenheit gefangen scheint. Was als harmlose Hilfsaktion beginnt, wird zu einer Reise in die Vergangenheit und einem Aufbruch in eine neue Zukunft.

Elsie, Anfang vierzig, arbeitet als Texterin in einem Verlag, wo sie mit dem Formulieren von Kalendersprüchen und Lebensweisheiten betraut ist. Ihre Tage sind geprägt von routinierter Gleichgültigkeit, die sie lange nicht hinterfragt. Nach dem plötzlichen Tod ihres langjährigen Kollegen und Mentors beginnt eine Unruhe in ihr zu wachsen. Sie merkt, dass sie sich über Jahre hinweg in einer selbst auferlegten Distanz eingerichtet hat, in einem Leben, das funktioniert, sie aber nicht erfüllt.

In diesem Gefüge des Zögerns und Abwartens fällt ihr eine alte Spendenaktion ihres Verlages ein: Plüschtiere, die an Waisenhäuser in Kriegsgebieten verschickt worden waren. Ohne wirklich zu wissen warum, trifft sie eine impulsive Entscheidung: Sie schnappt sich die Kuscheltiere, setzt sich ins Auto und fährt los, in ein Land im Osten Europas, das von Krieg und wirtschaftlicher Not gezeichnet ist. Sie will die Kuscheltiere persönlich überbringen.

Ihre Reise verläuft anders als geplant. Inmitten eines Unwetters verliert Elsie die Kontrolle über ihr Fahrzeug und rutscht eine Böschung hinab. Sie wird von Ivana, einer resoluten Frau aus dem Dörfchen Borovo, aufgelesen, die ihre entlaufene Ziege gesucht hat und Elsie bei sich aufnimmt.

Das Dorf ist ein Ort, der durch den Krieg und die Abwanderung vieler junger Menschen ausgedünnt wurde, nur noch knapp hundert Bewohner leben dort. Während Elsie sich in den Alltag einfügt, sie hilft bei einfachen Arbeiten, holt Wasser vom Brunnen, begleitet Ivana auf ihre Fahrten in kleinere Dörfer, wo sie Lebensmittel verteilt, beginnt sie, sich dem Ort und den Menschen zu öffnen.

Ein eindringlicher Roman über Freundschaft und Schweigen. Und über die Erkundung des Erinnerns inmitten einer Landschaft, die die Narbenalter und neuer Kriege trägt. (Pressetext _ Milena Verlag)

Valerie SpringerEine Ziege, ein Dorf und kein Internet

ISBN 978-3-903460-52-2
ca. 250 Seiten
gebunden mit SU und Leseband

€ 25.00

Parallel arbeite ich an einer weiteren Erzählung, darin geht es um die Bürokratisierung der Sprache, um jene Prozesse, in denen das Lebendige in Formulare überführt wird, in Akten, in normierte Redeweisen. Wie Verschriftlichung Wirklichkeit verändert, wie festgelegt wird, was sagbar ist und was nicht. Und wie sich in der scheinbar neutralen Verwaltungssprache eine schleichende Entmenschlichung vollzieht.

Ich schreibe über das kaum merkliche Kippen eines Begriffs. Und über Sprache als Archiv, Sprache als Verwaltung, Sprache als Widerstand.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

„Der Krieg wird nicht mehr erklärt,
sondern fortgesetzt. Das Unerhörte
ist alltäglich geworden. Der Held
bleibt den Kämpfen fern. Der Schwache
ist in die Feuerzonen gerückt.
Die Uniform des Tages ist die Geduld,
die Auszeichnung der armselige Stern
der Hoffnung über dem Herzen.“

Diese ersten Zeilen aus ihrem Gedicht „Alle Tage“ habe ich gewählt, weil sie benennen, was normalisiert erscheint. Es wird kein Schlachtenlärm beschrieben, sondern ein Zustand, in dem Gewalt zur Gewohnheit geworden ist. Dass ich dieses Zitat wähle, entspringt keinesfalls dem Liebäugeln mit dem Untergang, sondern der Überzeugung, dass ich nur dann handlungsfähig bleibe, wenn ich die Zerbrechlichkeit unserer Existenz nüchtern anerkenne.

Herzlichen Dank für das Interview!

Valerie Springer, Schriftstellerin _ Romanschauplatz „Malina _ Wien _
Walter Pobaschnig 10/21, folgende

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Fotos: Valerie Springer, Schriftstellerin _ Romanschauplatz „Malina _ Wien _
Walter Pobaschnig 10/21.

Walter Pobaschnig   3.3.2026

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„magische spiegelung der seele“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Valerie Springer, Schriftstellerin _ Wien 2.4.2026

Valerie Springer, Schriftstellerin _ Romanschauplatz „Malina _ Wien _
Walter Pobaschnig 10/21, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

MALINA _ Akrostichon

Text & Performance  _ Valerie Springer, Schriftstellerin 

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

M A L I N A

magische spiegelung der seele

atemlos zwischen angst und ratio

labyrinthe im irrspiel der sprache

ich-zerfall in der brennenden stadt

nicht mehr sagbar, was wirklich geschah

ankunft im warmen schlund der wand

Valerie Springer, 3.3.26

Valerie Springer, Schriftstellerin _ Romanschauplatz „Malina _ Wien _
Walter Pobaschnig 10/21

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

MALINA _ Akrostichon

Text & Performance  _ Valerie Springer, Schriftstellerin 

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Valerie Springer, Schriftstellerin _ Romanschauplatz „Malina _ Wien _
Walter Pobaschnig 10/21

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Fotos: Valerie Springer, Schriftstellerin _ Romanschauplatz „Malina _ Wien _
Walter Pobaschnig 10/21.

Walter Pobaschnig   3.3.2026

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„Ich lebe in einem Wasserturm am Meer, was albern ist.“ Carl-Christian Elze. Gedichte. Gans Verlag.

die kampfflieger über den klippen sind ein schönes paar

sie fliegen langsam, was nicht leicht ist, ihre bäuche blitzen.

Ich habe mich schwindlig gerieben letzte nacht & schmutzig.

Ich kann keine schwäne mehr sehen, diese köchinnenhälse.

Ich liebe dich längst, weil mein kampfflieger abgestürzt ist…

Eines tages werde ich auferstehen mit der kraft einer wolke.

„Ich lebe in einem Wasserturm am Meer, was albern ist.“ Carl-Christian Elze.

Carl-Christian Elze, in Leipzig lebender Schriftsteller, legt einen neuen Lyrik Band vor, der im unverwechselbaren Sprachstil Existenz/Liebe/Welt im einzigartigen wunderbar gesetzten Metaphernspiel packend und geheimnisvoll faszinierend zu öffnen weiß.

77 Gedichte in 7 Überblickskapitel (plus Bonustracks) laden dazu ein, Glück, Hoffnung, Schmerz auf den Grund zu gehen und zu fragen, sich zu freuen wie zu klagen, und zu hoffen, unentwegt und neu:

„…ich steh am meer..& bin ein Fuchs.. & gar nicht mehr

verirrt.. ja gar nicht mehr..verirrt.“

ach schwarzes traumgeschirr, Carl-Christian Elze.

„Ein Gedichtband, der Wunden reißt in eine stumme Zeit und zu heilen anfängt im starken lebendigen Wort.“

„Ich lebe in einem Wasserturm am Meer, was albern ist.“ Carl-Christian Elze. Gedichte. Gans Verlag.

Hardcover mit Fadenbindung
100 Seiten | 18 x 13 cm | 978-3-946392-80-4

20,00 €

Walter Pobaschnig 3/26

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„Magnolienmorphologische“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Julia Kulewatz/ Phoebe Violet _ Thüringen/Wien _ 1.4.2026

Phoebe Violet_Künstlerin _ performing „Malina“ _
am Romanschauplatz Malina _ Wien _ Walter Pobaschnig 11/21, folgende _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

MALINA _ Akrostichon

Text _ Julia Kulewatz, Schriftstellerin, Verlegerin, Literaturwissenschaftlerin, Dozentin

Performance _  Phoebe Violet, Violinistin, Komponistin, Sängerin, Malerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Phoebe Violet_Künstlerin _ performing „Malina“ _
am Romanschauplatz Malina _ Wien _ Walter Pobaschnig 11/21, folgende _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971

MALINA


M
agnolienmorphologische

Anomalie,

Literarisch

Inzestuöse

Namenlosigkeit,

Abgelebte

Julia Kulewatz, 10.1.2026

Phoebe Violet_Künstlerin _ performing „Malina“ _
am Romanschauplatz Malina _ Wien _ Walter Pobaschnig 11/21, folgende _ Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

MALINA _ Akrostichon

Text _ Julia Kulewatz, Schriftstellerin, Verlegerin, Literaturwissenschaftlerin, Dozentin

Performance _  Phoebe Violet, Violinistin, Komponistin, Sängerin, Malerin

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

 Julia Kulewatz, Schriftstellerin, Verlegerin, Literaturwissenschaftlerin, Dozentin
Phoebe Violet, Violinistin, Komponistin, Sängerin, Malerin

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Fotos: Portrait_Julia Kulewatz _ privat.

Fotos: Phoebe Violet_Künstlerin _ performing „Malina“ _
am Romanschauplatz Malina _ Wien _ Walter Pobaschnig 11/21

Walter Pobaschnig   10.1.2026

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„Ihr Stil war sehr unique und codiert“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Georg Biron, Schriftsteller _ Wien 1.4.2026

Ingeborg Bachmann _ Georg Biron

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

im Interview _ Georg Biron _ Schriftsteller, Reporter, Drehbuchautor, Schauspieler, Regisseur und Kulturproduzent.

Lieber Georg Biron, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

„Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch“, so Adorno 1949. Diese Behauptung hat die Bachmann mit Paul Celan, der die „Todesfuge“ verfasste und ihr Liebhaber war, immer wieder gründlich diskutiert. Beide haben sich nicht darangehalten. B. setzte sich immer wieder auch lyrisch mit dem Faschismus auseinander, aber nicht mit Kolportagen. Ihr generelles Credo war: „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar!“ Dieser Satz ist mir sehr nahe – und in einem von ihr gewörterten „Selfie“ erkenne ich mich schmerzhaft selbst: „Ich existiere nur, wenn ich schreibe, ich bin nichts, wenn ich nicht schreibe, ich bin mir selbst vollkommen fremd, aus mir herausgefallen, wenn ich nicht schreibe.“

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Man kann die Bachmann nicht aus ihrer Zeit herausschälen. Sie gilt heute als historische Erinnerung und Teil der deutschsprachigen Literaturgeschichte. Ihr Stil war sehr unique und codiert in ihren poetischen Gewaltakten – wie das Schnittmuster einer Schneiderin, die auf einem großen Bogen Papier mehrere Realitäten/Kleidungsstücke übereinander erkennt und sich zurechtfindet.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

„Die letzten Gäste waren gegangen. Nur das Mädchen mit dem schwarzen Pullover und dem roten Rock saß noch da.“ So fängt die Geschichte „Ein Schritt nach Gomorrha“ (aus dem Buch „Das dreißigste Jahr“) an. Erzählt wird von einer Frau, die in ihrer Fantasie durchspielt, wie ihr Leben verlaufen würde, wenn sie statt mit ihrem Mann mit einer Frau zusammen und selbst ein Mann wäre. Der Text ist faszinierend und besteht aus prägnanten Sätzen, die man sich am liebsten aufschreiben würde, um sie in einem Gespräch parat zu haben.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Viel zu viel ist über Ingeborg Bachmann und das Patriarchat diskutiert, gesagt und geschrieben worden. Ihre Zugänge zum Thema variieren, kommen im Lauf der Jahre nicht als einheitliche politische Manifeste daher, sondern als Biotope, in denen verschiedene Ansätze weiblicher Emanzipation wachsen und gedeihen. Die Bachmann hatte dabei mit Sicherheit eine klare philosophische Themenführerschaft, nahm sie doch bereits in den 1950er Jahren spätere Erkenntnisse der Frauenbewegung (Stichwort: Beauvoir) vorweg und kritisierte den Feminismus (der noch nicht so hieß), weil er „in den Kategorien von Männern denkt“. Zunehmend entwickelte sie die Utopie einer Gesellschaft: „Nicht das Reich der Weiber und nicht das der Männer“. Eine große Rolle spiele dabei die Bedeutung der Sprache.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann Schreiben und Existenz in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises 1971. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Mein Favorit bei der Erklärung des Schreibprozesses ist Ernest Hemingway, der gesagt hat: „Schreiben ist nichts Besonderes. Alles, was man tut, ist: Man sitzt an einer Schreibmaschine und blutet.“

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Sie hat gesagt: „Wer die Geheimnisse des Bettes verrät, verdient die Liebe nicht.“ Trotzdem würde ich gerne wissen, ob sie jemals beim Liebesakt einen richtigen Orgasmus hatte.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Über ungelegte Eier spreche ich nie.

Herzlichen Dank für das Interview!

Georg Biron _ Schriftsteller, Reporter, Drehbuchautor, Schauspieler, Regisseur und Kulturproduzent.

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.

Foto: Georg Biron_ Nikolaus Similache

Walter Pobaschnig   9.2.2026

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„dass Sprache nach Krieg und Gewalt nicht unschuldig ist“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Mario Kuttnig, Schriftsteller _ Klagenfurt 31.3.2026

Ingeborg Bachmann _ Mario Kuttnig

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _  Mario Kuttnig, Schriftsteller, Schauspieler, singer-songwriter sowie Trainer & Coach, Entertainmentmanager, Moderator

Lieber Mario, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Mein Zugang zum Werk von Ingeborg Bachmann ist zunächst ganz buchstäblich ein geografischer. Ich lebe gewissermaßen in der Nähe ihres Geburtshauses in Klagenfurt, und meine täglichen Spaziergänge mit meinem Hund führen regelmäßig daran vorbei. Es ist ein besonderer Moment, jedes Mal wieder – ein stiller, fast beiläufiger Kontakt mit einem Ort, an dem Literaturgeschichte ihren Ausgang genommen hat. Dabei überkommt mich immer wieder ein Gefühl von Glück und Dankbarkeit darüber, dass dieses Haus heute ein Museum ist. Dass dieser Ort nicht einfach verschwunden oder überbaut wurde, sondern als Erinnerung an eine große Schriftstellerin erhalten bleibt. So wird Bachmann für mich nicht nur über ihre Texte gegenwärtig, sondern auch über einen konkreten Ort, über eine kleine tägliche Begegnung im Alltag.

Von dort aus führt der Weg natürlich weiter in ihr Werk. Ein wichtiger Zugang ist für mich ihre besondere Sensibilität für Sprache. Bachmann schreibt aus dem Bewusstsein heraus, dass Sprache nach Krieg, Ideologie und Gewalt nicht unschuldig ist. Sie untersucht, wie Worte Wirklichkeit formen – und wie sie zugleich verschleiern können.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Das Besondere an Bachmanns Schreiben ist die seltene Verbindung von poetischer Schönheit und radikaler Analyse. Ihre Texte sind lyrisch und präzise zugleich, sensibel und schonungslos.

Sie schreibt über persönliche Erfahrungen, aber diese sind immer auch gesellschaftlich geprägt. Beziehungen, Liebe, Macht, Gewalt – all das erscheint bei ihr nicht als rein privates Geschehen, sondern als Ausdruck größerer Strukturen.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Besonders eindrucksvoll finde ich den Roman Malina, der Teil des geplanten „Todesarten“-Projekts war. Dieser Text ist eine radikale Auseinandersetzung mit Gewalt, Identität und dem Verschwinden der weiblichen Stimme.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Bachmann hat sehr früh erkannt, dass Gewalt nicht nur in spektakulären Ereignissen sichtbar wird, sondern auch in alltäglichen Strukturen: in Beziehungen, in Rollenbildern, in Machtverhältnissen.

Ihre Texte zeigen, wie tief patriarchale Muster in Sprache und Denken eingeschrieben sind. Gerade deshalb wirken viele ihrer Beobachtungen heute noch erstaunlich aktuell.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Liebe erscheint bei Bachmann selten als harmonischer Zustand. Sie ist oft ein Ort von Sehnsucht, Hoffnung, aber auch von Verletzlichkeit und Macht.

Nach Bachmann zu lieben, bedeutet vielleicht, sich dieser Ambivalenz bewusst zu sein – und dennoch an der Möglichkeit einer anderen Form von Beziehung festzuhalten.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Ich würde Schreiben nicht ausschließlich als Martyrium verstehen. Es ist ebenso eine Form der Freiheit: die Möglichkeit, Wirklichkeit neu zu denken, Erfahrungen zu teilen und Räume der Vorstellung zu öffnen.

Vielleicht liegt gerade in dieser Spannung zwischen Schmerz und Freiheit die besondere Kraft der Literatur.

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

Ihre Nähe zur Musik ist bemerkenswert. Rhythmus, Klang und Struktur spielen in vielen ihrer Texte eine wichtige Rolle.

Und schließlich sind ihre Werke von einer tiefen utopischen Sehnsucht geprägt – der Hoffnung, dass eine gerechtere und menschlichere Welt möglich sein könnte.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Ich würde sie vermutlich fragen, ob sie heute noch an eine andere Sprache glaubt – an eine Sprache, die nicht von Gewalt oder Ideologie geprägt ist.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Ich bin zur Zeit als Kreuzfahrt Direktor auf den Meeren dieser Welt zuhause.

Diese Zeit erlaubt es mir an literarischen und essayistischen Projekten, die sich mit Fragen unserer Gegenwart beschäftigen – mit gesellschaftlichen Veränderungen, persönlichen Erfahrungen und der Rolle von Sprache in unserer Zeit zu arbeiten.

Dazwischen bin ich mit meinem Programm „Der Tod auf PR-Tour“ unterwegs.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

Ein Satz von Ingeborg Bachmann begleitet mich besonders:

„Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.“

Dieser Satz ist für mich eine Erinnerung daran, dass Literatur nicht nur Schönheit, sondern auch Erkenntnis bedeutet – und dass beides untrennbar miteinander verbunden sein kann.

Herzlichen Dank für das Interview!

 Mario Kuttnig, Schriftsteller, Schauspieler, singer-songwriter sowie Trainer & Coach, Entertainmentmanager, Moderator

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.

Foto: Mario Kuttnig _ privat.

Walter Pobaschnig   16.3.2026

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„Mitten im Satz beginnt der Zweifel“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text&Performance _ Mario Kuttnig/Pia Schiel _ Klagenfurt/Wien 31.3.2026

Pia Schiel, Schauspielerin_Wien _ acting „Malina“ _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Szenische Fotos am Originalschauplatz _
Walter Pobaschnig, 10/23, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text _  Mario Kuttnig, Schriftsteller, Schauspieler, singer-songwriter sowie Trainer & Coach, Entertainmentmanager, Moderator

Performance _  Pia Schiel, Schauspielerin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Pia Schiel, Schauspielerin_Wien _ acting „Malina“ _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Szenische Fotos am Originalschauplatz _
Walter Pobaschnig, 10/23, folgende

MALINA

M

Mitten im Satz beginnt der Zweifel

A

An der Sprache, die zu viel verschweigt

L

Lange hallt noch der Krieg in den Worten

I

Im Dunkel sucht das Gedicht eine andere Wahrheit

N

Niemand spricht unversehrt nach der Geschichte

A

Aber das Wort wagt noch einmal den Anfang

Mario Kuttnig, 16.3.26

Pia Schiel, Schauspielerin_Wien _ acting „Malina“ _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Szenische Fotos am Originalschauplatz _
Walter Pobaschnig, 10/23, folgende
Pia Schiel, Schauspielerin_Wien _ acting „Malina“ _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Szenische Fotos am Originalschauplatz _
Walter Pobaschnig, 10/23, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz

MALINA _ Akrostichon

Text _  Mario Kuttnig, Schriftsteller, Schauspieler, singer-songwriter sowie Trainer & Coach, Entertainmentmanager, Moderator

Performance _  Pia Schiel, Schauspielerin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Mario Kuttnig, Schriftsteller, Schauspieler, singer-songwriter sowie Trainer & Coach, Entertainmentmanager, Moderator
Pia Schiel, Schauspielerin _ Wien

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann.

Foto: Mario Kuttnig _ privat.

Fotos: Pia Schiel, Schauspielerin_Wien _ acting „Malina“ _
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _
Szenische Fotos am Originalschauplatz _
Walter Pobaschnig, 10/23.

Walter Pobaschnig   16.3.2026

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Kosmo, Isabella Breier. Roman. Septime Verlag.

2048. Satellitenstadt.

„Ich, Chave M., bisherige Angestellte bei…, langjährige Expertin der Temporary Eternal Collection, reiche hiermit meine Kündigung und den versprochenen Bericht ein…“

Und jetzt beginnt der Bericht, eine Reise der Erinnerung über den Menschen in allen Gefühls-, Wahrnehmungswelten…eine Reise, die nach Kosmo, ein griechisches Felsendorf führte…

„Und doch erinnere ich mein Ich in dieser Zeit als eine entgrenzend entgrenzte Existenz in Askese, eine zügellose Versuchsanordnung der Abgeschiedenheit…“

Ein Blick in das Innere, eine Erfahrung des Inneren im Weg, Sturm der Zeit…

„Ich glaubte mich bereit, zugrunde zu gehen, kroch ins Bett und wartete darauf, dass etwas geschehen möge, dass nichts mehr geschehen möge…“

Isabella Breier ist eine der innovativsten und außergewöhnlichsten literarischen Stimmen der Gegenwart. Die in Wien lebende, vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin, legt mit „Kosmo“ einen Roman vor, der in Raffinesse und Spannung thrillergleich von den ersten Sätzen an mitnimmt und nicht loslässt. Es ist ein Eintauchen in Existenz-, Zeit-, Bedeutungsebenen von Mensch und Gesellschaft in großartiger Sprachwelt und Textkonstruktion, die wie Wasser und Wind umgeben, einem fliegenden Teppich gleich tragen und in facettenreichen Stationen von Erfahrung, Wagnis, Selbsterkenntnis und Überraschung ankommen lässt. Eine geniale literarische Reise zum Wunder und Geheimnis Mensch, Welt, Sinn!

Kosmo, Isabella Breier. Septime Verlag. Roman

Gebunden, 336 Seiten

Preis:
25,00 € [D]
25,70 € [A]

ISBN: 978-3-99120-077-2

Walter Pobaschnig 3/26

https://literaturoutdoors.com

„Rom“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Felix Kucher/Ina Solea_ Wien 30.3.2026

Ina Solea, Schauspielerin, Model _ Wien _
Walter Pobaschnig, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

INGEBORG_ Akrostichon

Text _  Felix Kucher, Schriftsteller

Performance_ Ina Solea, Schauspielerin, Model

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig


INGEBORG


I
m

Nachtschwärmerischen

Glitzernden

Elenden

Berückenden

Rom

Gestorben


Felix Kucher, 8.1.2026

Ina Solea, Schauspielerin, Model _ Wien _
Walter Pobaschnig, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance

INGEBORG_ Akrostichon

Text _  Felix Kucher, Schriftsteller

Performance_ Ina Solea, Schauspielerin, Model

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Rom war nach ihrem Aufbruch aus Wien 1953 und verschiedenen kürzeren Arbeits- und Lebensstationen der Lebensmittelpunkt der 1926 in Klagenfurt geborenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann. In zahlreichen Texten nimmt sie darauf Bezug. „Da fiel mir Leben zu“, schreibt sie im Gedicht „Das erstgeborene Land“. Freunde berichten von Lebenslust und zahlreichen Unternehmungen in der glitzernden ewigen Stadt.

Am 17.Oktober 1973 stirbt Ingeborg Bachmann an den schweren Verletzungen eines Brandunfalles in ihrer Wohnung in der Via Giulia. Sie ist in Klagenfurt/Friedhof Annabichl beigesetzt.

Felix Kucher, Schriftsteller _
vor den Rosenhügel Filmstudios Wien _
Bezugspunkt zu seinem aktuellen Roman „Von Stufe zu Stufe“, Picus Verlag 2025 _

Aktueller Roman von Felix Kucher: „Von Stufe zu Stufe“, Picus Verlag 2025 _ darin die reiche wie spannende Wiener Filmgeschichte im Mittelpunkt steht. https://literaturoutdoors.com/2025/04/17/von-stufe-zu-stufe-felix-kucher-roman-picus-verlag/

Foto: Ingeborg Bachmann: Heinz Bachmann

Foto: Felix Kucher: Walter Pobaschnig 2/25

Fotos: Ina Solea, Schauspielerin, Model _ Wien _
Walter Pobaschnig, folgende

Walter Pobaschnig 1/26

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„ihr begnadetes Können, ihre Klugheit, ihr gesamtes Charisma“ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Anna Friedwagner – Celenca, Schriftstellerin _ Zell am See/Sbg. 30.3.2026

Ingeborg Bachmann _ Anna Friedwagner

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann auf ihrer Terrasse in der Bocca de Leone, Rom um 1970

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Anna Friedwagner – Celenca, Schriftstellerin

Liebe Anna, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Mich zum Beispiel, berührt die Stimme Ingeborg Bachmanns auf eine ganz besondere Art und Weise. Dies zu benennen, dieses subtile Gefühl, welches das Vortragen ihrer Werke, ihr Klang der Sprache, in meinem Herzen auslöst, lässt sich für mich am Besten so beschreiben: Die „Tiefe“ jedes Einzelnen ihrer gesprochenen Worte klingt lange in mir nach, beschäftigt mich zutiefst, macht mich sehr nachdenklich und lässt mich gleichzeitig ganz still werden. Es ist ihre Seele, die mich berührt, der Ausdruck in ihren Gedichten, so leicht und frei, ohne Anstrengung, aber dennoch selbstverständlich ihr begnadetes Können, ihre Klugheit, ihr gesamtes Charisma.

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Die Intensität ihrer Sprache, Ihr Auflehnen gegen jegliche Form der Gewalt und Unterdrückung. Die Fragen nach dem „wer bin ich“, was bedeutet das Leben als Solches, was ist die Liebe in ihrer Ganzheit und in ihrer Zerrissenheit. Eine unerschöpfliche Thematik, damals und gerade auch jetzt

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Ganz besonders tief berühren mich ihre Gedichte, denen ich zum Glück schon in meiner Kindheit begegnen durfte.

So viele einzelne Passagen daraus. Ihre Botschaften machen mich immer wieder aufs Neue atemlos und aus tiefstem Herzen dankbar, beinahe fassungslos, ob deren Kraft, Mut und Stärke. Dankbar, ihren Spirit darin fühlen zu dürfen, der ganz lange in mir weiterwirkt, ich wage vorsichtig zu sagen, mich „verbindet“, von Seele zu Seele, von Mensch zu Mensch, von Frau zu Frau.

Besonders hervorheben darf ich an dieser Stelle:

Nebelland

An die Sonne

„Ich“

Die gestundete Zeit

„die Männer sind unheilbar krank…sie sind es, wussten sie das nicht? Alle…“ Ingeborg Bachmann in einem Interview, 1971 _ wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörerischen wie selbst zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Ich denke schon etliche Zeit über einen Satz nach:

„ich schreibe niemals gegen Männer, ich schreibe gegen eine Gewalt, die Nähe schwächt und Zärtlichkeit ins Lächerliche zieht. „

Ein Credo welches niemals enden darf. Ein Ruf gegen die Brutalitäten der Welt.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann Schreiben und Existenz in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises 1971. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Auf jeden Fall, zumindest für mich ganz persönlich.  Schreiben darf und kann einem selbst weh tun. Einmal noch, und noch einmal, und nocheinmal. Vielleicht auch , oder gerade deshalb, um das Leben manchesmal zu ertragen.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Das ist eine unglaublich wundervolle und bedeutsame Frage für mich, dessen Beantwortung in mir ein zutiefst starkes Gefühl von Ehrfurcht hervorbringt. Oder vielleicht zeigt mir diese Frage am Ende meine eigenen, tiefsten Wunden auf? 

Nun, vielleicht würde ich sie fragen, ob Schreiben Erlösung sein kann, für einen selbst, mag sein auch für so manch Andere?

Vielleicht würde ich sie auch fragen, wie sehr das Brennen in der Brust lodern kann, um aufzuschreiben, was so traurig macht und ernst? Vielleicht wäre ihre Antwort auch nur ein Nicken, ein leiser Blick, ein Verstehen, das gar keiner Worte bedarf.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Meine Pläne wären, endlich meine losen, unzähligen Seiten und Gedanken zu binden (zumindest in meinem Herzen)

Herzlichen Dank für das Interview!

Anna Friedwagner – Celenca, Schriftstellerin

Foto: Ingeborg Bachmann: Garibaldi Schwarze.

Fotos: Anna Friedwagner – Celenca: privat.

Walter Pobaschnig   1_26

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