„Wohnhaft _ Severingasse _ Wien“ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Andreas Pittler, Schriftsteller _ Ferlach/Kärnten 7.6.2026

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom, Bocca de Leone, um 1970

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Andreas Pittler, Schriftsteller _ Ferlach/Kärnten

Lieber Andreas, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Ich muss zugeben, dass meine Antwort noch vor kurzem gänzlich anders gelautet hätte. Erst durch „Literaturoutdoors“ habe ich nämlich erfahren, dass ich vier Jahre lang in jenem Haus in der Severingasse wohnte, in dem auch Ingeborg Bachmann ihre Bleibe in Wien gefunden hatte. Und ich bin ehrlich schockiert, dass es dort für sie nicht mindestens eine Gedenktafel gibt. Jedenfalls hat mich dieser Umstand dazu veranlasst, Bachmann in diesem Lichte neu zu lesen. Ich weiß noch sehr gut, wie überwältigt ich war, als ich Anfang der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts erstmals „Malina“ las. Ein Werk, das so vielschichtig ist, dass man bei jeder neuen Lektüre einen weiteren Aspekt entdecken kann, der einem zuvor entgangen ist.

Severingasse/Wien _ erster Wohnort von Ingeborg Bachmann in Wien.

Die Büchnerpreisträgerin kam hier im Herbst 1946 bei Verwandten an und zog dann nach wenigen Wochen in die Beatrixgasse im dritten Wiener Gemeindebezirk, dem Sie mit dem „Ungargassenland“ ein literarisches Denkmal im Roman „Malina“ setzte.

Walter Pobaschnig, 5/26, folgende

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Auch wenn Bachmann fast vier Jahrzehnte vor mir zur Welt kam, fühle ich mich ihren Grundgedanken sehr verbunden, was meiner eigenen Familiengeschichte geschuldet ist. Gerade der Themenkomplex „Nationalsozialismus“ mit all seinen Vorläufern hat mich (und damit auch mein eigenes Werk) sehr stark geprägt, da ich noch in einer Zeit aufwuchs, wo die damit verbundenen Fragen weitgehend tabuisiert waren und nach Möglichkeit totgeschwiegen wurden. Bachmann erweist sich in ihren Werken als eine Pionierin, wobei nicht vergessen werden sollte, dass die österreichische Literatur mit Hans Lebert, Albert Drach, Elfriede Jelinek, Peter Handke, Milo Dor, Reinhard Federmann und Paul Celan, um nur einige wenige zu nennen, eine Vielzahl an hervorragenden Werken geschaffen hat, die wir gerade angesichts der aktuellen politischen Situation mehr denn je zu Raten ziehen und propagieren sollten.

Dabei freilich möchte ich hervorheben, dass Bachmann eben nicht bei der sozio-politischen Analyse stehenbleibt, sondern auch die unmittelbaren Auswirkungen auf den Einzelnen in den Blick nimmt. Menschenverachtende Theorien wirken eben sehr lange nach, auch wenn sie schon längst überwunden scheinen. Bachmann erkennt diese „Krebszellen“ in uns, die, auch wenn sie vermeintlich keine akute Bedrohung (mehr) darstellen, dennoch beständig in uns schlummern. Der/die SchriftstellerIn ist somit der Arzt am Krankenbett unserer Gesellschaft, dessen/deren Werke die unumgänglichen Kontrolluntersuchungen sind, um einen neuerlichen Ausbruch der verderblichen Krankheit hintanzuhalten. Und in diesem Punkt erwies sich Bachmann als Primaria.

Möchtest Du bestimmte Werke hervorheben?

Neben „Malina“ hat mich persönlich „Die gestundete Zeit“ sehr beeindruckt, die wir noch in der Schule mit unserem sehr engagierten Deutschlehrer lasen. „Der Fall Franza“ wiederum eröffnete mir während meiner Studienzeit eine völlig neue Perspektive, da ich darin Themata angesprochen sah, die mich zuvor unbewusst beschäftigt hatten, ohne sie für mich noch artikulieren zu können. Für Bachmann ist die Angst die größte Bedrohung unseres Seins, sie zeigt aber auch, wie die Angst zu überwinden ist, oder, um eine andere ganz Große der deutschsprachigen Literatur, Christa Wolf, zu paraphrasieren: die Angst zeichnet uns, aber deswegen vermögen wir dennoch, selbst zu zeichnen.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

Ich bin mir nicht sicher, ob es sich für einen „alten weißen Mann“ ziemt, sich zu dieser Frage zu äußern. Erschütternd finde ich jedenfalls, dass die von Bachmann thematisierten Aspekte auch nach mehr als einem halben Jahrhundert erschreckend aktuell sind. Persönlich denke ich, dass an dieser Stelle jede Antwort, und sei sie noch so ausführlich, kaum mehr als kursorisch ausfallen kann. Denn jeder Satz, den man hier schreibt, differenziert höchstens die Fragestellung und löst nachgerade automatisch weitere Fragen aus, die wiederum weitere Fragen ergeben – da capo al fine.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Man gestatte mir, diese Frage auszulassen. Denn wie auch die obige kann sie unmöglich verbindlich beantwortet werden. Wir lieben in jeder Phase unseres Lebens anders. Hoffnung, Wille, Vorstellung, Erfahrung(en), sie alle prägen uns an einem jeweiligen Punkt und legen einen neuen Pfad an, den wir nur mit Glück bewusst weitergehen, während wir zumeist fremdbestimmt weitertorkeln, ohne uns darüber im Klaren zu sein, was uns dazu veranlasst, was uns antreibt und warum wir tun, was wir schließlich tun. Und was die „Krankheit“ angeht, so möchte ich Bachmann – als Mann, wie ich zugebe – gerne korrigieren. Es ist unsere Gesellschaft, die unheilbar krank ist – und wir alle, Männer wie Frauen, sind es in ihr. Es kommt daher darauf an, die Gesellschaft zu ändern, wenn wir unsere eigene Krankheit überwinden und gesunden wollen.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Als Autor von mittlerweile 30 Romanen würde ich sagen, es kommt immer auf die Thematik an, die man beschreiben will. Und in diesem Lichte kann die Darstellung des rumänischen Holocausts, ein Kapitel des Zweiten Weltkriegs, das hierzulande kaum bekannt ist, mehr Martyrium darstellen als eine autobiographische Schrift. Persönlich habe ich übrigens die Erfahrung gemacht, dass man allgemein gültige Literatur nur sehr selten für sich allein und aus sich heraus schaffen kann. In jedem Schreibprozess stehen einem eine Vielzahl an Menschen bei, von deren Erfahrungen die Schreibenden profitieren. Und wirklich allein ist man beim Schreiben nie. All die AutorInnen, die vor einem waren, aus deren Werken wir Kraft schöpfen und lernen, sie begleiten uns bei jeder Zeile, die wir selbst zu Papier bringen.

Welche Aspekte in Bachmanns Schreiben möchtest Du neben den existenz- wie gesellschaftskritischen Grundpositionen noch hervorheben?

Ich teile mit Bachmann nicht nur die Severingasse, wohne ich doch seit mittlerweile fünf Jahren in Ferlach, einen Steinwurf weit von der slowenischen Grenze (und auch nicht weit von Italien) entfernt. Die Reisen in diese beiden Staaten verschaffen mir immer wieder neue Erkenntnisse, die ich in meine eigenen Werke einfließen lasse. Bachmanns Werk hat sehr viel mit Grenzüberschreitungen zu tun, denn nur, wer über Grenzen geht, dringt zum Wesentlichen vor.

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Wie oben bereits erwähnt, wohnte ich im selben Haus wie sie. Mir gefällt die Idee, sie zu mir in meine Wohnung (ich wohnte im 4. Stock) zu einem Frühstück hinaufzubitten. Und wie befruchtend wäre es gewesen, die Abende in diesem Haus gemeinsam zu verbringen.

Andreas Pittler, vor dem Wohnhaus in der Severingasse, in dem der Schriftsteller wie Ingeborg Bachmann wohnte _
folgende/Wohnung/Andreas Pittler
Blick in den Innenhof

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Im Herbst wird der Roman „Grenzwertig“ bei Kremayr & Scheriau erscheinen. Dabei handelt es sich um eine weitere Geschichte rund um meinen Polizisten Paul Zedlnitzky, die diesmal im Jahr 1990 angesiedelt ist. Denn so, wie ich mit David Bronstein die österreichische Geschichte zwischen 1913 und 1955 aufzuarbeiten versucht habe, will ich mit Zedlnitzky die jüngere Vergangenheit obduzieren. Und ich würde gerne sagen, dass ich mit dieser Art des Schreibens eigentlich auf den Spuren meiner Hausnachbarin wandle.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

Es ist ein Klassiker: „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.“ Für mich ist dieser Satz die Richtschnur all meines Schreibens. Er begleitet mich seit den 70ern und wird es (hoffentlich) auch weiterhin tun. Denn Literatur ist nur dann dauerhaft, wenn sie wahr ist.

Herzlichen Dank für das Interview!

Andreas Pittler, Schriftsteller _ Severingasse

Zu Person/Werk: https://www.andreaspittler.at/

Foto: Ingeborg Bachmann _ Garibaldi Schwarze

Foto: Andreas Pittler _ privat

Fotos: Severingasse/Wien _ erster Wohnort Ingeborg Bachmanns in Wien/1946 _ Walter Pobaschnig 5/26

Walter Pobaschnig, 25.5.26

https://literaturoutdoors.com

„das muss sich radikal ändern“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Peter Wawerzinek, Schriftsteller _ Berlin 7.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur

Peter Wawerzinek _ Bachmannpreisträger 2010, Publikumspreisträger 2010 _ Bachmannpreisnominierter 1991

Im Interview _ Peter Wawerzinek, Schriftsteller _ Berlin  

Bachmannpreisträger 2010, Publikumspreisträger 2010 _ Bachmannpreisnominierter 1991

Lieber Peter, Du hast 1991 und 2010, sehr erfolgreich, am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan erste Erinnerungen?

1991 kannte ich diesen Wettbewerb und auch die Stadt in Österreich gar nicht, als mir davon erzählt worden ist – von einem Juror, der mich auf dem Bürgersteig vor meiner Berliner Wohnung von seinem Fahrrad aus darauf ansprach, er hätte mich mit meinem Buch NIX vorgeschlagen, dort zu lesen. Ich bin dann mit meinem Verleger Erich Maas hingefahren. Wir haben Spaß gemacht und Jux gehabt. Ich wurde nach Marcel Beyer sogar vierter, also fast einer der drei Ersten, obwohl wir das alles nicht so ernst genommen haben, etwas aufgeblasen albern fanden, ich einen Text las, den ich die Nacht zuvor einfach so in die Maschine getippt und dort in unterschiedlichen Betonungen vorgelesen habe.

2010 war alles anders. Da habe ich im Vorfeld bereits angeberisch im Freundeskreis herumposaunt, dass ich den Preis gewinnen werde, und auch das Publikum für mich gewinnen will + genauso kam es. All das wäre ein Jahr später nicht mehr möglich geworden. Heimkinderziehung war grade das mediale Hauptthema zwischen Ost/West gewesen. Ich stieß da genau hinein und es passte, was ich las, wie Faust aufs Auge.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Die Stadt, der nahe See, die Bewohner der Stadt und ihr wahres Interesse an dem Wettstreit der Lesenden. Unangenehm ist nur, dass du da nach deiner Lesung eine unzumutbare lange halbe Stunde schweigend sitzen und den Juroren zuhören musst, ohne dich zu Wort melden zu dürfen, Kontra zu geben. Das haben die Gründer dieses Wettlesens so gewollt und alle halten sich dran. Mir ist das unsäglich schwer zuzumuten gewesen. Ich habe es einmal dann auch nicht ausgehalten, musste etwas antworten, denn ohne Reaktion von uns Lesenden können die Juroren sich ausschwatzen und Schellen verteilen, sogar bösartig werden, ohne dass man Gegenwehr abhalten kann. Das ist ein Riesenmanko und macht die Sache einseitig bieder.

Wie hast Du deine Lesung und die Jurydiskussion erlebt?

Es gab da vor allem einen Juroren, der hat meinen Text herabgewürdigt, um seinen Kandidaten gute Chancen erhalten zu können. Er nannte meinen Text krude. ich musste erst einmal nachsehen, was das in sich Böses meint. Er wiederholte das Wort ungeniert und zum Glück sprang eine mutige Jurorin für mich ein und verbat ihm derartiges Madigmachen. Und unfreiwillig hat d a s genau den Ausschlag gegeben und mich nach vorne gebracht, was er verhindern wollte. Ich werde lebenslang diesen Juror weiterhin meiden und unparteiisch schimpfen, was er auch wirklich dauerhaft war. Der hatte zu viel Hintergrund-Ränkeleien am Stecken.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Was sich ändern muss ist die Würdigung der Person als Ereignis, die mitreden darf. Man darf dem Vortragenden nichts auferlegen, maßregeln, zum schweigenden Part verdonnern. Die Angst davor, dass er reden könnte, braucht es nicht. 

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Die Teilnehmer sollen nicht weiter daran gebunden sein, dass sie bereits mit einem Verlag in Verbindung stehen. Das wahre Talent soll dort entdeckt werden. Es muss sich selbst bewerben können, einfach so, ohne Reglement. Zum Jahrestag wünsche ich mir und dem Bachmann-Wettlesen, dass die Form lustiger, lockerer wird, es mehr ein Austausch werden möge, und am Ende haben alle gewonnen, auch wenn man sich auf die verschiedenen Sieger in den jeweiligen Sparten festlegen muss. Wenn sich an der Präsentation nichts dahingehend radikal ändert, soll der Bachmann-Preis als Leseereignis mit diesem Jubiläum beendet sein und Geschichte bleiben.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Peter Wawerzinek, Schriftsteller

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Foto: Peter Wawerzinek _ Wikipedia

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 25.5.2026

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„ich glaube an eine konkrete und genaue Sprache“ _ Bachmannpreis 2026 _ Nominierteninterview: Magdalena Schrefel, A _ Berlin 7.6.2026

Bachmannpreis 2026 _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt _

50 Jahre Bachmannpreis

Magdalena Schrefel _ Bachmannpreisnominierte 2026

Nominierteninterview: Magdalena Schrefel, A

Geboren 1984 in Korneuburg/NÖ. Eingeladen von Laura de Weck.

Magdalena Schrefel, Schriftstellerin

Liebe Magdalena, herzliche Gratulation zur Bachmannpreisnominierung! Wie hast Du davon erfahren und was war Deine erste Reaktion?

Meine erste Reaktion war überraschte Freude – und die hält bis jetzt an: Ich bin nach wie vor ganz und gar überrascht über meine Teilnahme, und freue mich auf das, was kommt.

Du bist eine sehr vielseitige Autorin und schreibst Theaterstücke, Hörspiele und erzählende Texte – was waren Stationen auf Deinem Literatur-Weg und schließlich jetzt zur Bachmannpreisnominierung? Was macht für Dich die Faszination des Schreibens aus?

Schreiben ist für mich eine Art, in Verbindung zu treten. Meine Texte denke ich als Räume, die oft aus einem einzigen Detail entstehen, aus einem Punkt, den ich so lange dehne und weite, bis ich andere dazu einladen kann, sich in dem daraus entstehenden Raum umzusehen, auch: darin zu verweilen.

Dafür ist das Beobachten wichtig, wie ich es im Studium der Europäischen Ethnologie in Wien gelernt habe. Ich glaube an Bilder und ihre Deutung, das habe ich durch die Psychoanalyse erkannt. Und ich glaube an eine konkrete und genaue Sprache, und die kommt aus dem Leben selbst. Letztlich ist ja jeder Text eine Antwort auf andere Texte, aber eben aus der eigenen situierten Erfahrung.

Du bist Österreicherin und lebst in Berlin. Was schätzt Du literarisch gesehen besonders an Deutschland und Österreich und wo liegen für Dich da wichtige Spezifika und Unterschiede?

Wien ist die Stadt, in der ich aufgewachsen bin, sie wird immer mein Referenzpunkt bleiben, und Wien ist auch ein Ort, an den ich immer wieder gern zurückkomme. Berlin ist der Ort, an dem ich seit langer Zeit schon lebe, mein Alltag; und es ist ein Ort, der mir immer wieder die Augen öffnet, der mich konfrontiert. Ich glaube, beides zusammen – der Rückblick und die Durchlässigkeit – ist wichtig für mein Schreiben.

Welche Bedeutung hat der Bachmannpreis heute?

Für mich ist der Bachmannpreis eine Plattform, die Öffentlichkeit für Literatur herstellt – und das in so vielfältiger Weise, wie die Texte, die eingeladen und vorgetragen werden, sich eben auch unterscheiden; und genau das finde ich wichtig: Es gibt so viele Formen des Erzählens, und gerade die Unterschiede halten Literatur als Austauschraum lebendig.

Wie bereitest Du Dich nun auf Klagenfurt vor und auf was freust Du Dich besonders?

Ich freue mich auf den Austausch, das Wandern und den See; ich freue mich darauf, dass sich für ein paar wenige Tage wirklich alles um Texte, Sprachen und Schreibweisen drehen wird; und ich freue mich auf das Lesen, um meiner eigenen Geschichte Gehör zu verschaffen.

Herzlichen Dank für das Interview, viel Freude und Erfolg in Klagenfurt!

„Inge“ _ Hauptpreis _ Bachmannpreis

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

„Drei Wege zum See“ _ Ingeborg Bachmann outdoors _
szenische Wanderung am Weg der Erzählung zum Wörthersee _
Walter Pobaschnig/Alina Nedwed 2016-2020

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Magdalena Schrefel _ Stefanie Kulisch

Fotos: Bachmannpreis/Klagenfurt/Kreuzbergl _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 1.6.26

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„Gerade, weil er ein wenig aus der Zeit gefallen ist, besitzt er Charme“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Franzobel, Schriftsteller _ Wien 6.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

im Interview: Franzobel, Schriftsteller _ Wien.

Bachmannpreisträger 1995

Lieber Stefan, Du hast 1995 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan erste Erinnerungen?

In meinem Heimatort gibt es einen Friseur, der Bachmann heißt. Nachdem ich den Preis gewonnen habe, sagte ein Nachbar zu meinen Eltern: „Ich wusste gar nicht, dass Ihr Sohn Friseur lernt.“

In Klagenfurt selbst war ich furchtbar nervös. Ich hatte bis dahin vielleicht zwanzig öffentliche Lesungen, plötzlich vor laufender Kamera zu sitzen, war schon sehr aufregend. Deshalb musste ich bei der Lesung auch Bier trinken, was vor mir wohl noch nie jemand gemacht hat. 

Franzobel, Prater/Wien,
Walter Pobaschnig, folgende

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Man kann Kritikern beim Kritisieren zusehen. Die Jury-Diskussionen sind oft spannender als die Texte. Wie über Literatur gesprochen und gedacht wird, erlebt man sonst nirgendwo im Fernsehen. Das ist alles sehr emotional und nervenaufreibend, gleichzeitig, und das ist ein interessanter Kontrast, herrscht in Klagenfurt eine sommerlich entspannte Betriebsausflugsstimmung.  

Wie hast Du deine Lesung und die Jurydiskussion erlebt?

Ich war wegen der Lesung extrem aufgeregt, die Meinung der Kritiker war mir relativ egal. Das mag jetzt hochtrabend klingen, war aber tatsächlich so, weil es mir nur um den Vortrag gegangen ist. Was gesagt worden ist, weiß ich nicht mehr, nur, dass ich drei Zigaretten geraucht habe, was damals noch erlaubt war. Dass eine Jurorin dann sogar eine Zugabe hören wollte, die ich tatsächlich auch gelesen habe, war vermutlich einmalig. 

Wie hat sich Dein Preisgewinn für Dein weiteres Schreiben ausgewirkt?

Das ist schwer zu beantworten. Es sind plötzlich viele Türen aufgegangen – Theater, Suhrkamp-Verlag, Einladungen, etc. Mein Schreiben ist vermutlich marktgängiger geworden, weil bis zum Preis war ich nur in der kleinen Nische der experimentellen Literatur, danach plötzlich im Literaturmarkt. Vielleicht hätte es mich ohne diesen Preis so nicht gegeben, vielleicht aber auch anders und besser.

Nach dem Preis bin ich mit damals 200.000,- Schilling nach Hause gefahren und habe gedacht, super, jetzt ist mein Auskommen für die nächsten zwei Jahre gesichert. In meiner Wiener Wohnung bin ich dann drei Wochen lang vom Telefon nicht weggekommen, weil es ununterbrochen geläutet hat. Der Briefkasten war täglich voll. Schulkollegen, alte Freunde, entfernte Verwandte, alle haben sich gemeldet. Sogar auf der Straße wurde ich erkannt. Damals dachte ich, es wäre schön, wenn ich auch in fünf Jahren noch von der Literatur leben könnte. Mittlerweile sind es 31 geworden.

Was braucht der Bachmannpreis an Weiterentwicklung für eine gute Zukunft?

Meinetwegen kann er so bleiben, wie er ist. Gerade, weil er ein wenig aus der Zeit gefallen ist, besitzt er Charme. Jede Änderung Richtung trendiger Medientauglichkeit wäre fatal.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in  Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Dem Bachmannpreis wünsche ich weitere 50 Jahre, den Teilnehmern und der Jury Humor und gute Gedanken.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Franzobel, Schriftsteller

Franzobel – aktueller Roman:

Hundert Wörter für Schnee. Roman. Franzobel. Zsolnay Verlag. | Literatur outdoors – Worte sind Wege

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Fotos: Franzobel _ Prater/Wien _ Walter Pobaschnig 5/22

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/ORF Studio_ Eis/Lendkanal _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 5.6.2026

https://literaturoutdoors.com

„Canto dell’ infinito II“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Marlen Schachinger, Schriftstellerin _ Wien 6.6.2026

Marlen Schachinger-Pusiol, Schriftstellerin _ Wien _ performing _
erster Wohnort Ingeborg Bachmanns in Wien_1946
_
Walter Pobaschnig 5/26, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz Wien _ erster Wohnort Ingeborg Bachmanns in Wien_1946

MALINA UNDINE GEHT INGEBORG _ Akrosticha

Text & Performance _ Marlen Schachinger-Pusiol, Schriftstellerin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Marlen Schachinger-Pusiol, Schriftstellerin _ Wien _ performing _
erster Wohnort Ingeborg Bachmanns in Wien_1946
_
Walter Pobaschnig 5/26, folgende
Marlen Schachinger-Pusiol, Schriftstellerin _ Wien _ performing _
erster Wohnort Ingeborg Bachmanns in Wien_1946
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Walter Pobaschnig 5/26, folgende

Auf dem Grund ist Dunkelheit genug[1]

Canto dell’ infinito II[2]


Memoria | Ossario

austro-ungarico

Lichtblick | Cimitero degli

Inglesi

Nuovo

alternative

Marlen Schachinger-Pusiol, Schriftstellerin _ Wien _ performing _
erster Wohnort Ingeborg Bachmanns in Wien_1946
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Walter Pobaschnig 5/26, folgende
Marlen Schachinger-Pusiol, Schriftstellerin _ Wien _ performing _
erster Wohnort Ingeborg Bachmanns in Wien_1946
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Walter Pobaschnig 5/26, folgende


Unschwarz

Naturruhestätte

Dove

||: Infinitum :||[fine?]

Neuwirth

Espera | Bestattung

Grabkult | Cimitero

Evangelico agli Allori | Bestattung

Himmel | Himmelblau

Trauerhilfe

Marlen Schachinger-Pusiol, Schriftstellerin _ Wien _ performing _
erster Wohnort Ingeborg Bachmanns in Wien_1946
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Walter Pobaschnig 5/26, folgende
Marlen Schachinger-Pusiol, Schriftstellerin _ Wien _ performing _
erster Wohnort Ingeborg Bachmanns in Wien_1946
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Walter Pobaschnig 5/26, folgende

||: Infinitum :|| [fine!]

Necropoli

Grafenstein

Edelmann

Baba | Bestattung

Orchidee

Redlich | Cimitero

Germanico della Seconda Guerra Mondiale [da capo al fine]

Marlen Schachinger, 8.5.26


[1] «Auf dem Grund ist Dunkelheit genug und Unsagbares, und Schreiben ist neben andrem ein stetes Zurückdrängen von Dunkelheit.« Ingeborg Bachmann: Senza casa

[2] Mit Verweis auf Giacomo Leopardis »Canto dell’ infinito«, ein Gedicht, in dem besungen wird, dass Unendlichkeit einzig mittels unserer Vorstellungskraft entsteht.

Marlen Schachinger-Pusiol, Schriftstellerin _ Wien _ performing _
erster Wohnort Ingeborg Bachmanns in Wien_1946
_
Walter Pobaschnig 5/26, folgende
Marlen Schachinger-Pusiol, Schriftstellerin _ Wien _ performing _
erster Wohnort Ingeborg Bachmanns in Wien_1946
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Walter Pobaschnig 5/26, folgende

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz Wien _ erster Wohnort Ingeborg Bachmanns in Wien_1946

MALINA UNDINE GEHT INGEBORG _ Akrosticha

Text & Performance _ Marlen Schachinger-Pusiol, Schriftstellerin _ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom

Performance am Originalschauplatz _ erster Wohnort von Ingeborg Bachmann in Wien.

Ingeborg Bachmann kam hier im Herbst 1946 bei Verwandten an und zog dann nach wenigen Wochen in den dritten Wiener Gemeindebezirk, wo sie bis 1953 blieb. Wien war für die in Rom verstorbene Schriftstellerin ein ganz wesentlicher Entwicklungs-, Erfahrungs-, und Sehnsuchtsort, der sich in zahlreichen literarischen Bezügen und deren Topographien abbildet – „wenn ich schreibe, bin ich in Wien“.

Marlen Schachinger-Pusiol, Schriftstellerin _ Wien

Aktueller Roman von Marlen Schachinger: „Landschaften in Schalen“ Marlen Schachinger-Pusiol, Roman, Edition Arthof 2025.

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Marlen Schachinger-Pusiol, Schriftstellerin _ Wien _ performing _
erster Wohnort Ingeborg Bachmanns in Wien_1946
_
Walter Pobaschnig 5/26.

Walter Pobaschnig, 7.5.26

https://literaturoutdoors.com

„Dass ich Ingeborg Bachmann nicht lesen kann“ _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Marlen Schachinger-Pusiol, Schriftstellerin _ Wien 6.6.2026

Ingeborg Bachmann _ Marlen Schachinger-Pusiol

2026 _ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Im Interview _ Marlen Schachinger-Pusiol, Schriftstellerin _ Wien

Liebe Marlen, welche Zugänge gibt es von Dir zum Werk Ingeborg Bachmanns? 

Als junge Frau besuchte ich ein Seminar zur Musikalität in Bachmanns literarischen Arbeiten an der Universität Wien … für mich eine sehr besondere Erfahrung, die mich seither begleitet und die sich in nachfolgenden Beobachtungen zur Tonalität eines Sprachkunstwerks erweiterte: Nichts ist unwichtig, kein Wort, kein gesetzter Beistrich..

Was macht das Besondere Ihres Schreibens aus?

Dass ich Ingeborg Bachmann nicht lesen kann! Ich beginne eine Erzählung, einen Roman und nach einigen umgewandten Seiten, da setzen in mir Sätze ein, wachsen als Echo auf die Töne, die sie anschlägt. Ihr Klangraum ruft einen weiteren hervor.

Für mich persönlich hat Bachmann-Lesen daher stets mit Schreiben zu tun. Kaum ein anderer Literat, eine andere Literatin setzt dies bei mir so unmittelbar in Gang wie sie. Außer vielleicht Thomas Bernhard. Insbesondere Bachmanns Romane haben diese Wirkung.

Das Besondere in Bachmanns Prosa zu erfassen, das ist dabei gar nicht so leicht. Den Mut zu schreiben, was sie sagen will, nicht auszuweichen, sich mit jedem Satz an das Zentrum heranzutasten, den haben und hatten andere auch. Hingegen ihr Einsatz der Wiederholung als Stilmittel, er differiert meines Erachtens, er ist ganz eigen, als eine sich nicht nur aufbauende, sondern regelrecht aufschaukelnde Erzählstimme, die zwar den Inhalt nicht oder kaum vorantreibt, das Erzählen selbst aber einzigartig rhythmisiert. So entsteht in den Romanen eine hastende Sprache, die das Erzählen fluten lässt, ruhelose Wellen. Den Erzählungen – vor allem den frühen – fehlt dies noch, auch die Dringlichkeit, die sich darin und dadurch aufbaut.

Darüberhinaus schätze ich Bachmanns Humor – ja, den gibt es! Ein trockener, oftmals schwarzer (»Ende der Sätze über Geduld und Ungeduld. Eine sehr kleine Satzgruppe.«, Malina).

Manchmal gefällt er sich im Kleid der schneidenden Zunge, pointiert, was ich besonders schätze (»[…] beschäftigen darf er sich mit […] der Rechtfertigung der Spielregel, die sich Denken nennt.«, Alles). 

Und wie sich das auswirkt, was das Besondere meines Schreibens ist, nun, das kann man lesend gerne im eigenen Ohr erleben.

Wie siehst Du Ingeborg Bachmanns Gesellschaftskritik der zerstörenden und zerstörerischen patriarchalen Welt heute?

»Der Faschismus ist das erste in der Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau.« Dieser Satz Ingeborg Bachmanns hat meines Erachtens noch immer Gültigkeit. Oder vielleicht sogar gegenwärtig wieder mehr als noch vor 25 Jahren. Es liegt eben ein weiter Weg vor uns, und ich würde hinzufügen, dass es nicht ausschließlich um Mann/Frau geht, das war schon immer zu eng gedacht, selbst vor einhundert Jahren. Es geht vielmehr um die Zerstörung, die in jedem Sich-Ermächtigen über einen anderen Menschen oder über ein anderes Lebewesen verübt wird. Und dazu zähle ich durchaus auch Tiere und Pflanzen.

Die Liebe in allen Facetten von Glück und Verhängnis ist ein wesentliches Thema in Gedichten wie Prosa Ingeborg Bachmanns_ „die Männer sind unheilbar krank…“ (Interview, 1971) _ wie lieben wir nach/mit Bachmann?

Unheilbar krank sind wir alle, denn die Krankheit des einen – das Sich-Erheben über andere, z. B. –, es bringt die Krankheit der anderen mit sich.

Lieben nach Bachmann gestaltet sich ebenso hoffend und wirr, unbeständig und besorgt wie zu ihrer Zeit. Wir laufen bloß hoffentlich nicht gleich und machen dem im Lehnstuhl der Sich-Ermächtigt Kaffee, wenn er danach schreit – wie in Malina. Ergreifen mittlerweile stattdessen das Wort, schreiten auch zur Tat, die ein Einstehen für uns selbst bedeutet, statt in einem Riss in der Wand zu verschwinden. Und dies ›Wir‹ ist bitte-schön nicht ausschließlich weiblich zu lesen. Das Denken in solchen Kategorien sollten wir ein für alle Mal mit dem Patriarchat abschaffen. Und den Kapitalismus, der damit Hand in Hand geht, der dürfte gleich mit, auf die Sondermülldeponie. Was kein Wort einem anderen bekannten -ismus redet. Wir brauchen neue Systeme, solche die ein menschliches Menschsein gestatten. Mit den altbekannten fuhren wir schließlich nicht besonders gut.

„Es ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren, asozial, einsam, verdammt, es ist etwas verdammt daran“, so charakterisierte Ingeborg Bachmann in ihrer Rede zur Verleihung des Anton Wildgans Preises (1971) Schreiben und Existenz. Ist das Schreiben, die Kunst immer (auch) eine Form des persönlichen „Martyriums“?

Nein, ich persönlich empfinde das Schreiben, die Kunst keineswegs so. Im Gegenteil. Ich würde vielmehr sagen, der Schrecken, das Grauen, das Unerträgliche begegnet uns in der Welt, in den Menschen um uns. Schreiben ist für mich eine Form, mit diesem Unerträglichen zu leben. Ist mir Rettungsanker in all dem Wahnsinn, der uns umgibt, in dem Elend, das wir einander zufügen.

Es ist aber auch – und das sollten wir nie aus dem Blick verlieren – eine Form, was um uns ist, zu beleuchten, was hell und gut ist, die Schönheit der Natur, ihre Überlebenskraft zum Beispiel, den Humor, zu dem wir Menschen fähig sind, die Musik in der Sprache, ihr Bildreichtum …

Doch in einem stimme ich Ingeborg Bachmann durchaus zu: Schreibend zu leben, das ist eine seltsame, absonderliche Art zu existieren … einsam. Nur ›asozial‹, dieses Wort, das sollten wir ob seiner Historie diesbezüglich nicht mehr gebrauchen. Und ja, ich glaube, dass Menschen, die des Schreibens nicht bedürfen, um zu leben, glücklichere Wesen in ihrem anderen Weltempfinden sind. Ob wir Schreibenden deswegen gleich verflucht sind, na, das wage ich zu bezweifeln. Wer will schon innerlich dumpf dahinvegetieren, wenn er oder sie die Weite des Erlebens haben kann?

Was hättest Du Ingeborg Bachmann gerne gesagt, gefragt?

Nichts. Aber ich hätte um etwas mehr Zeit gebeten, auch damit ich »Requiem für Fanny Goldmann« nicht als Entwurf eines Romans, sondern in seiner Vollkommenheit kennenlernen dürfte.

Was sind Deine aktuellen Projektpläne?

Ich arbeite seit längerem an »Und behüte mich vor deinen Erinnerungen. Oder: Poetisier euch, verdammt!«, ein Roman, den ich nur kapitelweise schreiben kann, und manchmal frage ich mich, wie viele andere Arbeiten ich noch dazwischen fertigstellen werde, bis auch diese endlich – in meinen Augen – ihr letztes Wort gefunden hat.

Darf ich abschließend zu einem Bachmann Zitat/Text bitten?

Gerne, ich beginne mit:

»Die Personen: Ivan: geboren 1935 in ‚Ungarn, Pécs (vormals Fünfkirchen) […]«,

und ich ende frühzeitig mit:

»[…] Bist du fertig?

Ich nicke, denn ich bin fertig.

Warum sitzt du dann hier herum, anstatt uns endlich einen Kaffee zu machen?«

… denn heute, so hoffe ich, könnte sich ein anderes Ende erzählen!

Herzlichen Dank für das Interview!

Marlen Schachinger-Pusiol, Schriftstellerin

Aktueller Roman von Marlen Schachinger-Pusiol:

„Demokratie, so fehleranfällig dieses System per se sein mag, ist dennoch die denkbar fairste und fähigste Herrschaftsform, wenigstens in der Theorie. Wie rasch aber persönliches Machtstreben umfassende Korruption mit sich bringt und wohin diese führen kann, wackelt die 4. Säule im Staat, davon handelt dieser Roman.“ (Pressetext/Verlag)

Hardcover, in Leinen gebunden mit Schutzumschlag, Fadenheftung, Lesebändchen, Prägedruck am Leinencover

ca. 372 Seiten

ISBN 978-3-9505256-5-6
ISNI 0000 0001 0990 5728

32,00 € Marlen Schachinger-Pusiol: Landschaften in Schalen – Shop | Edition Arthof

Website/Autorin: Marlen Schachinger – marlenschachingers Webseite!

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Marlen Schachinger _ Station bei Bachmann _ erster Wohnort von Ingeborg Bachmann in Wien (1946) _ Walter Pobaschnig 5/26

Walter Pobaschnig, 7.5.26

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„Wie im Rausch“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Dana Grigorcea, Schriftstellerin _ Zürich 5.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Dana Grigorcea (links) _ 3sat Preis _ Tage der deutschsprachigen Literatur 2015

im Interview: Dana Grigorcea, Schriftstellerin _ Zürich

Bachmannpreisnominierte 2015

Gewinnerin des 3sat Preises

Liebe Dana, Du hast 2015 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan Deine erste Erinnerungen?

Der Raum, kleiner als ich ihn mir vorgestellt hatte, eine Mini-Arena, rappelvoll, und alle blättern gleichzeitig um.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Die Bereitschaft aller Anwesenden, sich auf neue Textsorten einzulassen, und die geselligen Literaturrunden auf Terrassen, Treppen, in Cafés und am Wörthersee.

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Wie im Rausch. Es war intensiv, aber auch viel zu schnell vorbei. Zum Glück sind mir die Freundschaften geblieben.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Es braucht nicht-thematische und unbedingt auch stilistisch experimentellere Texte, Überraschendes, und eine anhaltende Begeisterung für die Literaturkritik.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Ich wünsche allen, dass sie sich zum Genuss ertüchtigen!

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Dana Grigorcea, Schriftstellerin

Zur Person: Dana Grigorcea

Aktueller Roman von Dana Grigorcea:

Tanzende Frau, blauer Hahn. Dana Grigorcea. Roman. Penguin Verlag. | Literatur outdoors – Worte sind Wege

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Foto: Dana Grigorcea _ Gabi Hirit

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/ORF Studio_ Empfang der Stadt Klagenfurt/Schloss Loretto _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 4.6.2026

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„für mich ist es heuer das letzte Mal“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Klaus Kastberger, Vorsitzender der Bachmannpreisjury _ Graz 5.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Bachmannpreisjury _ 2025 _ Vorsitzender Klaus Kastberger (Mitte)

Im Interview _ Klaus Kastberger, Graz (A), Vorsitzender der Bachmannpreisjury

Seit 2015 Bachmannpreisjuror, seit 2024 Juryvorsitzender

Professor für neuere deutschsprachige Literatur am Franz-Nabl-Institut der Universität Graz und Leiter des Literaturhauses Graz.

Österreichischer Staatspreispreisträger für Literaturkritik 2023

Bachmannpreisjury 2015, ganz links Klaus Kastberger
Bachmannpreisjury 2025, Vorsitzender Klaus Kastberger (Mitte)

Lieber Klaus, die Spannung steigt, in weniger als drei Wochen beginnt der Bachmannpreis. Wie gehst Du persönlich auf das große Jubiläum in Klagenfurt zu und was erwartet das Publikum seitens der Jury zum runden Geburtstag?

Das Publikum erwarten diesmal ganz besonders interessante Texte, zumindest lassen das die Namen der Teilnehmer:innen vermuten. Die Jury ist gleichgeblieben. Und zumindest für mich ist es heuer das letzte Mal, dass ich Teil dieser Jury bin. Ich habe aber gar keine sentimentalen Gefühle. Ganz im Gegenteil freue ich mich heuer extra auf dieses letzte Mal. Jubiläen sind ja auch immer ganz besondere Zonen. Und viele meinen: Heuer könnte auch was ganz Besonderes passieren!

Du bist seit 2015 Juror und seit 2024 Vorsitzender der Bachmannpreisjury und damit das längstdienende Jurymitglied. Was waren und sind für Dich die schönsten und schwierigsten Erfahrungen, Erlebnisse auf diesem Weg?

Am schwierigsten war die Pandemie. Und es ist ausschließlich der damaligen Jury zu verdanken, dass es auch in dieser Situation mit dem Bachmannpreis weitergegangen ist. Hätten wir das damals nicht durchgesetzt, gäbe es diese Veranstaltung und auch das heurige Jubiläum gar nicht mehr.

Bachmannpreis online _ 2020
Moderator Christian Ankowitsch im ORF Studio _ 2020

„Es war Mord“ ist der letzte Satz und „Glücklich mit Ivan“ der Beginn in „Malina“. Wann ist eine Jurykritik geglückt und wann „Mord“?

Ich habe in den letzten elf Jahren in Klagenfurt keinen einzigen Mord erlebt. Von einem Klagenfurter Tribunal sprechen auch nur Menschen, die seit Jahrzehnten nicht mehr dabei waren und nicht wissen, was da eigentlich passiert. Peter Handke hat solche Menschen einmal die „Fernfuchtler“ genannt. Insgesamt habe ich während den Veranstaltungen auch viel mehr glückliche als unglückliche Menschen erlebt.

Was hat Literatur was der Fußball nicht hat?

Oft finden parallel zum Bachmannpreis große Fußballereignisse statt, was mit dem Termin zu tun hat. Das ergänzt sich im Normalfall perfekt. Die Österreicher gewinnen aber eher in der Literatur als beim Kicken. Mit der nationalen Euphorie aber ist es oft genau umgekehrt. Ich selbst glaube ja ganz fest an die Überlegenheit der österreichischen Literatur. 

Was wünscht sich der Juryvorsitzende zum Bachmannpreisgeburtstag?

Dass Kärntner auch von dem wunderbaren Literatur-Troß, der sich hier Jahr für Jahr niederlässt, einmal in seiner ganzen Substanz als ein zweisprachiges Land wahrgenommen wird. Auch alle utopischen Vorstellungen von Ingeborg Bachmann und die Hoffnung, die sie bis zum Schluss hatte, basieren ja gerade auf den slawischen Elementen innerhalb der österreichischen Traditionen. Nicht das deitsche Kärnten, sondern das slowenische dient hier als kulturelle Referenz. Man könnte auch sagen: Bei Bachmann liegt mit Böhmen immer auch Celovec am Meer.

Bachmannpreistrophäe
Ingeborg Bachmann _ Pressegger See (Gailtal)
Isabel Belherdis, Künstlerin/Graz _ Intervention _
Walter Pobaschnig

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Klaus Kastberger, Graz (A), Vorsitzender der Bachmannpreisjury

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

(von links) Klaus Kastberger, Natascha Gangl (Bachmannpreisträgerin 2025), Max Höfler, Verena Stauffer (Nominierte 2026)

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Foto: Ingeborg Bachmann _ Familienarchiv Bachmann.

Foto: Klaus Kastberger _ Konstantin Tzivanopoulos

Foto: Isabel Belherdis/Intervention _ Walter Pobaschnig

Fotos: Bachmannpreis _ Walter Pobaschnig, 2015-25

Walter Pobaschnig, 1.6.26

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„Geht alle hin, für mindestens weitere 50 Jahre“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Perikles Monioudis, Schriftsteller _ Zürich 5.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Perikles Monioudis, Bachmannpreisnominierter 1995

Im Interview: Perikles Monioudis, Schriftsteller, Verleger _ Zürich

Bachmannpreisnominierter 1995

Lieber Perikles, Du hast am Bachmannpreis in Klagenfurt, dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum, teilgenommen. Was sind spontan Deine ersten Erinnerungen?

Ich war 1995 dort, also vor mehr als 30 Jahren. Es war eine andere Welt. Die Texte dockten noch einigermaßen an die deutsche Nachkriegsliteratur an, Gruppe 47 und Folgejahrzehnte, die Kritik war rigide und unverblümt selbstgefällig, die Jury überaltert.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Die Begegnungen.

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Hm, als abgekartetes Spiel, aber das war ok so.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Diversität, Inklusion, Tiefe.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Geht alle hin, für mindestens weitere 50 Jahre.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Perikles Monioudis, Schriftsteller

Zur Person: Perikles Monioudis, 1966 in Glarus/Schweiz geboren, promovierte an der Universität Zürich in Kulturwissenschaft und lebt nach zwölf Jahren in Berlin mit seiner Familie wieder in Zürich. Für seine vielfach übersetzten zwanzig Romane und Erzählbände («Land»,«Palladium», «Eis», «Frederick», «Die Forstarbeiter am Bergrand» u.a.) wurde er zahlreich ausgezeichnet, so mit dem Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis.

Perikles Monioudis

Aktueller Roman von Perikles Monioudis:

Der tiefblaue Traum, Monioudis, Perikles_Roman, Rimbaud Verlag

Ein Liebesroman, ein Unternehmerroman: Die Kunst hat ihren großen Platz in diesem klug erzählten, beziehungsreichen Roman, dessen Handlung in Zürich, Berlin, Boston und in China angesiedelt ist. Ein junger Mann und eine junge Frau, Aimée, Tochter eines bekannten Kunstmalers, ziehen am Ende der 1980er-Jahre einen florierenden Computerhandel mit PC-Clones aus Fernost auf. Sie betreiben den Handel nach den Regeln des Handwerks, verkaufen ihre Ladenkette dann aber doch, um Kunst zu sammeln und die bedeutende Privatsammlung des Kunstmalers zu betreuen. Die beiden gehen später fest davon aus, dass die Maschinen in hundert Jahren alles übernommen haben werden und die einzige Möglichkeit, etwas Menschliches hinüberzuretten, darin besteht, jetzt Kunst zu sammeln, die nicht maschinenlesbar ist. Kunst also, die auch von den Künstlern selbst nicht verstanden wird – so wie die Liebe.

Ein hinreißender Roman über sich wandelnde Haptik, sich verändernde Träume und die stete Suche nach dem Eigentlichen. (Pressetext Verlag)

312 S., broschiert, 2024

ISBN 978-3-89086-944-5

€ 34 ,-

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Foto: Perikles Monioudis _ (c) dtv

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/ORF Studio_ ORF Garten _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 4.6.26

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„Mein Alles Land“ 100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _ Text & Performance _ Cornelia Travnicek/Isabella Jeschke _ Wien 4.6.2026

Isabella Jeschke, Schauspielerin_ Wien _ acting Malina _
Ungargasse/Romanschauplatz Malina _ Wien
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 9/21

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz Wien

MALINA _ Akrostichon

Text  _  Cornelia Travnicek, Schriftstellerin _ Wien

Performance _ Isabella Jeschke, Schauspielerin_ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Isabella Jeschke, Schauspielerin_ Wien _ acting Malina _
Ungargasse/Romanschauplatz Malina _ Wien
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 9/21
Isabella Jeschke, Schauspielerin_ Wien _ acting Malina _
Ungargasse/Romanschauplatz Malina _ Wien
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 9/21

MALINA

M EIN

A LLES

L AND

I M

N IEMALS

A USSEN

Cornelia Travnicek, 13.5.26

Isabella Jeschke, Schauspielerin_ Wien _ acting Malina _
Ungargasse/Romanschauplatz Malina _ Wien
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 9/21
Isabella Jeschke, Schauspielerin_ Wien _ acting Malina _
Ungargasse/Romanschauplatz Malina _ Wien
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 9/21

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Text & Performance am Originalschauplatz Wien

MALINA _ Akrostichon

Text  _  Cornelia Travnicek, Schriftstellerin _ Wien

Performance _ Isabella Jeschke, Schauspielerin_ Wien

Idee/Regie/Fotos _ Walter Pobaschnig

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

100.Geburtstag Ingeborg Bachmann _

Ingeborg Bachmann, Schriftstellerin *25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom.

Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971.

Malina ist der große, einzige Roman, der von 1946-53 in Wien lebenden Ingeborg Bachmann, in dessen Mittelpunkt eine namenlose Schriftstellerin in ihren Wegen, Spannungen und Zerstörungen zwischen Vergangenheit und patriarchaler Gegenwart steht. Der Romanschauplatz ist Wien und hier wesentlich das „Ungargassenland“, darin auch der Wohnsitz der 1973 in Rom verstorbenen Schriftstellerin lag. In ihren letzten Lebensjahren dachte die vielfach ausgezeichnete wie vielseitige Autorin eine Rückkehr nach Wien an. Dazu kam es aber nicht mehr.

Cornelia Travnicek, Schriftstellerin 
Isabella Jeschke, Schauspielerin

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Foto: Cornelia Travnicek _ Walter Pobaschnig

Fotos: Isabella Jeschke, Schauspielerin_ Wien _ acting Malina _
Ungargasse/Romanschauplatz Malina _ Wien
Malina, Roman, Ingeborg Bachmann, 1971 _

Walter Pobaschnig 9/21

Walter Pobaschnig, 13.5.2026

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